Messestadt Riem (10.000 WE) [in Bau]

  • Messestadt Riem (10.000 WE) [in Bau]

    Heute öffnet Münchens neuestes Einkaufszentrum, die Riem-Arcaden



    So sieht's drinnen aus: http://epaper.sueddeutsche.de/…re=559881&contenttype=jpg

  • Muenchen hat das Haus der Gegenwart gebaut.
    Und das in der neuen Messestadt Riem.


    [URL=http://www.sueddeutsche.de/,immm1/immobilien/kaufenbauen/artikel/877/46831/]SZ Artikel mit Bildergalerie[/URL]
    Ich denke ich wuerde mich darin nicht wohlfinden und ausserdem kann ich der Kloetzchenbauweise echt nichts abgewinnen.


    Das ganze erinnert mich allerdings an ein japanisches TV programm auf Asahi TV, wo auch immer wieder ein sehr modernes Wohn-Haus solchen Typs vorgestellt wird.


    Einfach links durchclicken....gibt leider keine Englische seite

  • Bislang habe ich nur ein paar Bilder gesehen, aber es sieht von außen jedenfalls 60er-mäßig aus und etwas monoton.
    Insgesamt finde ich die ganze Bebauung um die Messe rum langweilig und ohne echte Glanz- und Höhepunkte. Gut, einen Messeturm gibt es :D

  • Auf der Internetseite der Süddeutschen Zeitung ist heute ein kritischer Artikel zur Messestadt Riem.


    Titel: An der Realität vorbeigeplant
    In dem Artikel wird angeprangert das viele Projekte, welche sich die Stadtväter hier vorgenommen haben noch nicht aufgegangen sind. So fehlt das geplante Multiplexkino am Willy-Brand-Platz sowie der Portikus der den Platz oval einschließen soll ist auch noch nicht da. Die Stadt München will 500 Millionen Euro in soziale und technische Infrastruktur stecken.


    Artikel

  • Der Weg durch die Messestadt

    Eindrücke von der Messestadt Riem


    1. Vom Rodelhügel der Messestadt






    2. Bei diesem Bau weiß ich garnicht was das ist, ich schätze mal eine Schule. Ich fand den in der Fassadengestaltung sehr interessant.







    3. Einfach mal Mitten durch. Mittlerweile ist doch ein wenig Leben im Neubaugebiet und so mehrere ruhige und grüne Oasen haben sich gebildet. Also zum wohnen ist es dort bestimmt ganz nett.








    Teilweise schaut es auch ein wenig unwirklich oder vllt. sogar wie eine Ferienanlage zum wohnen aus :)



    4. gegenüber vom Messeeingang West in der Nähe vom Messesee.




    Eine ziemlich interessante Feuerwehrstation wie ich finde...




    Auf halben Weg zur Baustelle des Süddeutschen Zeitungsverlages noch dieser interessabte Gewerbebau.


  • Messestadt Riem [in Bau]


    Vor 3 Wochen habe ich auf dem nach Hause Weg von der Uni einen Abstecher über die Messestadt Riem gemacht, um dort die Neubauten zu photographieren.


    Zum Einstieg ein Luftbild (Google Earth) der Messestadt:


    Rot umrandet ist die Messe, die Messestadt befindet sich rechts daneben. Bei der kleinteiligeren Bebauung am rechten Bildrand handelt es sich um die Orte Gronsdorf und Trudering.


    Zuerst einige Bilder aus dem Park (ehemaliges BUGA2006-Gelände). Trotz Temperaturen weit über 20° ist der Park leer. Keine spielenden Kinder, keine Jogger, Walker etc., keine Spaziergänger mit Hunden - nur einige Gärtner die die Amlage in Ordnung halten. Die Parks der Innenstadt dagegen sind überfüllt. Egal ob es sich dabei um den Englischen Garten handelt, die Friedhöfe am Rande der Altstadt oder auch um einen von den Nazis geplanten Park wie dem Alten Botanischen Garten.







    Der Park lädt auch nicht zu verweilen ein. Wenn man das Luftbild von Riem betrachtet, so findet man keine natürlichen Formen, sondern nur gerade Linien. Die großen Rasenflächen werden nicht - wie z.B. in einem englischen Park - durch Erhebungen, Bäche, Baumgruppen, Kunstwerke und Architektur bereichert, sondern sie sind einfach öde Ebenen.
    Die Wege sind auch wohl nur für ihren Erfinder verständlich. Wege sollen ja eiegentlich einen Punkt A mit einem Punkt B verbinden. Dienen diese Wege der Muse (wie es in einem Park ja der Fall sein sollte) müssen sie nicht der kürzesten Strecke folgen, sondern sollten sich harmonisch in die Landschaft fügen.
    Im Riemer Park dagegen ist es anders. Schnurgerade Wege ziehen sich über hunderte von Metern durch den Park und verbinden zwar A und B miteinander, doch stellt sich hier die Frage was die Punkte A und B sind - außer Punkte mitten im Park!
    Auch fügen sich diese Wege nicht harmonisch in die Landschaft, sondern ziehen sich eben und gerade durch die Landschaft wie Aufmarschstraßen.


