Barrierefreiheit

  • Barrierefreiheit

    Zuerst mal ein kleiner exkurs in die Gesetzeslage:


    Behinderten Gleichstellungs gesetz (BGG) § 8 Herstellung von Barrierefreiheit in den Bereichen Bau und Verkehr:


    (1) Zivile Neubauten sowie große zivile Um- oder Erweiterungsbauten des Bundes einschließlich der bundesunmittelbaren Körperschaften, Anstalten und Stiftungen des öffentlichen Rechts sollen entsprechend den allgemein anerkannten Regeln der Technik barrierefrei gestaltet werden. Von diesen Anforderungen kann abgewichen werden, wenn mit einer anderen Lösung in gleichem Maße die Anforderungen an die Barrierefreiheit erfüllt werden. Die landesrechtlichen Bestimmungen, insbesondere die Bauordnungen, bleiben unberührt.


    (2) Sonstige bauliche oder andere Anlagen, öffentliche Wege, Plätze und Straßen sowie öffentlich zugängliche Verkehrsanlagen und Beförderungsmittel im öffentlichen Personenverkehr sind nach Maßgabe der einschlägigen Rechtsvorschriften des Bundes barrierefrei zu gestalten. Weitergehende landesrechtliche Vorschriften bleiben unberührt.


    Quelle: http://bundesrecht.juris.de/bundesrecht/bgg/gesamt.pdf (PDF)


    So weit die Theorie, doch in der Praxis wird leider immer wieder davon abgewichen:
    Das schlimmste was ich bisher gesehen habe war das Einkaufszentrum "fünf Höfe" in München (und das hat mir noch nicht mal besonders alt ausgesehen): Wenn man mit den Rolli zum dortigen Hungendubel will muss man sich an der Kasse anmelden, damit man zu einen Aufzug begleitet wird der allerdings für einige E-Rollis zu klein sein dürfte :mad: . Und dabei ist aber Platz für einen geeigneten Aufzug...
    Oder in Stuttgart: Vor ein paar Jahren baute man ein neues Kustmuseum mit schönen Stolperfallen für Sehbehinderte in Form von kleinen Treppchen auf den Vorplatz.
    Lustig ist auch die Erdinger-Arena in Oberstdorf: Laut der Oberstdorfer Internetseite ist diese für Rollifahrer zugänglich. Richtig, man muss halt nur mit den Rolli durch eine enge Drehtür und dann noch Treppen hoch...


    Und auch beim ÖV ist es nicht besser: Selbst wichtige Bahnhöfe wie Bretten welche erst vor wenigen Jahren umgebaut wurden (und dabei u.a. Bahnsteige erhielten von wo aus man ebenerdig in die meisten Züge einsteigen kann) hat keine Aufzüge oder Rampen bekommen. Toll natürlich auch der angeblich Barrierefreie Ausbau des Bahnhofes S-Bad Canstatt: Blindenleitlinien sucht man aber vergeblich.


    Und ob ihrs´s glaubt oder nicht: Es gibt sogar nicht behindertengerechte Rolli-WC´s. Da sind z.B. die Türen so schwer dass sie von vielen Rollifahrern nicht geöffnet werden können oder die Waschbecken sind so angelegt dass es kaum möglich ist Urinflaschen zu reinigen.


    Ich könnte diese Liste noch unendlich fortsetzen aber das würde dann wohl langweilig werden.


    Natürlich es gibt auch positive Beispiele, so wird bei der modernisierung der Königstraße eine Blindenleitlinie eingebaut.

  • In Braunschweig ist auch etwa jede zweite Ampel ein Rentner- oder Pensionärsschreck, d. h. dass, wenn du unter Arthritis oder Ähnliches leidest oder ein Handicap in Bezug auf deine Mobilität hast, die Ampel genau dann wieder auf Rot springt, wenn du etwa ein Drittel bis die Hälfte der Überquerung der Straße geschafft hast.

  • Wenn die Fussgaengerampel auf rot ist, bedeutet das doch nur, dass man nicht mehr loslaufen sollte. Wichtig ist dann eh, wann die Autos Gruen bekommen.

  • @ DiggerD21:
    Und in Hamburg gibt man Geld für unnütze Ampel-Countdowns aus, statt die entsprechende Ampel blindengerecht auszustatten.


    Ja auch das ist ein leidiges Thema: Z.B. hat in S fast jede neue Ampel ein Vibrationsfeld das auslöst wenn die Ampel auf Grün schaltet, in Funktion hab ich diese Teile bisher allerdings nur auserhalb der Stadtgrenzen. Warum man dann überhaupt sowas einbaut ist mir schleierhaft.


    Ein paar interesante Bilder zum Thema (vor allem im Bezug auf Blinde und Seebehinderte)
    Vor allem dass da teilweise mehr auf das schöne aussehen geachtet wird als auf die Funktion ist schon bedenkenswürdig.

