Frankfurter Stadtgespräch

  • da musste ich sofort an einige Bauten der 70er denken, die zumindest mir nie Gefallen haben...

    Schöneberger Terrassen - Berlin

    Das sieht ja wirklich nicht schön aus, aber so muss das ja nicht sein. Die Hängenden Gärten der Semiramis waren sicher nicht umsonst eines der Weltwunder. In der neuen Buchpublikation von Stefan Schweizer: Die Hängenden Gärten von Babylon: Vom Weltwunder zur grünen Architektur widmet sich das letzte von Frank Maier-Solgk beigesteuerte Kapitel der Frage, wie die Vorstellung der Hängenden Gärten neuzeitliche Architektur beeinflusst.

  • Die EU möchte nächste Woche offiziell ihr Anti-Geldwäsche-Paket vorstellen und voraussichtlich im Herbst sollen die Gesetzgebungsberatungen im Europaparlament und Ministerrat beginnen. Die wichtigsten Bestimmungen sollen in EU-Verordnungen für die Mitgliedsstaaten verpflichtend gelten. Die EBA hat in den vergangenen Jahren Geldwäscheskandale nicht mitbekommen. Das bedeutet, das es eine neue EU-Behörde geben soll die diese Gesetze administriert welche 500 Mitarbeiter haben soll. Bisher ist die EBA dafür verantwortlich, die von London nach Paris umzog. Wie wir wissen ging Frankfurt mit seiner Bewerbung um diesen Behördensitz leer aus.

    Neues Spiel neues Glück sozusagen und neben Wien ist auch, wieder einmal, Paris im Rennen. Lucia Puttrich (Hessische Europaministerin) sagte dazu: "Leicht umzusetzen ist dieses Ziel aber nicht. Die Konkurrenz durch andere europäische Metropolen ist groß." Und weiter: "In Brüssel, aber auch in Berlin" müsste die hessische Landesregierung auf Frankfurt aufmerksam machen das dies ein qualitativ hervorragender Standort dafür sein (Quelle).


    Von der neuen Vierer-Koalition und dem OB erwarte ich keine substanzielle und nachhaltige Unterstützung und wegen der Bundestagswahl, der sich zu konstituierenden Regierung usw. ist aus 'Berlin' m.E. auch nichts zu erwarten. Ob die hessische Landesregierung diesbezüglich was reißt ist fraglich. Denn die üblichen 'Standard-Pros': EZB, Flughafen, Internetknoten usw. werden für eine Entscheidung zugunsten Frankfurts erneut nicht ausreichen. Auch dieser Soft-Fact ist wahrscheinlich nicht die ultimative Überzeug. 🥴

  • ^ Die Landtagsabgeordnete Miriam Dahlke von den Grünen hat es zumindest auf dem Radar:

    Als Standort für die Geldwäscheaufsicht wäre Frankfurt als wichtigster Finanzplatz Kontinentaleuropas ideal. Von hier aus können europaweit Anreize zur Bekämpfung von Finanzkriminalität gesetzt und die Mitgliedstaaten in ihren nationalen Kompetenzen unterstützt werden.

  • ^^

    Seitens der Stadt Ffm. könnte man als Standort für einen eventuellen Behörden-Neubau den Hafenpark / Skatepark in die Debatte werfen - aus Sicht der neuen Behörde der vielleicht beste Bauplatz Europas dafür.

    Eigentümer dieses Grundstückes ist ja wohl die Stadt Ffm. , so dass die materiellen Kosten dieses Einsatzes für die Stadt sich sehr in Grenzen halten dürften. Für den dafür erforderlichen "politischen Willen" müsste man halt mal Stehvermögen gegenüber erwartbaren dogmatischen Widerständen gegen die Umwidmung dieses Geländes zeigen ... . Das wäre dann wohl (auf der Ebene der Stadtpolitik) das Problem.

  • Genau.

    7 Jahre nachdem man ihn gebaut hat und er sich zu einem der beliebtesten Plätze in der Stadt entwickelt hat, reißt man alles ab, um einen schnöden Behördenneubau dort hinzusetzen, für eine Behörde, die sicherlich keinen repräsentativen Superbau à la EZB benötigt...

    Dafür muss man wirklich unbedingten politischen Willen haben, aber auch schwer einen an der Schüssel.

  • ^

    Gut. Kann ich (aus städtebaulicher Sicht) sehr wohl nachvollziehen.

    Dann bring doch bitte mal mindestens einen anderen, schnell darstellbaren Alternativ-Vorschlag.

    So wie ich unsere Stadt kenne und fürchte, ist die Behörde bis dahin längst in Wien oder Paris.

  • Ach, eigentlich ist das gar nicht mal so schwer. Beispielsweise so: Zunächst, in der Aufbauphase der Behörde, Anmieten eines Bestandsgebäudes. Da wird sich etwas finden. Währenddessen Neubau eines maßgeschneiderten Behördensitzes in Gateway Gardens, selbst oder auch hier als Mieter. Auf gute Verkehrsanbindungen soll es ja ankommen und bessere als dort findet man nirgendwo in der Europäischen Union.

  • ^

    Schön.

    Auf materielle Incentives soll es aber auch ankommen. Wenn ich mich korrekt erinnere, dann hatte seinerzeit "Paris" angeboten (zumindest für eine eine gewisse Zeit) der von London übersiedelnden Bankenaufsicht die Mietkosten zu übernehmen.

    Wie könnte seitens Ffm. ein entsprechendes Paket geschnürt sein ?

    Wäre die Stadt bereit, in der "Aufbauphase der Behörde" zumindest zum Teil sich an Mietkosten zu beteiligen ?

    Wäre in Gateway Gardens tatsächlich ein Grundstück unproblematisch verfügbar, wo man für die Institution dann was Dauerhaftes realisieren könnte ?


    Der Wettbewerb von Ffm. um die EBA war eine Katastrophe.

    Um die neue Behörde sollte man sich wenigstens "anständig" bemühen. Wenn es dann wieder nichts wird, dann sollte man sich wenigstens keine Vorwürfe machen müssen.