Hines-Hochhaus am Alexanderplatz (150m | Planung)

  • Wieder was gelernt, danke. Dann verstehe ich aber nicht warum der Saturn so komisch errichtet wurde - er hält ja ansonsten die Baugrenzen des derzeitig gültigen Bplans ein, bis auf das "Loch" an der Ecke und die provisorisch verkleidete Brandwand. Sollte der Saturn noch aufgestockt werden oder geschah das schon in Vorgriff auf den hoffentlich einmal geänderten Bplan?

  • Weil es Hines um die schnelle Mark ging. So ein simpler Bau wie der Saturn ist schnell hochgezogen und kann sofort Geld verdienen.
    Das kleine Grundstück für den Turm hat man dann wohl einfach auf Verdacht freigelassen.

  • Bei diesem konkreten Projekt bin ich bezüglich möglicher Verzögerungen recht leidenschaftslos. Eine mögliche, schlimmstenfalls erhebliche, Beeinträchtigung der U5 würde ich jedenfalls nicht in Kauf nehmen wollen. Dann sollen sie lieber den Saturn wieder abreißen. Und wenn sie das nicht wollen, müssen sie eben entweder entsprechende technische und/ oder finanzielle Sicherheiten leisten oder es vorerst komplett bleiben lassen. Dann kommen hoffentlich anderswo inzwischen die Türme und hier wird irgendwann auch der Verwertungsdruck zunehmen, sodass über kurz oder lang sicher trotzdem in die Höhe gebaut wird. Vielleicht bis dahin dann ein anderer Entwurf aber das müsste nicht einmal ein Nachteil sein.

  • Jetzt ist schon so viel Zeit Vergangen, da macht es für mich auch nichts mehr, dass es noch länger dauert, wenn dafür am Ende vielleicht noch ein besserer Entwurf,
    auch für das Saturngebäude rauskommt.
    An der Stelle wäre so viel mehr möglich.
    Ich bevorzuge eine Lösung mit Sockelbau und Hochhaus "aus einem Guss", also zusammen geplant, auf einander abgestimmt und gebaut.
    Das Hochhaus würde dann nicht an der Kreuzung über dem U-Bahntunnel errichtet sondern direkt ggü. dem Haus des Lehrers, so wie im Kollhoffplan vorgesehen.

  • Verhindert der Senat das Projekt via BVG mit Absicht?

    Verhindert der Senat die beschlossene Entwicklung des Alexanderplatzes über die BVG?


    Wir alle verfolgen dieses Projekt seit Jahren, die allgemeine Entwicklung des Alexanderplatzes, genauso wie die Diskussion über die Hochhäuser.


    Der Artikel in der heutigen Berliner Zeitung lässt befürchten, dass es offenbar keine Mehrheit im Aufsichtsrat der BVG geben wird, die das Projekt und die vorhandene Vereinbarung zur Baustellenabsicherung zur Unterzeichnung bringt.


    Wir alle dürfen nicht vergessen, dass der Alexanderplatz für viele noch immer "das Herz der DDR" ist, nicht nur für viele alten Anwohner, sondern auch für Teile der politischen Klasse, davon zahlreiche Mitglieder im Senat. Unsere Bausenatorin trat 1981 in die SED ein, 1987 begann Sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Bauakademie der DDR. Sie will eigentlich gar keine Veränderungen am Alexanderplatz, den sie für ein erhaltenswertes Paradebeispiel sozialistischer Architektur hält. Unsere grüne Wirtschaftssenatorin, Mitglied im BVG Aufsichtsrat, ist keine Hochhau-Befürworterin.


    Die amtierende Politik hat als Eigentümer einen erheblichen Einfluss auf die BVG und deren Entscheidungen. So bedauerlich es ist, aber wir können nicht ausschließen, dass die Politik und die Politiker über die BVG auf das Projekt Einfluss nehmen. Das Projekt kann nämlich nur noch durch diese Entscheidung verhindert werden.

  • Danny Berlin


    Die ganzen vorigen Beiträge (u.a. von Bousset) zu der komplizierten Situation im Untergrund hast du aber schon gelesen? Wenn man sich das und die schlechten Erfahrungen der BVG mit an Bahnanlagen angrenzenden Bauarbeiten vor Augen führt wird die Ablehnung m.E. durchaus nachvollziehbar.

  • Danny Berlin


    Es wird ja nicht grundsätzlich gegen den Hochhausbau vorgegangen.


    Und es waren halt Hines die eine Verschiebung den Bauplatzes wollten und sich den eigentlich vorgesehen Platz erstmal mit Saturn verbaut haben. Wenn der neue Bauplatz aber nun mit Rikiken verbunden ist und seien sie auch noch so gering, dann ist dies ganz allein das Problem von Hines. Zur Not müssen sie eben den Bunker mit der Hand abtragen und für einen möglichen Schadensfall insolvenzsichere Gelder in ausreichender Höhe bereit stellen, nur dann lohnt wohl der ganze Hochhausbau nicht mehr.


    Hier nun auf BVG und Senat zu schimpfen ist nur ein billiger Trick. Hier hat sich Hines ganz allein eine imaginäre Grube gegraben, deren reale und sichere Ausschachtung nun zu teuer kommt.;)

  • ich kann Danny Berlin nur voll zustimmen.
    Das sieht mir alles sehr nach Stadtentwicklungspolitik bzw. "verhinderungspolitik" durch die Hintertür(in diesem Fall die BVG) aus.


    Der aktuelle Senat will dieses Hochhaus von diesem Investor an genau dieser Stelle einfach nicht. Es verkörpert viel zu sehr alles, was Rot-rot-Grün verabscheut.


    Es wurden nun 5 Jahre Lösungen für die Probleme im Untergrund erarbeitet. Von diversen Experten auf diesem Gebiet. Einige davon kenne ich sogar persönlich. Es sollen notfallschots eingebaut werden, es gibt aus Berlin selbst und auch von Überall auf der Welt Erfahrungen im Bau von Hochhäusern über U-Bahnen in schwierigen Baugrund.


    Und nun wird auf einmal kurz vor der Aufsichtsratssitzung von der Expertin Sigrid Nikutta über die Presse kommuniziert, dass das alles nichts ist und der Eindruck suggeriert, das halbe U-Bahn netz würde geflutet.


    Hier wird mit den Ängsten der Bürger Verhinderungspolitik betrieben.


    Hoffentlich wird Frau Nikutta dafür von Rot-Rot-Grün wenigsten als Dankeschön ins Adlon zum essen eingeladen.

  • Jetzt nehmt mal Eure Aluhüte ab.


    Monarch hat gerade die Baugenehmigung bekommen. Am Park Inn wird das Ensemble aus 3 Hochhäusern mit der Verwaltung abgestimmt, etc.

  • Das ganze Theater geht ja offentsichtlich schon reichlich länger als der jetzige Senat regiert.


    Ich bin zwar kein Bauingenieur aber über den schwierigen Baugrund (mit U-Bahntunnel und Bunkeranlage) und den damit verbundenen Problemen waren sich offentsichtlich schon die DDR-Stadtplaner und Kollhoff (unfreiwillig) einig.


    Und mal ganz neutral betrachtet würde ich als BVG auch keine Kompromisse eingehen wollen.
    Wenn Hines meinte trotzdem auf den komplizierteren Baugrund umzuplanen sollen die bitteschön auch kompromisslos alle damit verbundenen Risiken tragen.



    Gruß, Jockel

  • Verhindert der Senat die beschlossene Entwicklung des Alexanderplatzes über die BVG?


    Das ist doch grober Unfug! Der Senat ist nicht Eigentümer der BVG und diese Konstruierung von Verschwörungstheorien, wer was will oder nicht, ist absurd.


    Man kann Vergleiche ziehen mit dem Archiveinsturz durch den U-Bahnbau in Köln.
    Die rechtliche Aufarbeitung dieses Unglücks verzögert den Weiterbau und damit die Inbetriebnahme der Nord-Süd-Stadtbahn um Jahre.


    Die Gefahr einer solchen Havarie (mit umgekehrten Vorzeichen, nämlich der U-Bahn als Geschädigtem) kann doch niemand verantworten. Wenn es keine Garantie geben kann das ein jahrelanger Stillstand von U-Bahn und Baustelle ausgeschlossen ist, ist eine Umplanung / Neuplanung unvermeidlich!
    Und dann ist der aktuelle Senat nicht zu kritisieren, sondern für seine Vorsicht zu loben!

  • I_Engineer
    Die Senatsverw. f. Stadtentwicklung hat doch bereits einen geänderten B-Plan erstellt und mal unabhängig von der Ablehnung der BVG seine Zustimmung für den Bau des Turms an geänderter Stelle signalisiert.


    Ich bin mit vielem was Berliner Lokalpolitik angeht nicht einverstanden, aber hier hat sich imho Hines verspekuliert.

  • ^ So wie ich die Erklärungen darüber verstanden habe, ein Tunnel führt durch ein Fundament, welches mal für einen Bau mit 10 Geschossen ausgelegt wurde - es wäre ein Wunder, wenn es ein Hochhaus mit 3-4mal mehr Geschossen und entsprechend mehr Belastung tragen könnte. Da kann man nur hoffen, dass eine Umplanung einen schöneren Entwurf bringt.


    Ich habe auch verstanden, dass es neben Saturn solche Probleme nicht gibt - hoffentlich geht es dort bald los. Der Saturn-Bau selbst ist keine Augenweide, aber auch nicht hässlicher als viele andere der reichlich geschundenen Umgebung. Wenn jetzt sogar das tragisch hässlich-klotzige Haus der Statistik "gerettet" werden soll, wird die Latte um den Alex auf Dauer tief bleiben.

  • ^
    Problematisch für Hines ist, dass ihnen "Die Mitte" schon seit fast 9 Jahren nicht mehr gehört. Ob der Besitzer der "Mitte" ein Interesse daran hat anstatt von Hines "Die Mitte" abzureißen und das Hochhaus entsprechend des gültigen B-Plans zu realisieren ist nicht bekannt.

  • Wenn meine Hypothese falsch wäre, dann wäre die Sache ganz einfach:


    Die BVG würde eine von tatsächlichen Sachverständigen erstelle Risikoanalyse auf einem offiziellen Pressetermin vorstellen und anschliessend veröffentlichen (ist ja nicht geheim sowas) aus der für jeden nachvollziehbar hervorgeht, dass die derzeitige Planung von Hines Murx ist und zuviel gefahren mit sich bringt. Darüber hinaus müsste/würde Hines erklären, dass es die dargelegten Punkte aus technischen Gründen nicht wirtschaftlich beheben kann. Dann wäre die Sache klar und kein Mensch würde etwas sagen. Wenn aber die BVG Chefin, die Ihrerseits keine Technikerin ist kurz vor der alles entscheidenden Aufsichtsratssitzung, bevor man den potentiellen Vertragspartner informiert mit einer durch nichts belgegten persönlichen Meinung an die Presse tritt, hat das alles ein ...nunja...Gschmäkle.


    Was will die BVG? Ein Hochhaus verhindern oder einfach nur, dass Ihre Bahnen fahren? Letzteres wurde durch umfangreiche Vorplanungen, Machbarkeitsstudien und Versicherungen, die Hines abgeschlossen hat gewährleistet.
    Und aus dem Interview mit Reschke geht auch hervor, dass Hines sogar zu weiteren Zugeständnissen bereit wäre, wenn man mit ihnen Reden würde und glaubhaft darstellt, warum das derzeitige Sicherungskonzept nicht ausreicht.

  • Senat verhindert Hines Projekt via BVG?

    Das ist doch grober Unfug! Der Senat ist nicht Eigentümer der BVG und diese Konstruierung von Verschwörungstheorien, wer was will oder nicht, ist absurd.


    BVG Chefin wird durch Senat berufen: https://www.morgenpost.de/berl…-Chef-wird-eine-Frau.html


    BVG ist 100%ige Körperschaft des Landes Berlin:
    https://www.berlin.de/rbmskzl/…essemitteilung.108644.php


    Die Planung des Alexanderplatzes ist durch einen CDU-SPD geführten Senat erfolgt. Die Planungen begannen vor knapp 20 Jahren. De facto sind bis heute 0 Hochhäuser realisiert.

  • ^^
    Dein Beitrag enthält viel Gemutmaße aber wenig Handfestes. Letzteres ist genau das was wir bräuchten um uns abseits von polemischen Schuldzuweisungen ein sachliches Bild der Lage zu machen. Wenn alle Dokumente auf dem Tisch liegen könnte man sich durch die Unterlagen wühlen. Hier sehe ich auch ein bisschen die Presse gefordert genauer nachzuforschen und nicht einfach nur Statements diverser Personen (dies und jenes wäre angeblich geklärt) wiederzugeben.


    Danny Berlin
    Wie Baukörper schreibt. Verschwörungstheorien helfen nicht weiter.

  • Ich hatte dunkel in Erinnerung, dass "die Mitte" eigentlich als Sockel für einen später zu bauenden Hochhaus gedacht war. Die Stimmen hier haben mich daran zweifeln lassen, aber ein Artikel aus der Bauwelt von 2017 scheint meine Erinnerung zu bestätigen. Da heißt es u.a.:


    "Statt einer Platzierung des Turms auf den Saturn-Sockel „die mitte“ plant Hines die Errichtung direkt dahinter, um sich die Möglichkeit einer Einzelvermarktung der Gebäude nicht zu verspielen." (Herv. v. mir)


    Wenn das so wäre, dann wären bei einer negativen Entscheidung der BVG zwar die Hines-Gehry-Pläne vom Tisch, aber es bestünde weiterhin die Möglichkeit, das leere Gründstück zu bebauen (so hoch wie die "Mitte"). "Die Mitte" selbst müsste nicht abgerissen werden, sondern diente als Sockel für ein Hochhaus. Oder liege ich falsch?