UN-Campus (Erweiterungsbau - ca. 67m, im Bau)

  • UN Kindergarten Bonn

    Der UN-Kindergarten hebt sich architektonisch positiv von den neuen Zweckbauten im Viertel ab.



    Foto von mir (Public Domain).

  • ONU BONN

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    Erweiterungsbau für den UN-Campus in Bonn



    Konzept
    Mit der Abgrenzung des Standorts für den Erweiterungsbau auf dem UN-Campus, bildet der neue Bürokomplex eine Enklave zwischen den unterschiedlichen Bestandsgebäuden.
    Während die architektonische Geste einen Kontrast zur Umgebung schafft, zielt die landschaftliche Gestaltung für ihren Teil darauf hin, das Areal zu homogenisieren.


    Die Silhouette des Campus, die sich mit Sicht vom Rhein erschließt, ist ein charakteristisches Element, welches bewahrt werden sollte. Zurzeit repräsentiert jedes der Gebäude seine Entstehungszeit, ohne einem einheitlichen Bild zu folgen. Das neue Gebäude vervollständigt diese Zeitleiste mit seiner zeitgenössischen Architektur. Durch seine Kubatur, von R+2 bis R+5, vermittelt es zumal zwischen den bestehenden Volumina, dem niedrigeren Wasserwerk und Pumphaus einerseits und dem Alten Abgeordneten Hochhaus andererseits. Somit bleibt dem Passanten die Sicht vom Rhein über den gesamten Campus erhalten.
    Mit der gleichen Absicht, die Silhouette der Gebäude vom Rhein aus bestehen zu lassen, soll mit einer neuen Nord-Süd-Achse eine Verbindung zwischen Rhein und Langem Eugen geschaffen werden. Diese Achse dient als leitendes Element, zur Einbettung des Erweiterungsbaus und zur Umstrukturierung der Verkehrsführung, um sowohl einen geeigneten Zugang als auch einen neuen Vorplatz um das Wasserbecken herum zu generieren.


    Das Gebäude besteht aus zwei Einheiten erodierter Formen, umschlossen von einer flexiblen, fließenden Haut. Ausgerichtet an einer gebogenen Achse, umfasst es den neuen Vorplatz des Wasserbeckens. Die Lesbarkeit der Architektur entspricht der Lesbarkeit ihrer Struktur, die esthetischen und technischen Komponenten begründen sich gegenseitig und bilden somit eine Einheit. Ebenso lässt sich die funktionelle Gliederung an der Fassade ablesen, dank variierender Transparenzen des Verkleidungsmaterials. Hinter stärker transparenten Fassadenabschnitten befinden sich Büroräume, wohingegen opake Bereiche die Archive schützen. Dank ihres spiegelnden Effekts ermöglichen die dreiecksförmigen Verkleidungsmodule zudem eine indirekte Wechselwirkung der Gebäudehülle mit der Umgebung, als metaphorische Verbindung von Geschichte und Moderne.
    Jene High-Tech-Architektur zeichnet sich durch ihre Erhebung aus. Durch eine Verjüngung an der Kontaktstelle der ovalen Pole, wird sowohl der Vorplatz frei gehalten als auch die Nord-Süd Achse mit Ausblick auf den Rhein.
    Die Landschaftsgestaltung zielt in erster Linie darauf hin, das Ensemble zu vereinheitlichen und eine Verbindung zwischen den Gebäuden herzustellen. Aus organischen Formen entwickeln sich Fußwege und ein Zusammenspiel von mineralischen Baustoffen und Bepflanzung.


    Städtebauliches/landschaftliches Prinzip
    Der Ausgangspunkt war, das Gebäude senkrecht auf der Verbindungsachse zu platzieren, die den Rhein mit dem Langen Eugen verbindet und zwischen dem Wasserwerk und dem Pumpenhaus hindurch verläuft. Daraus resultiert unsere Entscheidung für den Standort auf dem Platz des Ehemaligen Ärztehauses. Der neue Erweiterungsbau erstreckt sich somit zwischen den beiden Gebäuden des Alten Abgeordneten Hochhauses. Wir halten am Fortbestand der klaren Silhouette der Gebäude fest, wie sie sich in der Ansicht vom Rhein aus abzeichnet.


    Zugang
    Die Architektur des Gebäudes wird durch eine Erhebung der Öffnung in der umschließenden Hülle charakterisiert, die zudem die direkte Verbindung zwischen der Hermann-Ehlers-Straße und die Umorientierung des Wasserbeckens kennzeichnet. Diese neue Verbindungsachse wird durch die Präsenz einer großen Treppe betont, die sich dem neuen Fußgängerplatz öffnet, als Knotenpunkt und Markierung des Hauteingangs des neuen Gebäudes.


    Verbindungen zum Bestand
    Der neue Bürokomplex liegt zentral, dem Herzen einer Inselgruppe gleich, umschlossen von der bestehenden Gebäudesubstanz. Zu jedem dieser Gebäude ist eine unmittelbare Verbindung über Fußgängerbrücken geschaffen, die mit einer leichten Konstruktion überdacht sind. Dieses System, welches die ehemaligen, temporären Verbindungen ablöst, bringt Einheitlichkeit und Homogenität in das Ensemble. Die Bestandsgebäude sind von diesen Umgestaltungen ausgeschlossen, um ihren historischen Wert am Leben zu erhalten.


    Funktionsaufteilung
    Die programmatische Aufteilung wird von den beiden Gebäudeeinheiten verkörpert; die größere Einheit beinhaltet die Büroräume, in der kleineren Einheit sind die Archive untergebracht. Der Erweiterungsbau steht zunächst zwar als gesamtes Gebäude für sich, seine Wahrnehmung wird jedoch stark von der Verbindung dieser beiden Einheiten unterstrichen. Ebenso spiegelt sich dies in der Fassadengestaltung wider, deren Module zur Seite der Archive hin zunehmend opak werden.
    Diese Differenzierung erlaubt eine Rationalisierung des Erweiterungsbaus, bezüglich der Funktionsweise und der Verkehrsströme. Der Zugang erfolgt für das gesamte Gebäude über das Erdgeschoss auf der Büroseite. Auf dieser Etage befinden sich funktionell sowohl öffentlich zugängliche Räume als auch Konferenzräume und die Verbindungshallen der Gebäude.


    Strukturelles Prinzip
    Die architektonische Sprache übersetzt einen strukturellen Grundgedanken: ein metallisches Dreiecksgerüst, welches in Verbindung mit dem Betonkern das Freilegen von Plateaus für Büroflächen erlaubt. Das Fassadenraster des Gebäudes wird durch ein Gitter von Trägern generiert, die selbst weiter unterteilt sind, um die Verkleidungspaneele aus Glas oder Metall zu tragen. Diese tragende Fassade arbeitet parallel mit dem inneren Betonkern, um ein Maximum an freier Fläche auf den Plateaus bereitzustellen. Der Kern beinhaltet die vertikale Haupterschließung – Treppen, Aufzüge, Versorgungsleitungen - sowie Dienst- und Tagungsräume für Versammlungen.


    Energiekonzept
    Der Campus der UN basiert auf zentralen Umweltthemen, weshalb ein starker Wunsch nach einem Passivgebäude besteht. Um dieser Nachfrage gerecht zu werden, wird für eine gesamte Partie des Gebiets, die Nord-Ostspitze, ein "ökologischer Park" vorgesehen; ein Feld mit Photovoltaikanlagen, die zur Energieproduktion im Areal beitragen.
    Das Gebäude selbst verfolgt dieselben Richtlinien und erfüllt mehrere Kriterien, um jenen Anforderungen nachzukommen. In diesem Sinne sorgt eine intensive Begrünung der Terrassen für eine bessere Isolation sowie die Rückgewinnung des Regenwassers, welches anschließend für die Versorgung der sanitären Anlagen wiederverwendet wird. Die Fassaden sind abhängig von ihrer Orientierung mehr oder weniger getrübt.

  • Interessant. Endlich ein Entwurf aus dem derzeit laufenden Architekturwettbewerb, nehme ich an(?), der es in die Öffentlichkeit schafft. Vermutlich aber einer der in der ersten Runde ausgeschiedenen, sonst dürfte er kaum im sozialen Netz veröffentlicht werden dürfen. Trotzdem, ich sehe mich bestätigt, wir werden spannende Architektur sehen....

  • Seit dem heutigen Tag gehört das sanierte Alte Abgeordentenochhaus zum exterritorialen Gebiet der Vereinten Nationen.
    Der Haupteingang für den VN Campus wird zum Platz der Vereinten Nationen 1 verlegt, der Eingang Hermann-Ehlers-Straße 10 wird als Hauptzugang geschlossen.


    Quelle

  • Mir gefällt der Kita-Neubau an sich ausgesprochen gut - ein sehr hochwertiges Ergebnis, gerade im Kontrast zu den größtenteils banalen Manstein-Bauten in der direkten Umgebung. Allerdings finde ich, dass man den Bau wegen seiner Holz-Fassadengestaltung durchaus als Fremdkörper wahrnehmen kann.
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    Das Ergebnis des Wettbewerbs für den Erweiterungsbau des Klimasekretariats wird am 10./11.09.2013 bekanntgegeben. Das Bürogebäude mit einem Konferenzsaal soll eine Fläche von 7.700 m² haben. Als Kostenobergrenze wird ein Betrag von 38,8 Mio. € angegeben.
    Die Projektsteuerungsleistungen sind beim BBR bereits ausgeschrieben.

  • Das Ergebnis des Wettbewerbs für den Erweiterungsbau des Klimasekretariats wird am 10./11.09.2013 bekanntgegeben.


    Der Wettbewerb ist entschieden!
    Es geht - wie erwartet - hoch hinaus: 17 Geschosse auf einer Grundfläche von 20 x 30 Metern mit eingesetzten, bepflanzten, geschossübergreifenden Wintergärten. Und geplant hat dies das Architekturbüro „Stefan Lippert, Berlin“ zusammen mit den Landschaftsarchitekten „ANNABAU Architektur + Landschaft, Berlin“.


    Die Jury sagt:

    Zitat

    „Der Entwurf überzeugte insbesondere durch seine geschickte Standortwahl und die gelungene Integration des Baus in die Rheinsilhouette. Seine weiteren Pluspunkte: die klare und reduzierte Architektursprache und die zukunftsoffene flexible Grundrissgestaltung“.


  • Hier gibt es endlich weitere Ergebnisse des Wettbewerbs.
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    Irgendwelche Meinungen? Gute Entscheidung des Preisgerichts? Schade um einen Entwurf der nicht gewonnen hat?

  • In unglaublicher Schnelligkeit (nur über einen Monat nach der Entscheidung!) hat nun auch das BBR die Wettbewerbsergebnisse veröffentlicht.
    Hier geht es lang zu ergänzenden Bildern

  • Es geht voran mit dem Erweiterungsbau für das UNO-Klimasekretariat. Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA) hat als Grundstückseigentümerin für den Erweiterungsbau mit Datum vom 31.01.2014 einen Antrag auf Einleitung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplanverfahrens gestellt. Nun soll im Zuge der frühzeitigen Beteiligung die Öffentlichkeit die Möglichkeit erhalten zu der Planung Stellung zu nehmen.


    Quelle

  • UNO: Sekretariat für Klimarahmenkonvention

    Ich habe gestern die Bautafel mit der Visualisierung des geplanten Hochhauses fotografiert - der Entwurf wirkt mit seinen hängenden Gärten gar nicht schlecht:





    Ich erinnere mich dunkel, dass es mal möglich war, vom Rheinufer am Langen Eugen vorbei zur Museumsmeile zu kommen. Diese Wegverbindung wurde unterbrochen - auf dem Asphalt sieht man noch, dass da ein Radweg unterbrochen wurde. Ich verstehe Sicherheit, doch die Stadt kann nicht zum großen Sperrgebiet werden. Etwa die Straße vor der britischen Botschaft in Berlin wurde für Autos gesperrt, aber als Fußgänger kommt man da vorbei - hier nicht mehr: