HafenCity II [März 2007-April 2008]

  • Ich mag das Gesamtbild nicht. Es gibt immer wieder Häuser, die ich von der Architektur her interessant finde, es gibt aber auch viele, die einfach nur gewollt erscheinen. Und sie sind mir einfach zu gleich. Große Klötze, einer nach dem anderen.
    Wie meine Vorredner schon meinten, Kleinteiligkeit wäre hier und da von Vorteil gewesen. Dadurch würden die unterschiedlichen Gebäude viel besser wirken. Durch Kontraste lebt ein "Bild". Diese fehlen hier schlichtweg.
    Im übrigen finde ich es "Schmarrn", Kritik an der Hafencity als Schmarrn zu bezeichnen. Es gibt unterschiedliche Geschmäcker und Vorstellungen einer "idealen" Stadt.

  • Also, ich kann nur sagen, dass ich die Hafencity schon in seiner jetzigen Form heiß und innig liebe. Allein schon die Lagemacht sie einzigartig.


    Wenn man will (und wir Deutschen wollen das sehr gern) kann man an allem was aussetzen. Natürlich kann man sich auch eine andere Formensprache vorstellen, aber mal ehrlich, die Hafencity ist so einzigartig und bietet schon jetzt Höhepunkte.


    Abermal ehrlich, sowohl das Levante-Haus, als auch das Chile-Haus sind nur Beispiele ihrer Zeit. Nun ist ein neues Kapitel Architekturgeschichte aufgeschlagen und wird mit Inhalt gefüllt.


    Außerdem hat sich seit den 50/60ern einiges im städtebaulichen Verständnis der Menschen verändert.


    Ich kann in der Hafencity keine seelenlosen Schuhkartons finden.
    Aber das ist eh nur eine ganz persönliche Meinung.


    Danke!

  • Auf einer Dialoge-im-Kesselhaus-Veranstaltung wurde mal das Konzept der Hafencity erläutert: Etwas schaffen, was es in Hamburg noch nicht gibt.


    Eine Anbiederung an den Baustil der Speicherstadt hätte die Einmaligkeit der Speicherstadt durch ähliche Bebauung im Umfeld verwässert.


    Ich persönlich verbinde mit dem Hafen Schroffheit und Markanz. Die gewählte gestalterische Linie am Santorhafen und Grasbrookhafen passt zum kantigen Kaispeicher A. Dadurch entsteht ein Zusammenhang.


    Gleichzeitig entstehen am Santorhafen aber noch nicht-kantige Projekte: Oval, Coffee-Plaza, 10, Mosaiken an der südlichen Kaimauer, organisch geformte Pontons.


    Der Bereich des Hanseatic-Trade-Centers ist dagengen schon fertig und wirkt leider etwas trostlos. Hier liegt allerdigs auch eine Hauptverkehrsstraße der Hafencity.


    Am Baakenhafen bin ich für eine andere Formensprache. Die Biegung des Hafenbeckens könnte in die Projektgestaltung einfließen mit sanfteren und fließenderen Formen als westlich des Magdeburger Hafens. Das Konzept der verschiedenen Quartiere lässt dies meiner Meinung nach zu.

  • Genau, es sind ganz persönliche Meinungen. Es gibt Menschen, die sich da wohl fühlen und es gibt Menschen, die die Hafencity eben nicht so beindruckt, weil sie dort etwas stört (wobei es natürlich beeindruckend ist, was für ein riesiges Areal bebaut wird). Und das hat auch nichts mit Nörgeln der Deutschen (worin ich dir Recht gebe) zu tun, sondern einfach nur mit Geschmack. Ich muss ja auch nicht jede Hose oder Buch oder Essen gut finden, die/das man mir vorsetzt.

  • Ja aber wenn nörgeln, dann aber bitte in einem entsprechendem Maass und Umgang.


    Man sollte, seine Meinung mal gründlicher Begründen, egal ob für oder gegen die Hafencity.


    Meine persönliche Meinung zu dem Thema ist, das die meisten sich, das alles im gesamten gar nicht vorstellen könnnen, und deshalb auch so eine einseitige Kritik von sich geben.


    Und wenn Kritik, dann aber mal mit eine bisschen Niveau und nicht wie einige wenige hier.


    Zurück zum Thema:


    Die Würfel fügen sich der Form und Struktur der beiden Landzungen (Sandtorkai und Dalmankai ) gut an, sodass diese Gebäudeform durchaus seinen Sinn dort hat. Ob es gefällt oder nicht, liegt einzig und allein an den eigenen Werten und Vorstellungen einer idealen Stadt.


