Karlsruhe: CityPark (in Bau)

  • Karlsruhe: CityPark (in Bau)

    Karlsruhe schickt sich an, ein Reurbanisierungsprojekt zu verwirklichen, welches in manch größerer Stadt hier im Forum in dieser Größenordnung nicht so unbemerkt vorbeischleichen könnte.


    Einige Eckdaten zum neuen Stadtteil:


    -330000qm Fäche
    -2800 Wohnungen
    -südlich der Bürobebauung entlang der Ludwig-Erhard-Allee (ehemalige Kriegsstraase) neuer Stadtpark 99000 qm
    -es handelt sich um das ehemalige Gelände eines Ausbesserungswerk der Bahn, gelegen im Südosten der Innenstadt, zwischen Südstadt im Westen und Süden, ehemaliger Kriegstraße (seit Kurzem Ludwig-Erhard-Allee) im Nordosten.
    Quelle Quelle Qualle


    Hat keine ortsunkundige Sau kapiert, schon klar. Hier Lageplan, weil besser:



    Ich hoffe, bearbeitete GoogleEarth-Ausschnitte von eigenem Webspace zu verlinken ist noch ok?


    Startschuss war 2002 mit der Eröffnung des Scheck-in-Centers.
    Die Entwickluing des Viertels soll sich in Abhängigkeit von der Nachfrage innerhalb von ca 15 Jahren hinziehen.


    Bestandteil des Ganzen sind der hier schon halbwegs ausführlich behandelte Neubau der LBBW, aber auch eine massiv darüberhinausgehende Erweiterung der Karsruher Innenstadt durch Wohnen und ein großer innerstädtischer Park


    Fangen wir oben links (für Seemänner Nordwest) an, und werfen einen Blick auf die anderswo schon in dem Zusammenhang mit der Farbgebung der Stützen der LBBW erwähnte Schule an, auch, wenn sie nicht direkt zu dem hier besprochenen Areal gehört, ist sie wohl nicht deutlich älter, und läutet Stilistisch und Städebaulich ein, wovon wir hier das nächste halbe bis dutzend weitere Bilder lang reden werden:



    Drehen wir uns auf dem Mendelssohn-Platz um 180° schauen wir auf die Nordwestecke, und erblicken das Scheck-In-Center als Scharnier zwischen Innenstadt, Südstadt und City-Park:



    Schaut man sich das von mir verlinkte PDF an (Seite 3 von 6), sieht man die Luisenstrasse als Durchgansstrase zwischen der alten Südstadt, und dem östlichen Teil des Parks (zwischen Bauabschnitt 16 und 17).
    Südlich davon klassische Zeilenbauweise in Nordsüdausrichtung aus wahrscheinlich den 60ern bis 70ern, nördlich (der rote Nord-Süd-Riegel westlich von Block 8 eine Reihe Punkthhäuser:


    Defnierter Strassenraum aber gelungen, trotz Punkthochhäuser, Rücksprünge und unterschiedlicher Traufhöhen:


    Noch ein Block weiter östlich


    Bisher letztes Gebäude in der Luisenstrasse. Ich weiss leider die Funktion gerade nicht(13), dahinter Baufelder


    Blick vom östlichen Rand. Die Baufelder wie Krater zwischen halbfertiger Infrastruktur. So ähnlich stelle ich mir heute alt und gediegen wirkende Gründerzeitviertel zu ihrer Entstehungszeit vor.

  • Danke für die Zusammenfassung, die Schule ist übrigens aus den 80ern, als Mohl wohl noch kreativ war....
    Wird nördlich der Ludwig-Erhard-Allee eigentlich auch noch in Richtung Osten weiter gebaut? Dann hätte man hier bald eine neue und schöne Stadt-Achse...


    Ein anderes Thema: Weißt du übrigens was hinter dem Landratsgebäude gebaut werden soll?

