Verkehrsinfrastruktur

  • viel zu spät...

    finde auch dass ist in der ganzen diskussion um öpnv, diesel, kölnbashing....viel zu lang. viellicht müsste man da auch bürgerinitiativ mehr druck aufbauen......

  • Der Modal Split, also der Anteil der Verkehrsmittel an den Wegen in der Stadt hat sich seit der letzten Erhebung 2006 erheblich verändert.
    Mit dem Rad werden statt 12% nun 19% der Wege zurückgelegt, zu Fuß 25% (+1), mit dem MIV (LKW, PKW und motorisierte Zweiräder) 35% (-7%) und mit den öffentlichen Verkehrsmitteln gleichbleibende 21%. (Quelle)


    Im Strategiepapier Kölnmobil 2025 hat die Stadt festgelegt, den Anteil des MIVs von damals geschätzten 40% auf 33% senken zu wollen. Obwohl es in Köln so viele zugelassene Pkws wie noch nie gibt (474 Pkws/1000 Einwohner), werden innerhalb der Stadt immer weniger Wege damit zurückgelegt. Seit 2010 ist der Bestand an Pkws um 11% gestiegen. (Quelle)
    Beachten muss man jedoch, dass die Zahlen nur die Verkehrswege der Kölner Bürger beinhalten, nicht die der Pendler.


    Da der ÖPNV nicht schnell wachsen kann, setzt die Stadt nun auf die Förderung des Radverkehrs. Im Radverkehrskonzept Innenstadt von 2016 wurde festgelegt, auf welchen Straßen Fahrräder durch die Einrichtung von Fahrradstraßen zukünftig Vorrang haben werden, wo sie im Mischverkehr und wo sie auf eigener gut ausgebauter Infrastruktur fahren werden. Letzteres soll es an großen Straßen, wie den Ringen geben.
    Auf dem Theodor-Heuss Ring wurden im Juni auf 500 Meter die Verkehrsflächen neu verteilt. Auf der nördlichen Seite fahren Radfahrer nun auf einem 2,50m breiten Radfahrstreifen, der durch großzügigen Markierungen von der 3m breiten Autofahrbahn abgegrenzt ist. So soll es Ende 2019 auf den meisten Ringabschnitten aussehen. Derzeit laufen die Bauarbeiten für die Umgestaltung zwischen Zülpicher Platz und Lindenstraße sowie zwischen Salierring und Ubierring. Am Ende des Jahres ist somit die Hälfte des Ringes fahrradfreundlich umgestaltet, für den verkehrsreichsten Abschnitt zwischen Rudolfplatz und Hansaring führt die Verwaltung noch Verkehrszählungen durch und erarbeitet daraufhin eine Lösung.


    Wie der Abschnitt am Theodor Heuss Ring aussieht, sieht man in diesem Artikel: https://www.koeln.de/koeln/die…ing-in-koeln_1093852.html

  • Hallo zusammen,
    Heute morgen habe ich diesen interessanten Artikel gelesen: vor 50 Jahren wurde der erste Tunnelsbschnitt der KVB eröffnet.
    (https://www.ksta.de/koeln/sens…nsturm-ohne-ende-31398616)


    Ich interessiere mich sehr für Verkehrsinfrastruktur. Als relativ neu zugezogener Kölner bin ich sehr verwundert über die schlechte ÖPNV-Infrastruktur in Köln. So ist Köln die einzige Millionenstadt in Deutschland die nicht über ein eigenes U-Bahn-Netz verfügt. Ich habe den Eindruck, dass mittelgroße Städte wie Hannover bessere liniennetze haben. Und die S-Bahn ist nur bedingt nutzbar, weil die Streckenführung nur unter Umständen Sinn ergibt. Wenn ich in München oder Hamburg die U-Bahn sehe bin ich überrascht, dass man in Köln wiederum überrascht ist, dass die zentrale ost-West-Verbinung mit ihren kurzen und kleinen Straßenbahnen völlig am Limit ist.


