MainTor-Projekt I: die Planung

  • Durch die teils hervorstehenden Gebäudeteile oder unharmonische Fenstergestaltung wirkt der KSP Entwurf sehr unruhig und eben nicht zeitlos.
    Der Entwurf der Kleihues & Kleihues Gesellschaft ist zwar sehr schlicht, jedoch strahlt das Gebäude eine gewisse Ruhe aus. Da das Mainufer auch ein Ort der Erholung oder Entspannung ist finde ich, dass der Entwurf der Kleihues & Kleihues Gesellschaft an diesem Standort sehr viel passender wäre.

  • Am WinX von KSP Jürgen Engel stehen keine Gebäudeteile hervor, und das MainTor-Panorama wird nicht nach dem oben zu sehenden KSP-Entwurf gebaut. Sondern nach einem Entwurf von Christoph Mäckler. Dazu auch Beitrag #240.


    Es war meines Wissens eine Forderung der Stadt, dass auf dem MainTor-Areal verschiedene Architekten zum Zuge kommen sollen. Gut so, denn Pat und Patachon im sterilen, monotonen Kleihues-Einheitslook hätte ich dort keinesfalls sehen wollen.


    Wenn man Mäckler vorwirft, in der letzten Zeit nicht hinreichend zu variieren, dann gilt das erst recht für Kleihues + Kleihues. One trick pony. Die immer gleiche Steintapete, noch nicht einmal eine Variation im Raster gibt es bei den beiden Hochhaus-Entwürfen.

  • Der Siegerentwurf von KSP Engel ist ganz klar der beste. Der Rest ist – gerade für diese Lage – Stangenarchitektur, bei Allmann Sattler Wappner könnte man meinen, die seien gerade aus der 1970er Jahre-Zeitmaschine gestiegen, Menschenskinders. :nono:


    Wie schon an anderer Stelle angemerkt frage ich mich aber immer mehr, wieso man Mäckler als Heilsbringer sieht. Sein Stil mag ja durchaus dem Auge genehm sein, aber im Grunde besitzt er genau so wenig Variation wie Kleihues + Kleihues. Zumal er ja mittlerweile an verschiedensten Stellen der Stadt baut, wenn das so weitergeht, stehen bald in der ganzen Stadt nicht mehr schäbige 1950er und 1960er Kisten, sondern Mäcklers gesammelte Werke – ästhetisch befriedigender ja, aber aus städtebaulicher Sicht ziemlich monoton.


    Und liebes Stadtplanungsamt, sorgt doch bitte auch dafür, dass die "Palazzi" auch stilistisch einen Übergang *zumindest* zu den 1950er Jahre-Bauten am Untermainkai bilden (von Anlehnung an die klassizistischen Vorgänger, wie es die Gestaltungssatzung durchaus erlauben würde, wagen wir ja nichtmal zu träumen). Also richtige Dächer und halb so hoch. Die bisherigen, zum Glück ja wohl fallengelassenen Entwürfe waren nämlich ein Alptraum.

  • Habe auf der DIC Homepage eine kleine Bildergalerie gefunden.


    Habe mich bei meiner obigen Kritik auf den KSP Entwurf des kleinen Turmes bezogen. Habe vergessen, dass dieser ja nun nach dem Entwurf von Mäckler gebaut wird. Somit ist meine Kritik hinfällig ;)

  • In meinen Augen sind die Hochhäuser in Frankfurt fast alle architektonische Unikate, von daher fügt sich das WinX doch problemlos ein. Die Grundform gefällt mir richtig gut, weil sie eben nicht rechtwinklig ist. Das dürfte dann sehr gut zum Eurotower und der Deutschen Bank passen (nicht alle Hochhäuser sind rundlich wie die Commerzbank und der Maintower). An der Fasade könnte evtl. noch etwas gefeilt werden, die wirkt auf den Visualisierungen noch recht kühl. Das "Eingangsgebäude" zum WinX finde ich echt gut gelungen.


    Das Maintor Panorama kann mich (leider) noch nicht so ganz überzeugen. So gut wie mir der Opernturm auch gefällt, bin ich mir nicht sicher ob an dieser Stelle eine "Mikro" und "Nano" Version passen. Vieleicht sollte einfach der Gebäudeabschluss, zu mindest bei dem kleinen (also "Nano") nochmal überarbeitet werden.


    Mit einem Turm von Kleihues + Kleihues hätte ich ja vieleicht noch leben können, aber den Entwurf dann einfach zu klonen ist doch wirklich eher langweilig als zeitlos.


    ...ach so, kann bitte mal jemand (bei der Gelegenheit) dieses türkise Gerüst der "Schweizer National" überpinseln!? (Die Farbwahl habe ich noch nie nachvollziehen können und dabei ist die Fassade noch recht neu)

  • Soweit ich weiß soll das türkis an der "Schweizer National" den ursprünglich beabsichtigten Effekt der Patina wiederspiegeln. Irgendwie hatte sich das nach Errichtung des Gebäudes nicht eingestellt wie erhofft und somit hat man das bei der Renovierung vor ein paar Jahren nachgeholt.


    Gefallen muss es einem jedoch nicht, mir auch nicht sonderlich ;)

  • Ja, das mit dem Grünspan war in den 70er/80er Jahren ein kleines Problem - Wenn ich mich recht erinnere, war es die Schweflige Säure im Regen.


    Wie sich die Geschmäcker aber doch unterscheiden: Ich finde die Grünspan-Simulation sehr gelungen, wie überhaupt das gesamte Bauwerk mit der Revitalisierung gewaltig gewonnen hat. Kann sich übrigen jemand erinneren wann/warum der Name französisch wurde? Ich glaube, der neue Schriftzug kam erst nach der Renovierung, oder?

  • Ohne Anspruch auf Richtigkeit, aber der neue Schriftzug "nationale suisse" kam erst n a c h der Renovierung, vorher "Schweizer National"!


    Müßte mich schon schwer täuschen, falls es anders gewesen sein sollte;)

  • WINX & Co lassen weiter auf sich warten: Wie die aktuelle Ausgabe der "Planen + Bauen" meldet, wird das ehemalige Degussa-Areal noch bis Anfang 2011 (teilweise) genutzt. Erst danach können die Abrissarbeiten beginnen. Die volle Nutzung wird für Ende 2014 in Aussicht gestellt.


    Im Übrigen wurde beim MainTor-Projekt ein besonderes Augenmerk auf die umweltfreundliche Nachhaltigkeit gelegt: Für "beide Bürotürme" (gemeint sind wohl WINX und MainTor-Panorama, nicht das Patio) wird eine LEED-, Green Building- beziehungsweise DGNB-Zertifizierung angestrebt.

  • Eine kleine aber, wie ich meine, interessante Nachricht: Die einen Schmelzer der Degussa darstellende Skulptur an der Neue Mainzer Straße bleibt erhalten. Vor dem Abriss des sogenannten Laborneubaus von 1938 (Architekt Eduard Ziegler, Foto) wird sie abgenommen und eingelagert. Später wird sie in einen der zu errichtenden Neubauten integriert. Die Skulptur wurde 1936 von dem Bildhauer Carl Stock (1886-1945) für die Degussa angefertigt.



    Bild: Schmittchen


    In einem Magistratsbericht vom 11. Juni 2010 (PDF) heißt es: "Der Magistrat befürwortet den Erhalt der Figur des Metallgießers und setzt sich dafür ein, dass sie in die geplante Neubebauung des ehemaligen Degussa-Areals wieder eingebaut wird. Der Eigentümer der Dreiviertelplastik an der Fassade des Gebäudes Neue Mainzer Straße 6 hat dem Magistrat zugesichert, sie während der Bauarbeiten einzulagern und in eines der künftigen Gebäude zu integrieren. Architekten haben bereits Vorschläge für die Wiedereingliederung der Figur entwickelt. Die genaue Position des Wiedereinbaus wird im Rahmen der weiteren Planung bestimmt."

  • Die geplante Revitalisierung des bestehenden Degussa-Hochhauses war bisher allenfalls ein Randthema in diesem Strang. Sicher vor allem deswegen, weil über die vorgesehene Entkernung und Anbringen einer neuen Fassade hinaus noch nichts zur Planung bekannt wurde. Der Bestand ist aus dem Jahr 1952 und hat eine Höhe von 48 Metern.


    Nun habe ich eine Visualisierung gefunden. Die unteren beiden Geschosse werden demnach optisch zusammengefasst und erhalten - wie schon das Porta zur Weißfrauenstraße - Kolonnaden. Diese Etagen sollen wohl für Einzelhandel genutzt werden. Der sechsgeschossige Bauteil zur Ecke Schneidwallgasse bleibt auch erhalten und wird nach gleichem Muster wie das Hochhaus saniert. Beim Hochhaus werden die bisher im Erdgeschoss zurückversetzten Stützen (optisch) an die Außenkanten gerückt. Die neue Fassade der darüberliegenden Geschosse entspricht offenbar der des östlich der Schneidwallgasse geplanten Porta (Übersicht). Daher würde es mich wundern, wenn der Revitalisierungs-Entwurf nicht auch von KSP Jürgen Engel Architekten wäre. Schaut insgesamt jedenfalls ziemlich gut aus.



    Bild: DIC – Deutsche Immobilien Chancen / Konzept3D


    Ein Foto aus ähnlicher Perspektive wie das Rendering gibt es hier. Der Bestand, im August 2010 vom Commerzbank Tower fotografiert:



    Bild: Schmittchen

  • Abriss ab Juli 2011

    Im kommenden Juli soll der Abriss der ehemaligen Degussa-Gebäude beginnen. Dies berichtet heute die Börsen-Zeitung in einem nur als Teaser online verfügbaren Artikel, dem ein Pressegespräch zugrunde liegt. Die DIC führe intensive Gespräche mit Mietinteressenten aus der Finanzbranche. Bei einer Vorvermietung von mindestens 50 Prozent werde mit dem Bau begonnen. Neuer Projektname sei "The Riverside Financial District" - naja. Für die Villa Schlosser sei für die nächsten vier Jahre eine kulturelle Nutzung vorgesehen, dafür werde sie in diesem Jahr umgebaut.

  • ^^ Es steht nicht sehr viel mehr im Originalartikel drin, außer, dass der Satz "Was da genau kommt ist noch offen!" gesagt wird (das kann ein gutes oder schlechtes Zeichen sein) und dass die Kriegskasse sehr gut gefüllt sei und die DIC im laufenden Jahr mehr als Käufer denn als Verkäufer auftritt. "Für Käufe stellen wir 30 bis 35 % Eigenkapital zur Verfügung. Bei diesen Sätzen sind auch Finanzierungen gut verfügbar."

  • DIC-Chef Höller greift in der IZ an

    Auch die IZ berichtet nun, dass DIC "wieder mehr auf Angriff eingestellt" sei und 2011 mit den Abrissarbeiten beginnen möchte. DIC-Chef Höller wird mit "Unsere Gespräche zeigen, dass wir mit Vorvermietungsaktivitäten beginnen können" zitiert, aber lest selbst: klick


    Die IZ ist derzeit online gratis, Werbung für den neuen Internetauftritt :)

  • Panorama, WinX

    Auf der DIC-Website (www.dic-ag.de) bin ich auf zwei Renderings gestoßen, die ich bisher noch nicht gesehen habe - oder übersehen habe. Sorry, wenn letzteres zutrifft. Das WinX, wohl vom Osten mit Porta im Vordergrund rechts und dem Patio-Bürohaus vorne links - mit auskragendem Guckloch:



    ...und das Panorama-Hochhaus vor der restlichen MainTor-Bebauung neben dem Schweizer-National- national-suisse- NÜRNBERGER-Hochhaus:



    Bilder: DIC - Deutsche Immobilien Chancen, Frankfurt am Main

  • Die zumindest mich etwas irritierende Perspektive des ersten Renderings wird verständlicher, wenn man sich noch einmal skyliners Modellfoto von Dezember 2009 ansieht:



    Eigenartig verzerrt bleibt die Visualisierung dennoch. Wie auch immer - heute hat die DIC am Rande einer Pressemitteilung bezüglich einer geplanten Sonderausstellung des Museums für moderne Kunst bestätigt, dass im Sommer 2011 mit dem Abriss des Bestands begonnen werden soll. Parallel zur Ausstellung und "auf dem vorderen Teil" des Areals (wo auch immer hinten und vorne sein mag).

  • Vorne ist zum Main hin. Es wird zuerst das Panorama verwirklicht, weil es für das Panorama gebäude so viele Mietinteressenten gibt.Das wurde im Januar von der DIC bekanntgegeben.