  • Am 1. Mai war ich mit einen Bekannten (der im Rollstuhl sitzt) in der nähe Gelsenkirchen unterwegs. Da wir mal vor haben/hatten ein Spiel auf Schalke anzuschauen haben wir uns entschlossen uns die Umgebung des Stadions anzuschauen. Was wir da gesehen haben hat uns dann doch schon schockiert:


    Das gibg schon los als wir die Stadionshaltestelle erreichten:
    Trotz der neue des Stadions (Baujahr 2001) und den einsatz von Niederfluhrwagen ist die Station nicht behindertengerecht ausgebaut. Nur Treppen führen von den Bahnsteigen weg:

    da die Geländer ungewöhnlich dick sind konnte mein Bekannter sich nicht am Geländer festhalten (dann ist für ihne das Treppensteigen, wenn auch unter größeren Anstrengungen, möglich). So aber musste ich ihn die Treppen hochtragen.

    Klar, es gibt auch einen Bahnübergang der vom Bahnsteig weg führt

    dessen benutzung wird aber nicht gerne gesehen. Zudem ist der weg zum Überweg nicht ebenerdig sondern hat eine Stufe.


    Am Stadion angekommen sahen wir dann den Mutmaßlichen Rollstuhl-Eingang:

    Ich will ja nicht wissen wie lange dieser Treppenlift braucht.
    Sowas ist als Provisorium ja ganz nett wenn nur ein paar Rollifahrer unterwegs sind. Aber bei einen Stadion ist sowas einfach nur PEINLICH!!!!


    Als wir dann einmal ums Stadion herum sind entdeckte ich diese Blindenlinie

    Wie man schön sehen kann, kann der Blinde diese Bank mit seinen Taststock nicht ertasten und wird warscheinlich mit den Knie voll dagegenlaufen. Wie kann man nur sowas bauen?
    Wie man sehen kann schneidet die Blindenlinie auch noch eine Mauer, ein Gebüsch

    und ein Geländer


    Zur Haltestelle hin streift die Leitlinie schön am Zaun entlang

    schön über Stolperfallen

    um dann von im bereich der Haltestelle von Rillensteinen zu einen aufgemalten Strich zu wechseln (denken die etwa Blinde können den Strich sehen?):nono:


    Man muss schon sagen: Sowas Peinliches habe ich noch nie gesehen, und hätte das an einen der modernsten Stadien auch nich erwartet. Vor allem die Blindenlinie schlägt sie ja alle. Man sollte eine solche Linie mittig legen so dass der Blinde seinen Taststock nach belieben schwenken kann und auf keinen Fall an einen Zaun entlang wo sich der Taststock am ende noch verfängt.
    Der Architekt der das entworfen hat sollte sich echt was schämen, ebenso der Verein der in diesen Stadion spielt.:nono:

  • Was mir letztens in Richtung Barrierefreiheit aufgefallen ist:


    Im Mannheimer HBf gibt es im Haupttunnel zwei Aufgänge an jeden Bahnsteig - links Treppen, rechts Rolltreppen.
    In letzter Zeit wurden an allen Aufgängen taktile Hinweisschilder montiert - "dual" in vorspringender lateinischer Schrift und in Blindenschrift.


    An den Rolltreppen wurden diese an einem Pfeiler in der Mitte montiert, mit z.B. auch dem Hinweis "Gleis 7 rechts, Gleis 8 links". An den Treppen wurden die Schilder in die Handläufe integriert, selbe Beschriftung. An den Handläufen jeweils so, daß man die praktisch automatisch beim ersten Hingreifen erfühlt.


    Dasselbe natürlich auch oben am Bahnsteig für die Abgänge.


    Im zweiten Durchgangstunnel (in dem die Aufzüge montiert sind), führt der Blindenleitstreifen ausschließlich jeweils auf die Seite mit den Aufzügen, an denen ich auch schon mal entsprechende Schilder gesehen habe.


    Ich finde das als Konzept interessant, und mal was überaus sinnvolles - in anderen Bahnhöfen kann man sich zwar per Blindenleitstreifen zu den Bahnsteigen durchtasten, hat aber außer Durchzählen praktisch keine Information darüber, an welchem Bahnsteig man sich befindet.
    Gerade wenn viele Leute außenrum unterwegs sind, bietet das eine ziemlich gute Orientierungshilfe für Sehbehinderte, auch "abseits" der Blindenleitstreifen.

  • Verschoben von S21-Teil II-Thread. fehlplaner hält Rampen für besser als Aufzüge, um bestmögliche Barrierefreiheit zu erreichen


    Mehrere Minuten heißt? 1 oder doch 2?


    Das kann auch noch länger dauern.
    Je nach Tageszeit und Glück/Pech


    Der, der sich beschwert.


    Dann doch lieber Rampen


    Dann doch lieber Autofahren.


    Wie erwähnt: Das hat sich in einen Hotel abgespielt. Und da willst du mit den Auto rumheizen? :D


    Du solltest ein Buch schreiben, Titel: "Exklusiv - Meine Pleiten, Pech und Pannen mit DB-Aufzügen".


    Da wäre ich zu lang am schreiben. Fast wöchendlich kommt was dazu...


    Frag den gemeinen Rollifahrer, der von der Königstr. Richtung München fahren will.