    Ich halte ein solides ÖPNV-Netz für absolut notwendig um die „Verkehrswende“ einzuläuten und würde mir auch wünschen, dass bei der Diskussion um die Ost-West-Verbinung mehr in den Blick genommen würde, wie man bei einer U-Bahn den oberirdisch gewonnenen Platz für Fahrradstrecken nutzen könnte.


    Das ist aber ein anderes Thema... ich würde von euch gerne erfahren: gibt es einen Grund dafür, dass die Stadtbahn hier so verhunzt ist, es bspw keine eigene U-Bahn gibt? Wie ist hierzu die Historie, politisch? Würde mich freuen wenn jemand mehr weiß :)

  • ^Grundsätzlich ist es in Köln immer mit enormen Kosten verbunden, wenn man auch nur eine Schippe tief den Boden aufgräbt. Das macht die Idee des U-Bahn-Baus wesentlich unattraktiver als in anderen Städten.
    Dazu kommt natürlich noch die starke Autolobby und die feste Überzeugung der Kölner, dass sich Probleme von selber lösen, wenn man nur fest genug daran glaubt - vgl. hierzu auch "Kölsches Grundgesetz".


    Die beiden letzten Punkte lösen sich seit ein paar Jahren ganz langsam auf, dafür ist halt das Einsturztrauma hinzugekommen...


    Aktuell überrascht die Stadt Alteingesessene mit realisierten Fahrradprojekten, an deren Umsetzung diese nie geglaubt hätten. Mal sehen, wie sich die laufenden Bauprojekte entwickeln, vielleicht gibt das der Stadt den notwendigen Mut für größere Aufgaben.

  • Nachdem das Radverkehrskonzept Innenstadt 2016 beschlossen wurde, sieht man 2018 die ersten umgesetzten Projekte:


    - Ringe: Dieses Jahr wurden die Verkehrsräume im Bereich Theodor Heuss Ring, Hohenstaufenring und Sachsenring (derzeit im Bau) neu aufgeteilt. Der Kfz-Verkehr bekam in diesen Flächen eine 3m breite Fahrbahn und der Radverkehr 2,5 Meter.
    - Fahrradstraßen: Die Zülpicher Straße wurde im Abschnitt des Grüngürtels zur Fahrradstraße. 2016 wurde die Straße dort für den Durchgangsverkehr gesperrt, dies wertete den Campus der Universität auf und schaffte bessere Bedingungen für die wichtige Radverkehrsachse.
    Die Fahrradstraße Friesenwall wird momentan als erster Teil der Wälle eingerichtet. Dort wird die Fahrbahn durch den Wegfall von Stellplätzen auf 4 Metern verbreitert, sodass ein komfortables Fahren in beide Richtungen möglich ist.
    - Ost-West Achse: Am Heumarkt wurden ebenfalls Flächen umverteilt. An der komplexen Kreuzung zwischen Bäche, Pipinstraße und Rhein wurde der Radverkehr vom Gehweg auf die Fahrbahn verlegt und wird nun geradliniger geführt.
    Auf der Cäcilienstraße zwischen Nord-Süd Fahrt und Neumarkt bekam der Radverkehr eine bis zu 3 Meter breite Fahrspur, nachdem der Außenraum des Motel Ones fertiggestellt wurde. Auch am Neumarkt entstand in den letzten Wochen eine zusätzliche Verkehrsführung von der Richmodstraße kommend in Richtung Im Laach.
    - Zudem wurde die Gladbacher Straße, eine wichtige Verbindung vom fahrradreichen Ehrenfeld zur Innenstadt in Gegenrichtung geöffnet. Hier wurde ein 2 Meter breiter Radfahrstreifen in Gegenrichtung und ein 1,5m Schutzstreifen in Richtung Innenstadt markiert.


