Neuer Großflughafen für NRW [auf Eis]

  • Neuer Großflughafen für NRW [auf Eis]

    @Diskussion an anderer Stelle vom 12.6.2007, LugPaj , Manuel: Für den Airport Düsseldorf-Köln (speziell wenn linksrheinisch) wäre der Ruhrpott nur ein kleiner Teil des Einzugsgebiets. D, K, BN und AC sowie natürlich Teile von Holland und Belgien(!) ziehen dann schon einiges (spätestens wenn der Airport steht). Düsseldorf kann einen city-Airport als Ergänzung für kleinere Punkt-Punkt-Verbindungen jedenfalls gut gebrauchen - aber wer will schon an Porz vorbei nach Wahn, Manuel? ;) Es möge der Markt entscheiden (nein die Union ist nicht neoliberal, Herr Beck, ich schon :D ).

  • Bei 100%er politischer Unterstützung benötigt ein Grossprojekt dieser Ordnung eine Planungszeit von 25 Jahren.
    Bis dahin ist entweder mindestens einmal in irgendeiner Koalition die Grünen an der regierung gewesen ( Projekt tot) oder der Investor abgesprungen (projekt tot) oder man einigt sich darauf, das ganze erst in angriff zu nehmen, sobald ein zusammenschluss der Bundesländer erfolgt ist ( wie in Hamburg-Kaltenkirchen. Gleichbedeutend mit Projekt tot)


    Die Grundidee ist interessant, ich könnte ihr was abgewinnen.


    Aber gute Ideen gibts viele in D.

  • Krasses Gegenbeispiel: BBI - Regierungsbeteiligung der Grünen (im Bund), der Linken (in Berlin) - dort sogar erhöhter Schwierigkeitsgrad, da zwei Bundesländer beteiligt.


    Das aktuell noch mögliche starke Wachstum der Flughäfen DUS und KBN, senkt natürlich die Dringlichkeit im Moment...

  • könntest du mal für ortsunkundige schnell ein photoshop machen, wo man die Lage des Flughafens mit einem footprint des Flughafens selbst (der ja in etwa die Grösse von BBI oder MUC hätte, oder?) dargestellt ist.


    Dann könnte man sichs besser vorstellen.
    Ich hab da im Chat was von Garzweiler gelesen??? Wäre das echt machbar?

  • Ich bin leider überhaupt kein Photoshopper - aber hier sind die Flächen in einer google-map. Perfekt liegt natürlich Garzweiler 2, das im Moment aber noch im Abbau ist.


    Zwei Vorteile in Kürze:
    - Die Flächen sind gewaltig
    - die Bevölkerung wurde in weiten Teilen für den Braunkohletagebau umgesiedelt.

  • Noch ein Vorteil wäre die 1a-BAB-Anbindung. Glaubst du aber ernsthaft, jemand würde das Loch zuschütten wollen? Es ist 185m tief, und fasst 2Mrd m³, die man erst einmal heran schaffen muss, weil sie ja einfach verbrannt wurden. In das Loch kann man den Flughafen leider nicht bauen, es wäre aber eine wrksame Methode gegen Fluglärm.

  • Der Vorteil der Flughäfen Düsseldorf und Köln/ Bonn ist ihre Nähe zu den Siedlungsschwerpunkten und ihre gute Erreichbarkeit, sowohl mit dem Auto wie auch per Schiene. Niemand würde dies für einen Pampa-Flughafen aufgeben wollen (nicht vergessen, der Frankfurter Flughafen ist von Köln aus mit dem ICE in rund einer Stunde zu erreichen). Deshalb haben m.E. auch Träumereien in Weeze, ein Entlastungsflughafen für Düsseldorf zu werden, wenig Chancen auf Realisierung.


    Zudem decken Düsseldorf und Köln/ Bonn zwei völlig unterschiedliche Segmente ab; Düsseldorf ist stark im Geschäftsreiseverkehr, bei Linienflügen und hat die LTU, Köln/ Bonn ist Deutschlands zweitgrößter Frachtflughafen und stark im Low Cost-Bereich. In beide Flughäfen sind zudem in den vergangenen Jahren Milliardenbeträge geflossen.

  • Ein zum "NRW-Airport" ausgebauter Düsseldorfer Flughafen wäre da meiner Ansicht nach realistischer. Garzweiler liegt ja doch ein wenig fernab urbaner Strukturen. Selbst mit sehr guter Verkehrsanbindung würde es ein weilchen dauern bis man in Köln, Düsseldorf, im Ruhrgebiet oder geschweige denn in Rotterdam angekommen ist. Die Baukosten wäre wohl immens. Nicht umsonst werden die ehem. Braunkohletagestätten in der Lausitz eher geflutet als zugeschüttet.


    Dazu kommt das die Holländer wie auch Belgier nicht tatenlos zusehen werden wie der NRW-Airport ihnen die Fluggäste abknappst.
    Einer, wenn nicht gar beide der jetzigen NRW Großflughäfen müsste wohl auch dran glauben.


    Trotzdem eine recht interessante Utopie.:)

  • Bevor man ein solch unsinniges Unterfangen überhaupt in Betracht zieht sollte man eher die Besiedelung in Lohausen (ja, Herr Erwin hat entgegen des Willens der FDG rund 900 Menschen direkt in die Einflugschneise ziehen lassen (ehemalige Engländersiedlung)) untersagen.
    Desweiteren verfügt der Flughafen DUS über reichlich Platz, der durch wenig Aufwand optimal genutzt werden könnte. CGN ist für die Airlines zu unattraktiv, weil besonders für Geschäftsreisende der Flughafen Düsseldorf deutlich näher am Markt liegt und die Businessclass, bzw Businesspax sorgen für den positiven Yield der Flüge, sprich für den Gewinn den ein einzelner Flug aufbringt. Desweiteren liegt Essen/ Duisburg keine 20, Bochum keine 30 und Dortmund keine 40 Minuten vom Flughafen entfernt. Das derzeitige Aufkommen niederländischer Passagiere am Flughafen DUS liegt bei ca 1 Mio (mehr als doppelt so viel wie 1998).


    Es hat viele Gründe dass ab CGN lediglich Lowcostairlines fliegen. Der Flughafen hätte ohne sie 2002 Konkurrs anmelden müssen. Das Aukommen für reguläre Flüge besteht einfach nicht.
    Frachtaufkommen besteht im Grunde auch nicht. CGN wird dank des nicht bestehenden Nachtflugverbots als Drehkreuz von DHL und UPS verwendet (in zwei Jahren nur noch UPS). D.h. es wird Fracht (überwiegend Paketpost) aus Europa eingeflogen und geht von dort in die Staaten und Asien.


    Also was geschehen sollte:
    Verlängerung der Startbahn in DUS von derzeit 3000m auf 3600m um Take Off Restrictions vorzubeugen. D.h. ein Langstreckenflugzeug muss bei ungünstigen Temperaturen nicht Fracht oder gar Passagiere in Düsseldorf lassen um sicher starten zu können - das führt zu einer größeren Effizienz eines solchen Fluges. Außerdem führt das zu einer erheblichen Lärmreduzierung besonders in Lohausen,Meerbusch und Krefeld, weil a) Flugzeuge einen Reduced Take Off Power Start durchführen (d.h. nicht 100% Beschleunigen) und b) dass die Flugzeuge deutlich früher abheben und somit höher über die betroffenen Gebiete fliegen würden. Ein Höhenunterschied von 200m kann schon 10 dB ausmachen, was subjektiv einer Halbierung des Lärms nahekommt. Durch ein Beibehalten der Landeschwelle würde das bei Westwind keine und bei Ostwind geringfügige Veränderung für Ratingen bedeuten. Desweiteren müssen die Stundeneckwerte aufgehoben werden, bzw die Zweibahnkapazität ausgeschöpft werden.


    Für CGN sehe ich ohnehin keine Chance außer im LCC Segment aus oben genannten Gründen. An der Infrastruktur muss nichts verändert werden. Wollten Airlines CGN anfliegen, dann würden sie das heute schon tun. Nach der Lockerung der Landerechte in DUS sind sogar einige Airlines aus CGN abgewandert.


    Mein Fazit: Wir brauchen keinen NRW Airport ;)


  • Desweiteren verfügt der Flughafen DUS über reichlich Platz, der durch wenig Aufwand optimal genutzt werden könnte.



    Verlängerung der Startbahn in DUS von derzeit 3000m auf 3600m um Take Off Restrictions vorzubeugen.



    Desweiteren müssen die Stundeneckwerte aufgehoben werden, bzw die Zweibahnkapazität ausgeschöpft werden.


    ...Aufhebung des Nachtflugverbots würde ich hinzufügen.


    Ich gebe Dir Recht, nur wird das alles nicht geschehen. 20Mio, auch 25Mio Passagiere jährlich sind durchaus drin, aber dann wird es langsam eng. Wenn man also schon etwas in die Zukunft schaut, ist die Idee eines zusätzlichen(!) Flughafens gar nicht so abwegig.

  • Neuer Großflughafen !?!

    Der WDR berichtet heute, dass der Initiativkreis Ruhrgebiet in einem vertraulichen Papier einen neuen Großflughafen für das Ruhrgebiet fordere und bezieht sich dabei auf die Rheinische Post.


    D´dorf und Köln müßten ausgebaut werden, würden aber auf Dauer den Anforderungen nicht gewachsen sein. Der Dortmunder Flughafen liegt an der Peripherie, somit ist vom zentralen Ruhrgebiet die Rede und es ist von einem Neubau die Rede. Das heißt also, die Verfasser haben das zentrale Ruhrgebiet vor Augen - vielleicht auch Essen als Standort?!


    Interessant ist auch, der Hinweis, dass die Kanzlerin am Dienstag in Essen mit Managern, Wissenschaftlern und Wirtschaftsexperten über die künftige Strategie für das Revier berate. :daumen:


    http://www.wdr.de/studio/essen/nachrichten/#TP1602829

  • Ich würde einen internationalen Großflughafen für die Metropole Ruhr nur begrüßen. Den um international mit anderen Metropolen konkurieren zu können brauchen wir einen solchen Flughafen. Es ist oft so, dass sich Großunternehmen nur da ansiedeln, wo auch ein größerer Flughafen zur Verfügung steht, mit dem man alle wichtigen Wirtschaftszentren der Welt erreichen kann.


    Des Weiteren könnte der Flughafen für ein schnelleres Zusammenwachsen des Ruhgebiets zu einer Ruhrstadt beitragen, :D wodurch die Aufmerksamkeit und Interesse für die Region in der Welt zunehmen könnte.

  • Die Suche nach einem geeigneten Standort gestalten sich meiner Ansicht nach als überaus schwierig.


    Wo soll er hin, der Großflughafen ?


    Das Ruhrgebiet ist nicht nur sehr dicht besiedelt sondern auch besonders zersiedelt. Größere Freiflächen werden immer wieder durch Ausläufer von Städten durchschnitten. Im Übergang Duisburg-Oberhausen-Mühlheim gibt es quasi überhaupt keine sichtbare Grenze. Die Städte gehen nahtlos ineinander über. Ein Großflughafen ist eigentlich nur in der Peripherie des nördlichen Ruhrgebietes realisierbar. Dort gibt es aber viele Naherholungsgebiete* und die Infrastruktur müsste ebenfalls ausgebaut werden.


    Ich präferiere da schon eher eine "Tandem-Lösung". Die Flughäfen Düsseldorf und Dortmund sollten wenn nötig erweitert und die Verkehrsanbindung verbessert werden ( Transrapid ).


    * Isek
    Der von dir vorgeschlagen Freiraum ist die Kirchheller-Heide. Sie ist eines der wichtigsten Naherholungsgebiete des Ruhrgebietes.

  • ^
    Ob der RPX den Metrorapid gleichwertig ersetzen kann ist eine andere Frage. Ich wollte die Transrapid-Strecke nur als ein mögliche Beispiel anführen wie man die Verkehrsanbindung der beiden Flughäfen wie auch die Verbindung der Städte der Rhein-Ruhr-Region untereinander verbessen könnte. Es gibt sicherlich auch andere Möglichkeiten.


    Die derzeit "schlechte" Anbindung der beiden Flughäfen an das Ruhrgebiet scheint allerdings das Hauptargument der Flughafenbefürworter zu sein.

  • Die Standortfrage ist, wie erwartet, der schwierigste Teil. Vielleicht sollten wir erstmal die Regionen definieren, in denen es platzmäßig überhaupt möglich wäre:
    - Münsterland
    - Niederrhein
    - Sauerland
    - Südwestfalen
    ...

  • Wie waere es mit noerdlich von Wuppertal, also zB hier? Das waere genau im Zentrum vom Dreieck Ruhrgebiet + Duesseldorf, duerfte wohl von allen Ecken relativ schnell erreichbar zu sein.


    Wenn man solch einen Flughafen aber baut, dann waere ich allerdings fuer die Stilllegung von DUS. Ein richtig grosser Grossflughafen ist viel besser als 2 relativ grosse, da dessen Kapazitaet dann um einiges groesser ist, was dann viel mehr Airlines anzieht => mehr Verbindungen fuer die Region und vielleicht sogar eine Fluggesellschaft auf den Plan ruft, welche hier hubben will.