Frankfurter Stadtgespräch

  • "MyZeil" kommt gar nicht gut an

    Die FAZ widmet sich ausführlich der neuen Bezeichnung für das Shoppingcenter auf der Zeil und lehnt diese komplett ab. Auch die Leserbriefe zum Thema haben einen ähnlichen Tenor: "MyZeil" - nee, lieber nicht!


    Kommentar
    http://www.faz.net/s/RubFAE83B…Tpl~Ecommon~Scontent.html


    Im Gespräch
    http://www.faz.net/s/RubFAE83B…Tpl~Ecommon~Scontent.html


    Leserbriefe
    http://www.faz.net/s/RubFAE83B…Tpl~Ecommon~Scontent.html

  • ^^Schön dass es Sachen gibt, auf die man sich immer verlassen kann. So stereotyp wie Möchtegern-Werbefuzzis nichts mehr außer denglischen Wortungetümen einfällt, genauso stereotyp reagiert man darauf und jammert über den Einzug des Englischen in die deutsche Sprache. Wohl nur im Fernsehen gibt es noch mehr Wiederholungen.

  • Campanile und die mutige Dame

    Ich war früher Gutleutstraßen-Bewohner und habe den ganzen Konflikt mitbekommen. Damals fotografierte ich sogar noch voller Sentimentalität vor dem geplanten Baubeginn "die letzte Blüte" der Kastanie, die mitten auf dem Parkplatz stand. Nun, diese Kastanie stand dann noch länger, ist jetzt aber wohl verschwunden.
    Frau Kraus sah ich öfters auf der Straße, eine wirklich mutige Person. Ich sah sie dann mal im Fernsehen, damals in der "Drehscheibe" im ZDF, wo sie ihre Motivation darlegte. Es ging ihr ja um das Viertel an sich, in dem sie geboren ist. Sie wollte es einfach vor dem schützen, was wir heute "Gentrification" nennen, nämlich, dass die armen bzw. "normalen" Leute vertrieben werden. Sie machte auch klar, dass das Viertel überfordert werden würde, allein die logistischen Anforderungen, um solch ein Haus mit den Dingen des täglichen Lebens zu versorgen und den gigantischen täglichen Strom an Menschen, der sich dorthin auf den Weg machen würde.
    Jedenfalls sagte sie auch, sie könnte das ihr gebotene Geld dringend gebrauchen, alleine schon, um das von den Eltern ererbte Anwesen (Vorder- und Hinterhaus) zu sanieren, doch sie blieb standhaft.


    Es ist wahr, dass Frau Kraus' Grundstück noch nicht einmal direkt an das Campanile-Grundstück grenzt, sondern voll zur Gutleutstraße rausgeht. Aber so war damals das Baurecht, es mussten die Nachbarn innerhalb eines gewissen Radius gefragt werden.


    Ein anderer Nachbar in der Stuttgarter Straße, der nun wirklich direkt auf das Campanile-Grundstück blickte, strich das Geld wohl ein und verkaufte ruck zuck sein Grundstück. Heute steht das Hotel Minerva dort, ein Neubau. Vorher war da ein Hof, und das Haus (es war wohl eher eine Bruchbude) des alten Inhabers stand etwas zurückgesetzt. Das war eine Pension mit sehr "merkwürdigen" Leuten, die dort abstiegen ...


    Tja, wollte nur mal aus den Nähkästchen plaudern. Ich finde, Frau Kraus ist eine Heldin. :daumen:


    Gruße vom Zappergeck

  • Wenn ganz Frankfurt von solchen sozialromantischen "Helden" bevölkert wäre, gäbe es keine Skyline. Und für mich keinen Grund, nach Frankfurt zu ziehen.

  • Bei uns nennt man sowas Nimby - aber was soll's. Nun errichtet man ihr eventuell in memoriam et ante mortem ein Denkmal auf diesem Platz - mit 210 Meter Höhe. ;)

  • Naja, dem Menschen Wille ist sein Himmelreich. Aber, ich finde die alte Dame war nicht nur toericht, sondern auch noch sehr verstockt und selbstgerecht. Mit dem Campanile haette Frankfurt ein neues Wahrzeichen bekommen, die Gegend waere aufgewertet worden und nicht zuletzt waeren Arbeitsplaetze entstanden. Damals hatte man aber anscheinend zuviele Arbeitsplaetze, so dass man ueberheblich wurde, was man heute bedauern mag. Nur manche bleiben weiter uneinsichtig, ist eben nicht leicht ein Fehler einzugestehen...

  • Mod: Beitrag verschoben.
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    Anmerkung vom Nutzer: Dieser Beitrag war eine Antwort auf diesen, was auch klar zu erkennen war, bevor er durch das Verschieben aus dem Zusammenhang gerissen wurde. :nono2:


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    Ich (selber Höchster) weise darauf hin, dass die Tristesse rund um die Windsbraut nicht nur auf mangelndes Grün, sondern auch bauliche Mängel zurückzuführen ist. Als Störfaktor sehe ich vor allem den postmodernen Sparkassen-Kopfbau zwischen Dalberg- und Hostatostraße, der wohl in den 80ern einen Vorgängerbau (sofern es da einen gab) ersetzte, sowie das gegenüberliegende, wohl vor längerer Zeit grausam entstuckte Gründerzeit-Wohnhaus an der Ecke Kasino-/Königsteiner Straße. Das nördlich anschließende Geschäftshaus in Jugendstilformen ist das heruntergekommenste Gebäude von ganz Höchst, wenn nicht von Frankfurt überhaupt. Ein echter Schandfleck! Es ist mir absolut rätselhaft, wieso da von Seiten der Stadt noch nicht durchgegriffen wurde, und da komme mir jetzt keiner mit irgendwelchen Eigentümerrechten. So oder so hat der Platz ein gewaltiges Entwicklungspotenzial.


    Zufällig habe ich noch ein paar Bilder parat, die im Januar 2008 kurz nach der Fertigstellung des Platzes (damals noch ohne die Windsbraut) quasi als Abfallprodukt einer anderen Fotoserie angefallen sind, und ich euch nicht verschweigen möchte, die schlechte Bildqualität und jahreszeitbedingt miesen Lichtverhältnisse bitte ich zu entschuldigen:


    Entstucktes Gründerzeit-Wohnhaus an der Ecke Kasino-/Königsteiner Straße im Osten des Platzes:

    (Klicken zum Vergrößern)


    Die nördlich anschließende, besagte Siffbude:

    (Klicken zum Vergrößern)


    Siffbude en détail:

    (Klicken zum Vergrößern)


    Die grundsanierte Parkanlage im Nordwesten des Platzes an der Ecke Dalberg- / Königsteiner Straße, wirkt in ihrer Aufgeräumtheit ggw. fast noch wie ein Fremdkörper im Stadtraum:

    (Klicken zum Vergrößern)


    Gegenüber, im Süden des Platzes, Geschäftshäuser in Art Déco-Formen, vermutlich aus den 1920er Jahren:

    (Klicken zum Vergrößern)


    Hier nochmal der Platz um 1900 auf einer alten Ansichtskarte, man kann alle Gebäude noch wiederfinden:


    http://82.165.28.118/shop/ak/14/1430496.jpg

  • Auweia. Deutsche Börse will Fusion mit NYSE Euronext?

    Diese Nachricht hier wäre gar nicht gut für den gebeutelten Standort FFM.
    Reuters Artikel


    • beide Konzerne wollen zunächst eine Holding in den Niederlanden gründen, danach Übernahmeangebot an Aktionäre
    • Francioni soll Chairman der transatlantischen Börse werden, NYSE-Kollege Duncan Niederauer ist wohl als Vorstandschef vorgesehen
    • Aktienhandel des neuen Konzerns soll von New York aus gesteuert werden, nur Derivatehandel in Frankfurt
    • Der Aufsichtsrat ist nicht informiert worden
  • Man sollte die Bedeutung der DBAG für den Standort Frankfurt aber auch nicht überschätzen: die DBAG operiert weitgehend unabhängig von den anderen Finanzplatzakteuren, es gibt da wenig Agglomerationseffekte. Wenn die Deutsche Bank ginge, wäre das viel schlimmer.
    Außerdem sollten wir uns mal damit abfinden, dass Frankfurt als Finanzplatz eben nur in der zweiten Reihe steht, die Deutsche Boerse hingegen Weltmarktführer (als High-Tech-Unternehmen) ist.
    Schade wäre es, wenn die DBAG geht, dramatisch aber nicht.