    Wie bereits erwähnt:
    Die einrichtung von Aufzügen ist auf dieser Achse gut möglich.
    Als Ergänzung ist ein Aufzug ja immer nett, aber nie als alleinige Zugangsmöglichkeit.

  • Karlsruhe ist da ein ganz mieses Beispiel, zumindest was den ÖPNV angeht. In KArlsruhe wurde ja bekanntermaßen das Karlsruher System erfunden, eine Stadtbahn die im Umland DB Strcken nutzt und dann auf die Straßenbahn wechselt. Sinn der ganzen Sache ist eine direkte Erreichbarkeit der Innenstadt zu schaffen die sonst höchstens mit teuren Tunnellösungen zu machen wäre und auch nicht den in Karlsruhe vorhandenen Stand schaffen würde.
    Klingt alles ganz toll, wäre da nicht ein großes Problem, das System war bei seiner Einführung im warsten Sinn des Wortes seiner Zeit vorraus. Was sonst positiv ist, ist hier extrem kritisch zu sehen. Das Problem ligt darin, dass man damals nicht auf Niederflurbahnen für die Stadtbahn gesetzt hat wie dies z.B. bei späteren ähnlichen Projeken in Saarbrücken, Kassel oder Chemnitz gemacht wurde. Hoch- bzw. Mittelflurige Stadtbahnen nutzen auch andere städte wie z.B. Köln oder Stuttgart wo das nur geringe Probleme verursacht. Der Unterschied liegt hier aber darin, dass beide Städte eine komplette Umstellung auf Hochflur planten und dafür auch die Bahnsteige anpassten. Auch wenn Köln mitlerweile von der kompletten Umstellung abgerückt ist, so trennen sie zumindest Hoch- von Niederflurnetz.
    In Karlsruhe war nie der Ersatz der Straßen- durch eine Stadtbahn geplant sondern der Paralellbetrieb ist di entgültige Lösung. Dieser Umstand führt dazu, dass man im KArlsruher Straßenbahnnetz keine Station mit Hochbahnsteigen findet und somit die Nutzung der Stadtbahnen für Rollstuhlfahrer ausgeschlossen ist. Am schlimmsten ist das ganze auf den Strecken der ersten Generation. Hier verkehren Standbahnfahrzeuge mit festen Treppenstufen am Einstieg an niederen Bahnsteigen. Aberauch an dn Strecken der zweiten Generation welce das eigentliche Karlsruher Modell mit dem Sytemwechsel auf DB trecken darstelen sieht es nicht viel besser aus. Zwar werden hier fast ausschließlich Mittelflurfahreuge eingesetzt welche theoretisch einen barrierefreien Zugang von 55cm hohen Bahnsteigen aus ermöglichen, aber diese findet man nur auf den Ausenästen. Wärend die Stadt Heilbronn welche seit einige Jahren eine Innenstadtdurchfahrt für die S-Bahn Karlsruhe besitzt diese bis auf eine Station mit 55cm Bahnsteigen ausgestattet hat, so geht das in Karlsruhe wegen der weiterhin verkehrenden Straßenbahnen nicht welche nur an den niederen Bahnsteigen halten können.
    Ich möchte mal kurz die Folgen für einen Rollstuhlfahrer an einem Beispiel erleutern. Nehmen wir an man will von Gölshausen, einem Ort an einer Strecke der zeiten Generation (von der ersten Generation will ich garnicht anfangen), an den Marktplatz Karlsruhe. Für einen nicht behinderten Menschen kein Problem, er muss nicht einmal umsteigen sondern fährt einfach durch. Ist man aber auf einen ebenerdigen zugang zur Bahn angewiesen sieht das Ganze schon anderst aus. Man muss zuerst mit der S-Bahn nach Durlach, dort in einen Zug zum Hbf Karlsruhe umsteigen und von dort noch mit der Straßenbahn zum Marktplatz.
    So eine Situation ist absolut nicht zufriedenstellend, und ich sage das nicht als Betroffener. Es könnte mir egal sein, da ich jede Bahn benutzen kann, ist es aber nicht.
    Zum Glück ist zur Zeit etwas Besserung in Sicht. KArlsruhe plant die Stadt- und Straßenbahn teilweise unter die Erde zu legen und in diesem Tunnel würde der Teil der Bahnsteige der von der Länge her nur von Stadtbahnen benötigt wird 55cm hoch. Das wäre zwar nicht ideal, aber besser als nichts. Eine solche Lösung sollte man auch für die oberirdischen Stadtionen mit Stadtbanverkehr realisieren und am Hauptbahnhof, wo eh genügend Platz zur Verfügung stehen könnte man zwischen den mittleren Gleisen einen zusätzlichen Bahnsteig errichten.
    Für die Strecken der ersten Generation müsste man den gesammten Fahrzeugpark ersetzen, was ziemlich aufwenig wäre. Vielleicht könnte man hier die bestehende Fahzeuge um einen Niedefluhrteil ergänze wie das z.B. schon in Mannheim gemacht wurde.
    So, das war 's jetzt endlich, will euch nicht länger mt meinen verrückten Ideen nerven.

  • Wenn ich mich jetzt richtig erinnere, liegen viele Karlsruher Straßenbahn-Haltestellen auf Bodenhöhe, d.h. bei praktisch 0cm? Am Bahnhof auch nur so kleine Dinger mit maximal 10cm Höhe?


    Im Rhein-Neckar-Bereich ist man da bei den Haltestellen allerdings auch nicht unbedingt immer vorbildlich. Ebenerdigen Einstieg (d.h. 30cm-Bahnsteige für Nf-Fahrzeuge) gibts jetzt mal grob über den Daumen gepeilt bei vielleicht 30% aller Straßenbahnhaltestellen, es herrscht ein Riesen-Rückstau bei entsprechenden Umbauten.
    Dazu kommen - in Mannheim, Ludwigshafen und Edingen - ein gutes Dutzend Haltestellen, die sowieso nur über Treppen bzw. Rolltreppen erreichbar sind.


    Die Niederflurmittelteile in den Mannheimer GT8N... ich persönlich mag se nicht so. Im Mittelteil verschachtelt, sehr wenig Platz, sehr steile Treppen, und allgemein zu klein. Man hat bezeichnenderweise nur zwei Jahre nach dem Umbau den kompletten restlichen Wagenpark auf Niederflur umgestellt, und die Wutzen dann ganz schnell im wesentlichen auf die Linie mit der schwächsten Nachfrage und einige Verstärker verbannt.

  • @ Mr Anderson:


    Dieser Umstand führt dazu, dass man im KArlsruher Straßenbahnnetz keine Station mit Hochbahnsteigen findet und somit die Nutzung der Stadtbahnen für Rollstuhlfahrer ausgeschlossen ist.


    Zumindest offizell. Inoffizell kann man da schon was machen, auch wenn das schon von der Begleitperson ziemliches können abverlangt).


    Am schlimmsten ist das ganze auf den Strecken der ersten Generation. Hier verkehren Standbahnfahrzeuge mit festen Treppenstufen am Einstieg an niederen Bahnsteigen.


    Die S1/S11 und S2 werden irgendwann auf Niederfluhrfahrzeuge umgestellt, diese beiten dann an fast allen Bahnsteigen der außenstrecken einen ebenerdigen Einstieg. Leider wurden die letzten Hochfluhrer für den 1-System-Bereich erst ende der 80er gekauft. Nutrzungsdauer eines Stadtbahnzuges 30-40 Jahre...
    Es besteht noch die möglichkeit die Fahrzeuge mit Nf-Mittelteilen auszustatten wie das in Heidelberg und Mainz mit den M8C gemacht werden soll.
    Leider habe ich von solchen Planungen noch nichts gehört.


    Zwar werden hier fast ausschließlich Mittelflurfahreuge eingesetzt welche theoretisch einen barrierefreien Zugang von 55cm hohen Bahnsteigen aus ermöglichen, aber diese findet man nur auf den Ausenästen.


    Diese findet man sogar nur auf den Außenästen nach 1997 und später erneuerten/umgebauten/neugebauten Stationen wie z.B. Wössingen-Ost, Ersingen-West, oder Bretten Bf. Auf den anderen Strecken (vor allem S4 und S5 und S31/32 Süd, S9 und die Strecke nach Menzingen haben noch mehrheitlich Bahnsteige mit 38cm höhe. Eventuell hatte man säter vor auf diesen Strecken Niederfluhrwagen einzusetzen (was dann optimal gewesen wäre), was dann aber von den 76cm Bahnsteigen der DB verhindert wurde.


    so geht das in Karlsruhe wegen der weiterhin verkehrenden Straßenbahnen nicht welche nur an den niederen Bahnsteigen halten können.


    Das hauptproblem in karlsruhe ist dass es eigendlich 3 Bahnsteighöhen gibt:


    Die Bahnen der 5 können nur an Hochbahnsteigen halten die direkt am Gleis sind (ähnlich wie in MA) oder an tiefbahnsteigen. Hochbahnsteige direkt am Gleis werden von den Stadtbahnwagen verhindert die eine Ausfahrbare und nicht seperat angesteuerte Trittstufe haben. deshalb müssen die Bahnsteige etwas von den Gleisen weg. Deshalb haben die Nf-Wagen auch das Schiebbrett. Und deshalb können an Strecken wo die 5 Verkehr überhaupt keine Hochbahnsteige entstehen, auch nicht für 30cm. Deshalb sind diese Bahnsteige auch noch so wenig in KA vorhanden.


    Nehmen wir an man will von Gölshausen, einem Ort an einer Strecke der zeiten Generation (von der ersten Generation will ich garnicht anfangen), an den Marktplatz Karlsruhe.


    Speziell Gölshausen ist für Rollifahrer aber besonderst blöd, da Gölshausen eine Unterführung ohne Aufzug hat. Ähnlich bei Bretten-Kupferhälde. Die nächsten geeigneten Stationen sind Gölshausen Industriegebiet (mit 55cm Bahnsteigen ca. 1,1 km) oder Bretten-Schulzentrum (ca. 2,3 km).


    Man muss zuerst mit der S-Bahn nach Durlach, dort in einen Zug zum Hbf Karlsruhe umsteigen und von dort noch mit der Straßenbahn zum Marktplatz.


    In Durlach ist der AVG-bereich noch nicht barrierefrei zugänglich. Wenn man eine Stufe überwinden kann dann kann man in der Hulbstraße ausstreigen und zum Durlacher Bf laufen. Wenn man 2 Stufen überwinden kann (ist schon bedeutend schwieriger als eine da man das nicht nur mit Kippen überwinden kann und eine B-person eigendlich zwingend erforderlich wird) dann kann man auch gleich in der Bahn Sitzenbleiben und so zum Marktplatz fahren. Das machen viele Rollifahrer in KA.
    Mit einen E-Rolli geht das aber nicht ganz so gut. Vor allem wenn man vom Norden oder Osten her anreist ist es aber empfehlenswert nur bis Durlch zu fahren und von dort die 1 bis zur Herrenstraße zu nehmen. Dann muss man keine einzige Stufe überwinden.


    Eine solche Lösung sollte man auch für die oberirdischen Stadtionen mit Stadtbanverkehr realisieren


    Ist bei inigen Haltestellen offenbar geplant.


    und am Hauptbahnhof, wo eh genügend Platz zur Verfügung stehen könnte man zwischen den mittleren Gleisen einen zusätzlichen Bahnsteig errichten.


    Kommt vsl. 2009


    @ kato2k8:


    Wenn ich mich jetzt richtig erinnere, liegen viele Karlsruher Straßenbahn-Haltestellen auf Bodenhöhe, d.h. bei praktisch 0cm? Am Bahnhof auch nur so kleine Dinger mit maximal 10cm Höhe?


    Fast alle Haltestellen in KA haben diese niedrigen Bordsteinkanten.


    m Rhein-Neckar-Bereich ist man da bei den Haltestellen allerdings auch nicht unbedingt immer vorbildlich. Ebenerdigen Einstieg (d.h. 30cm-Bahnsteige für Nf-Fahrzeuge) gibts jetzt mal grob über den Daumen gepeilt bei vielleicht 30% aller Straßenbahnhaltestellen, es herrscht ein Riesen-Rückstau bei entsprechenden Umbauten.


    Ich, der das Mannheimer Stadtbahnnetz schon recht oft mit Rollifahrern benutzt habe kann schon sagen dass das Netz für rollifahrer schon ziemlich brauchbar ist. Vor allem da die wichtigen Umsteigepunkte eben brierefrei sind. In Karlsruhe sind genau das die Knackpunkte:
    So Strecken wie die Enztalbahn oder die Murgtalbahn bieten an fest jeder Haltestelle einen barrierefreien Zugang (übrigens ohne einen einzigen Aufzug (!!!)) aber die Anschlusstationen Pforzheim, Rastatt oder Karlsruhe HBF sind nicht oder nur unzureichend barrierefrei.
    Auch Knoten wie Bretten, Mühlacker, Wörth, Baden-Baden usw. müssten dringenst mit barrierefreien Hochbahnsteigen ausgetattet werden (in Bretten fehlen nur noch die Aufzüge bzw. Rampen, siehe oben).


    Die Niederflurmittelteile in den Mannheimer GT8N... ich persönlich mag se nicht so. Im Mittelteil verschachtelt, sehr wenig Platz, sehr steile Treppen, und allgemein zu klein.


    Besser als nichts. Und in KA könnte man den Nf-Teil wegen des längeren Mittelteils auch etwas Großzügiger gestalten.

  • Hochbahnsteige direkt am Gleis werden von den Stadtbahnwagen verhindert die eine Ausfahrbare und nicht seperat angesteuerte Trittstufe haben. deshalb müssen die Bahnsteige etwas von den Gleisen weg.


    Anekdotisch: In Heidelberg hat fast jeder 30cm-Bahnsteig einen tiefschwarzen Strich 5 cm unter der Bahnsteigkante. Weil immer mal wieder irgendein Fahrer eines M8C vergessen hat die ausfahrbare Trittstufe abzuschalten und sie nicht nur ausgefahren hat, sondern auch damit dann los gefahren ist.


    In Mannheim wurden die Knotenpunkte (vor allem Paradeplatz, Neckartor) erst in den letzten Jahren "aufgebockt".
    In Heidelberg - keine Chance. Rollstuhl nur im Bus, dafür haben alle Busse auf Stadtlinien elektrische Hebebühnen und üblicherweise drei Rollstuhlplätze. Seit dem Umbau der Haltestelle Brückenstraße kommt man immerhin mit einmal Umsteigen auch wirklich in alle Richtungen in die Bahnen rein.
    In Ludwigshafen wirds sehr problematisch, wegen der Tunnelhaltestellen, die nur über Rolltreppen erreichbar sind.

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    In Mannheim wurden die Knotenpunkte (vor allem Paradeplatz, Neckartor) erst in den letzten Jahren "aufgebockt".


    Ja, ebenso wie die Knoten an der Alten Feuerwache, am Uni-Klinikum und in Neuostheim.
    Paradeplatz ist überigens leider noch nicht Barrierefrei, aber man kann dafür ja auf den Ring umsteigen.


    Rollstuhl nur im Bus, dafür haben alle Busse auf Stadtlinien elektrische Hebebühnen und üblicherweise drei Rollstuhlplätze.


    Diese elektrischen Hebebühnen sind aber auch nicht gerade der Weißheit letzter schuss. Das auffahren auf die Hebebühne ist recht schwer (2 Absätze). Zudem sind die Dinger rein meinen Subjektiven eindruck nach mehr kaputt als Ganz.
    Und die wichtigste Rolli-Linie wo in Spitzenzeiten auch mal über 5 Rollifahrer anzutreffen sind wird in den Abendstunden von BRN-Bussen mit nur einen Kinderwagenplatz befahren. Da blieben vor allem in der Umstellungsphase viele Rollifahrer zurück. Jetzt haben sie sich auf die einschränkungen eingestellt. Schade das sich da HD in die falsche Richtung entwickelt. Und auf anderen Linien (31, 32) fahren gleichzeitig die 3 Rolliplätze ungenutzt durch die Gegend :nono:


    Seit dem Umbau der Haltestelle Brückenstraße kommt man immerhin mit einmal Umsteigen auch wirklich in alle Richtungen in die Bahnen rein.


    Die 26 fährt nicht über die Brückenstraße.
    Zudem ist die Brückenstraße ein bisschen zu niedrig um ebenerdig in die Bahnen zu gelangen.


    In Ludwigshafen wirds sehr problematisch, wegen der Tunnelhaltestellen, die nur über Rolltreppen erreichbar sind.


    Rathaus kann auf den unnötigen Seitengleisen mit Aufzügen ausgestattet werden, der HBF kann man wieder oberirdisch anbinden, etwa so: http://www.vluxx.de/pages/konzept.htm

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    Das auffahren auf die Hebebühne ist recht schwer (2 Absätze).


    Die meisten Rolli-Fahrer kommen da scheinbar ganz gut mit zurecht, zumindest so wie ich das immer seh.


    Das Problem mit der Linie 35 ist halt schon ärgerlich.


    Und auf anderen Linien (31, 32) fahren gleichzeitig die 3 Rolliplätze ungenutzt durch die Gegend :nono:


    Auf der 31 und 32 werden die Plätze als Stehplätze benutzt - die beiden Linien sind als die Uni-Linien ja immer extrem stark ausgelastet. Der einzige verbleibende Mittelflur-Bus der RNV in Heidelberg wird auch praktisch ausschließlich auf dieser Linie eingesetzt.


    Die 26 fährt nicht über die Brückenstraße.


    Nach Kirchheim fährt man mit dem 33. Wenn man an die wenigen Haltestellen will, die der nicht bedient, steigt man z.B. Montpellierbrücke oder Rudolf-Diesel-Str. (jeweils mit 30cm-Bahnsteig) um.


    Die Haltestelle Brückenstraße ermöglicht solches Umsteigen endlich mal für Handschuhsheim/Dossenheim/Schriesheim (5/23), sowie Richtung Wieblingen-Gewerbegebiet und Edingen.
    Richtung Rohrbach/Leimen (23/24) gehts entsprechend mit dem 29, Umstieg nach Leimen z.B. Rohrbach Süd oder - ab Dezember - am Bergfriedhof. Bis Dezember noch etwas problematisch.
    Richtung Eppelheim (22) steigt man entsprechend am Betriebshof um, wos leider nur einen 20cm-Bahnsteig gibt.


    Die einzige Straßenbahnhaltestelle mit (20cm-) Bahnsteig, die man so nicht erreichen kann, ist Heiligenbergschule. Wegen Hochflur auf der 21 und 24.

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    Die meisten Rolli-Fahrer kommen da scheinbar ganz gut mit zurecht, zumindest so wie ich das immer seh.


    Ja, nach ein paar mal bekommen es die meisten hin. Aber ich kenne einige Rollifahrer die nur mit B-Person die Medi-Lifte befahren können. Ich habe auch schon gesehen wie E-Rollis die untere Platform hineingedrückt haben. Auch im Bus eingeschlossene E-Rollis hat es schon gegeben da zwischendurch einfach der Lift ausgefallen ist.
    Zudem habe ich schon von mindestens 2 Fällen gehört wo die Rampe unter einen Schieberolli (!!!) zusammengebrochen ist und auf die Straße hinuntergefallen ist. Der Bus stand dann halt erst mal.


    Auf der 31 und 32 werden die Plätze als Stehplätze benutzt - die beiden Linien sind als die Uni-Linien ja immer extrem stark ausgelastet.


    In den BRN-Zeiten auf den 35er ist auch auf der 31/32 nicht mehr so viel los.


    Richtung Eppelheim (22) steigt man entsprechend am Betriebshof um, wos leider nur einen 20cm-Bahnsteig gibt.


    Die 18cm bahnsteige hats ja eigendlich die ganze länge der Bergheimer Straße, auch wenn nur auf höhe der Mitteltür.


    Die einzige Straßenbahnhaltestelle mit (20cm-) Bahnsteig, die man so nicht erreichen kann, ist Heiligenbergschule. Wegen Hochflur auf der 21 und 24.


    Die 21 bekommt ja bald ihre eigenden RNV8 mit Supercaps fürs Feld.
    Und die 22, 24 und 26 bekommen ja irgendwan mal umgebaute M8C im Mischbetrieb mit MGT8D und RNV8


    Ach ja, kleiner Nachtrag da meine Bildhochladeseite wieder funkt:


    @ kato2k8:


    Wenn ich mich jetzt richtig erinnere, liegen viele Karlsruher Straßenbahn-Haltestellen auf Bodenhöhe, d.h. bei praktisch 0cm? Am Bahnhof auch nur so kleine Dinger mit maximal 10cm Höhe?


    Das sieht ungefähr so aus:


    Tiefbahnsteig -> Nf-Fahrzeug:


    Niederfluhrbahnsteig -> Nf-Fahrzeug


    Mittelfluhrbahnsteig -> Mf-Fahrzeug

  • zu Beitrag #8:

    Sorry wenn ich den steinalten Thread wieder ausgrabe, aber ich finde es wichtig.


    Meine Ex ist blind, wir hatten eine Fernbeziehung und von daher hatte sie öfters mit dem Mannheimer Hauptbahnhof und weniger barrierefreien Bahnhöfen (Frankfurt etc.) zu tun. Sie kommt aus Marburg, DER Blindenhochburg Deutschlands, blindengerecht gestaltet wo es nur geht trotz Fachwerk-Altstadt auf einem Hügel. Und sie hat mir gesagt, ihrer Erfahrung nach, der Mannheimer Hauptbahnhof hat das Problem sehr gut gelöst und ist vorbildlich was diese Blindentrassen angeht oder wie man das nennt. Blinde brauchen vernünftige Leitsysteme, die sich beim Blindenstock deutlich anders "anfühlen" als der Rest des Weges, um sich zu orientieren. Also eine klar gewellte Oberfläche an den Leitpfaden o. ä.


    Möglicherweise hat sich beim Hauptbahnhof Mannheim auch der Mannheimer Roll-In e. V. durchgesetzt, das ist ein Behinderten-Verein, der sich seit vielen Jahren in Mannheim vehement und erfolgreich für Barrierefreiheit durchsetzt, in öffentlichen Gebäuden, öffentlichen Verkehrsmitteln, Kneipen, Museen etc. Und Mannheim Stück für Stück verwandelt hat von einer Stadt, die für Rollstuhlfahrer/Gehbehinderte/(meist) junge Mütter mit Kinderwagen/Dackelhalter usw. der Horror schlechthin war in eine Stadt, wo man damit zurechtkommt. Sie kämpfen immer noch für weitere Verbesserungen, zu Recht.


    Die Mitglieder sind zwar (mein Eindruck letztes Weihnachtsfeier-Treffen mit denen vor ein paar Jahren) keiner von denen sehbehindert, sondern allesamt "nur" Rollstuhlfahrer mit teilweise entsprechenden Krankheitsbildern (Spastik, Muskeldystrophie usw.). Aber sie denken auch für Blinde mit und haben sich bei Blindeninitiativen entsprechend informiert, was deren spezielle Belange sind und engagieren sich u. a. auch für ein blindengerechtes Mannheim, obwohl denen das persönlich egal sein könnte. Und das tun sie verdammt gut und einfühlsam für Leute, die keine Sinnesbehinderung, sondern eine Körperbehinderung haben, also andere Probleme im Alltag. Hut ab vor soviel Engagement, Respekt und Einfühlsamkeit! :daumen:


    Übrigens, barrierefrei im Sinne von rollstuhlfahrerfreundlich ist meist auch gut für Leute, die Kinderwägen oder Einkaufsrollis oder Rollatoren oder Hunde mit kurzen Beinen, wie z. B. Dackel haben - oder Arthritis oder ein kaputtes Knie. Weil sie im Stadtbild oft mit denselben Hürden kämpfen wie Rollstuhlfahrer, oder ihre Hunde. Also auch allgemein nützlich, das Engagement, nicht nur für die spezielle Zielgruppe/Lobby des Vereins.


    Ja, und was extrem unbeliebt ist bei Blinden: wenn man sich bei Treppen an Geländern in der Öffentlichkeit hochhangeln oder runterhangeln muss, die generell schmutzig oder von Vogelsch**ße voll sind. Bäh. Man sieht's nicht im Vornherein, und man braucht den Mist trotzdem zur Orientierung, also muss Körperkontakt zu dem Dreck aufrechterhalten. Man merkt außerdem übrigens oft den Unterschied zwischen wirklich behindertemgerechtem Bauen und lieblos/nachträglich reingequetschten Rollstuhlfahrer-Rampen bei Treppengeländer mit zu steilem Geländer für viele Betroffene und zu dicht an der Wand entlang (mistig v. a. für Elektrorollstühle, die Platz brauchen, aber auch für normale Rollstuhlfahrer).


