Leipzig: Höfe am Brühl (eröffnet)

  • Ich bin bekanntermaßen auch kein Fan der dort (wieder) entstehenden Gebäude. Allerdings konnte man die Sitution dort nur verbessern solang man sich wenigstens an die Maßstäblichkeit hält.

  • Wenn die Höfe am Brühl, ähnlich den Promenaden im Hauptbahnhof, auf die Entwicklung der Umgebung ausstrahlen, kann man tatsächlich davon sprechen, dass eine grandiose Chance genutzt wurde. Hoffen wir, dass die geplanten Projekte:


    - Hainstraßenspitze
    - Hôtel de Pologne
    - Hotelprojekte in der Nikolaistraße
    - Wagnerplatz u.a.


    realisiert werden.

  • ich finde die konstruktionsweise interessant. auf die abgeschlossene betondecke wurde erst ein stahlskelett errichtet und dann mit ytong-steinen ausgefüllt. habe ich so auch noch nicht gesehen.

  • Die Bild-Zeitung hat übrigens heute weltexklusiv herausgefunden, dass die Höfe vergoldet werden (man bezieht sich auf den Fassadentypus mit den Goldanteilen), ist nebenbei aber noch auf dem Stand, dass ein Teil der Glasfassade mit Noten bedruckt wird, was m.E. aber zur Ursprungsidee mit den Musikerportraits gehörte.


    Anyway, hier noch zwei Perspektiven des Rohbaus - einmal die Ringseite, die damit erstmals eine geschlossene Bebauung erhält (vor dem 2. Weltkrieg gab es hier ja eine völlig andere örtliche Situation):


    Und hier die Straße am Halleschen Tor. Wie man bereits am Rohbau erkennt, ist das hier ein reiner Zweckbereich, was einerseits für die zwei hier sichtbaren Hotelzugänge etwas schade ist, andererseits m.E. nach Fertigstellung für Probleme sorgen wird. Auf etwas 40 Metern befinden sich hier die Hochgaragenzufahrt sowie die Anlieferung der Höfe am Brühl sowie die Tiefgaragenzufahrt des Marriott-Hotels sowie dessen und ein weiterer Hotel-Haupteingang (und damit ein bevorzugter Taxihalteplatz):


    Am noch neu zu gestaltenden Richard-Wagner-Platz erkennt man so langsam aber sicher die Blechbüchse wieder:

  • Ich hab vorhin gesehen, dass am Brühl bereits erste Fenster angebaut werden.


    Am Wagnerplatz verkündet eine Plane, dass morgen das Richtfest sein wird. Der Rohbau ist allerdings noch nicht ganz fertig.

  • Siehe Beitrag #1041 ist der Gehweg auf der Südseite des Brühl komplett fertig gestellt.


    Heute vor einem Jahr fand die Grundsteinlegung für die "Höfe am Brühl" statt. Damals bei Kälte und Schnee, wie Oberbürgermeister Burkhard Jung erzählte, und heute, 365 Tage später, findet das Richtfest statt. Zwar ist der Hochbau noch nicht komplett abgeschlossen (80 % sollen bereits geschafft sein), wurde aber vielleicht schon der höchste Punkt des neuen Einkaufszentrums erreicht. Nur, wer eine Einladung hatte, konnte hinter den Baustellenzaun treten. Rund 700 Gäste waren eingeladen. Wer kein Ticket hatte, konnte das Richtfest aber auch von draußen beochbachten und hören.



    An der neuen Blechbüchse.



    Portal zum Höfe am Brühl-Richtfest.



    Ein Blick auf den Richtkranz.



    Unser Oberbürgermeister, Burkhard Jung, spricht zu den Gästen.



    Worte zum Richtfest...



    ...und darauf muss natürlich auch getrunken werden.



    Ein Tenor sang "Freude schöner Götterfunken"...



    ...und parallel setzte sich der Richtkranz in Bewegung.




    Der Richtkranz schwebt über dem Richard-Wagner-Platz.


  • In der Printausgabe der LVZ ist die scheinbar endgültige Lösung für die umkämpfte Steinfassade genannt. Getreu dem Motto: "Wir stellen den Originalzustand wieder her" verschwindet sie wieder unter Aluminium.
    Wirklich schade.


    Zitat: "Das Stück Steinfassade, welches vom historischen Brühl-Kaufhaus übrigblieb, verschwindet unter dem Aluminium." [LVZ Printausgabe 9.12.2011 S.15]


    Ps: Gruß in die Runde. :)

  • Gut so, damit mit dieser Endlosdebatte endlich mal Schluss ist. Was jetzt noch übrig ist, von der alten Fassade taugt sowieso nur noch für ein verkrampftes Zitieren von Gewesenem. Würdig ist das jedenfalls nicht. Also weg damit, man sollte sich jetzt dem Neuem zuwenden.

  • Sehr schade, das hat dem Objekt für mich den letzten optischen Reiz genommen.


    Aha.. also ein graues, zerfleddertes Stückchen Fassade stellt für Dich einen optischen Reiz dar? Na danke schön - besonders dafür, dass es nicht allein auf deinen Geschmack ankommt.


    Ich fand die Idee, diesen kläglichen Fassadenrest stehen zu lassen, immer als etwas unglücklich. Er hätte mehr wie ein Fremdkörper, als wie ein integrierter Bestandteil angemutet. Wenn man sich dazu entschließt, alte Fassadenbestände in einen Neubau einzubringen, dann doch bitte nicht als Ausstellungsstück hinter Glas, sondern als tatsächlich auch im Design verankerter Bestandteil. Beim Brühl Kaufhaus war dies, wegen der beiden so unterschiedlichen Fassaden (Blechbüchse und Kriegsreste), nicht wirklich kombinierbar - wie ich finde.

  • Nun, die Entscheidung sich über die breit getragene Kompromisslösung der Sichtbarmachung des verbliebenen Fassadenteils hinwegzusetzen, ist zumindest in ihrer Ignoranz konsequent.


    Die historische Fassade restauriert, hinter Glas zur Schau gestellt und derart gewissermaßen inszeniert, hätte womöglich das Potential gehabt im direkten Vergleich die Schwächen der Blechumhüllung (und evtl. auch der Fassadengestaltung der Höfe am Brühl insgesamt) herauszustellen.


    Diese Befürchtung mag mit ein Grund für die Entscheidungsträger gewesen sein sich gegen die Kompromisslösung auszusprechen.

  • ^ Die nach außen hin sichtbare Händelfassade war kein Kompromiss, sondern lediglich der Erhalt ebenjener hinter der Alufassade. Dass die Fassade auch nach außen hin sichtbar sein soll, war lediglich die Forderung der Anhänger Hänsels, die vom beauftragten Architekturbüro (und m.W. auch vom Investor) als eine Möglichkeit aufgegriffen und verfolgt wurde. Nun kommt es halt wieder anders.


    Dass die Entscheidungsträger sich davor scheuen, das Stückchen Hänselfassade nach außen sichtbar zu machen, weil sie befürchten, dass dadurch die mangelhafte Fassadengestaltung der Höfe verdeutlicht werden würde, gehört freilich wieder einmal in die Welt der haltlosen Spekulationen und Verschwörungen.

  • In dem zitierten Artikel der LVZ sind auch Innenansichten zu sehen, die m.M.n. neu sind.


    Was da zum Teil zu sehen ist, ist wirklich bedrohlich. So zum Beispiel enge, lange Fluren, die man eher für ein Aufklärungszentrum eines Internierungslagers halten würde, wenn nicht Wagner an den Wänden abgebildet wäre. Das ist wirklich nichts. Und ein wegweisendes neues Einkaufserlebnis schon gar nicht. Irgendwie ist keines der verwendeten Themen wirklich neu.

  • ^ Die nach außen hin sichtbare Händelfassade war kein Kompromiss, sondern lediglich der Erhalt ebenjener hinter der Alufassade. Dass die Fassade auch nach außen hin sichtbar sein soll, war lediglich die Forderung der Anhänger Hänsels, die vom beauftragten Architekturbüro (und m.W. auch vom Investor) als eine Möglichkeit aufgegriffen und verfolgt wurde. Nun kommt es halt wieder anders.


    Warum stand und steht dann auf der Seite des Projekts, es werden Fassaden aus drei unterschiedlichen Stilepochen zu sehen sein?


    Darüberhinaus war es schon ein Skandal, das alte Kaufhaus zu gunsten einer quasi Rekonstruktion dieser Blechtrommel wegzureißen. Nun auch den letzten Rest der einstmals prächtigen Fassade zu beseitigen ist, wie einer meiner Vorredner schon sagte, konsequent ignorant. Aber wenigstens hat man nun freie Bahn für das moderne Mittelmaß, nicht das noch jemand auf die Idee kommt Neubau und Altbau zu vergleichen...

  • ^ Weil auch weiterhin nicht geplant ist, die Fassade "zu beseitigen", sondern sie im Inneren der Höfe sichtbar zu machen, wie es ursprunglich geplant war - wie auch immer das geschehen soll. Der Drops mit dem Abriss des alten Kaufhauses ist im Übrigen gelutscht, ich frage mich, welche neuen Erkenntnisse da eine erneute Diskussion mit den gleichen Beteiligten bringen soll.


    @ TomLE: die Innenansichten sind nach meinem Dafürhalten nicht wirklich neu, sondern wurden hier bereits im Forum als Abkehr von dem "Höfe"-Prinzip diskutiert.

  • Ach Gott - der Fassadenstreit geht wieder los.


    Also ich will es alles wieder so wie hier haben.


    http://i196.photobucket.com/al…1119990449973_tring2k.jpg
    (Foto aus Beitrag #576 von Cowboy)


    So Schade dass damals dieses schöne klassizistische Eckgebäude der Erweiterung eines unsäglichen Konsumtempels weichen musste. ;)


    Ich freue mich schon auf das Wiedersehen mit der Blechbüchse. Für ein Parkhaus kann man sich keine bessere Fassade wünschen. Man wird eher sehen, wie toll die Blechfassade im Gegensatz zu den "modernen" Pseudofassaden des restlichen Kaufhauses wirken wird.