  • Sorry, krugold, natürlich ist es für den Finanzplatz Frankfurt hochdramatisch, wenn die Deutsche Börse aus Frankfurt-Eschborn ihre Unabhänigkeit und damit ihre Fähigkeit, Standards und Regeln zu setzen, verliert.


    Die Bedeutung der Kapitalsammelstelle "Deutsche Börse" kann man gar nicht überschätzen, auch und gerade für die Folgeindustrien Wirtschaftsprüfer, Anwaltskanzleien, Wirtschaftsmedien etc.


    Also, Daumen drücken für eine dominante Deutsche Börse und sich nicht mit einer zweiten Reihe abfinden, sondern die Region, das Land und Europa wettbewerbsfähig halten!

  • Mit Anwaltskanzleien und Wirtschaftsprüfern hat die DBAG GARNICHTS zu tun! Diese Wirtschaftszweige hängen mit dem Banking zusammen, nicht jedoch mit dem Sitz des Unternehmens DBAG (zumindest nicht über direkte (vernachlässigbare) Effekte hinausgehend). Nicht vergessen: die DBAG ist kein Finanzunternehmen sondern ein IT-Dienstleister. Wie geschrieben: Agglomerationseffekte im Zusammenhang mit der DBAG gibt es kaum, viel wichtiger für die Bedeutung und Wirtschaftskraft ist, dass große Banken bleiben, da dadurch auch der Rest der Industrie (Kanzleien, WPs, Asset Management) an Frankfurt gebunden wird und Frankfurt dadurch auch für weitere Banken attraktiv bleibt.

  • Zu #404 von RMA:


    Ein echter Schandfleck! Es ist mir absolut rätselhaft, wieso da von Seiten der Stadt noch nicht durchgegriffen wurde, und da komme mir jetzt keiner mit irgendwelchen Eigentümerrechten.


    Da ich 4 Jahre lang im Frankfurter Westen gewohnt habe, bin ich mit der Situation in Höchst ein wenig vertraut. Der Niedergang des Arbeiterviertels dauerte ja über mehrere Jahrzehnte. In den 60ern und 70ern zogen gutsituierte Leute aus Höchst ins grüne Umland wie dem Taunus, die leer stehenden Wohnungen wurden mit Migranten und sozial Schwachen "gefüllt" (was zu weiteren Wegzügen führte). Der Bau und die fortlaufende Erweiterung des MTZ gab den Geschäften in der "Kö" zusätzlich den Rest.


    Unter diesen Voraussetzungen finde ich es eigentlich erstaunlich, wie sich Höchst in den letzten Jahren zum Guten gewandelt hat. Die Höchster Altstadt ist tiptop saniert und inzwischen auch bei besser Betuchten heiß begehrt. In Frankfurt sucht sie ohnehin ihresgleichen, dagegen ist die Situation in Altsachsenhausen erbärmlich.


    Die Stadt kann freilich nur bei Dingen durchgreifen, die ihr auch gehören. Die Sanierung des Mainufers (ist m.E. ganz toll geworden) und der Parkanlage am Höchster Bahnhof sowie der Eisenbahnbrücke über die Königsteiner Straße zeigt, dass sie dazu auch gewillt ist. Bei Häusern im Privatbesitz sind ihre Möglichkeiten begrenzt. Wer nicht sanieren will, kann dazu auch nicht verdonnert werden.

  • Krugolf, die Börse in Frankfurt ist ein absoluter Leuchturm und Zugmaschine in der Region. Hoch vernetzt mit allen möglichen! Hoch wertschöpfend und ein großer Magnet!


    Klar, die IT wird gebraucht, um Transaktionskosten zu senken und economies of scale zu erzielen. Je niedriger die Handelskosten, desto attraktiver der Platz! Deswegen die Börse auf ein It- Unternehmen zu reduzieren ist aber etwas eindimensional für ihre Wirkung.


    Wenn zukünftiig anderswo gehandelt wird, gelten auch andere Regeln, die anderswo befolgt werden müssen. Dann werden hier halt viel weniger Anwälte und Wirtschaftsprüfer gebraucht. Auch die Banken würden leiden, wenn hier Unternehmen nicht mehr über die Börse an Eigenkapital geführt werden.


    Die DIN-Normen wirken weltweit als eine Art Zaubertrank für die deutsche Exportindustrie, ähnlich mit umgekehrten Hebel wäre es, wenn die europöische Börsenkonsoldierung Frankfurt von der Landkarte fegt.

  • Och Immobilienmogul, bitte. Es steht doch nicht zur Debatte die Börse abzuschaffen, insofern hätte es keinerlei Auswirkungen auf die Möglichkeiten von Unternehmen gegeben sich Eigenkapital zu beschaffen. Es wäre nur das Management von NYC aus gemacht worden. Ein Börsenunternehmen ist kein Finanzplatzteilnehmer im eigentlichen Sinne, für Frankfurt wäre es wurscht gewesen, wenn es zu dieser Fusion gekommen wäre. WPs und Kanzleien machen auch praktisch kein Geschäft mit der Börse, die machen ihr (kapitalmarktbezogenes) Geschäft mit den Banken, Investoren und Kunden. Der Finanzplatz war nicht gefährdet, der Finanzplatz könnte marginalisiert werden, wenn die Deutsche Bank mal geht.

  • Mod: Beitrag verschoben. Bezieht sich auf linksradikale Krawalle im November 2008 auf dem Campus Westend.
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    Das ist ja wohl das letzte. Diese scheiß "Studenten" machen immer so eine Aufruhr. Das zeigt sich jetzt in Griechenland wo Sie wieder eine Aktion der Polizei für Ihre Gewaltorgien ausnutzen und war damals in Paris so. Diese Leute gehören alle eingesperrt, voll zur Rechenschaft gezogen, von der Universität sofort ausgeschlossen und zur Begleichung des Schadens herangezogen.

    Wie kann man gegen den Einfluß der Wirtschaft protestieren, ohne Diese Gelder könnten diese Trottel garnicht studieren bzw. überhaupt Arbeit finden. Was ein dummes und verlogenes Volk.

    Zum Glück sind ja nicht alle Studenten solche linksradikalen Idioten.

  • Die, die am meisten protestieren daß alles gratis sein soll und das ohne Gegenleistung, sind genau jene, die man aus dem Unibetrieb ausschließen müßte. In meiner gesamten Unilaufbahn (8 Jahre) konnte ich mich mit keiner einzigen Demo anfreunden bzw. konform gehen. Mich wundert fast, was die Politik denen alles durchgehen läßt.

  • Der Angriff auf das House of Finance ist tatsächlich kein Ruhmesblatt für die Frankfurter Universität. Weder konnte man die Beschädigungen und Körperverletzungen des Personals verhindern, noch wurde sie später von der Asta ausreichend verurteilt.


    Schlimmer noch, die 400 "Demonstranten", welche hauptsächlich dem Schwarzen Block (Antifa) zuzuordnen waren, wurden von einer der Asta Vorsitzenden sogar noch gelobt. Diese Aussage wurde später wieder zurückgezogen, aber sie ist doch sehr repräsentativ für eine anti-kapitalistische Grundhaltung. Gerne kann man solch eine Meinung vertreten, aber rechtfertigt sie keine Gewalt gegen Uni-Personal.


    Nun wird es wohl Zeit vor das House of Finance dauerhaft Sicherheitspersonal zu postieren um die Asta-geduldeten Krawallos abzuhalten. Schöne neue Welt!


    Zum Glück steht ja in ein paar Wochen die Hessenwahl vor der Tür: Da wird man sehen, ob man durch solche Aktionen auf Zuspruch gestossen ist.

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    Ja Wachposten vor der Uni. Kein Problem. Wird dann zu den Studiengebühren die ab 2009 wieder eingeführt werden draufgerechnet.