    Überseequartier wir schon lockerer und verspielter werden, was sich sicherlich auch noch weiter östlich so ziehen wird.


    Speicherstadt hat mir auch nicht immer gefallen, und so ist es mit fast jedem Projekt. Ich würd mal gern das Rezept wissen, mit welchem alle Menschen zufrieden zu stellen sind. Unmöglich. Ich hab den Eindruck die meisten halten sich hier für die größten Städtebaumeister die es je gab. :nono:


    Widmen wir uns mal bitte dem Thema und einer guten, sachlichen und objektiven Kritik. Denn es nervt langsam vom feinsten, diesen Thread hier zu besuchen.

  • Denn es nervt langsam vom feinsten, diesen Thread hier zu besuchen.


    Dieser Satz zeigt, dass auch Du nicht vom Nörgeln frei bist.


    Anscheinend nörgeln wir Deutschen ziemlich viel, aber warum? Vielleicht, weil es gerade hier so viel Grund dazu gibt? Jede Medaille hat zwei Seiten.



    Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Hafencity jemals besonders urbanes Flair entwickeln wird. Die Bevölkerungsdichte und damit die Zahl der Leute auf den Straßen kann eigentlich nur recht niedrig bleiben bei den niedrigen Gebäuden. Außerdem ist das viele Wasser für Fußgänger ein Hindernis, da es zu Umwegen zwingt.

  • Ich habe auch schon überlegt - das Chilehaus, ist ja ziemlich wuchtig und massiv - bei aller Schönheit.
    Aber wie waren damals die umliegenden Häuser?
    Denkt mal an die Krameramtsgasse - oder alleine Deichtor - schmal hoch, aber nicht riesig. Kann schon sein, dass die Hamburger auch ehrfürchtig vor der Grösse versanken.


    Die neue Hafencity - wenn dort, wo bislang die ollen Schuppen standen, der U-Bootanleger und anderes Werkshallenartiges - war man ja bislang nie dort , weil völlig uninteressant (wäre nicht Harley Treffen oder U-Boot dort)
    wenn dort dann Wohnraum entsteht, sind die Leute dort vielleicht nicht ganz so entnervt vom Tourismus, der evtl. eben dort endet, wo andere absteigen - nämlich dort wo die Grossen Schiffe anlegen sollen. Und dann ist Ende mit der Begaffung der Häuser, weils dann wirklich eher eintönig wird, weils keine Querstraßen gibt und ein Zurück auf gerader langer Strecke per Pedes zu anstrengend sein könnte. Das wären nur Architektonisch Interessierte.


    Schön finde ich allerdings, wenn auch sanierungsbedürftig, die Kasematten unter der Bahnlinie - weiss jemand, ob dort damals irgendwann auch mal etwas stattfand?


    Und, von Ufer zu Ufer kommen - könnte es ja sein, das Tideabhängige Brückenstege hinführen, von den Pontons, auf denen die Gastroszene walten soll.

  • Gewiss nicht am nörgeln, auch wenn das in deinen Augen, so klingen mag. ;) Kritik ist immer gut und völlig in Ordnung, und ist schon richtig, das eine Medaille zwei Seiten hat, aber unter konstruktiv objektiver Kritik versteh ich was anderes.


    Einfach mal begründen und ausformulieren, und nicht alles Würfel und alles ist scheisse und ich hasse das Ding und meine Freundin die Architektin ist, müsste es wissen, gehört hier nicht rein.


    Kindergarten ist vorbei. Das muss mal gesagt sein. :daumen:


    Finde die Hafencity auch nicht das goldene vom Ei, aber versuche auch die positiven Details zu entdecken und nicht alles schlecht zu machen, denn gewiss zählt Sie nicht zu den schlimmsten Projekten weltweit, denn dafür gibts genügend andere Beispiele.


    Da der eigene Geschmack recht subjektiv ist und von jemand anderem, als anders oder sogar provozierend empfunden wird, ist es doch verständlich, sodass diese Art von Kommunikation nicht hier reingehört. Und wenn doch, dann bitte in so einer Art und Form, das der andere diese auch nachvollziehen kann, auch wenn er der Kritik nicht zustimmt.

  • Öffentliche Architekturkritik hat erste Erfolge erzielt :D


    In der Ausgabe der Abendblatt vom 17.04.2007, ist ein Artikel zu finden, welcher über erste Konsequenzen durch die Kritik, berichtet.


    Der zuständige Städtebausenator will mind. 2 Ktitiker in die Jury setzen, welche über die Preisvergabe für die Projekte entscheiden. Dies soll den Zweck haben, das die Kritiker direkten Einfluss auf die architektonischen Entwürfe haben und mitentscheiden dürfen. Denn die Hafencity soll an vielfalt zunehmen.


    Find die Nachricht sehr erfreulich. Die öffentlich Kritik, welche in letzter zeit stattgefunden hat, hat erste Früchte getragen. Hoffentlich macht sich das, dann auch bald in den Projekten bemerkbar. :D

  • "Öffentliche Kritik" kann man auch mit Abendblatt gleichsetzten, aber sei's drum. Die Kritiker sind da und zu was das am Ende führt will ich lieber gar nicht wissen.


    "Die Bevölkerungsdichte und damit die Zahl der Leute auf den Straßen kann eigentlich nur recht niedrig bleiben bei den niedrigen Gebäuden."


    Geringer als im menschenleeren, dicht bebauten, historischen Kontorhausviertel im historischen Stadtzentrum? Geringer als die moderne und hochbebaute Ostweststraße im historischen Stadtzentrum, geringer als die moderne und dicht bebaute City-Süd? Geriger als die moderne Hochhausbebauung am Berliner Tor?
    Und diese Urbanität kann jetzt durch Hochhäuser geschaffen werden?
    Ferner, wird die HafenCity perfipher immer durch die Elbphilharmonie besucht und ganz direkt durch das Überseequartier Anlaufpunkt für 1000 Meschen sein.


    Immer wieder lustig zu beobachten wie willkürlich, dass "ausgestorben" Argument herum getragen wird. Soll man das Argument doch in die eigenen viel geloben Viertel übertragen. Wer ist um alb 11 auf der Mönkebergstraße? Wer auf dem Rathausmarkt und erst recht: Wer ist im Berliner Tor Center? Wer ist im Kontorhausviertel?

  • Hafenpanorama von der anderen Elbseite aus.
    Gesehen auf prachtvolll.de.


    Es ist ja durchaus angenehm, dass nicht alle Gebäude gleich hoch werden. Genau wie beim Dalmann-Carree ist das auf dem Bild vorletzte im Rohbau angefangene Gebäude zu klein geraten oder die umliegenden zu groß. Der bereits im rohbaufertiggestellte Bau ist Sieben Geschosse. Die beiden Umliegenden 9. Sieht ein wenig komisch aus, findet ihr nicht?


    Das die Speicherstadt berbaut wurde, war misslich aber nicht zu ändern, dass der nun aber seinerseits die Frontalansicht auf den Sandtorkai verbaut wurde, ist durchaus erfreulich. Das Gesamtwerk Sandtorkai wirkt eben nur von den Seiten her. Sprich dem Vorplatz der Philharmonie sowie vom Park den Terrassen.

  • Wie kommt es eigentlich zustande, dass das Haus am Sandtorkai von der anderen Seite der Elbe so ausschaut, als wäre es noch in folien eingepackt - so ein feines Gewebe sehe ich immer - gar nicht wie Stein auf Stein?



    der valbracht macht wirklich SahnePanoramen.

  • Auf Harbour-hall.de gibt es eine Webcam auf den Sandtorhafen, sowie die Elbphilharmonie und Teile des Kaiserkais. EDIT jetzt auf die MT. Mal schauen wo sie noch so hinwandert...
    ____
    Langsam bekommt man ein Gefühl wie der Kai einmal wirken wird. Der teilweise enthüllte Klinkerbau gefällt mir gut.

    Bild von mit


    Ddie Fassaden zum Innengof wurde ebenfalls schon entkleidet. Wie man hier schlecht sieht.


    Vertikal angelegt, schmal, urban, abwechslungsreich, aber in sich stimmig. Wunderbar.

  • Geplant ist nämlich die Marco-Polo-Terrassen, zeitgleich mit dem VascoDaGama Platz zu eröffnen. Denke mal das sie für die Terrassen mindestens noch 2 Monate brauchen werden. Ausserdem muss der Termin noch in den veranstaltungkalender Hamburgs, der im Sommer ziemlich ausgebucht ist.


    Früher wär natürlich schöner, war da nämlich auch schon chillen. Erstaunlich viele Leute sind da anzutreffen, obwohl noch im Bau :daumen: