Projekt F40 und Sono West (Neuentwicklung ZAV-Areal)

  • Hohe Bedauungsdichte

    Das Rechtsamt hat wegen der hohen Bebauuungsdichte ... (Mod: Zitat gekürzt. Für den gesamten Text das blaue Quadrat anklicken.)


    Die Bebauunsdichte ist in der Tat sehr hoch. Zulässig ist bei einer Geschossflächenzahl von 1,2 und einem Grundstück von 8.100 qm eine Bebauung mit ca 10.000 qm. Tatsächlich sind knapp 25.000 qm geplant. Davon für Wohnungen ca 20.000. Damit erreicht die Planung, soweit bekannt, eine Geschossflächenzahl von 2,4 für das Wohngebiet (so zumindest die Berechnungen aus der Begründung 2009). Also eine Verdoppelung der an sich vorgeschriebenen GFZ.
    Die Befreiungsgründe nach der Baunutzungsverordnung erfordern eigentlich, dass "besondere städtebauliche Gründe" vorliegen. Die Begründung des B-Plans ergeht sich aber nur in Plattitüden, welche jedes innerstädtische Baugebiet für sich in Anspruch nehmen könnte:


    "die im Stadtgebiet vorhandenen, unversiegelten Flächenreserven zu schonen" und, fast noch allgemeiner "um den Umwandlungsdruck auf die dort vorhandenen Flächenreserven zu verringern".


    Mit dieser Begründung könnte jeder Bauherr eine Ausnutzung um das Doppelte fordern.
    Tatsächlich ist für eine Befreiung von der zulässigen Flächenausnutzung aber eine städtebauliche Ausnahmesituation nötig, die hier aber nicht behauptet wird - und wohl auch nicht vorliegt.


    Die Bedenken des Rechtsamtes sind also völlig zutreffend. Damit ist der Bebauunsplan eigentlich nichtig - sollte sich ein Kläger finden ist es Essig mit der Bebauung.

  • plausible Nachverdichtung

    Plattitüden, welche jedes innerstädtische Baugebiet für sich in Anspruch nehmen könnte:


    "die im Stadtgebiet vorhandenen, unversiegelten Flächenreserven zu schonen" und, fast noch allgemeiner "um den Umwandlungsdruck auf die dort vorhandenen Flächenreserven zu verringern".


    Das sind keine Plattitüden, sondern sehr trifftige Gründe für die innenstädtische Nachverdichtung. Man kann nicht die seit Jahren in der Öffentlichkeit und in der Fachwelt über diese Themen geführten Diskussionen und Argumente ignorieren. In den Kerngebieten (was die Innenstadt der Metropole dieses Kalibers wie Frankfurt ist) ist eine GFZ von nicht nur 2,4, sondern sogar 3,0 und in begründeten Fällen darüber zulässig. Es ist wahr, dass die Argumente auf mehrere Städte und Projekte zutreffen, aber das alleine entkräftet sie nicht.


    Früher stand auf dem Grundstück ein Hochhaus, weitere befinden sich in der Nachbarschaft. Anhand der Fotos im Strang schätze ich die frühere GFZ auf weit über 1,2, wahrscheinlich über 2,4. Wenn zwischenzeitlich die GFZ=1,2 im Gespräch war, halte ich das für einen Planungsfehler, der inzwischen korrigiert wurde. Das bedeutet natürlich nicht, dass jeder Investor in jeder Situation mit der Verdoppelung der genehmigten GFZ rechnen könnte. Hier wurde sie nicht erhöht, sondern vielmehr die früher einmal für das Gelände genehmigte GFZ wiederhergestellt.


    Die Verteidigung der Dichte des Projekts erstreckt sich nicht auf die im Strang mehrfach kritisierte Gestaltung. Wenn dem Investor wirklich Streit mit Anwohnern droht, wäre er gut beraten, für eine viel ansprechendere Gestaltung zu sorgen. Auf diese Weise könnte er die Verärgerung der Nachbarn minimieren.

    Einmal editiert, zuletzt von archiT () aus folgendem Grund: Gedanken ausführlicher dargestellt

  • Aktuelle Aufnahme von heute. Vornehmlich wurde an einer der Baugruben gearbeitet und fleissig Erde per Kippladern weggeschafft:



    Bild: skyliner

  • Die Baustelle ruht - Still und Leise ist es nun

    Seit Montag, den 2. Mai ruht die Baustelle.
    Der Lärm war dann doch zu viel.
    Jetzt finden Gespräche mit der Stadt statt, wie der Bauherr die maßgeblichen Lärm-Richtwerte für Baulärm von 55 dB (A) einhalten wird.
    Die Zeitungen berichteten, allen voran die FNP.

  • Das Problem ist doch, das 55dB Allgemein ein Grenzwert für Lärm in Wohngebieten ist, nicht nur für Baulärm. Wenn wirklich auf die 55dB gepocht wird kann man doch gar nicht mehr bauen. Hier mal schweißen, dort mal ein Brett durchsägen oder einen Brunnen Bohren, das ginge dann nicht mehr. 55dB sind Gesprächslautstärke.
    Da hätte man sich sicher besser mit den Nachbarn auf Pausen wegen dem Abitur oder ähnliches einigen sollen.

  • Die Baustelle ruht nicht mehr!

    2 Bilder von heute, die wieder Aktivitäten nachweisen (natürlich leiser als bisher;)):




    Bilder: skyliner

  • Hier wurden wohl für das Bauprojekt nicht nur die 70iger-Platten weggerissen, sondern auch der sehr ansehnliche westendtypische Altbau "Feuerbachstraße 40" (auf dem Beitrag #53 ist das Gebäude von der Rückseite zu sehen, im Beitrag #2 im unteren Foto rechts). Ich verstehe die Welt nicht mehr. Warum muss für jeden neuen Bauklotz immer noch angrenzender historischer Bestand abgebrochen werden?

  • Wikos :
    Da könntest Du verdammt nochmal recht haben... :nono:
    Nach eingehendem Betrachten der Bilder drängt sich der Verdacht auf. Als ich das letzte mal dort vorbei kam (allerdings lange vor Baubeginn) war das angrenzende Haus dort noch nichtmal innerhalb des Bauzaunes und sah auch in meinen Augen noch bewohnt aus, daher hatte ich mir gar keine Gedanken gemacht, dass es zur Debatte stehen könnte.


    Das wäre wiedermal eine bittere Pille.

  • Es ist abgerissen, habe mir gerade noch mal die Vogelperspektive auf Bing Maps genauer angesehen: kein Zweifel. Sehr sehr schade!



    Bild: Gizmo23

  • Rund um die Bockenheimer Landstrasse tut sich natürlich auch noch viel. Ein kleines update der derzeit beiden größten Projekte.


    Beim "Vero" geht's ordentlich in die Tiefe:




    Bilder von mir


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    Mod: Beitrag geteilt und verschoben. Zur Fortsetzung hier entlang bitte.

  • Die Baugrube:





    Der schicke Verkaufscontainer an der Feuerbachstraße:



    Die direkt gegenüber liegende Bettinaschule protestiert großflächig an jedem Fenster gegen den Baulärm. Es gibt sogar eine eigene Website: wwww.westend21.de




    Bilder: Gizmo23

  • Schallschutz

    Die Bauherrin F40 GmbH wird einen Schallschutz zur Bettinaschule errichten, obwohl sie die geltenden Grenzwerte einhalte und zum Schutz "technisch und rechtlich" nicht verpflichtet sei, wie sie in =8464747"]dieser Pressemitteilung noch zart protestiert. Der Schallschutz ist Ergebnis des Vergleiches zwischen ihr und den Anliegern unter Vermittlung der Stadt.

  • Natürlich hat der Bauherr nie etwas falsch gemacht und ist zu nichts verpflichtet! Schließlich ist dies ja Frankfurt. Da darf jeder so laut bauen, wie er will.
    HALT. STOP. Jetzt ist Präteritum angesagt: Jeder durfte so laut bauen, wie er wollte.


    Die Bauaufsicht der Stadt Frankfurt musste erst durch das Verwaltungsgericht überredet werden, dass Recht und Gesetz auch in Frankfurt gelten und Baulärm nun einmal zu unterbinden ist, wenn dieser die Richtwerte aus der AVV Baulärm überschreitet. Infos und Links zu den Gerichtsentscheidungen unter http://westend21.de.
    Diese Richtwerte entsprechen denen der TA Lärm für sämtliche Gewerbebetriebe in Deutschland, sind also nicht wirklich neu und hindern keinen am bauen.


    Was nun das Schallschutzgerüst betrifft, beruht dies nicht auf einem Vergleich mit den Nachbarn. Vielmehr sah die Bauaufsicht sich genötigt, nach andauerndem Protest der Schule, endlich ihre Aufgabe - Gefahrenabwehr - wahrzunehmen. Dies führt dann zur "freiwilligen" Aufstellung des Gerüstes. Den ganzen Ärger hätten sich Bauherr und Bauaufsicht sparen können, wenn schon im Vorfeld mal an die Nachbarn gedacht worden wäre. Der von der Bauaufsicht vorhergesehene "enorme Baulärm" - vor der Schule mit ca. 80 Dezibel gemessen - erfordert nun mal Schallschutzutzmaßnahmen.

  • Ohje... Wie soll Bauen (und vor allem Abriss) ohne Lärm möglich sein? Es mag sein, dass es gesetzliche Regelungen gibt. Aber sie wurden aus gutem Grund nicht streng verfolgt, da sie nicht praktikabel sind und die Kosten enorm in die Höhe treiben. Die enorme Aufwertung der Umgebung nehmen die Anwohner und Besitzer gerne mit. Nur mit dem damit verbundenen Aufwand möchte man nichts zu tun haben? Das ist absurd. :nono: Nicht dass ich die Neubauten architektonisch übermäßig ansprechend finde, aber sie stellen doch eine enorme Aufwertung dar.


    Ich habe selber neben einer ähnlichen Baustelle gewohnt und wäre im Traum nicht auf die Idee gekommen mich über den Baulärm zu beschweren. So ist es nun mal in einer sich ständig wandelnden Stadt. Ich genieße anschließend ja auch die angenehmere Umgebung.


    Es scheint immer mehr in Mode zu kommen sich nur die Rosinen rauszupicken. Um sich anschließend natürlich über den Sittenverfall in der Wirtschaft und Politik zu beschweren. :Nieder: