Holzhafen (Kreuzfahrtterminal, Marina, Columbia Twins etc.)

  • ^^ In Leipzig bekommt man sehr hochwertige Altbau-Sanierungen hin, weil...


    a) die Basisinvestition niedrig ist (Kauf des Altbaus)


    b) die Foerdergelder viel hoeher sind


    c) Leipzig - im kompletten Gegensatz zu Hamburg - ein absolutes Ueberangebot an Wohungen hat. Wer dort eine schlechte oder halbherzig sanierte Wohung anbietet, der bleibt darauf sitzen und findet erst gar keinen Kaeufer oder Mieter. Eigentuemer sind also de facto gezwungen gute Qualitaet anzubieten.


    Ich bleibe dabei, dass die Hoffnung man koenne das Reedereigebaeude 'fuer kleines Geld' originalgetreu sanieren wahrscheinlich leider Wunschdenken ist. Das originalgetreu wiederherzustellen wird sehr teurer und reduziert zudem die Nutzflaeche erheblich. Als Eigentuemer wuerde ich da auch die Finger davon lassen, wenn ich nicht grade eine Million ueber haette die mir nicht wehtut.


    Es erscheint mir sinniger darauf hin zu wirken, dass ein passender und stimmiger Neubau ensteht. Also zum Beispiel in Glas-Rotklinker-Ausfuehrung mit Zitaten des Heimatstils oder der neuen Sachlichkeit.


    @ BRT-Neubau am Fischmarkt - in der Tat eine mittlere Katastrophe! Leider wohl nicht mehr aufzuhalten. :nono:


    @ Twin Towers (Du meinst die Columbia Towers?) - die finde ich sogar richtig gut und absolut gelungen.

  • Deine Punkte zu Leipzig sind völlig richtig. Ich denke aber, dass sich eine durchaus wohlhabendere Stadt wie Hamburg an diesem Städtebau orientieren kann und nicht stets nach der Devise gehen sollte - alles abreißen, wenn man an gleichem Ort mehr Nutzfläche unterbringen kann. Denn dann hat man tatsächlich bald nur noch Flachdachkisten mit maximaler Wertschöpfung. Es ist eben mit der Architektur auch eine Liebhaberei verbunden;)!
    Dein Argument mit dem "teuer-sanieren" kann ich nicht nachvollziehen, dank europaweitem Wettbewerb weiss ich, dass solche Holz-Sprossenfenster in der erforderlichen Größe pro Stück mit ca. 1000€ zu beziffern sind. Und die Riemchen abzuklopfen ist jetzt auch kein Aufwand , wo man "eine Million über" haben müsste. Es ist eben nur das Problem, dass man nach Investition von vielleicht 30000-40000 für die Fassade natürlich keine 4 zusätzlichen Stockwerke hat. Ist eben Liebhaberei! Ich wäre jedoch dafür, dass man sowieso in Hamburg alle Gebäude von vor 1945 unter Ensembleschutz stellt und bei Veränderungs-, Abbruchwünschen dann zumindest genauer hinsieht und nicht gleich alles durchwinkt. Hinter so mancher Eternitplatte wird sich noch so mancher Schatz verstecken.
    Einer der größten Verluste stellt für mich immer noch der Abbruch in den Großen Bleichen dar - Fassade zwar gerettet, aber die wirklich wunderbaren Innenräume mit Holzparkett, Marmorsäulen, Glasdecken, üppigem Stuck, gusseisernen Geländern, Terrazzoböden, etc. alles Müll...
    Hier sind zwar solche Schätze nicht zu vermuten, aber dennoch ein schönes Zeugnis seiner Zeit!
    PS: Die Columbia Towers sind sogar sehr schick! Nur passt so etwas - meiner Meinung nach - nicht neben die Köhlbrandttreppe. Hier bitte klassischer;)!

  • Dein Argument mit dem "teuer-sanieren" kann ich nicht nachvollziehen, dank europaweitem Wettbewerb weiss ich, dass solche Holz-Sprossenfenster in der erforderlichen Größe pro Stück mit ca. 1000€ zu beziffern sind. Und die Riemchen abzuklopfen ist jetzt auch kein Aufwand , wo man "eine Million über" haben müsste. Es ist eben nur das Problem, dass man nach Investition von vielleicht 30000-40000 für die Fassade natürlich keine 4 zusätzlichen Stockwerke hat.


    Ohne es genau sagen zu können, dürfte sich eine Fassadensanierung im Bereich von 200.000€-300.000€ bewegen, ohne Dachrekonstruktion. Das Geld dafür, daß man am Ende sogar weniger Nutzfläche haben würde.