  • Der neue Stadtteil wächst zwar etwas behäbig, aber stetig.
    Die Bilder habe ich vor ca. 2 Wochen gemacht, und zwar diesmal von der Ecke Luisenstraße/Stuttgarter Straße, also von Süden. Es ist in etwa derselbe Winkel wie Posting #1 , letztes Bild (von etwas weiter links, um genau zu sein):


    Schwenk weiter gen Norden, immer noch mit freiem Durchblick Richtung Ludwig-Erhard-Allee, und dem schon in diesem Thread besprochenen neuen LBBW-Bau. Die Gelände entlang der Stuttgarter Straße sind inzwischen komplett geräumt.
    Der Wasserturm davor ist wohl - soweit ich das aus Erzählungen mitbekomme - im Moment das Zankobjekt der Stunde. Konservatives Lager will ihn ersatzlos abreissen, weil er nichts baugeschichtlich Besonderes ist, und keine Verwendung mehr dafür besteht. Die Grünen wollen ihn erhalten, und -keine Ahnung, ich referiere gerade sowieso nur vom Hörensagen- "irgendwas Grünes, wahrscheinlich Kaninchen darin züchten" ;) damit machen:


  • Bin vor kurzem wieder durch das Gebiet gefahren und war mal wieder schockiert welches Potential man dort vernichtet hat.


    Die "Stadtvillen" Bebauung am Grünstreifen zur eigentlichen Südstadt (http://www.infoidee.com/CityPark/ka_cp_aktuell.jpg) setzen durch die lockere Bebauung und die Materialauswahl (Holz im Staffelgeschoss) und Fassadenvorsprünge architektonisch noch etwas Akzente ...


    ... doch was folgt danach. Allenfalls das von der TEG gebaute Gebäude (http://www.teg-eigenheime.de/b….-%20Anne-Lauter-Str..jpg) auf der rechten Bildseite macht noch etwas her (Durchgehend Tageslichtbäder, großzügiges und luftiges Treppenhaus, Holzfenster etc.)


    ... was kam danach ? Salopp gesagt von Göbelbecker gebauter MIST. Billig hoch 3, keinerlei Architektur, bloße Renditeobjekte mit mehr als minderwertiger Bauausführung. Vor allem aber eine Blockrandbebauung die viel zu eng ist, man fühlt sich in den Straßen wie in Häuserschluchten.


    Viel viel Potential hat man hier verschenkt, ein Gesamtwettbewerb zur Entwicklung des Gebietes wäre hier wohl sinnvoll gewesen - stattdessen hat ein Entwickler wohl sehr sehr viel und etliche Bauträger sehr viel Geld verdient ...

  • In der Tat ist es dort sehr eng. Wer nicht im 4. Stock oder Penthouse wohnt dürfte das Gefühl haben von 100 Augenpaaren beobachtet zu werden - das Stdtviertel ist in meinen Augen größtenteils tot :Nieder:


    Preise sind auf den bekannten Immobilienportalen einzusehen, sie sind aber in der Grundausstattung (für die Leute die sich eben von Fußbodenheizung und Parkett blenden lassen) sehr sehr gesalzen.
    Hab spasseshalber einmal mit einem Bauträger verhandelt, es ist echt unverschämt was dort für eine minderwertige Bauqualität an Geld verlangt wird ...
    ... und bei den vertraglichen Konstellationen (Viele Arbeiten nur durch den GU, keine freie Fließen/Pakettauswahl etc.) kommen noch unverschämt hohe Kosten für Sonderwünsche hinzu.


    Fazit : Lieber selbst bauen oder sich eine schöne Altbauwohnung suchen !

  • Ja, dieser ganze Mist ist Karlsruhe echt unwürdig und fast nur noch peinlich.
    Dabei fängt es ganz vielversprechend an. Eine großzügige Freitreppe zw. Scheck-In und Telekomgebäude lässt zunächst urbane Hochgefühle aufkommen. Sie enden jedoch gleich wieder auf der Terasse, bei der man Zugang zum Hintereingang von kik und Co. und zur geschmacklosesten Disko von ganz Karlsruhe bekommt. Dazu eine Aussicht auf Investorenblockrandbebauung und einen Grünstreifen, der zu schmal ist um Park und zu breit um Boulevard zu sein.
    Die Terasse befindet sich dort, wo besser die Erdgeschosszone bespielt worden wäre. Die baut man nun weiter südlich ins Nirvana richtung Niemandsland zw. Karlsruhe und Durlach. Was ist das für eine Stadtplanung?
    Banken, Schulen und Einkaufszentren ins Zentrum, Gastronomie und Läden weit weg davon?

  • Ich kann jetzt keine größeren Bausünden erkennen. Diese Bauweise ist mir immer noch lieber als was in den 60/70er Jahren an Wohnblöcken entstanden ist, von Plattenbau im Osten ganz abgesehen. Zur Bauqualität kann ich nichts sagen.


    Man muß jedenfalls berücksichtigen, daß es sich um keine 1a-Lage handelt und der Wohnraum offenbar hauptsächlich für die arbeitende Mittelschicht gedacht ist. Die sollte immerhin die Chance haben, ihre Wohnung/Miete auch bezahlen zu können.

  • Hm ... vergleichbar mit der West bzw. Süd-West Stadt ist es allerdings nicht. Die nahe Autobahn, die kommende Süd-Ost-Bahn, Huptbahnhof in greifbarer Nähe und ein im Umfeld ganz gutes Einkaufsangebot hätten in meinen Augen viel mehr Potential gehabt.


    Das Gesicht des Viertels mag lange durch die mittlerweile abgerissenen Logistikgebäude oder anschließenden Gebrauchtwagenhändler von außen etwas "anrüchig" erscheinen, doch auf längere Sicht wird sich das sicherlich ändern.


    Bausünden sind dort in der heutigen Zeit definitiv zu erkennen. Die Balkone des von der LbBw vertriebenen Gebäudes erinnern an die 70er Jahre und ALLE von Göbelbecker gebauten Gebäude sind nach ein paar Jahren größtenteils wieder sanierungsreif.
    Von Bauqualität, wie auf den einschlägigen Seiten und von offizieller Seite behauptet, kann hier keine Rede sein ...


    Traurig traurig traurig ... !


    Zu den Mieten : Ein Großteil (ich möchte behaupten 90 %) der Wohnungen wurden an Eigentümer verkauft. Göbelbecker, der teilweise die Wohnungen in seinem Studentenwohnheim nicht an solvente Eltern hat verkaufen können ist zeitweise auch auf Vermietung umgesprungen.


    Die Kaufpreise haben sich allesamt sehr gesalzen angehört für das was hier verbaut wurde. Die Wohnungen die von den Eigentümern vermietet werden haben einen für Karlsruhe überdurchschnittlichen Preis.

  • Absolut. Das Ding ist mitten in den Häuserblocks, das einzig schöne, aber garantiert nicht kommende sind die vielen Rosenvisulaisierungen.


    Der 1. BA ist aktuell im Rohbau vollendet, der 2. BA beginnt.


    Immerhin ist man auf die "innovative Bauteilkühlung" stolz. Billiger Plunder der wie Wärmerückgewinnung aus innenliegenden Bädern oder Abzughaube schon lange Standard sein sollte.


    Ganz ganz traurig - der dort bebaute Platz hätte gut Grün vertragen können. Aber das spricht gegen Redite.


    Achja, wo in diesen Bauten doch immer Qualität und dergleichen angepriesen wird : Ich hatte vor ein paar Monaten bei einem durch Laub an den Mann gebrachten und von dem elenden holländischen Bauträger gebauten Bau besichtigt (ich tat so als wolle ich ne Wohnung kaufen) --> Estrich schüsselte, zeigte Rissen. Kompletter Balkonaufbau/Entwässerung/Türen nicht nach DIN, Risse im Estrich, mangelndes Fugenbild, billige Gipssteinzwischenwände, gepfuschte Trittschalldämmung und und und ...