    Planungen für 2019/2020:
    Bis Ende 2020 will die Stadt ein Drittel der Vorhaben aus dem RVKI umgesetzt haben. Dazu werden in den nächsten Jahren weitere Maßnahmen folgen:
    - Umwandlung Kfz-Spur in Radfahrstreifen: Magnusstraße, Christophstraße, Gummersbacher Straße, Riehler/Turiner Straße, weitere Teile der Ringe
    - Fahrradstraßen: Nord Süd Achse zwischen Salierring und Neumarkt sowie Wälle (wird in einem Projekt des Bundes gefördert)


    Übersichtskarte zum Stand des RVKI: https://ratsinformation.stadt-…=%22radverkehrskonzept%22

  • Die Altstadt soll größtenteils zur Fußgängerzone werden. Nachdem die Varianten 1-3 des Verkehrsführungskonzepts Altstadt der SPD nicht genug waren und sie eine radikalere Lösung wollte, hat die Verwaltung diese nun erarbeitet und empfiehlt sie dem Verkehrsausschuss. Die oberirdischen Stellplätze (ca. 180) entfallen komplett zugunsten neuer Fußgängerzonen oder breiteren Gehwegen. Zudem soll die Straße "Am Hof" vis-a-vis des Doms autofrei werden. Eine Durchfahrt von Nord nach Süd durch die Altstadt mit dem Auto wird dann auch nicht mehr möglich sein (eventuell nur temporär im Weihnachtswochenendverkehr). Eine Übersicht findet ihr hier: https://ratsinformation.stadt-…le.asp?id=687249&type=do&

  • Fußgängerzone

    Ich finde den Ansatz zur Vergrößerung der Fußgängerzone sehr schön. Vor allem, dass die Straße Am Hof und Unter Goldschmied auch mit eingebunden sind. Dies führt dazu, dass die südliche Domseite dann komplett Autofrei ist :daumen:.

  • Anscheinend setzt bei der Stadt und in den wichtigsten Ratsfraktionen ein Umdenken ein, jetzt müssen nur noch die Lobby-Verbände und ihre politischen Vertreter einsehen, dass Autos, immer und überall, total an den Bedürfnissen einer Menschengerechten Stadt vorbeigehen.

  • Das in #228 erwähnte Verkehrskonzept Altstadt wurde mehrheitlich gegen die Stimmen der FDP-Fraktion beschlossen. Als Zeitspanne der Umsetzung wurden 10 ganze Jahre angegeben. Klar, der ganze Straßenraum muss ja komplett umgebaut werden. In diesem Jahr könnten aber schon folgende Abschnitte zu Fußgängerzonen werden: Bechergasse, Unter Käster, Alter Markt (südlich), Hühnergasse, Heumarkt (östlich) und Bolzengasse(östlich). Nachdem die Archäologische Zone fertig ist (2022) sollen die Straßenräume dort umgebaut werden. Aufgrund der Baumaßnahmen Historische Mitte (-2026?) und Laurenz-Carré (2020-2022/23?) können nicht alle Straßenzüge direkt umgebaut werden.


    Unabhängig von diesem Verkehrskonzept hat die Umgestaltung der Gürzenichstraße eine zweite Förderung vom Bund erhalten, nachdem die alte ausgelaufen war. Die Stadt hat heute bekannt gegeben, dass die Straße zwischen Heumarkt und Schildergasse von Mitte 2020 bis Ende 2023 umgebaut werden soll. So lange ist die Gürzenichstraße gar nicht, da hat mich die Angabe von drei Jahren Bauzeit schon etwas verwundert. Dringend notwendig hat es auch der Tunnel Johannisstraße, der auch eine Förderung bekommen hat, von dem aber bei der Pressemitteilung heute keine Rede war.

  • Neues zum Radverkehr:
    Die Verwaltung möchte Anfang nächsten Jahres auf den Ringen zwischen Hansaring und Barbarossaplatz einen Radfahrstreifen einrichten, wie er bereits zwischen Rudolf- und Zülpicher Platz umgesetzt wurde. Der stetig abnehmende Innenstadtverkehr macht dies möglich. Innerhalb von 5 Jahren ging der Autoverkehr am Hohenzollernring bspw. um 27,5% zurück. Die Radfahrstreifen sollen eine Breite von 2,5m aufweisen. Wo genug Platz vorhanden ist, sollen Abstandsflächen zu den links fahrenden und rechts parkenden Autos markiert werden. Am Rudolfplatz oder am Kümpchenshof werden weiterhin zwei Fahrstreifen für den MIV benötigt, dort wird der Radverkehr dann weiterhin auf einer Nebenanlage geführt.
    Dieses Jahr sollen zuerst Fahrrad-Piktogramme markiert werden, die verdeutlichen sollen, dass Radfahrende auf dem Ring auch auf der Fahrbahn fahren dürfen. Anschließend sollen nächstes Jahr die Linien auf der rechten Fahrbahn folgen, die daraus dann ein Radfahrstreifen machen. Der bauliche Radweg auf dem Bürgersteig soll schrittweise zurückgebaut werden. Die Parkplätze am Ring werden tagsüber zu Ladezonen, nachts zu Anwohnerstellplätzen.


    Der Ebertplatz und nördliche Hansaring werden in der Verwaltungsvorlage nicht behandelt, da parallel ein Wettbewerb für eine komplette Neugestaltung dieses Bereichs durchgeführt wird.
    Die ersten Entwürfe sowie die Verkehrsuntersuchung kann man sich im Ratsinformationssystem ansehen: https://ratsinformation.stadt-koeln.de/vo0042.asp

  • Hier war mal von der Befürchtung die Rede, die S-Bahn-Erweiterung des Hauptbahnhofes könnte zu neuen Angsträumen führen. Ich erinnere mich da an eine Visualisierung, die zum Breslauer Platz eine offene Bebauung der Stützen für den neuen Bahnsteig zeigte. Dies sah sehr nach dunklen, übel riechenden Ecken aus. In einem vor kurzen veröffentlichen Artikel ist die Rückseite anders visualisiert und verglast, wie bisher auch. https://blog.sbahnkoeln.de/wp-content/uploads/Planung_2.jpg


    Die Einbindung der Bilddatei wurde in einen Link geändert (Hotlinking, Übergröße). Bitte künftig auf die Richtlinien für das Einbinden von Bildern achten! rec



    Quelle: DB Netz AG


    Im Artikel geht es um die Herausforderungen beim Bau des neuen Bahnsteiges: https://blog.sbahnkoeln.de/von-klippen-und-engen-kurven/

  • Planung Erweiterung Hbf nochm. im Detail

    https://www.ksta.de/koeln/inne…mit-zwei-gleisen-32761578



    Eine vernünftige Visualisierung zeigt die Verbreiterung um die zwei zusätzlichen S-Bahngleise mit Mittelbahnsteig an.
    Die derzeit noch freistehen Überdachung des U-Bahn Einganges Breslauer Platz schließt scheinbar direkt an die Brückenkonstruktion der Erweiterung an. Die Front wird, wie bereits berichtet, geschlossen also d.h. es entstehen auch zusätzliche Läden od. vermarktbare Flächen Verkaufsflächen im durch ECE betrieben Bahnhofscenter.


    Probleme: - Es gibt in der Bauphase Berührungspunkte mit dem Musicaldome.
    - Nur durch Verkürzung des vorhandenen S-Bahnsteiges 10/11 kann man auf die im Zuge des U-Bahn Baues bereits vorgesehen Stützpunkte auflagern.


    Die Einschwenkung nach Nord-Westen beginnt scheinbar direkt hinter dem Brückenkopf.
    Baustart könnte frühestens 2024 sein. Der Bau einer Fahrradrampe auf Brückennordseite zum Breslauer Platz wird zeitlich scheinbar vorgezogen.