Frankfurter Stadtgespräch

  • Das ist nicht nur das ursprüngliche, sondern auch das aktuelle Konzept des Zeilforums. Sicher wird es einen bedeutenden Anteil an Gastronomie und sonstigen Unterhaltungsangeboten geben. Betrachtet man die offenbar erfolgreichen Angebote in der Zeilgalerie nebenan, dann kann man durchaus zuversichtlich sein dass die Sache auch funktioniert. Für Belebung nach Ladenschluss wird außerdem die Tatsache sorgen, dass die Durchwegung zwischen Zeil sowie Stiftstraße und TT-Palais eine öffentliche sein wird.

  • Jep, die 648 in Richtung Messe ist seit Tagen überlastet und vor dem Messe-Kreisel bilden sich dementsprechend zielmich große Staus. Ne halbe bis dreiviertel Stunde "stop and go" für nen knappen Kilomenter Autobahn ist da keine Seltenheit. Ich hatte selbst das Pech bzw. war dämlich genug am DI über die Messe in die Stadt zu fahren... naja zu rollen - trifft es eher. Da bietet der Europa Boulevard zur Zeit eine gute Alternative.

  • Umweltzone

    Jetzt kommt sie also doch, die Umweltzone für Frankfurt, und zwar zum 1. Oktober 2008. Diesem FR-Artikel zufolge hat man sich auf die 110 Quadratkilometer große Fläche innerhalb des Autobahnrings um die Stadt geeinigt. Im Westen wird sie begrenzt durch die A5, im Süden durch die A3 und im Osten und Norden durch die A661.


    Nach Stuttgart mit 207 Quadratkilometern die zweitgrößte Umweltzone Deutschlands. Fahrzeuge ohne Schadstoffplakette, zunächst alte Dieselfahrzeuge und Benziner ohne Katalysator, dürfen dann nicht mehr in diesen Bereich hineinfahren. Angeblich soll die Feinstaubbelastung innerhalb der Zone dadurch um mehr als 44 Prozent sinken.


    Hier eine Grafik der Umweltzone (PDF, 0,5 MB). Was meint ihr?

  • Ich finde die Idee mit der Umweltzone sehr gut! Durch eine Reduzierung der Co2 Emmissionen in der Stadt, wird es nicht nur bessere Luft in der Stadt geben, sondern evtl. auch den Verkehr reduzieren. :daumen:


    Dabei ist das Stadtgebiet laut Karte etwas weitgefasst..

  • Sperrzone für alte Kraftstoffschlucker ist super. Man könnte soagr noch einen Schritt weitergehen und die Innenstadt komplett für Schwerverkehr in gewissen Stoßzeiten sperren, funktioniert echt gut in z. B. Dubai und ist sehr angenehm.... :daumen:

  • ich halte das für absoluten unfug!
    zum einen ist das gebiet viel zu grossflächig gehalten, der nördliche teil des autobahnrings liegt ja mehr oder minder komplett im grünen, was da innerstädtische feinstaubbelastung etc soll???
    zum anderen ist es im grunde nur eine abzocke, weil man sich eine plackete besorgen muss, die sicherlich gebühren kostet und nur einen kleinen teil der autos nicht bekommt. denn welcher wagen hat heute ernsthaft keinen kat? und auch die diesel sind längst nicht mehr so schlimm zum allergrössten teil!
    da hat sich eine sommerloch-debatte wieder mal ernsthaft zu einer gebühreneinnahmequelle heranziehen lassen...
    im grunde dürfte ja niemand die wirklich schlechte luft in den siebzigern (ohne kats oder irgendwas) in den städten überlebt haben. nicht, dass ich die technischen entwicklungen wie kats (auch für diesel) etc nicht gut finde, aber solche sachen wie die "umweltzone" - ich sag lieber nichts mehr!

  • Ich bin von der Planung zur Umweltzone direkt betroffen. Zumindest im zweiten bzw. dritten Schritt,
    werde ich auf ein neues Fahrzeug umsteigen müssen. Ich fahre einen Diesel und habe daher nur eine
    rote Plakete bekommen, selbst wenn ich nachrüsten sollte gibt es höchstens eine Gelbe.


    Zur Info:
    Schritt 2: Ab 01.01.2010 dürfen nur noch Gelb und Grün einfahren.
    Schritt 3: Ab 01.01.2012 darf nur noch Grün passieren.


    Ich bin also nicht gerade erfreut und möchte jubeln! Ich bin jedoch der Meinung man sollte sich,
    bevor man anfängt lautstark dagegen zu wettern, vielleicht mal etwas informieren. :confused:



    Eine Begrenzung die lediglich den Innstadt-Ring beinhalten würde, hätte keinerlei Auswirkungen auf
    die Feinstaub-Werte ein paar Häuser weiter in der Innenstadt selbst. Da Feinstaub ja nun mal nicht
    neben dem Auto auf den Boden fällt, sondern sich durch Luftstömungen und Winde auf einem
    gehörigen Radius verteilt wird, wäre eine solche Maßnahme ein Tropfen auf dem heißen Stein!


    Die Plakette kostet schlappe 5,- Euro, ich denke das kann man sich gerade noch leisten,
    viele Menschen geben pro Tag mehr für Zigaretten aus.


    Keine Plakette trifft wirklich auf die aller wenigsten Wagen zu, allerdings kann man schon
    davon ausgehen, dass in Stufe Zwei und Drei einige Wagen (darunter auch meiner) ausgesiebt
    werden.


    Natürlich habe die Menschen in den 70ern die Innenstädte auch überlebt, allerdings haben die
    Meisten von Ihnen auch das Zeitalter von Asbest-belasteten Büros überlebt. Würde man
    es deshalb heute in seinem Wohnzimmer verbauen!? Ich glaube eher nicht!


    Ich bin nicht nur Fahrer sondern auch Anwohner und ich denke wenn sich die Möglichkeit bietet,
    die Luft- und somit die Lebensqualität unserer Stadt zu verbessern, sollte man diese Möglichkeit
    nutzen.

  • Angeblich soll die Feinstaubbelastung innerhalb der Zone dadurch um mehr als 44 Prozent sinken.


    Das sind die Emissionen, die Immissionen, also die tatsächliche Belastung in den Straßen, sinkt weniger stark.

  • Ich habe letztens einen Bericht darüber im Fernsehen gesehen: Gutachten zufolge hat der Individualverkehr an Feinstaub & co nur einen geringen Anteil. Vielmehr sind Industrie und vor allem das Wetter für erhöhte Werte verantwortlich. Das lustige ist, dass gerade morgens und abends die Werte erhöht sind was aber nicht mit dem Berufsverkehr, sondern mit der Sonneneinstrahlung zusammenhängt - das wird aber geflissentlich ignoriert. Das bedeutet, dass auch mit Plaketten die Werte nicht viel besser werden, was wiederum die Politik dazu veranlasst die Regeln in den weiteren Schritten zu verschärfen.
    Insofern stehe ich der Geschichte skeptisch gegenüber und denke, dass es hauptsächlich darum geht mit den Plaketten Geld in die Kasse zu bekommen. Bei 46 Mio zugelassenen Autos in Deutschland kommt bei einem Plakettenpreis von 5 Euro eine nette Summe zusammen. Dazu noch LKW, Busse und ausländische Fahrzeuge - easy money! Dazu noch die Bußgelder, die man kassieren kann, wenn jemand die Plakette nicht hat ....

  • Totaler Unfug. Wie schon von einigen Vorrednern beschrieben wird die tatsächliche Feinstaubbelastung nicht wirklich signifikant sinken. Letztenendes nur sinnlose Abzocke. Ganz abgesehen davon dass ich es hasse meine Windschutzscheibe mit Aufklebern - seien es Vignetten oder eben solche sinnfreien Umweltplaketten - vollzupappen.

  • Tatsache ist aber auch, dass die Verkehrssituation in der Innenstadt eine einzige Katastrophe ist, trotz eines exzellent ausgebauten öffentlichen Nahverkehrs in eben diesem Bereich. Sicher sage ich das jetzt als jemand, der selber kein Auto fährt, aber manchmal frage ich mich schon, ob nicht vielmehr reine Bequemlichkeit die wahre Ursache für die täglichen Blechlawinen ist. Zumal, wenn ich mir angucke, was man für ein paar Stunden Parkhaus mittlerweile bezahlt - da kommt es günstiger, sein Auto z. B. irgendwo in Gallus abzustellen und mit der Bahn in die Stadt reinzufahren.


    Ich persönlich finde den Verkehr rund um die Hauptwache, aber auch das Gedröhne der Berliner Straße rund um die Paulskirche mal mindestens als genauso störend wie die Müllarchitektur, die dort herumsteht. Beides Anachronismen bzw. Zeugnisse einer Stadtplanung, die einmal war und nicht funktioniert.

  • RMA:
    Besser hätte ich es nicht ausdrücken können. Wenn die Umweltzone dazu beiträgt, ein paar Autos mehr aus der Innenstadt herauszuhalten, dann hat sie auch ganz unabhängig vom Feinstaub ihren Zweck erfüllt...


    Ich würde ja soweit gehen und innerhalb des Anlagenrings nur noch Anwohner- und Lieferverkehr zulassen und den Alleenring als Grenze einer allgemein verbindlichen Citymaut einrichten....Aber vielleicht können wir uns auch all das sparen, weil sich in 10, 20 Jahren eh niemand mehr Treibstoff leisten kann?

  • Nur soviel: genauso wie die "autogerechte Stadt" ein Fehler (und städtebaulich eine einzige Katastrophe) war, ist das genaue Gegenteil -nämlich die aktuell so im Trend liegende totale Verdammung jeglichen Autoverkehrs in den Städten - nicht weniger unüberlegt und sinnfrei.

  • Nun wäre ich doch dankbar, wenn mir jemand die Vorteile weitgehend ungehemmten privaten Autoverkehrs in der Frankfurter Innenstadt auflisten könnte....Ich bitte darum, von sinnbefreiten Worthülsen wie "Urbanität" abzusehen.

  • natürlich wären pferdekutschen passend zum womöglich reinen altbaubestand angemessener als urbanität...
    auch wenn es manchen nicht recht in den sinn kommen mag, hat individualverkehr in einigen situationen durchaus seinen reiz, sei es, dass man seine einkäufe transportieren will (es soll leute geben, die von weit her anreisen, um in frankfurt auf der zeil einzukaufen und dann auch mal mehr als locker in der ubahn transportierbar dabei haben), es einem ein gewisses sicherheitsgefühl gibt, grade nachts nicht über eine b-eben zu müssen (was mir persönlich ziemlich egal ist, aber ich habe durchaus schon so fälle erlebt), aber auch das den autoschlüssel in entsprechenden bars etc auf den tisch legen zu können. kann ja durchaus sein, dass sonst alle nur noch auf die hanauer fahren, würde die innenstadt nicht unbedingt beleben. sicherlich fallen einem bei längerem nachdenken und zu anderer stunde noch mehr argumente ein...


    p.s.: ich habe gar kein auto!!! trotzdem...

  • Jedenfalls ist Urbanität keine "Worthülse"
    Und die Verkehrssituation in der Frankfurter Innenstadt ist weit davon entfernt, was ich als eine Katastrophe bezeichnen würde.
    Da gibts wirklich schlimmeres!

  • schon wieder so ein thema (neben dem hh-rahmen-plan) bei dem alle emotionen hochkochen. betrachte feinstaub auch eher als hysterie-thema, bin aber andererseits der ansicht, dass in allen städten zu viele autos herumfahren. will aber auch nicht überall fußgängerzonen (die zeil ist eine der wenigen fußgängerzonen in d-land, die nicht furchtbar ist!).


    wenn es also weniger innerstädtischen autoverkehr gäbe, würde ich mich darüber als begleiteffekt freuen. insgesamt scheint mir das problem zu sein, dass es zu viele menschen gibt, die riesige berührungsängst mit dem öpnv haben. es müsste einfach normaler sein, mal mit der bahn zu fahren! außerdem sollte bei der planung neuer baugebiete auf eine gute (schienengebundene) öpnv-anbindung geachtet werden!