Verlorenes Berlin - nicht mehr existierende Bauten

  • Verlorenes Berlin - nicht mehr existierende Bauten

    In diesem Thread möchte ich die nicht mehr existenten Bauten Berlins einmal in den Vordergrund stellen.
    Berlin hat in seiner Geschichte sehr viel interessante Bausubstanz verloren. In diesem Thread sollte die Möglichkeit gegeben werden, an diese zu erinnern.

  • Kurzer Nachtrag:
    Ich wurde gefragt, ob der Thread nicht mit den nicht verwirklichten Bauten kombiniert werden sollte. Dies sicherlich möglich, aber hier geht es um Bauten, die existiert haben. Zum einen gibt es die Möglichkeit die 50er Jahre Bauten des Westens hier zu präsentieren, genauso wie Kriegsschäden.
    Ich hatte eigentlich vor, als nächstes das ehemalige DDR Außenministerium zu präsentieren.
    Ich hoffe mal, dass auch die alten Hasen Lust haben mitzuarbeiten, der Thread ist wirklich für alle Stilarten offen. Natürlich kennen die "Erfahrenen" unter uns die meisten Bauten, aber manchmal findet sich bestimmt auch etwas neues.
    Außerdem lesen ja auch viele "Auswärtige" oder "Neulinge" diesen Thread.
    Ich bin zB. auch immer begeistert über die zahlreichen historischen Aufnahmen von Ben etc.
    Also lasst uns das mal versuchen ;)

  • Mal so als Anmerkung: Wikipedia-Bilder könnt ihr bedenkenlos direkt zeigen, das würde den Thread doch deutlich bunter machen. Ihr müsst lediglich schauen, ob die Dauer der Schutzrechte überschritten ist, dann dazuschreiben: "Bild von Wikipedia - Urheberrecht abgelaufen" o. s. ä.:



    Bild von Wikipedia - Urheberrecht abgelaufen


    Oder aber eine GFDL-Lizenz erteilt wurde, was bei allen anderen Bildern der Fall sein sollte. Dann dies sowie den Namen des Fotografen dazuschreiben. Also etwa so:



    Bild von Wikipedia (mit GFDL-Lizenz): Andreas Praefcke


    Natürlich kein Hotlinking von Wikipedia, auf eigenen Webspace oder zu ImageShack o. ä. legen.

  • Der Tacheles, oder? Da wurden ja auch mal hochfliegende Pläne gemacht. Die mir auch sehr gefallen hatten. Vielleicht wird das ja noch was da. Sieht ja auch grausig aus die Ecke.

  • Technische Hochschule Charlottenburg (heute TU-Berlin)

    Im Jahre 1879 wurde die Technische Hochschule Charlottenburg gegründet. Als erster Technischen Hochschule Deutschlands war ihr 1899 das Promotionsrecht verliehen worden.
    1878 bis 1884 wurde das Hauptgebäude nach Entwürfen von Richard Lucae, Friedrich Hitzig und Julius Raschdorff errichtet. Es war ein Monumentalbau im Stil der italienischen Hochrenaissance mit fünf Innenhöfen.
    Nach schweren Weltkriegsschäden wurden drei der Innenhöfe, die Seitenflügel und der rückwärtige Teil wieder rekonstruiert.


    Hauptgebäude 1895

    Bild von Wikipedia - Urheberrecht abgelaufen

  • Schloss- und Domkirche (Vorgänger des Berliner Doms)

    Dom von K.F.Schinkel
    http://img515.imageshack.us/im…40/schinkeldomfototo6.gif
    Quelle: http://www.berlinerdom.de


    Berliner Dom Vorkriegszustand
    http://img103.imageshack.us/im…/raschdorffdomfotoou4.jpg
    Quelle: http://www.berlinerdom.de


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    achten, wonach Hotlinking nicht erlaubt ist und Bilder nur eingebunden werden dürfen, wenn das Recht zur Veröffentlichung vorliegt.


    Vielen Dank, Jo-King.

  • Petrikirche

    Die Kirche St. Petri war die Stadtpfarrkirche von Cölln. Nicht weniger als fünf Kirchen standen nacheinander am gleichen Ort, die allesamt Feuer, Krieg oder Baumängeln zum Opfer fielen.
    Der 111 Meter hohe Turm stellte lange Zeit das höchste Gebäude Berlins dar. Die Kirche wurde in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs zerstört. Während die Petrikirche die Bombenangriffe unbeschadet überstand, geriet sie im April 1945 unter Beschuss da sich in ihr SS-Einheiten verschanzt hielten. Die Ruine wurde 1960 abgebrochen.
    Quelle:Wikipedia, Homepage des Vereins für die Geschichte Berlins - http://www.diegeschichteberlins.de


    Petrikirche 1904
    Kreuzförmiger und einschiffiger neogotischer Bau von Johann Heinrich Strack, vollendet 1852.

    Bild von Wikipedia, gemeinfrei

  • Kampflamm
    Abgesehen von der Börse finde ich es auch noch schade um die Brücke...Wobei es eigentlich keine große Sache sein dürfte, die zu rekonstruieren. Es fehlt ja nur der Figurenschmuck. Und auch sonst könnte sie mal eine Frischzellenkur vertragen.

  • Es wäre schön, wenn in diesem interessanten Thread nicht einfach nur Name-/Bild-Dropping betrieben wird, sondern auch ein paar Minuten Zeit und Mühe investiert werden und eine kurze Beschreibung o.ä. des Bauwerkes zu ergänzen.


    Zum Wertheim Kaufhaus am Leipziger Platz:


    Bereits 1892 hatte sich Georg Wertheim das Grundstück an der Leipziger Straße 132/133 gesichert und eröffnete 1897 dort eine neue Filiale.


    Mit der Eröffnung des Warenhauses veränderte sich auch die Stellung des Leipziger Platzes vom Durchgangsplatz, vom Wohn- und Arbeitsort hin zum bevorzugten Einkaufsziel der Berliner.


    Der große Erfolg des Kaufhauses führte dazu, dass alsbald eine Erweiterung der Wertheim-Filiale notwendig wurde, diese wurde 1899-1900 realisiert.


    Eine zweite Erweiterung wurde 1904 realisiert, diese erstreckte sich weiterhin auf den Grundstücken Leipziger Straße 134/135 und Voßstraße 31/32.


    Hier zeigte der Wertheim Haus- und Hofarchitekt Alfred Messel viel von seinem können und entwarf ein zeitgemäßes, für diese Zeit ideales Kaufhaus.



    Bild von Wikipedia - Urheberrecht abgelaufen


    Die Struktur des Eisenskelettbaus bleibt von aussen sichtbar, um die Funktionalität zu betonen. Zur Straßenfront beherschten große Fenster das Haus, dadurch erhielt es zudem eine gewisse Transparenz. Der Kopfbau "thronte" an der 150 m langen Front des Baus. Die durchgehenden Pfeiler des Baus wurden bis quasi unter das Dach fortgeführt, die Zwischenräume waren vollständig verglast. In der Mitte des Hauses entstand ein Lichthof in dem die Skulptur Die Arbeit von Ludwig Manzel aufgestellt wurde (im Volksmund "Frau Wertheim").



    Bild von Wikipedia - Urheberrecht abgelaufen


    Auch nach dem Tod Messels 1909 wurde das Gebäude noch erweitert, dann von seinem Schüler Heinrich Schweitzer. Nach der vierten Erweiterung 1926/1927 war das Wertheim-Kaufhaus am Leipziger Platz das größte Warenhaus Europas.


    Gerade der Entwurf Alfred Messels zur dritten Erweiterung auch "Warenhausgotik" genannt war bis in die zwanziger Jahre für Warenhausbauten in Deutschland prägend.


    Im 2.Weltkrieg brannte im Krieg völlig aus, jedoch blieben die Fassaden zur Leipziger Straße und Leipziger Platz stehen. Zur Bereinigung des Grenzstreifens wurden sie dann jedoch abgerissen.


    Quellen: "Bauen in Berlin 1900-2000", Hrsg. Kleihues und Kahlfeldt,"Der Leipziger Platz - Gestern und Morgen" von Louis Back und Laurenz Demps, "Berlin der Architekturführer" - Verlagshaus Braun

  • GÖRLITZER BAHNHOF


    Klassizistische Ausführung.
    Baubeginn: 1865.
    Am 13. Juni 1866 fuhr der erste Zug ein.
    Im Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude beschädigt, es wurden aber noch bis 1951 Züge abgefertigt, Güterverkehr fand bis 1961 statt. Es folgte der Abbruch trotz Anwohner Proteste. Als Grund für den Abbruch wurde eine Neubebauung des nicht mehr nötigen Bahnhofareals angegeben. Die Neubebauung erfolgte 1980 mit dem Spreewaldbad und dem sog. Görlitzer Park.



    Bild von Wikipedia - Urheberrecht abgelaufen


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    Vielen Dank, Jo-King.

  • PRINZ-ALBRECHT-PALAIS


    Errichtet 1737 in dreijähriger Bauzeit im Auftrag König Friedrich Wilhelms I. als Stadtpalais für den Baron Vernezobre de Laurieux.
    Dreigeschossiges Gebäude in der Wilhelmstraße 102 dessen zwei Flügel sich um einen Einfahrtshof schließen. Das Gebäude wurde nach de Laurieux auch von Prinzessin Anna Amalie bewohnt. 1796 dient es als Quarantänestation für die Pockenschutzimpfung.
    Nach drohendem Verfall kauft 1830 Prinz Albrecht von Preußen das Palais und lässt es von K.F. Schinkel renovieren. 1860 - 1862 erfolgt ein Umbau durch Adolf Lohse.
    Ab 1928 steht das Palais im Dienst der Reichsregierung, ab 1934 als Sitz der SS und des Chefs der Sicherheitspolizei Heydrich.
    Nachdem das Gebäude bei einem Luftangriff am 23.11.1944 stark beschädigt wird, erfolgt 1955 ohne Übereinkunft mit dem Denkmalamt die Sprengung.


    Seit 1987 ist das Gelände Standort der Gedenktstätte "Topographie des Terrors". Ein Dokumentationszentrum der NS-Geschichte ist geplant.


    Bilder und Infos auf http://www.topographie.de:
    http://www.topographie.de/de/pop_up/images/palais.jpg
    http://www.topographie.de/wilhelmstr/wh102/wh102.htm