Bauprojekte zwischen Ostpark und Grusonstraße / Ostbahnhof

  • Bauprojekte zwischen Ostpark und Grusonstraße / Ostbahnhof

    Der heutigen FAZ-Printausgabe der FAZ (S. 46, R-Ausgabe) zufolge hat die Stadt nun endlich die Umgestaltung des Danziger Platzes eingeleitet. Das Planungsdezernat hat einen städtebaulichen Ideenwettbewerb ausgeschrieben. Im einzelnen:


    • bis zu 50 teilnehmende Büros
    • die Ausschreibung ermuntert ausdrücklich dazu, die Fluchtlinien der Randbebauung zu verändern
    • der Wettbewerb umfasst auch das Areal um die Grusonstraße (Besitzer: Groß & Partner) und
    • das Areal des Ostbahnhofs, Besitzer Patron Capital (UK), sowie
    • die Grundstücke östlich des Bahnhofs bis zur Launhardtstraße


    Dieses Areal wird sich aller Voraussicht nach in den nächsten Jahren stark verändern. Dabei könnte es eine Art Scharnierfunktion zwischen Innenstadt, künftigem EZB-Gelände, Ostend mit neuer Bebauung auf dem Branddirektion-Areal, Schwedler-Carré und dem Viertel um den westlichen Teil der Hanauer Landstraße einnehmen. Und dass der Ostbahnhof in absehbarer Zeit modernisiert wird, das liegt auf zwar angesichts des jämmerlichenZustands und der anrückenden EZB auf der Hand, ist aber weiterhin nur Spekulation. Zumal er im Besitz einer Gesellschaft ist, deren Absichten undurchsichtig erscheinen. Eine Rekonstruktion des Vorkriegsgebäudes wäre allerdings wünschenswert, dürfte jedoch äußerst unwahrscheinlich sein.


    Hier habe ich auf Grundlage der FAZ-Beschreibung das Wettbewerbsgebiet markiert (Edit - siehe hierzu auch #11, erster Absatz mit Link):



    Bild: Google


    A. Ostbahnhof
    B. Launhardtstraße
    C. Unterführung (mittlerweile fertig)
    D. Danziger Platz
    E. Hanauer Landstraße
    F. Grusonstraße
    G. künftiges Schwedler-Carré

  • Schön, dass sich endlich mal was tut in der Ecke!


    Das alte Bahnhofsgebäude zu rekonstruieren wäre in der Tat ein interessantes Vorhaben. Das Gebäude wäre auf dem Platz in jedem Fall ein großartiger Blickfang, den man schon von Weitem aus sehen könnte, wenn man aus Richtung Altstadt auf der Hanauer darauf zufährt bzw. geht. Es bedürfte allerdings eines praktischen Nutzungskonzeptes, denn für eine ausschließliche Nutzung als Bahnhofsgebäude ist die Bedeutung des Ostbahnhofs auch mit Nordmainischer S-Bahn viel zu gering. Eine Nutzung als Festsaal oder ähnliches wäre theoretisch möglich, würde aber einen neuen Zugang zu den Bahnsteigen erforderlich machen. Ein Vorteil ist, dass das alte Gebäude offensichtlich nicht so exzessiv mit Stuck und Skulpturen zugekleistert war und eine Reko (die versteckte Verwendung moderner Baustoffe vorausgesetzt) darum einigermaßen bezalbar bleiben dürfte. Die Ruine des Ostbahnhofes hätte man übrigens problemlos wieder aufbauen können. Genau genommen war der Abriss der Reste schwieriger als ein Wiederaufbau, aber in den 60ern war ja bekanntlich nichts unmöglich... :nono: Wer sich damit unbedingt den Abend versauen will, darf das auf aufbau-ffm.de tun.


    Was die Gestaltung des Platzes betrifft, hat man weitestgehende Narrenfreiheit. Soweit ich mich erinnern kann sind vor dem Empfangsgebäude noch Reste der historischen Pflasterung erhalten, die soweit ich weiß erhalten und erweitert werden könnte. Auf dem Platz selbst wäre auch Platz für irgendeinen Anziehungspunkt wie z.B. ein Cafe oder ähnliches.


    Eine Straßenbahnanbindung des Danziger Platzes dürfte vom Tisch sein, die Straßenbahn soll laut aktuellem Stand der Planung dauerhaft in der Hanauer Landstraße bleiben. Eine Wendeschleife ist auch nicht mehr nötig, weil die VGF nur noch Zweirichtungswagen im Einsatz hat. Eine Endstelle wäre jedenfalls interessant, falls irgendwann mal doch die U6 bis Fechenheim verlängert werden sollte. Bis das passiert, wäre eine Neugestaltung des Platzes aber ohnehin wieder erforderlich... :D

  • Der bereits bestehende Tunnelstutzen der kurz östlich der Konstablerwache von der Stammstrecke abzweigt wird unterirdisch verlängert, fast parallel zur bestehenden U6. Der S-Bahnhof Ostbahnhof wird sich noch unter der Erde (ich glaub sogar noch eine Ebene tiefer als die U-Bahn) befinden und direkt danach soll die Strecke an die Erde kommen und entlang der bestehenden nordmainischen Bahn 1 bis 2 neue Gleise bis nach Hanau bekommen.

  • Wie konnte es überhaupt kommen, dass der Bahnhof so verkommen ist? Normal scheinen die riesigen Risse im OG ja nicht. Kam das durch den U-Bahn-Bau?
    Ich finde es extrem schade, weil der Bahnhof wirklich seinen Reiz hat/hatte.

  • Der Ostbahnhof hat keine Knotenpunktsfunktion mehr. Im Prinzip sogar überdimensioniert mit seinen oberirdischen 4 oder 5 Bahnsteiggleisen, da nur noch eine einzige RB-Linie dort hält, die aber auch noch durch die (unterirdische) S-Bahn ersetzt werden wird, seit ein paar Jahren auch immerhin die U6. Oberirdisch geht dort also so gut wie gar nix mehr. Damit ergeht es ihm leider wie vielen Bahnhöfen die mangels Betrieb verfallen...
    Im Rahmen von Frankfurt 21 gab es glaub ich mal die Überlegung Fernzüge am Ostbahnhof halten zu lassen, was ihm sicherlich neuen Aufwind verschafft hätte, aber das ist ja schon längst vom Tisch.

  • Das Wettbewerbsgebiet ist in #3 weitgehend zutreffend hervorgehoben. Es erstreckt sich tatsächlich noch etwas weiter nach Westen sowie nach Nordosten und bezieht u. a. einen Teil des Telekom-Komplexes sowie frühere DB-Anlagen mit ein. Einen Plan mit den Grenzen des Gebiets findet ihr hier.


    Es wurden für den Wettbewerb 15 teilnehmende Teams gesetzt (Liste), vorausgesetzt ist immer die Bildung einer Arbeitsgemeinschaft von Architekten mit Landschaftsarchitekten bzw. Stadtplanern/Städtebauarchitekten mit Landschaftsarchitekten. Weitere 35 Teams (Liste) wurden aus 152 eingegangenen Bewerbungen ausgelost. Der Wettbewerb wird voraussichtlich Anfang Oktober 2007 entschieden, das Preisgericht (Liste) tritt am 1. und 2. Oktober 2007 zusammen.

  • Das kann schon Sinn machen den oberirdischen Teil des Bahnhofs aufzugeben. Soweit ich weiss haelt zur Zeit sowieso nur eine Linie dort und wird sicherlich aufgegeben wenn die S-Bahn erstmal faehrt. Warum keinen Ostbahnhof bestehend aus einem unterirdischen U- und S-Bahn-Halt .... den verlotterten Bahnhof kann man ja eh nur noch abreissen.
    Mal sehen ob es wirklich 2015 wird, dass die Arbeiten zum S-Bahn-Bau abgeschlossen sind .... wenn die Bahn denn ueberhaupt kommt (in Frankfurt weiss man ja nie). Aber schon krass: 20 Jahre (!) nach dem U-Bahn-Bau soll der Platz neu gestaltet sein.

  • Bravo...! Der nächste gesichtslose Abschreibungsbüroblock, mit Sicherheit dazu verdammt, genauso ignoriert wenn nicht gar gehasst zu werden wie der zu ersetzende Bahnhofsbau. Dabei hat der Danziger Platz eine bedeutende städtebauliche Funktion, er stellt praktisch das östliche Ende der Innenstadt dar und ist als Gegenstück zum Hauptbahnhofsvorplatz zu sehen, der das westliche Ende darstellt. Meiner Meinung nach benötigt dieser Platz einen auffälligen Fixpunkt, an dem sich die restliche Gestaltung orientiert, keine bewohnbare Lärmschutzwand. Wie schon weiter oben angesprochen wäre die Rekonstruktion des alten Empfangsgebäudes mit einem neuen Nutzungskonzept (Saalbau, Kulturzentrum oder dergleichen) für mich die optimale Lösung. Auf den Freiflächen nordöstlich davon könnte sich der zuständige Architekt dann noch immer nach Lust und Laune austoben...


    Es bleibt zu hoffen, dass sich bis 2015 noch so einiges an der Planung ändert. Vielleicht kommt man nach dem Wiederaufbau der Altstadt ja auf den Geschmack.... ;)

  • Das sehe ich auch so, bis 2015 werden die Pläne mindestens noch 3 - 4 mal geändert, daher rege ich mich jetzt auch noch nicht auf. Das werde ich erst 2014 machen!

  • Unverhofft kommt oft: Nicht erst 2016 nach Fertigstellung der Nordmainischen S-Bahn, sondern bereits im nächsten Jahr soll die Neubebauung des Danziger Platzes beginnen. Die Entwicklung übernimmt Groß & Partner. Gebaut wird auf Grundlage des Entwurfs des Frankfurter Büros Jo.Franzke aus dem Ideenwettbewerb. Die Fakten (Quelle):


    • Bis 2011 soll der erste von zwei geplanten Neubauten zwischen Bahndamm und Danziger Platz entstehen
    • endgültige Pläne zur Fassadengestaltung gibt es noch nicht
    • dagegen steht die Form beider Gebäude fest, nämlich S-Form mit sieben Stockwerken (sechs Etagen plus Staffelgeschoss)
    • auf das im Franzke-Entwurf vorgesehene dritte Gebäude nördlich des heutigen Ostbahnhofs wird verzichtet
    • das erste Gebäude entsteht an der Grusonstraße, im Erdgeschoss sind Geschäfte und Gastronomie geplant
    • im rückwärtigen Erdgeschoss und im Untergeschoss entsteht ein Parkhaus bzw. eine Tiefgarage (von außen nicht sichtbar)
    • darüber Büronutzung, eventuell Hotel; wegen Bahnlärms keine Wohnungen
    • hier besteht bereits Baurecht, notwendig allerdings großzügige Befreiungen vom geltenden Bebauungsplan
    • Bauvoranfrage Anfang 2009, Baubeginn Mitte bis Ende 2009 möglich, Bauzeit 18 Monate
    • gebaut wird über dem künftigen Schacht der Nordmainischen S-Bahn; deren Zugänge müssen berücksichtigt werden
    • derzeit wird der Abriss des Hochbunkers neben dem Bahnhof geprüft, schwierig wegen des nahen U-Bahn-Schachts
    • Gleis 1 des Bahnhofs wird aufgegeben, hier baut die Stadt eine Grünverbindung vom Ostpark zum Mainufer
    • Regionalbahnhof soll trotz Nordmainischer S-Bahn auf jeden Fall erhalten bleiben


    Hier ein Modellfoto und ein Rendering des Franzke-Entwurfs aus dem Ideenwettbewerb:




    Bilder: Jo. Franzke Architekten

  • Seh ich das richtig, das der Bau zwischen Hochbunker und Ostbahnhof abgerissen wird? Das wäre eingentlich schade, der der Bau ist doch recht ordentlich an der der Stelle.
    Die Gebäude sehen noch recht beliebig aus, da muss man abwarten, wie die Fassadengestaltung aussehen wird.
    Aber was wird denn aus dem Ostbahnhof? wird es dann nur noch einen unterirdische Bahnstation geben, also U und S-bahn? Verschwindenen die Bahnsteige oben oder wie wird deren Zugang gelöst?

  • Ist das Modellfoto eingenordet?


    Edit: vergesst die Frage, ja ist es.


    Was sollen denn da bitte die beiden länglichen Gebäuderiegel mitten auf dem dann nicht mehr vorhanden Platz?

  • Nach dem Artikel werden die beiden Querriegel auf dem Platz nicht entstehen. Ich freue mich schon auf die endgültigen Pläne... Das wird eine richtige Aufwertung des Viertels! Als Ostender gefällts mir sehr ;)

  • Die marode Schwedlerbrücke steht jetzt unter Denkmalschutz und muss aller Voraussicht nach saniert werden. Dies schreibt die FNP.


    Einem Abriss könnte noch zugestimmt werden, wenn eindeutig nachgewiesen werden kann, das die 1913 errichtete Stahlkonstruktion so stark beschädigt ist und sich eine Sanierung wirklich nicht mehr lohnt. Noch in diesem Jahr werden in einem ersten Schritt die Planungsaufträge vergeben, um dann spätestens 2012 mit der Sanierung oder eventuell doch mit einem Neubau beginnen zu können.

  • Sanierung Schwedlerbrücke zwischen Ostend und Hanauer

    Die Schwedlerbrücke soll saniert werden. Leider stehen laut FR-Artikel bis 2012 keine Gelder zur Verfügung. Das Denkmalamt sieht allerdings Pobleme einen barrierefreien Zugang herzustellen.


    Überschrift: meinte natürlich Ostpark

    Einmal editiert, zuletzt von OllaPeta () aus folgendem Grund: Verschreiber

  • Danziger Platz

    Auf dem Danziger Platz werden seit einigen Tagen Kernbohrungen an verschiedenen Stellen durchgeführt.
    Hat jemand Informationen, ob hier zeitnah mit größeren Umbauarbeiten zu rechnen ist?

  • Denkbar, dass das bereits Baugrunduntersuchungen für den Bau der nordmainischen S-Bahn sind, sollte das direkt auf dem Danziger Platz passieren. Dort ist meines Wissens eine unterirdische (Umsteige-) Station geplant.

  • Wie bereits Schmittchen vermutet, handelt es sich um Kernbohrungen für die unterirdische S-Bahnstrecke inkl. S-Bahnstation Ostbahnhof der nordmainnischen S-Bahn. Im nächsten Jahr soll das Planfeststellungsverfahren beginnen, dazu sind vertiefende Bodenuntersuchungen notwendig.