Bauprojekte zwischen Ostpark und Grusonstraße / Ostbahnhof

  • Ich würde erstmal den Vergleich zu anderen, ähnlich gearteten Plätzen in der Stadt suchen:


    Positives Beispiel - Südbahnhof
    Der Platz hat eine klare Struktur, mit seinen Sternförmigen Strassen und der ansprechenden Bebauung wirkt er geschlossen. Die Platzmitte hat sowohl Grün als auch die Möglichkeit, kleine Märkte abzuhalten. Durch die Strassenbahn und Busse gibt es eine Oberirdische Umsteigesituation, die für die Belebung des Platzes sorgen. Ausserdem ist der Bahnhof noch die Verbindung zwischen südlichen und nördlichen Sachsenhausen. Dazu kommt ein dem Platz angemessense Bahnhofsgebäude. Das ganze Ensemble wirkt stimmig.
    Es fehlen hier aber Einkausmöglichkeiten, also ein Supermarkt oder ähnliches, die gibts erst Richtung Strassenbahndepot. Die Funktion Einkaufen ist für diesen Platz nicht relevant.
    Trotzdem ist der Platz belebt und dient als direkte Erschliessung des umliegenden Sachsenhausen.


    Negative Beispiel - Westbahnhof
    Auch hier gibt es Umsteigemöglichkeiten zwischen Bussen. S-Bahn und Regionalbahnen. Der Bahnhof ist zudem auch die Verbindung zwischen Bockenheim und dem westlichen Gebiet um die Ohmstraße. Aber der Vorplatz hat nur Hinterhofcharakter, das Bahnhosgebäude hat keinerlei Charme und bis auf ein Kisok gibt es nix, was zum verweilen einlädt.


    Fazit für den Ostbahnhof aus diesen beiden Beispielen:
    Der Platz muss städtebaulich sinnvoll eingerahmt werden und Aufenthaltsqualität bieten. Er muss ein Verbindungsfunktions zwischen Ostend und Hanuaer Landstraße sein und dazu auch Funktionen bereitstellen. Sowohl im Bereich Restaurant/Cafe als auch Einkaufen als zusätzliche Funktion. Wenn dann ab und an ein Markt stattfindet, könnte sich der Platz vorm Ostbahnhof zu einem Quartierplatz entwickeln.
    Hilfreich wäre dann eben auch eine Konzentration der Umsteigemöglichkeiten zwischen den Verkehrsträgern.

  • Gruson-/Ecke Hanauer Landstraße

    Hallo Forum!


    An der Ecke Grusonstraße/Hanauer Landstraße sind gerade Abrissarbeiten im Gange.
    Das Gebäude auf dem Gelände wird abgerissen, der Hochbunker (?) hat auf dem Dach einen Absturzschutz erhalten.
    Sind für dieses Gelände schon Pläne bekannt?


    Sorry, die Qualität ist mobilfunktypisch ;)




    Alles eigene Fotos.

  • Danke für die Fotos. Deinen Beitrag habe ich aus dem Hanauer-Strang hierher verschoben.


    Es wird um das Projekt von Groß & Partner aus Beitrag #11 gehen. Zumal auf deinen Bildern auch Transparente dieses Unternehmens zu erkennen sind. Nach einem Entwurf von Jo.Franzke Architekten sind zwei Büro- und Geschäftshäuser mit einem mäanderförmigen Baukörper geplant, mit Gastronomie- und Ladenflächen im Erdgeschoss. Die Bruttogrundfläche wird mit ca. 26.000 m² angegeben.


    Außerdem plant die Stadt die Umgestaltung der Grusonstraße sowie einen Grünzug zur Verbindung des Ostparks mit dem neuen Hafenpark. Dazu soll auch die Fläche eines stillgelegten Gleisstrangs auf dem Bahndamm genutzt werden. Mehr Informationen zur geplanten Schließung der "Landschaftslücke im Grüngürtel" gibt es auf dieser Website der Stadt.


    Visualisierung von der Website von Groß & Partner, am rechten Bildrand ist die Hanauer Landstraße zu sehen:



    Bild: Groß & Partner

  • Ich finde die Architektur an sich sehr schön und den Sandstein sehr modern wie auch zeitlos. Der Sandstein Still, der aber leider in ganz Frankfurt entsteht passt aber nicht wirklich in das Ostend... Warum denn nicht etwas passenderes, wie Backstein kombiniert mit Glas. Trotzdem gut das es hier endlich los geht! :daumen:

  • Eine Backstein-Glas-Kombi wäre an dieser Stelle wirklich nicht schlecht gewesen, allerdings sollten wir folgendes Bedenken...


    Der Sandstein passt vielleicht nicht ganz in das jetzige Ostend, da gebe ich Dir recht. Sollte die Entwicklung/Transformation in der Gegend jedoch weiter so zügig vorran schreiten, wird das Ostend (zumindest die Gegend rund um die neue EZB) in wenigen Jahren ohnehin ein ganz anderes und neues Viertel sein. Schon jetzt haben sich in nächster Nachbarschaft (ehem. Oberbranddirektion, Honsel-Dreieck, etc.) weitere große Projekte angekündigt und denke das werden ganz bestimmt nicht die letzten sein.


    Ich bin gespannt und freue mich das diese viele zu lange brach liegenden und/oder vernachlässigten Grundstücke endlich entwickelt werden.

  • Es passt - in meinen Augen - perfekt dorthin!


    Die Eisenbahnbrücke bildet den cut zu den Backsteingebäuden der Hanauer, diese Ecke zielt mit der Optik Richtung Ostbahnhof und der dort bestehenden Bebauung (Telekom)...

  • An dieser Stelle muss etwas Massiges gebaut werden. Zumal auch die kommenden, von sweet_meat erwähnten Neubauten Masse erwarten lassen. Dieser Anforderung entspricht der Entwurf bestens.


    Bei der Fassade wäre ich mir mit dem Sandstein nicht so sicher. Könnte sein, dass es nicht einmal eine Fassadenbekleidung aus Natur- oder Kunststein ist. Die Fassade des Renderings erinnert an Lederers Umbau der "Oberen Lerche" in Stuttgart (Thread, Foto in #50). Dort wurde Weißbeton verwendet, das ist Zement mit Beimischung feiner Bestandteile, Marmorstaub beispielsweise.

  • Von dieser Ecke herrscht aber auch direkte Sicht auf die Großmarkthalle und die entstehende EZB, was wieder für eine Backstein-Glaskombination sprechen würde.


    Andererseits, wenn EZB Banker angelockt werden sollen, ist eine an den Opernplatz erinnernde Architekur sicher besser.

  • Auf dem Rendering ist zumindest schonmal angedeutet, wie sich die Situation zwischen Danziger Platz und Hanauer Landstrasse verändern wird. Im Moment ist das alles ziemlich uneinheitlich und eine schöne Achse zwischen Bahnhof und EZB ist nur zu begrüßen.
    Der Bau wirkt wieder etwas zu gleichmaessig, massig genug ist er schon. Ich wünschte mir halt, wenn in der Vertikalen durch horizontale Elemente etwas mehr gegliedert werden würde. Aber zum Glück keine verrückten Fenster. Was das Fassadenmaterial angeht, bleibt abzuwarten. So lange es hell bleibt, oke.

  • Erstaunlich wie positiv in welch frühen Stadium der EZB-Effekt greift. Von der Bruttogrundfläche (26.000m²) mal ganz zu schweigen.


    Auch wenn der helle Sandstein/Weißbeton-Stil auf den ersten Blick nicht unbedingt ins Ostend passt und eine Backstein-Glas-Kombi im Gesamtkonzept zunächst ästhetischer erscheint, entsteht hier doch ein recht ansehnlicher Baukörper. Entscheidend wird wohl letztlich die Materialwahl der Fassade (Naturstein, Kunststein oder Weißbeton?) sowie die Bebauung der brach liegenden Grundstücke in nächster Nachbarschaft (Honsel-Dreieck, ehem. Oberbranddirektion, etc.) sein. Dabei darf die Architektur ja ruhig manigfaltig sein, doch sollte man auf einigen Baufelder den Bezug zum historischen Ostend zumindest vereinzelt nicht verlieren. Beispiel: Für die geplante Verbindung des Ostparks mit dem neuen Hafenpark plant die Stadt die für das Ostend und seine Geschichte typischen Elemente wie Schienen, Eisenbahnanlagen und Kräne nach Möglichkeit in den Grünzug zu integrieren.

  • Wohl war Project! Natürlich spielt die Qualität sowie die Ästethik des Gebäudes ebenso eine Rolle. Im grossen und ganzen ist das eine gelungene Sache. Von der qm Zahl sowie vom Konzept scheint es ein purer Gewinn fürs Ostend zu sein. Angrenzende Gebäude, wie das mit dem Bettverkaufmieter sollte ebenfalls davon profitieren. Eine Sanierung sowie Neukonzeptionierung wird hier jedenfalls bald nicht mehr auszuschliessen sein (Steigende Mieten etc.).

  • Globetrotter plant Megastore

    Das erste neue Gebäude entsteht an der Grusonstraße 2. Dort wird zur Zeit die Altbebauung abgerissen. An der Ecke Hanauer Landstraße und Grusonstraße wird für Globetrotter ein Outdoor-Fachgeschäft mit 4.200 m² Verkaufsfläche errichtet, das bereits im Frühjahr 2012 bezogen werden soll. Das lässt auf einen Baubeginn spätestens im Herbst 2010 schließen. Derzeit hat Globetrotter eine kleinere Filiale mit nur 1.400 m² Verkaufsfläche an der Hanauer Landstraße 11-13, das ist in der Nähe der S-Bahn-Station Ostendstraße. Mehrere Gewerbehallen sowie eine Reithalle von 1910 wurden erst 2003 zu diesem Zweck umgebaut.


    Geplant ist ein Gebäude mit fünf Geschossen und 6.300 m² Bruttogrundfläche oberirdisch plus Tiefgarage. Der Entwurf kommt nicht von Jo.Franzke, sondern von Prof. Moths Architekten, Hamburg. Das sind offenbar die Hofarchitekten von Globetrotter, die nicht nur eine Reihe von Filialen in anderen Städten, sondern auch den Umbau für das aktuelle Frankfurter Geschäft geplant haben. Entwickler ist erwartungsgemäß die Groß & Partner Grundstücksentwicklungsgesellschaft.


    Laut Groß & Partner soll an der Grusonstraße 4 darüber hinaus ein siebengeschossiges Gebäude mit rund 5.300 m² Fläche entstehen. Weitere Büro- und Geschäftsgebäude sind in Planung. Quelle ist diese Pressemitteilung.


    Da sieht SportScheck mit seinen 3.000 m² an der Schäfergasse schon wieder alt aus. Zumal dessen Sortiment deutlich breiter aufgestellt ist als das des Outdoor-Spezialisten Globetrotter. Und man darf gespannt sein, was mit den teilweise sehr attraktiven und großzügigen Räumen der jetzigen Globetrotter-Filiale passiert. Wer sie nicht kennt: Panoramen und Fotos gibt es hier. Außer für Handel wären die Räume auch für Gastronomie und Veranstaltungen sehr gut geeignet.


    Edit 12.06.: Bei der FNP gibt es jetzt ein winzig' Bildchen.

  • Oh, das wundert mich ja etwas, da die Reithalle erst 2003 saniert wurde. Leider ist das sehenswerte Gebäude etwas versteckt im Hof gelegen, was man nur findet, wenn man es weiß. Durch Zufall kommt man dort nicht vorbei. Das wird wohl auch ein Grund für den Umzug sein, denn der neue Standort liegt an einem Verkehrsknotenpunkt, der zukünftig für den Straßenverkehr durch die Mainbrücke, für den ÖPNV durch die S-Bahn und nicht zuletzt auch für den Fuß- und Radverkehr durch Schließung der Grüngürtellücke noch stark an Bedeutung gewinnen wird.


    Dass es Globetrotter derzeit ziemlich gut gehen muss, sieht man an der Kölner Filiale, die zuletzt eröffnet wurde. Sowas macht doch mal Hoffnung auf eine ähnlich attraktive Innenarchitektur oder vielleicht sogar eine Steigerung dessen bei der neuen Filiale in Frankfurt... :)



    Foto: threedots bei Flickr mit CC-Lizenz


    Webseite und Infoblatt des Architekten


    Von außen betrachtet wird uns vermutlich eher so ein Klotz wie in Hamburg erwarten: klick.

  • Klasse, der neue Shop sieht - bis auf das Fassadenmaterial - aus, wie die Filiale in Hamburg. Und diese ist wirklich ein Erlebnis! (Globetrotter HH)


    Das heutige Geschäft wird sicher schnell einen attraktiven Abnehmer finden, eines der schönesten Ladenlokale in der ganzen Stadt, meiner Meinung nach.

  • Klotz ja. Das stört an dieser Stelle aber überhaupt nicht, meine ich, und den überwiegend gewünschten Klinker gibt es auch:



    Bild: Groß & Partner


    Gut zu sehen, dass an der Südseite des Gebäudes eine Treppe auf die Bahnbrücke vorgesehen ist. Bei der geplanten Schließung der "Landschaftslücke im Grüngürtel" wird auf der Fläche eines stillgelegten Gleisstrangs ein Fuß- und Radweg angelegt, auch auf der Brücke über die Hanauer Landstraße.

  • Jetzt mal ganz blöd gefragt: Damit ist die Visualisierung aus #41 hinfällig? Denn das scheint mir exakt die gleiche Stelle zu sein, oder irre ich? Dort ist übrigens hinter den Arkaden auch eine Treppe zu sehen. Eine barrierefreie und damit auch für Radfahrer besser nutzbare Anbindung der Grüngürtel-Brücke an die Hanauer Landstraße wird es hoffentlich an der Südseite der Straße geben...

  • Ja. Die erste Visualisierung war wohl lediglich ein Vorentwurf bzw. Studie, vorgestellt zu Vermarktungszwecken. Fraglich, ob das auch für das zweite neue Gebäude auf dem Rendering in #53 gilt. Immerhin steht dem Wortlaut der gestrigen Pressemitteilung zufolge der Bau bereits fest.


    Eine Rampe zum erhöht liegenden "Grüngürtelweg" wird es wahrscheinlich irgendwo an der Philipp-Holzmann-Straße zwischen Bahndamm und EZB-Zaun geben. Dort ist ja ausreichend Platz. Und eine zweite vielleicht im Bereich des Ostbahnhofs.

  • Den "Klotz" finde ich gelungen. Auch wenn der Backsteinklinker in dem Gebiet ziemlich ausgelutscht ist, passt er gerade an dieser Ecke wegen Großmarkthalle und Eisenbahn-Industrie-Nähe gut.


    Auch die Neuordnung des öffentlichen Raumes gefällt - wenn sie so kommt. Durch die Bürgersteig-"Nasen" auf beiden Straßenseiten entstünden kleine Plätze, von denen aus man einen schönen Blick auf die Großmarkthalle hätte. Allerdings scheint damit die Zufahrt in die Grusonstraße von Richtung Westen passé zu sein.


    Die jetzige Situation des Platzes mit den Schienensträngen, die zur Fuß-/Rad-Verbindung - ebenfalls mit Traumblick auf die Großmarkthalle und die Skyline - umgebaut werden:



    (Bild von Google Earth)


    Torben, ich glaube, die Visualisierung des Nachbargebäudes in #41 dürfte die aktuellere sein. Die Globetrotter-Visualisierung zeigt sicher nur einen Platzhalter auf dem Nachbargrundstück, der illustriert, dass die beiden Gebäude einen Block bilden.

  • Nach einem Beschluss der Stadtverordnetenversammlung aus dem Jahr 2005 (Link) wird die Grusonstraße für den allgemeinen Kfz-Verkehr gesperrt. Für Anlieger wird sie zur Sackgasse. Diese werden künftig nur aus Richtung Ostbahnhofstraße in die umgestaltete Grusonstraße fahren können, und so auch wieder heraus. Die auf dem Rendering zu sehende Einfahrt von der Hanauer soll nach Planung der Stadt dem Linienbus-Verkehr vorbehalten bleiben. Das soll erforderlich sein, um die Verknüpfung mit der Straßenbahn aufrecht zu erhalten.

  • Innenansichten eines Regio-Bahnhofs ( Ffm-Ost) nicht nur der Verfall ist bemerkenswert oder


    Bilder vom 8.5.2010





    Hier mal drei Baustellen auf einmal EZB, Sonnemannstrasse usw. und Gruson- Ecke Hanauerlandstrasse



    Sie muss auch weichen "Garagenbau am Hochbunker"




    Alle Bilder mein Eigentum