    Die Bauten der Messestadt können auch nicht mit den neuen Vierteln der Innenstadt (Lenbachgärten, Viertel am Ostbahnhof) mithalten. Die meisten bauten erinnern vielmehr an den sozialen Wohnungsbau der 70er Jahre





    Auch die öffentlichen Bauten sind unteres Niveau.
    Die Kirche (2) der Messestadt kann weder mit den schönen historischen Kirchen der Umgebung (Haar, Eglfing, Keferloh usw), noch mit neueren Kirchen wie z.B. der Herz Jesu Kirche mithalten.
    Einfach ein Betonklotz, der mehr an eine Lagerhalle oder das gerätehaus eine Feuerwache erinnert als an ein Gotteshaus.




    Einen Höhepunkt der Geschmacklosigkeit ist das Bauzentrum (4) der Stadt München - ein Plattenbau, den man nur in O-Deutschland erwarten würde. Diese Einrichtung der Stadt, die eigentlich den Bürgern "Fragen rund ums Wohnen, Bauen und Sanieren" beantworten soll (Eigenwerbung des Bauzentrums) hätten selber mal eine Beratung zum Thema "schönes Bauen" aufsuchen sollen.



    Am Rande des Parks befinden sich Schulgebäude und Kindergärten (1). Das Schulgebäude - obwohl ein Neubau - wird gerade wieder saniert



    Und hier der zentrale Dorfplatz (3) der Messestadt Riem. Er liegt direkt zwischen dem Einkaufszentrum "RiemArkaden" und der Messe



    München hat soviele schöne Plätze (Königsplatz, Stachus, Max-Josephsplatz usw.), die auch von der Bevölkerung angenommen werden. Der Platz der Messestadt dagegen bleibt leer - trotz erfolgreichem Einkaufszentrum und Messe (als dieses Bild entstand war gerade Baumesse mit 500.000 Besuchern).



    Wappensaal, Fassade


    Als Fazit dieses kleinen Ausfluges: Hier wurde eine große Chanche nicht genutzt! Hier hatte man die Möglichkeit "auf der grünen Wiese" einen komplett neuen Stadteil zu errichten. An Altbausubstanz existierten nur der Wappensaal und der Tower des alten Flughafens - in dieser Hinsicht musste man fast keine Rücksicht nehmen.
    Doch hier wurde nichts neues gewagt, sondern Konzepte der 70er Jahre kopiert.
    Selbst der teure BuGa-Park ist kein lohnenswerter Ort. Nur der Badesse (5) lohnt sich, da es in der Nähe keine anderen Seen gibt. Anonsten: Wer einen schönen Park im Münchner Osten sehen will soll den wunderbaren Jugendstilpark in Haar-Eglfing besuchen.

  • Zumindest was den Park betrifft, hat man hier doch neues gewagt. Ob es nun angenommen wird oder nicht, wuerde ich lieber noch abwarten, auch wenn der Park mir persoehnlich nicht zuspricht. Das letzte mal, wo ich da war, war er eigtl recht normal besucht.


    In Bezug auf die Wohnbebauung kann ich dir nur recht geben. Zwar ist die Hoffnung noch da, das der Gesamteindruck noch besser wird, wenn es mal fertig ist, aber das Konzept sehe ich hier auch als total verfehlt an. (Zu niedrig, bzw fuer die Hoehe viel zu breit und einfallslos)


    Auch beim Platz ist noch etwas Hoffnung da, wenn mal die Westbebauung erstellt wurde und somit sich erst richtig ein Platz ergibt.


    Vielen Dank fuer diese schoene Praesentation des IST-Zustandes.

  • Sehr anschauliche Darstellung der Messestadt, vielen Dank! Die zu sehenden Wohngebäude sind tatsächlich unter aller Sau, anders kann ich das gar nicht formulieren, und auch sonst herrscht Tristesse - trotz besten Wetters. Erinnert alles an sozialistische Städtebau-Konzepte.

  • Danke für den Rundgang. Jedoch zeigt er IMO nur einen Teil der Messestadt. Es gibt druchaus Wohnbebauung, welche durch schöne Formen und Baustoffwahl beeindrucken. Auch der öffentliche Raum um die Kirche sehe ich als gelungen an. Den Park selber würde ich auch nicht so negativ darstellen. Er beinhaltet eine gewisse Dramatik. Die weiten Flächen und Sichtachsen. Sowas ist im kleingliedrigen München sonst nirgends zu finden. Man kann auch nicht erwarten, dass der Park derart frequentiert wird wie Isar oder Egarten. Der Park liegt am Stadtrand. Dieser ist locker bebaut und sehr viele Bewohner haben sogar ihr eigenes Grün. Es wird auch kaum ein Truderinger mit Gärtchen sich in den Englischen Garten legen.

  • die ganze messestadt ist im prinzip unverstellbar....
    Unvorstellbar, weil bei dem enormen bedarf der in münchen herrscht nicht schon alles vollgebaut ist, sondern immer noch brachen da liegen.


    Unvorstellbar aufgrund der unglaublich schlechten qualität des aussenraums...


    Und vor allem unvorstellbar das in einer stadt, die sich so viel gedanken macht wie münchen so etwas im jahr 2007 passiert--und noch immer keine lösung abzusehen ist...



    Edit:
    Isek : Ich stimme dir zu, das teilweise Qualitäten zu finden sind, aber die sind gut versteckt.
    Das problem an dem Landschaftspark ist tatsächlich, das es einfach zu wenig Wohnungen aussenrum gibt, als das der Park von Menschen belebt sein könnte...
    Dazu der leichte wiederspruch in sich, das ein Park, der sowieso schon auf einem weiten, leeren areal errichtet wird dann auch noch einen eindruck von leere und weite vermitteln soll....hmh.


    Das die ganzen häuser aussehen wie aus den 70ern ist und bleibt allerdings unerklärlich...

  • Zumindest das mit den "zu wenigen WOhnungen" um den Park herum sollte dich doch in den naechsten jahren bessern. zumindest in der messestadt wird noch viel gebaut werden und auch auf truderinger Seite des parks soll ja noch teilweise zugebaut werden. Ebenso dachte ich, dass mal Gronsdorf erweitert werden sollte.

  • einen von den Nazis geplanten Park wie dem Alten Botanischen Garten.


    ???


    Aus Wikipedia:
    "Er wurde von 1804 bis 1814 nach Plänen des Landschaftsarchitekten Friedrich Ludwig von Sckell angelegt."


    Zur Messestadt und dem Park: Beide haben Preise für die "hervorragende" Gestaltung bekommen. Da sieht man mal, wie sich die Architektenelite selbst auf die Schulter klopft. Der dumme Bürger hat ja keine Ahnung was Qualität ist.
    Wenn ich an die Gebäude am Hirschgarten denke, dann wird mir schlecht. Auch dort wird voraussichtlich auf dem Niveau der Messestadt gebaut und wieder wird ein hervorragender Standort für Jahrzehnte verschandelt und eine Riesenchance zerstört.

  • MartyMUC
    Ja, es ist schon erstaunlich, wie die wunderbare und dynamische Stadt durch mutlos-reizloses Klein-Klein großartige Chancen vertan hat und auch weiterhin munter vertut. Man hat das Gefühl, dass sich die Macher deswegen nicht ins Zeug legen, weil am Standort München auch 08/15- und gar abscheulich hässliche Wohnungen ohnehin schnell Käufer bzw. Mieter finden.

  • Das Problem ist


    1. Kein Anreiz von Investoren - in München wird alles verkauft - auch der letzte scheiss


    2. Die Stadtplanung gibt keine Vision vor


    und daran wird sich auch nix soschnell ändern - Ude und sein rot-grüner Anhang wird noch Jahre in München vorn sein.

  • MartyMUC


    Der erste Alte Botanische Garten war ab 1854 zur Hälfte vom Glaspalast überbaut der 1931 aus unbekannten gründen abbrannte. Als Ersatz für den Glaspalast wurde nach der Machtergreifung der Nazis das Haus der (deutschen) Kunst gebaut, der Botanische Garten dafür wieder in einem Park verwandelt. Die Bäume stammen zum Teil vom Königsplatz, der zeitglich unter Steinen begraben zum Aufmarschplatz wurde.
    Der Neptunbrunnen, Ausstellungsbeäude und auch das Parkcafe sind einige der ersten öffentlichen gebäude des NS-Regimes. Von dem Botanischen Garten des 19. Jahrhunderts existiert nur noch das Eingangsportal.
    Siehe dazu auch meine Homepage:D :
    http://denkmaeler-muenchen.de/ns/botanischerv.php

  • Endlich tut sich wieder mal etwas in Riem
    Die triste Wüste gegenüber der Messe wird mit einem riesigen Hotel zugeklatscht. Dann bekommt der Platz zwischen Messesee und Riem Arkaden endlich einen Rahmen. Fehlt nur dann das Tower Grundstück
    Näheres unter accumulata.de unter "Projekte"