    Was Blindenhunde anbetrifft: diese erleichtern zwar die Orientierung, helfen aber nicht bei allen Problemen (sie können z. B. ein grünes nicht von einem roten Ampelsignal unterscheiden). Und man muss mit Hunden generell klarkommen können und Hunde mögen, kann nicht jeder, da sind Blinde nicht anders als andere. Ist also nicht die 08/15-Lösung für ALLE Blinden, einfach ein Blindenhund, dann ist jedes Problem beseitigt. Dafür sind Hunde nicht intelligent oder flexibel genug, egal wie gut man sie dressiert.


    Ich muss aber dazu sagen, in Mannheim ist die Hilfsbereitschaft der Passanten in öffentlichen Verkehrsmitteln sehr groß, wenn ein Rollstuhlfahrer oder eine Mutter mit Kinderwagen, eine Rentnerin mit Rollator oder Gehproblemen usw. Schwierigkeiten hat, ein- und auszusteigen. Irgendwer hilft da meist, wenn es Probleme gibt, egal ob aufgefordert oder nicht.


    Was weniger vorbildlich ist, das ist, ob Mannheimer einem Behinderten oder gebrechlichen Senior oder kleinem Kind, das sich noch nicht im Stehen ordentlich festhalten kann in der ruckeligen Straßenbahn, den Platz überlassen. Auf Anfrage meist gerne und ohne Murren, aber von selbst kommen die nicht drauf und bieten das in der Regel nicht an. Aber Mannheim ist eben von der Stimmung her roh und grob, wenn auch eher gedankenlos und plump als feindselig. Insgesamt ist die Stimmung hier tolerant im Sinne von "mir ist völlig egal, was du machst, solang es mich nicht stört, und ich denk nicht drüber nach".

  • Marburg, DER Blindenhochburg Deutschlands, blindengerecht gestaltet wo es nur geht trotz Fachwerk-Altstadt auf einem Hügel.


    Naja. Wenn man dort von der Blindenschule über die Brücke geht, kommen erst mal zwei Treppen, dann ein mit Feinkies bestreuter Platz, bei dem am einen Rand ein Haufen Stolperfallen stehen, und am anderen Ende ein Wasserlauf durchgeht. Hab ich zumindest so im Kopf. ;)


    In Mannheim noch recht aktiv ist auch der Badische Blinden- und Sehbehindertenverein. Die arbeiten auch mit VRN und RNV beim Barriereabbau für Blinde zusammen.

  • Naja. Wenn man dort von der Blindenschule über die Brücke geht, kommen erst mal zwei Treppen, dann ein mit Feinkies bestreuter Platz, bei dem am einen Rand ein Haufen Stolperfallen stehen, und am anderen Ende ein Wasserlauf durchgeht. Hab ich zumindest so im Kopf. ;)


    Ich will nicht behaupten, dass alles in Marburg genial ist. Habe selber in den 80ern in Marburg gewohnt, als Barrierefreiheit noch ein Fremdwort in Deutschland war. Insgesamt haben die sich damals aber ziemlich gut auf ihr Blindengymnasium eingerichtet, für damalige Zeiten. Z. B. Ampeln mit Blindensignalen waren revolutionär damals. Wie das jetzt ist in Marburg im Vergleich, keine Ahnung. Und ist auch nur ein subjektiver Eindruck, ich war damals ein Kind und kannte keine Blinden/Sehbehinderten.


    In Mannheim noch recht aktiv ist auch der Badische Blinden- und Sehbehindertenverein. Die arbeiten auch mit VRN und RNV beim Barriereabbau für Blinde zusammen.


    Danke für diese Ergänzung. Ich kenn bislang nur den Roll-In e. V. persönlich, diesen Verein jedoch nicht. Generell begrüße ich jede Initiative in der Richtung Barrierefreiheit, weil es die Städte generell praktischer und damit lebenswerter macht, für viele Zielgruppen. Freut mich, dass es da nicht nur den Roll-in e. V. gibt. Kann gut sein, dass beide Vereine mitgewirkt haben, dass der Mannheimer Hauptbahnhof so blindenfreundlich gestaltet ist (und für Rollstuhlfahrer wohl auch, habs aber noch nicht persönlich auf Herz und Nieren abgeprüft). (Bin selbst übrigens weder Sehbehindert noch Rollifahrer und nicht hinsichtlich etwaiger, sofern existierender Differenzen/Streitigkeiten zwischen den Vereinen involviert.)

  • Für Rollstuhlfahrer hat der Mannheimer HBf einen gewichtigen Nachteil: Da das Bahnhofsgebäude zwischen 1 Uhr und 4:30 Uhr gesperrt ist kommt man über die Aufzüge als Rolli nicht von den Bahnsteigen runter - weil man sich den Aufzug außen am Gleis 1 gespart hat. Und da fahren durchaus einige Züge um die Zeit, das geht dann als Rolli nur mit entsprechender Voranmeldung. Üblicherweise dann wohl über den östlichen Versorgungstunnel und den Lastenaufzug, das geht einfacher als das Bahnhofsgebäude unten und oben aufzusperren.