    Ich verstehe das Anliegen einer "Rekonstruktion" in Ansätzen, aber hier wäre es fast absurd, da der Bestand inzwischen entstellt ist, und eine Rekonstruktion zudem an der Stelle absolut unpassend aussehen würde. Und ein Kleinod war das Gebäude damals auch nicht gerade... Angemessene Nachverdichtung sollte die Losung sein.

  • Nicht dirket am Holzhafen, aber es faellt im weiteren Sinne in diesen Thread, der sich ja mittlerweile dem ganzen Altonaer Elbhang widmet:


    Rainvilleterrasse Hamburg - gmp haben Seefahrtsschule modernisiert. Im ehemaligen Gebäude der Seefahrtsschule in Hamburg-Altona wird ab morgen wieder unterrichtet – anstelle von Schiffsoffizieren werden hier nun Architekten ausgebildet (weiterlesen bei Baunetz).


    Bildgalerie bei Baunetz

    Website der AAC


    Bing-BEV von vor dem Umbau

  • Bei diesem Projekt in Neumuehlen geht es nach ueber einem Jahr langen Arbeiten am hochwassersicheren 'Keller' nun offenbar in die Hoehe.


    Leider funktioniert die Baustellenwebcam nicht... Vielleicht kommt mal jemand da (mit Kamera) vorbei?!

  • Beim 'Elbdeck' fallen die Huellen und das Ergebnis sieht passabel aus:



    Bild: ich
    oben: gesehen von der 'Rampe' zum Geesthang aus.



    Bild: ich
    oben: man beachte die neue flutsichere Anbindung zum alten Speicher in form einer Fuessgaengerbruecke. Oder genauergesagt in Form von zwei solchen Bruecken.



    Bild: ich
    oben: Im Erdgeschoss und 1OG Buero und darueber Laeden. Vielleicht haben wir ja auch Glueck und es kommt endlich mal ein kleiner Laden auf die Ecke?



    Bild: ich
    oben: die kuerzlich verlaengerte Promenade samt neuem Liegeplatz fuer kleine Bunkertanker.

  • Ein paar Eindruecke vom nun fertigen 'Elbdeck', dem Sanierten Elbspeicher und der neuen flutsicherern Bruecken.


    Ich hoffe man kann das hier lesen. Der Thread ist durch die uebergrossen Bilder weiter oben leider etwas zerhackt. Jedenfalls bei mir... :-/



    Bild: ich



    Bild: ich



    Bild: ich

  • Die optische Qualität des geplanten Neubaus ist meiner Meinung nach gleich Null. Der Bezug zu seinem Umfeld ist ebenfalls gleich Null. Wie kann ein Architekt die historische Treppe derart ignorieren?

  • ^^ Das ist nicht am Fischmarkt, sondern in zweiter Reihe am Holzhafen. (In dritter Reihe wenn man die Neubauten direkt am Wasser mitzaehlt). Zudem steht das Haus in einerm recht heterogenen Umfeld aus Altbauten, Rotklinker-Neubauten, Sandstein-Neubauten und einem Waschbeton-Hochhaus.


    Von daher sehe ich nicht ganz, warum dies nun der Untergang des Abendlandes ;-) sein soll. Der bisherige Bestand war schlechter und es hat niemanden gestoert. Jetzt auf einmal hingegen....


    Immerhin zieht der Bau optische Parallelen zur Kommandobruecke eines Schiffes, was ich fuer eine Reederei (die dort u.A. einzieht) nicht so unpassend finde.


    Micht stoert vielmehr, dass die schoene historische Treppe staendig von irgendwelchen Idioten beschmiert wird. Wenigstens hat das Render hier nichts geschoent.

  • Eine Backstein-Fassade halte ich an dieser Stelle für passender. Das Reederei-Gebäude passte besser zur historischen Treppe als der geplante Neubau. Wie man auf dem Rendering sieht, entsteht dort ein ziemlicher Kontrast. So wie der Sockel, hätte der gesamte Neubau mit einer Backstein-Fassade versehen werden können. Allein diese Material-Wahl hätte für ein stimmigeres Gesamtbild sorgen können - selbst bei einer modernen Formensprache.

  • Also ich finde, die Graffitis fügen sich viel besser ins Gesamtbild ein als das Gebäude :D


    Na ernsthaft: ich finde auch, dass man da besser auf die Umgebung hätte achten sollen - so ist es leider ein völliger Fremdkörper.