Hamburg Gossip - News & Info

  • @DonJon: ich mag ja alles historische. Danke :)


    Wenn sich jemand mal gefragt hat, was es mit diesen Geistern auf sich hat:



    (Bild (c) Häuser


    Hier die Erklärung:
    das Immobilien-Büro von Harald Geist hatte vor einigen Jahren die Idee, mal als Gag einen Geist auf eins deren Häuser zu malen. Das kam so gut an, dass es mit der Zeit mehr als 50 davon in der Stadt sind.


    http://www.bild.de/regional/ha…amburg-39814276.bild.html


    Wäre das dann auch mal endlich mal geklärt :-)


    (Bin etwas enttäuscht von der unspektakulären Erklärung)

  • Man hat sich gefragt und irgendwer behauptete, dass das einen bestimmten Eigentümer gibt - aber so querbeet durch die Stadt? Durch alle Stadtteile?


    Danke dem Bildleser - ich hätte das sonst wohl nie erfahren :)

  • Danke für den Link. Das ist doch ein ganz interessanter Artikel. Witzigerweise denke ich beim raufgucken direkt: zum Glück Gewerbe im Erdgeschoss, und der Architekt findet gerade das Schade. Rein von der Optik finde ich das übrigens ein absolut gelungenes Projekt.

  • Speicherstadt und das Kontorhausviertel (inkl Chilehaus) sollen UNESCO Weltkulturerbe werden


    Bericht NDR


    Entscheidung Anfang Juli


    Ein Hohn wenn man bedenkt, was die Stadt in den 80ern aus der Speicherstadt machen wollte und jetzt wegen des Minderwetigkeitskomplexes, weil HH das einzige Bundesland ohne UNESCO Weltkulturerbe ist, sich damit brüstet.

  • Danke Fassade für den Link! Persönlich bin ich für dEn Entwurf von ARGE Schnitter + Eckebrecht unter Beratung von A. Bunk. Er ist nicht nur am verständlichsten, er ist, soweit ich sehe, auch für die Rekonstruktion der Häuser auf der Kersten-Miles.Brücke. (was mich enorm freut!)


    Toll, dass alle Projekte sich der vernachlässigten Historie diesere bedeutenden Gegend annehmen. Freue mich sehr auf das Projekt!

  • Commerzbank Neß


    Laut Hamburger Abendblatt steht das Areal der Commerzbank zum Verkauf. Lage


    Nun kommt mal wieder das Absurde! Der Altbau links steht nicht unter Denkmalschutz. Der Nachkriegsbau allerdings schon. ABER eventuell kann man denn auch wieder umgehend und den hässlichen Klotz irgendwie doch abreißen


    Zitat:
    "Der Gebäudekomplex der Commerzbank am Neß besteht aus einem imposanten Altbau, der nicht unter Denkmalschutz steht, und einem in den 60er Jahren erbauten Hochhaus. Das steht allerdings unter Denkmalschutz. Das begründet die Kulturbehörde, zu der auch das Denkmalschutzamt gehört, so: "Das Hochhaus wurde im Zeitraum von 1961 bis 1964 von Godber Nissen gebaut, ein wichtiger Architekt der Nachkriegsmoderne", sagt Sprecherin Laura-Helen Rüge. Das Gebäude sei in seiner Fassadengestaltung beispielhaft für Hochhausbauten der 60-er Jahre, so die Behördensprecherin weiter. Allerdings könnte die Stadt, wenn eine Sanierung nachweislich wirtschaftlich unzumutbar ist, einem Abriss des Hochhauses zustimmen. Das würden auch Politik und Projektentwickler begrüßen."
    Zitat Ende


    Und auch hier stolpert man mal wieder über das Monster Ost-West-Straße. Es wird Zeit, dass diese Giftader von Hamburg untertunnelt wird und man Hafencity, Cremon Insel, Altstadt & Innenstadt wieder zusammen fügt.

  • Haha habe ich dann auch gelesen! Tut mir Leid.


    Ach ich habe schon lange einen Hals auf die selbsternannten Wächter der architektonischen Kultur in Hamburg.


