Westend-Süd - links und rechts der Bockenheimer Landstraße

  • Sal. Oppenheim

    Die Deckenplatte auf Straßenniveau ist bereits armiert, ein Blick in die Baugrube ist von oben nicht mehr möglich.
    Stand von heute:


  • Occidens wächst

    Das Projekt "Occidens" wurde umgeplant. Die verfügbare Mietfläche hat sich gegenüber der bisher bekannten Planung mehr als verdoppelt, die Architektur ist nicht mehr ganz so markant. Die in #212 verdeutlichte "Gotham-Anmutung" ist weitgehend verschwunden. Dafür dürfte der aktuelle Entwurf zeitloser sein. Auch die jetzige Dachgestaltung, ein Flugdach wie aus den Fünfzigern, das unter anderem an das frühere Bayer-Haus und jetzige Fleming's erinnert, erscheint deutlich harmonischer. Elegant das durchgehend verglaste Staffelgeschoss fast ohne sichtbare Stützen.


    Bisher wurden 4.200 m² als Mietfläche genannt, jetzt sind es 9.000 m². Ein solcher Zuwachs ist wohl nur dadurch möglich, dass sich der Bau nun bis zur Barckhausstraße erstrecken soll, also auch eine Überbauung des lange Zeit weit unter Wert als Parkplatz genutzten Eckgrundstücks geplant ist. Aus städtebaulicher Sicht sicherlich sehr begrüßenswert. An die Barckhausstraße wurde wohl auch die Tiefgarageneinfahrt verlegt, das bisher ziemlich verunstaltend wirkende Tor an der Bockenheimer ist nicht mehr zu sehen.


    Weiterhin stellt der unten eingefügten Visualisierung zufolge ein niedrigerer Bauteil den Anschluss zur gründerzeitlichen Altbebauung an der Ulmenstraße (hier am linken Bildrand) her. Viel kann man zwar nicht erkennen, zumal - wohl nicht ohne Absicht - auch noch ein Baum davor "gepflanzt" wurde. Würde das bisher vorgesehene Mansarddach tatsächlich durch einen ordinären Flachdachabschluss ersetzt, dann wäre das eine deutliche Verschlechterung. Das Rendering lässt indessen beides möglich erscheinen, also abwarten.


    Erstaunlich auch, dass der Entwickler die gesamte Mietfläche von nunmehr 9.000 m² in einem Immobilienportal anbietet. Zuvor war - für das weniger als halb so große Gebäude - davon die Rede, dass erst gebaut würde wenn ein Mieter gefunden ist. Im Gespräch war eine bekannte Unternehmensberatung. Die Angabe im Immobilienportal zur Verfügbarkeit ("18 Monate ab Mietvertragsunterzeichnung") deutet allerdings darauf hin, dass nicht gleich nach Ende des Abrisses mit dem Neubau begonnen, also doch nicht spekulativ gebaut wird.



    Eingangsbereich:



    Bilder: Groß & Partner / Prof. Christoph Mäckler Architekten

  • Vielen Dank für die Informationen. Der klassisch-filigrane Look setzt sich am Ende nun doch wieder durch, trotzdem ist es um die (zu?) markante Gotham Fassade etwas schade. Mal sehen wie bald sich ein Ankermieter finden lässt. Eines muss ich allerdings an dem stattlichen Dreier-Riegel Westend Windows, Bock und Occidens bemängeln. Es kommt keine neue Gastronomie oder Nahversorgung an die Strasse (stattdessen geht sogar welche verloren). Während im WestendDuo wenigstens ein Vapiano und eine Bar für Belebung sorgen, wird hier der Fehler der "abweisenden Büroblocks" bzw. eines "Festungsdenkens" wiederholt.

  • Eine riesengroße Enttäuschung. Das Occidens in seiner ursprünglichen Version hatte etwas, worauf man sich als Architektur-Interessierter freuen konnte - ein kleines, aber feines Projekt. Das ist leider komplett verloren gegangen. Jetzt ist es eine x-beliebige, überdimensionierte, auf maximale Rendite getrimmte 50er-Jahre-Schachtel. Die wertig wirkende Mäckler-Standard-Fassade reißt's auch nicht mehr raus.
    Stattdessen ist jetzt wohl erstmal Brache angesagt, was die Sache nicht verbessert. Von fehlender Gastronomie, Nahversorgung oder gar Wohnen gar nicht zu sprechen. Solche Büroblocks mit dieser BGF sollten in der Innenstadt nur noch als Hochhaus genehmigt werden, dann tragen sie wenigstens zur Skyline-Entwicklung bei (nicht an der Stelle, schon klar). Sowas ist einfach nur Murks. Kein Mensch wird sich jemals an dieses Gebäude erinnern - höchstens wird auffallen, dass es im Vergleich zu den Nachbarn eigentlich zu groß geraten ist. Auf Visualisierungstricks wie die Beleuchtung bei Dämmerung fallen wir hier auch nicht mehr herein. Das wird in der Realität einfach nur stinklangweilig. Ein dickes Minus von meiner Seite.

  • Positiv finde ich die "Mäckler-Fassade". Könnte wenn es denn so weiter ginge zu einem einheitlichen Ensemble führen.
    Auch gut ist es, dass nun eine größere Gebäudefront entsteht und Leerräume verschwinden. Das Dach ist auf jedenfall besser als die üblichen Büroblock-Flachdächer.
    Nicht so toll finde ich den hohen Fensteranteil der Fassade, das erzeugt meiner Meinung nach so einen billigen Glaskastenstil.
    Wie Miquel schon sagte ist es bedauerlich, dass an der Bockenheimer statt Wohnungen überwiegend Bürogebäude hochgezogen werden. Ein weiteres Hochhaus im Bankenviertel wäre vorzuziehen um den Bedarf an hochwertigen Büroflächen abzudecken. Aber, naja insgesamt ist das Gebäude denke ich OK.

  • Ich finde es ist immer noch ein eigenständiges Gebäude, das sich von der Umgebung positiv abhebt, aber eben leider nicht mehr dieser (ich würde sogar sagen spektakulär) andersartige Entwurf von vorher. Ein bischen schade. Die Hoffnung auf Bebauung des Parkplatzes hatte ich ja schon geäußert an dieser Stelle, daher bin ich zufrieden. Was den geforderten Wohnanteil betrifft: die Bockenheimer ist halt nicht grade die leiseste Straße des Westends. Daher wundert mich nicht, dass auch die Stadt hier den Büroanteil hochhalten will. Wenn dafür im Westend-Innenbereich weiter Büros in Wohnungen umgewandelt werden und häßliche 60er/70er-Klötze verschwinden, ist dies doch ein guter Weg, wie ich finde.

  • Da kann ich Miguel nur zustimmen.
    Leider ist die Bockenheimer Landstraße in weiten Strecken fast ein Unort geworden, an dem kein städtisches Leben stattfindet. Mit den aktuellen Projekten wird die Bebauung zwar zeitgemäß aufgehübscht, aber im Kern bleibt die Gegend so triste wie zuvor. Keine städtische Infrastruktur wie Einzelhandel oder Gastronomie, keine Anwohner: Stadtplanerisch scheint das Konzept eher den 70er Jahren entsprungen zu sein.
    Solche Objekte, Mäckler-Fassade hin oder her, sind einfach nicht mehr zeitgemäß, dass die Stadt nicht einmal eine Mindestanforderung wie die öffentliche Nutzung des Erdgeschosses vorschreibt, ist eine vertane Chance.

    Das Occidens rückt leider Mäcklers offene und erfrischenden städtebaulichen Kritiken in ein anderes Licht, denn einer modernen, lebenswerten Stadtentwicklung ist solches Bauen nicht zuträglich.

  • Ich kann mich nur Miguel anschließen, eine riesige Enttäuschung für jeden Architektur-Freund. Das war meines Erachtens das großartigste Projekt seit dem MyZeil, und nun bleibt nur noch eine einfache Investorenschachtel. :Nieder:

  • Auch ich kann Miguel (Beitrag #239) nur zustimmen. Prinzipiell gefällt mir auch der Ansatz, Bürobauten mit solcher BGF in der Innenstadt größtenteils nur noch in der Vertikalen zu genehmigen, um gleichzeitig in der Horizontalen für mehr Wohnen, Gastronomie und Einzelhandel sorgen zu können.


    Ich erhoffe mir eine Realisierung des doch sehr einzigartigen und prägnanten ersten Occidents-Entwurf an einer anderen Stelle - es wäre sonst schade um ihn!

  • Occidens

    Das ist übrig geblieben von den 3 Gebäuden, jetzt muss der Schutt noch abtransportiert werden, dann kann es losgehen. (auch #234 und #235) Im Hintergrund sieht man den Abbau der Gerüste am Bock39


    By thomasfra at 2010-05-02


    By thomasfra at 2010-05-02

  • Guiolettstraße 48 (Kubus 48)

    Es könnte sich eine weitere Sanierung im Westend ergeben: in der Guiollettstraße in Höhe Elsa-Brandström-Platz steht direkt neben dem Gebäude der Deutschen Fussball Liga ein relativ unansehnlicher Klotz. Ich weiß leider nicht wie aktuell die angaben der Homepage des Projektentwicklers ist, aber dort wird das Projekt beworben und mit einer Bauphase 2010-11 angegeben. Architekturbüro wäre demnach Jo Franzke Architekten, Ffm.


    Bild aus dem Infoblatt (Pdf)

  • Occidens

    Komplett leer geräumte Occidens-Baustelle. Laut Auskunft der Marketingleiterin von Groß & Partner ist noch nicht sicher, ob nun sofort mit dem Neubau begonnen werde. Man stehe in Verhandlungen mit einem großen Mieter, unterschrieben sei allerdings noch nichts.




    Alle Bilder von mir vom 14.05.2010 um 11:30 Uhr

  • Projekt "Tout de Suites", Zimmerweg

    Eine störende und seit Jahrzehnten schon bestehende Baulücke an der Westseite des Zimmerwegs (Luftbild) soll geschlossen werden. Nach einem Entwurf des Frankfurter Büros Landes und Partner ist ein Wohnhaus mit 3.250 m² BFG geplant. Bauherr ist die elischer GmbH & Co. KG (Website). Das Gebäude mit dem Projektnamen "Tout de Suites" erhält elf Eigentumswohnungen auf fünf Geschossen. Im Jahr 2012 soll das Gebäude fertig gestellt sein.


    Visualisierung:



    Bild: Landes und Partner


    Fotos vom 24. April 2010:




    Bilder: Schmittchen

  • Halt noch nicht sonderlich aussagekräftig. Aber dass zumindest ein Gebäudeteil endlich mal wieder ein der Umgebung entsprechendes Dach erhält (hoffentlich mit Schiefereindeckung), ist ja allein schon sehr positiv herauszustellen. :daumen: Muss nur noch der rechte Gebäudeteil ebenfalls ein solches Dach bekommen ;)
    Apropos Dach: was geschieht eigentlich mit dem eingerüsteten Gebäude im ersten von Schmittchens Fotos? Sieht irgendwie so aus als ob das Dach dort durch ein Staffelgeschoss ersetzt wird, oder ist das sogar ein völliger Neubau? Das wäre natürlich ein absolutes Unding.


    -----------
    Mod: Zum Projekt "Westend Rondell" dieser Strang ab Beitrag #28.