Allgemeine Fragen und Unkonkretes zum Baugeschehen

  • Am vergangenen Donnerstag war wieder eine Sitzung des Baukunstbeirates Nürnberg angesetzt. Leider gibts lt. Website keine Tagesordnung. Entweder ist der Termin ausgefallen oder es gibt keine öffentlichen TOPs, oder man ist einfach nur redaktionell noch nicht soweit.


    https://www.nuernberg.de/inter…6/sitzung_20_05_2021.html


    Die letzte Sitzung im März hatte ja einige Punkte zu bieten, zwei davon sogar öffentlich:

    - Kilianstraße Ecke Erlanger Straße in Thon (Diskussion hier),

    - Zufuhrstraße/ Steinbühler Straße am Kohlenhof (Diskussion hier).


    Kann mir kaum vorstellen, dass die Sitzung am 20.05. ausgefallen ist.

  • Mal eine etwas allgemein Frage: Kann mir jemand mal beschreiben, oder sogar zeigen, wie eigentlich die typischen Nürnberger Gründerzeithäuser aufgebaut sind? Konkret würde mich interessieren, ob die Fassaden der typischen Sandsteinhäuser im Nürnberger Stil eigenlich nur "vorgeblendet" sind und dahinter eine Backsteinmauer ist, oder ob die Fassade tatsächlich auch der tragenden Wand entspricht.


    Danke :)

  • Da kann ich dir leider nicht profund weiterhelfen. Das hängt sicherlich von der Höhe des Gebäudes und damit von der Dicke der Mauer ab. I.d.R. wird das Mauerwerk bei einem mehrgeschossigen Gebäude nach oben hin schlanker. D.h. in den unteren Stockwerken ist die Mauer dicker - in unserem Fünfgeschosser ist die Erdgeschosswand ca. 60 cm dick, im dritten OG nur noch 40 cm (inkl Verputz). Die Sandsteinquader könnten deshalb im unteren Bereich hintermauert sein, im oberen Bereich ist die Wand womöglich Vollsandstein. Dabei gehe ich davon aus dass die Quader Mauerwerksstärke von 38 cm Breite haben.


    Ich habe mal ein paar Fotos, wo man sieht wie das Sandsteinmauerwerk an das Ziegelmauerwerk angebunden ist.

    Foto nach dem Abriss des Sandsteinaltbaus in der Werderstraße 23/25, das Gebäude, dessen Brandwand man sieht, wurde renoviert. Man sieht die Anbindung der Sandsteinfassade an die aus Ziegeln gemauerte Bandwand:



    Abriss des Sandsteinaltbaus in der Spenglerstraße. Auch hier sieht es so aus, als seien die Außenwände in den oberen Stockwerken aus Vollsandstein:



    Und noch ein paar seltene Bilder aus dem 2. WK, Schadensaufnahme in der Georg-Strobel-Straße in Wöhrd:



    Fotos aus Privatsammlung


    Auch auf den historischen Fotos sieht es aus als seien die Vorderfassaden aus Sandsteinquadern gefügt und nicht nochmal hintermauert.


    Warum fragst du? Interessantes Thema.

  • Hallo nothor,


    vielen Dank, tolle Bilder, aus denen man viel ableiten kann. Mir geht es v.a. um die Frage, wie man beschädigte oder heruntergekomme Gebäude dieser Art renovieren oder verändern kann (zB Ladeneinbauten). Ich besitze zwar ein Haus aus dieser Epoche, aber das ist "rundherum" aus Backsteinen gebaut (und verputzt).

    Und ich habe mal in so einem Haus (mit Sandsteinfassade) gewohnt, und bin beim Bilderaufhängen schier an der Wand verzweifelt *riesel, riesel* - damals konnte ich nicht glauben, im Sandstein zu bohren, aber das war offenbar tatsächlich so :D

  • Ja, der Sandstein enthält quasi kaum Bindemittel, sondern ist einfach gepresster Sand, grobporig. Das macht ihn ökologisch zwar interessant, aber auch spröde. Die Quader reissen auch gerne mal, wenn sie verkantet belastet werden. Kann man an so mancher verschlissenen Sandsteinfassade sehen.


    Wenn ich etwas mehr als einen Nagel im Putz haben möchte, und zur Bohrmaschine greife (im Altbau immer ohne Schlag bohren), dann hab ich immer ein Esslöffel angemachten Gips dabei. Egal wie es aus dem Loch rieselt, auspusten bzw. aussaugen, feucht machen, Gips rein, Dübel hinterher und spätestens wenn der Gips anzieht kann die Schraube reingedreht werden. Das hält alles bombenfest.

    Verzweifelt bin ich bislang nur als ich mal mit einem Kumpel eine Garderobe in seiner Wohnung im Norikus anbringen wollte. Keines unserer Geräte kam mit dem Stahlbeton zurecht.

  • ich hab hier mal einen Beitrag gemacht zu den größten Brachen im Stadtgebiet, für die es weder Pläne noch Ideen gibt (und die auch kein Acker oder Wald ist)

    https://dernuernberger.blogspo…flachen-in-der-stadt.html

    Ausnahme ist der Pferdemarkt, aber die Pläne liegen nach meinem Wissen so sehr auf Eis, das ich mit rein genommen habe.


    Die eine Frage ist, ob jemand zu den einzelnen Flächen was konkretes weiß

    die andere Frage ist, was ich Relevantes vergessen habe


    auf der Brache zwischen Marktkauf und Marienbergstraße ist ja wohl nun etwas geplant.

  • 3. Laufamholzstraße Ecke Eslarner Straße 2016


    Hierfür gibt es einen B-Plan aus dem Jahr 2014 (B-Plan 4471). Der Dehner sollte dorthin verlegt werden und das Areal auf dem heute der Dehner ist sollte mit Wohnhäusern bebaut werden. Gab wohl massiven Widerstand der Anwohner.


    dahner1.jpg



    6. die Fläche südlich des Diehl-Gebäudes zischen Stephanstraße und Peterstraße ist seit einer gefühlten Ewigkeit unangetastet


    Das ist halt der "Notnagel" der Familie Diehl. Solange das Unternehmen nicht in substantielle Schieflage gerät, wird man sich hier die Aussicht nicht verbauen. Vermutlich einer der wertvollsten "Schotterparkplätze" Nürnbergs ;-) .


  • zu 1. Gleißbühlstraße Ecke Marienvorstadt


    Das Grundstück wurde etwa 2013 vom türkische Staat gekauft, welche dort einen Neubau des Konsulates errichten wollte. Leider hat man seitdem nichts mehr davon gehört.


    zu 2. Harmoniestraße Ecke Nunnenbeckstraße


    2017 im Zusammenhang mit dem Umzug der KFZ-Zulassungsstelle stand in der Presse, das "im Innenhof" ein Parkhaus durch den Eigner, der Nürnberger Versicherung gebaut werden soll. Dass kann sich eigentlich nur um dieses Brachgrundstück handeln.

  • danke auch dir - den Artikel konnte ich so weiter anpassen

    vor 2014 war ich noch nicht zurück von meinem jahrelangen Auslandsaufenthalt - da ist mir vieles von damals durch die Lappen gegangen.

  • und wieder danke vielmals - nochmals aktualisiert. Der Informationsstand wird dichter

    nur zu drei Brachen sind jetzt noch keine Infos vorhanden - es gibt vieilleicht einfach keine

  • an der Eslarner Straße wird wohl irgendwann den hinteren Teil der Wieser die Freiwillige Feuerwahr Laufamholz beanspruchen, wenn die Städt. Feuerwehren ihre Prioritätenlisten bis zu dieser Stelle abgearbeitet haben. Im Moment wird in Worzeldorf noch gebaut. Dann kommt anscheinend Buch dran. Es gibt gar nicht so wenige Spritzenhäuser in Nürnberg ...

    http://dernuernberger.blogspot…rnberger-feuerwachen.html

    immerhin 16 freiwillige - gegenüber 5 Berufsfeuerwehren

  • ah ja, an der Kurve vor der Autobahn. in die Werderau rüber - wobei die Werderau ja schon eine eigene hat. Man hatte auch die alte Polizeiwache an der Saarbrücker abreißen können, aber der Platz reicht wohl nicht aus dort. Obwohl die Fläche größer ist, als man denkt.

    https://www.google.de/maps/@49…9.37t/data=!3m1!1e3?hl=de

    aber ohnehin zu spät jetzt. Für die Polizeiwache können man sich auch mal was einfallen lassen - Drumherum wird/wurde teilweise fleißig gebaut

    http://dernuernberger.blogspot…e-in-der-gartenstadt.html

  • Naja, die FF heißt ja FF Gartenstadt und die Saarbrückener Str. ist ja nicht mehr Gartenstadt sondern Siedlungen Süd, das gibt nur böses Blut bei den Freiwilligen ;)


    Die Fläche der ehem. Polizeiwache ist auch schon für Wohnungsbau verplant wie "Heimatminister Söder" 2017 pressewirksam mitgeteilt hat. Viel hat sich aber nicht getan, weil einige Anwohner um ihren Ausblick fürchten (bzw. eigentlich eher den Grundstückswert) und gegen Bauvorbescheid klagt, wie der BV Siedlungen Süd schon Anfang 2020 im Bürgerbrief mitteilte.

    In deinem Blog gibst du übrigens an, dass gegenüber ein "Beck-Cafe" jetzt drinnen ist. Genau genommen ist es der Verkauf mit Cafe der Bäckerei Wojtinek und nicht zu verwechseln mit "Der Beck"-Kette. Da sind Welten Unterschied in der Qualität.

  • upps - danke. Habs gleich ausgebessert. Wie kam ich nur auf Beck?


    und auch die Polizeisache ergänzt - gar nicht so einfach, die ganze Stadt immer "im Griff" zu haben. Man müsste das beruflich machen und viel mehr Zeit haben.


    für solche "Stadteile" Zerfieselung hab ich als Altstädter, bzw. St Sebalder bzw. Burgviertelbewohner kein Verständnis :-D :-D

    aber im Ernst: für mich ist das erstmal alles Gartenstadt. Ist ja auch optisch bzw. geographisch schön eingrenzbar. Und wenn man es unterteilt, kommen 3 Teile heraus: Falkenheim, Kettelersiedlung und Gartenstadt. wobei alles drei Siedlungen sind. Eine ist eben etwas älter. 2 haben sich zusammengetan und machen ihr eigenes Bürgervereins-Ding. Fragt sich, welcher der beiden Abteilungen brät hier die Extrawurst? und lässt entweder den dritten nicht mit machen - oder will andersherum gedacht mit den beiden neueren Siedlungen nichts zu tun haben? der Bürgerverein Siedlungen Süd? oder die Gartenstadt Nürnberg eG?

  • Ganz so einfach ist es jetzt auch wieder nicht ;)

    Die Gartenstadt geht eigentlich nur bis grob Haupteingang Südfriedhof. Danach kommen noch die Mehrfamilienhäuser von Sigmund-Schuckert WG und die ehemaligen Eisenbahnerwohnungen, jetzt Vonovia welche bis fast zur Saarbrückener Str. gehen. Ab dort kommen die "Siedlungen Süd" welche mehr sind als die erwähnten Falkenheim und Kettelersiedlung, z.B. Heimfried, Falkennest oder SV Siemens.
    Wenn ich mich richtig entsinne, müsste an der Ecke Germersheimer Str./Königshammer Str. eine Schautafel mit der Aufteilung der einzelnen Siedlungsbereiche sein. Und wenn man noch tiefer einsteigen will, gibt es ein interessantes Buch aus der Geschichtswerkstadt der Siedlungen Süd.

    Aber vermutlich bin ich genauso unwissend, wenn es um Ziegelstein oder Mögeldorf geht :D

  • noch tiefer? ne ne :-D

    ich brauche ja eigentlich nur eine sinnvolle Einteilung der Stadtteile für den Blog. wie da historisch jeder Wohnblock und durch wen entstanden ist, sprengt überall den Rahmen. Trotzdem aber zweifellos interessant, zu erfahren. Heimfried? ist das nicht der Dunkelhaarige von Hubert und Staller? :-D


    ganz hilfreich war der historische Bayernatlas, damit man mal sieht, wo die älteren Stadtteilnamen herkommen

    https://geoportal.bayern.de/ba…79763.14&catalogNodes=122

    die Höfe, Herrensitze und Dörfer überlagern sich natürlich heute, so dass man sich entscheiden muss, z.B. ob Lichtenhof oder Hummelstein oder ob Flaschenhof, Marienvorstadt oder Gleißbühl ...


    Unsere Stadt ist ja nicht hilfreich, die gibt nur seelenlose Statistische Bezirke oder absolut abstruse geformte statistische Stadtteile vor. mit Namen die keiner verinnerlicht "Bielingplatz", "Guntherstraße" (da gab es eben früher nichts)

    Die historischen Gemarkungen sind auch nur Verwaltung - eben eine ältere, und oft ebenso abstrus verlaufend - die Grenzen weichen oft genug noch von den statistischen Bezirken ab. Gleiche Stellen haben unterschiedliche Namen. teils gibt es zwar die Gemarkung, aber den Bezirk nicht oder umgekehrt

    Ein Blick auf Landkarten oder auch Google hilft auch nicht. Auf Karten sind einfach ohne Grenzen ungefähre Namen hingebatzt - einige fetter andere kleiner. Google orientiert sich glaube ich an der Statistik ... ein einziges Chaos


    Fragt man jemanden in der Deutschherrnstraße wo er wohnt, dann sagt der einen in "Himpfelshof", der andere "in Kleinweidenmühle" - und der dritte sagt "ne ne, das ist alles Gostenhof" (Nord) und noch einer könnte behaupten in "Rosenau" - alle haben irgendwie recht


    Einst lief mal die Hautstraße DURCH den Ort - heute ist eine große Straße eher die Grenze. z.b. die Bucher straße , oder der Ring ringsum(aso der Mittlere nicht das was um die Altstadt geht.


    ich erinnere mich, dass ich hier im Forum von einem, denn ich dann im Zuge diverser ähnlicher Dispute gesperrt habe (der hatte mich richtig auf dem Kieker), einmal Prügel bezogen habe, weil ich den Wöhrder Friedhof (St. Bartholomaus), richtigerweise nach Veilhof verortet hatte.


    in keiner anderen großen Stadt, die ich kenne ist das so ein Durcheinander. Mal wieder typisch Nürnberg anscheinend :-)


    so - genug schwadroniert (von meiner Seite aus natürlich nur :-) ) - hier ist allerdings zur Zeit so wenig los, dass es nicht viel ausmacht. Aber irgendeiner wird trotzdem bald kommen und fragen, wo das hinführen soll. Antwort: Ist halt ein Sommerpausenfüller ;-)