    Mehrfach standen sie in der Kritik und versuchten sich irgendwie zu rechtfertigen.


    Bericht Abendblatt


    Es besteht keine Struktur beim Denkmalschutzamt.


    Was ich nicht verstehe: entweder es besteht Denkmalschutz oder nicht. Aber jetzt wie hier im Fall Neß schon eine Option des Abrisses für ein denkmalgeschütztes Haus zu geben, weil es dann doch als hässlich eingestuft wird, ist doch total gaga.


    Persönlich haben bei mir die Baubehörde, das Denkmalschutzamt als auch unser Oberbaudirektor in vielerlei Hinsicht versagt.


    Hamburg hat leider nach der Bombardierung die eigentliche richtige Altstadt auf der Cremon Insel komplett aufgegeben. Durch die Ost-West-Straße noch von der restlichen Stadt abgeschottet. Zwar rühmt man sich durch Projekte wie dem Nikolaifleet, Wiederbelebung um die Nikolaikirche, schreit juchu und trallala und dann kommen solche Meldungen, die nun in direkter Nachbarschaft der Nikolaikirche stehen.


    Ich verspüre eine Resignation bei der genannten (Fifa-ähnlichen) Truppe Oberbaudirektor, Denkmalschutz und Baubehörde. Architekten, Bürger, Bauherren und sogar die Politik muss nach deren Pfeife tanzen. Das kann's doch nicht sein.


    Da werden Projekte wie vom Architekten Jakob Siemonsen kopfschüttelnd wahrgenommen, weil "Scholz & Friends" eine moderne Stadtplanung wollen (Bericht Abendblatt) Die Bevölkerung sehnt sich aber nach einem Gründerzeitstil und Wiedergutmachung, was nach dem Krieg zerstört wurde (siehe Potsdam, Hildesheim, Frankfurt, Berlin, Dresden, Leipzig) Siehe auch Bericht Mopo


    Ich wünschte, dass diese Platzhirsche mal auf die Bevölkerung hören und nicht nur von ihrer Vision ausgehen. Von mir aus können die sich in der HafenCity austoben wie sie wollen. Aber bitte lasst die historischen Stadtteile in Ruhe und veranlasst, dass die neuen Gebäude sich an die Umgebung anpassen und tut alles für den Erhalt der historischen Gebäude. Hier mein absolutes Neubau Hassobjekt Eppendorfer marktplatz Wie kann man nur???


    Ich gehe so weit, dass Herr Jörn Walter mal ausgetauscht werden muss, damit in Hamburg mal wieder ein frischer Wind weht. Diese Dikta.. äh Struktur der Baubehörde ist nicht gesund für die Stadt. Seit 1999 ist er im Amt. Das ist zu lang.


    Übrigens hier ein ganz interessanter Bericht auf Youtube

  • Ich gehe so weit, dass Herr Jörn Walter mal ausgetauscht werden muss, damit in Hamburg mal wieder ein frischer Wind weht. Diese Dikta.. äh Struktur der Baubehörde ist nicht gesund für die Stadt.


    Joern Walter steht bei 95% der Entscheidungen auf der richtigen Seite. Das Problem ist eher (ironisch ueberspitzt), dass er kein Diktator ist. Er kann eben Investoren auch nicht diktieren was sie zu bauen haben. Er kann nur in begrenztem Rahmen vermitteln, beeinflussen, Jurys nominieren, etc.


    Walter war beispielsweise tendenziell fuer den Erhalt des Elisa-Ensembles und er kaempft gluehend fuer den Abriss der City-Hochhaeuser.

  • Für das Thema Stadtreparatur und Rekonstruktion historischer Gebäude spielt eine Rolle, ob es die alten Pläne noch gibt, an denen man sich beim Wiederaufbau orientieren kann. Es wäre eine Verfälschung, wenn eine Rekonstruktion nach dem Prinzip "Pi mal Daumen" erfolgt.


    Meiner Meinung nach hätte es in Hamburg nach dem Krieg eine Rekonstruktion eines Altstadtareals geben sollen.


    Dann steht auch noch die Frage im Raum, ob die alten Gebäude den neuzeitlichen Bedürfnissen gerecht werden. Die Energiebilanz eines Altbaus kann beispielsweise zu hohen Heizkosten führen.


    Letztendlich hat es vor allem in Großstädten schon immer einen Wandel gegeben. Es mischt sich das Alte mit dem Neuen. Dabei sollte es aber ein Augenmerk darauf geben, dass es nicht zu starken Stilbrüchen kommt. Es tut einem Quartier gut, wenn die Neubauten auf ihr Umfeld Rücksicht nehmen.


    Ich habe auch den Eindruck, dass Herr Walter nicht das Problem ist. Wenn ein Investor sein Geld in "Betongold" anlegen will, kann man nicht davon ausgehen, dass guter Geschmack für ihn eine zentrale Rolle spielt.

  • ich war heute auch mal am Ness und hab mir den neueren Bau angesehen
    und grins, ich war auch zum Abendblatt und habe mir den Artikel von gestern noch mal geben lassen.


    Über das neuere Gebäude wird spekuliert bzw nicht einseitig diskutiert - eher las ich heraus: Abriss. ABER, der Architekt ist wohl nicht unbekannt - also Denkmal für ihn evtl.
    Aktuell ist es von der anderen Seite völlig eingerüstet - sieht nach neuen Fenstern (Fassadenscheiben) aus.


    Der alte Bau wird nicht erwähnt, dass er abgerissen werden soll, nur weil er nicht unter Denkmalschutz steht.
    Unterwegens auch schnackend wie denn nun was - der Altbau sei sehr verwinkelt und kleinteilig in den Räumen


    Ein Wohnturm käme wegen der Ost-West-Achse auch eher nicht in Betracht schreibt das A-blatt (60erBau).


    tja und sonst? Halb Hamburg ist aufgerissen

  • Hier ein Bericht vom Spiegel


    Das wird der Wiederaufbau des Stadtschlosses mit Merkels Politik verglichen (der Vergleich hinkt an so manchen Stellen)


    "Es gab tausend Ideen für diesen Ort (Anm: die vom Stadtschloß), es gab Künstler, die hier etwas Neues entstehen lassen wollten, es war die Chance für Mut und Spaß und Intelligenz und Freiheit, es hätte der Anfang sein können für etwas, von dem aus die Stadt sich hätte anders definieren können - es wäre eine andere Stadt geworden, wenn an diesem Ort eine andere Architektur zugelassen worden wäre, wenn man die Moderne ausgehalten hätte, wenn Offenheit nicht manche Menschen überfordern würde: Was aber dann passierte, war ein Akt der Demütigung, der Auslöschung, des Exorzismus. Seither schlägt hier das kalte Herz des Historismus."


    Dieser Gedanke ist fatal! Viele Städte wurden im 2. Weltkrieg zerstört. Der nachfolgenden Generation wurde die Zeit 39-45 (wie bei mir) von der 8. bis zur 12. Klasse (!!) durchgekaut. In Geschichte und Deutsch. Wir konnten das Thema nicht mehr hören!! (selbst heute, wenn mal wieder Hollywood irgendein Film über den II Weltkrieg (böser Deutscher guter Ami) raus bringt rolle ich mit meinen Augen). Die ganze Historie vor 39 ist uns nur mangelhaft bekannt. Man sieht die auch nirgendwo mehr Dank der Zerstörung und des mangelhaften Wiederaufbaus.

    Daher entsteht der Drang in der Bevölkerung nach einem Wiederbeleben jener Zeit. Deutschland hat eine lange Geschichte und nicht erst seit 1945. Durch einen Wiederaufbau gerät diese Zeit davor nicht in Vergessenheit und zeigt unsere ganze Geschichte.


    Diese Dauerargumentation der Gegner "Disneyland" und wie hier "das kalte Herz der Historismus" ist mehr als ignorant. Denn die Historie zu begreifen und für die nachfolgende Generation zu erhalten - auch jenseits der 39-45 - ist unsere Pflicht. Denn Abreißen, modern Draufbauen und dabei vor der Vergangenheit den Kopf in den Sand zu stecken ist das kalte Herz der Visionäre vor der Geschichte. Wie viele Gebäude haben wir Dank solcher Menschen allein in Hamburg verloren und trauern wir heute nach? Nicht realisierter Wiederaufbau der St Nikolaikirche, stattdessen Sprengung. Abriß des Gängeviertels für das Unileverhaus. Abriß Dovenhof für das Spiegel Gebäude, Abriß der Häuser für das Allianzgebäude an der Nikolaikirche, Bau der Ost-West-Straße, Abriß des Portals an den Elbbrücken...musste alles modern werden und das alte war verpönt. Und wir machen heutzutage immer fleißig weiter.


    Ich wiederhole mich gerne: nicht umsonst herrscht in vielen Städten eine Sehnsucht nach einem Wiederaufbau nach der alten Stadt. Köln ist das beste Beispiel für einen verfehlten Wiederaufbau. Und es kann nicht sein, dass paar Meckerbütel wie dieser Herr beim Spiegel aufgrund mangelndes geschichtliches Gespür der nachfolgenden Generation die Rekonstruktion verwehren. Denn ich betrachte Rekonstruktion als Wiedergutmachung der Fehlentscheidungen seit den 50er Jahren

  • Zum Wiederaufbau in den Nachkriegsjahren muss man aber auch ganz klar feststellen, dass es eine Zeit des Mangels war. Woher hätte das Geld für viele originalgetreue Gebäuderekonstruktionen kommen sollen?


    Andererseits ging es auch um eine optische Abgrenzung von der Vergangenheit. Dem Pomp und Nationalismus wurde etwas Neues entgegengesetz, das schließlich in den Internationalen Stil mündete. Es war ein Prozess der Häutung.

  • ich habe gerade mal alles was ich in Hamburg an Schnirkel, Schnörkel und schönen historischen Fassaden vorfand auf mein flickr -account hochgeladen
    Bedenke ich auch den heutigen Autoverkehr und sonstige Ausdünstungen in der Luft - man hat ja auch gut zu tun, das immer schön zu pflegen.
    Schade ist es dennoch, wenn noch erhaltenes einfach so runter geht, durch nicht Beachtung, odre gar Abrissbestrebungen


    * ich suche noch ein Buch über dieser Art Handwerk, oder welcher Stil wann bevorzugt wurde - hat da jemand eine Empfehlung? Und wie heisst das Handwerk? Sind es auch für aussen die Gipser?

  • Zum Wiederaufbau in den Nachkriegsjahren muss man aber auch ganz klar feststellen, dass es eine Zeit des Mangels war. Woher hätte das Geld für viele originalgetreue Gebäuderekonstruktionen kommen sollen?


    Andererseits ging es auch um eine optische Abgrenzung von der Vergangenheit. Dem Pomp und Nationalismus wurde etwas Neues entgegengesetz, das schließlich in den Internationalen Stil mündete. Es war ein Prozess der Häutung.


    Anderswo ging es auch und dort war der Mangel noch viel größer, zum Beispiel Danzig.
    Ich habe einige Bücher mit Luftbildern aus der Vor- und Nachkriegszeit. So hat die Bohnenstraße den Krieg ohne größere Schäden überstanden, nicht aber den Neubau der Allianz.
    Es gibt noch einige andere Beispiele (Esplanade, Winckelstraße) wo erhaltenswerte Gebäude erst Jahrzehnte nach dem Krieg abgerissen und modern überbauten wurden. Und wie das Bundesbankhaus stehen einige dieser Gebäude heute unter Denkmalsschutz.
    Rekonstruktionen stehe ich eher skeptisch gegenüber. Einzelne Gebäude in einem Straßenzug okay, aber der komplette Straßenzug eher nicht.

  • Zweifelsohne ist der Abriss von Altbauten, die den Krieg überstanden haben, ein Fehler gewesen. Dem stimme ich voll und ganz zu.


    Wie hat Danzig die Rekonstruktion seiner Altstadt nach dem Krieg finanziert?