Frankfurt/Offenbach: Kaiserlei

  • Warum nicht gleich noch Pest und Cholera?


    Das jetzt ist Pest und Cholera.


    Die Option, statt der Cargo-City-Süd auf dieser Höhe oder leicht südlich davon eine dritte Bahn zu bauen, die dann südlich von Neu-Isenburg angeflogen worden wäre hätte schon bestanden.
    Die war nur geringfügig teurer (bevor man Ticona umsiedeln musste) und Fraport hätte halt seine ganzen Neubauten grad wieder abreißen müssen.


    Außerdem wäre die Anbindung an die Terminals 1 und 2 aufwändiger geworden, da man einen Tunnel unter den bestehenden Bahnen hindurch hätte bauen müssen um auf der Südseite ein neues Terminal für Passagiere zu erschließen.


    Mit der Ticona-Umsiedlung ist die aktuelle Variante sogar ein wenig teuerer geworden als diese Lösung.


    Die Nordwestbahn ist eine Lösung, die nach dem Prinzip "Wir werden Euch schon zeigen, dass wir das können!" zwischen Fraport und der hessischen Landesregierung unter Roland Koch ausgekungelt wurde.


    Und wenn die Gesetzeslage den Fall, dass ein Flughafen mal eben die verlärmte Fläche um ein Drittel vergrößert nicht völlig unberücksichtigt gelassen hätte, sondern Fraport in vollem Umfang die Kosten für Lärmschutzmaßnahmen und Wertverluste übernehmen müsste, kämen für Offenbach ca. 15000 Wohnungen zu 6000 Euro allein für neue Fenster auf die Rechnung, dazu bei nur 200€ wertverlust und 70m² durchschnittlicher Wohnungsgröße mal lockere 210 Mio an Ersatz für Wertverlust.


    Der Wertverlust des Baulands für die Stadt Offenbach kommt auch noch drauf.

  • Sorry Xalinai, aber das ist Blödsinn.
    Die Südbahn war nie eine ernstzunehmende Alternative, da mit ihr der für den Planungshorizont notwendige Koordinationseckwert von 120 Flugbewegungen pro Stunde ziemlich deutlich verfehlt worden wäre (Startbahn West müsste bei allen Südvarianten aufgegeben werden). Einzig die Atlanta-Variante käme da noch in Frage, die wohl auch jeder favorisiert hätte. Allerdings war die Atlanta-Variante leider rein rechtlich nicht zulässig, da 1. zu viel Kapazität (vorrausschauende Planung ist tatsächlich verboten) und 2. hätte die Maßnahme dann wegen der umfangreichen Umbauten insbesondere im Südbereich dann rechtlich als Neubau statt Ausbau gegolten - es war aber nur ein Ausbau beantragt...

  • Offenbach schwächte Kaiserlei auch durch eigene Fehlplanung

    Die Nordwestbahn ist eine Lösung, die nach dem Prinzip "Wir werden Euch schon zeigen, dass wir das können!" zwischen Fraport und der hessischen Landesregierung unter Roland Koch ausgekungelt wurde.


    Auch wenn ich es nachvollziehen kann, dass Offenbach durch die Nordwestbahn besonders betroffen ist, ist das Kaiserlei Gebiet aber auch stets eines der grössten Profiteure zur räumlichen Nähe nach Frankfurt gewesen. Genau wie in Eschborn oder Bad Vilbel hat man jahrzehntelang Unternehmen aus Frankfurt äußerst gerne abgeworben oder vor der Nase weggeschnappt. Wie ein gieriger Rosinenpicker konnte man sich alle Vorteile als Frankfurts direkter Nachbar jahrelang raussuchen. Das hat Offenbach viele Extra Millionen in die Kasse gespült, die dem Frankfurter Fiskus entgangen sind. Anstatt in Erneuerungen der Infrastruktur rund um den Kreisel zu investieren um das Viertel attraktiv zu halten, genehmigte man im Jahr 2003 den 140m hohen CityTower (Bild) nicht etwa im Kaiserlei Gebiet, sondern am Hugenottenplatz im Stadtzentrum um diesen gleich mit zu restaurieren. Seit Jahren steht rund die Hälfte des Hochhauses leer, während das Kaiserlei durch diese bewusste Verlagerung eher ein Schattendasein fristete. Auch das 1998 im Zentrum erbaute Haus der Wirtschaft stand jahrelang leer und schadete dem Kaiserlei. Im Jahr 2008 baute der Deutsche Wetterdienst im noblen Villenviertel an der Frankfurter Strasse einen Nachfolgerbau (Quelle), also gerade dort wo ein teurer Prestigebau am wenigsten gebraucht wurde. So betreibt man natürlich keine intelligente Standortpolitik.


    Die Ausgaben der Stadt sollte man auch in anderen Bereichen nicht außer Acht lassen. Man ist Empfänger im Kommunalen Finanzausgleich (KFA) mit einem Loch von 84 Millionen Euro im Etat (Quelle FNP von heute). Wo wird investiert? Beispielsweise 5 Millionen in das 25 Mio. teure Stadion am Bieberer Berg (bei 12 Mio. vom Land Hessen). Auch wenn es der Stadt gegönnt sei, sind solche Investitionen in Zeiten leerer Kassen für einen Drittligisten schon gewagt. Ein sehr sinnvolles Projekt wie das Hafenviertel kommt hingegen fast 15-20 Jahre zu spät. Dem gewaltigen Verwaltungsapparat im Offenbacher Rathaus wäre generell mehr Weitsicht zu wünschen.

  • ..., genehmigte man im Jahr 2003 den 140m hohen CityTower (Bild) nicht etwa im Kaiserlei Gebiet, sondern am Hugenottenplatz im Stadtzentrum um diesen gleich mit zu restaurieren.


    Wer hätte denn den City Tower am Rande der Stadt nutzen wollen?
    Das wären doch nur Frankfurter Firmen gewesen, die - wie jetzt Mercedes Benz -gerade eben noch in Frankfurt sein wollen.

    Zitat

    Im Jahr 2008 baute der Deutsche Wetterdienst im noblen Villenviertel an der Frankfurter Strasse einen Nachfolgerbau also gerade dort wo ein teurer Prestigebau am wenigsten gebraucht wurde. So betreibt man natürlich keine intelligente Standortpolitik.


    Wo der Deutsche Wetterdienst baut ist in erster Linie seine Sache und dass er ein bereits in seinem Besitz befindliches Grundstück weiter nutzt ist für Offenbach zunächst eine gute Sache.
    Außerdem: Wer hätte 2008 in der Lage des DWD-Grundstücks noch in Wohnungsbau investiert? EINFLUGSCHNEISE.
    Das noble Villenviertel im Offenbacher Westend - im übrigen durchaus sehenswert, auch für Architekturfans - liegt mitten drunter.

  • Wer hätte denn den City Tower am Rande der Stadt nutzen wollen? Das wären doch nur Frankfurter Firmen gewesen, die - wie jetzt Mercedes Benz -gerade eben noch in Frankfurt sein wollen..


    Die Aufhübschung des Innenstadtgebietes von OF war auch bitter nötig, häßlicher ging es ja schon nicht mehr. Jetzt müßte noch der C&A weg oder umgebaut werden, ist da Hoffnung angebracht?


    Wir sitzen seit 15 Jahren am Kaiserlei und Abflüge gen Nord/Ost sind sehr laut. Offene Fenster fast unmöglich. Als Wohnstandort nicht zu empfehlen, für Büros passt es aber. Die Nähe zum Main mit seinem sanierten Uferweg ist schon ein Pluspunkt, zudem ist die Anbindung sehr gut. Das Gebiet um die Kaiserleistraße hat sicher Potential, wenn man was draus macht. Die Gebäude sind halt nicht mehr zeitgemäß und müßte großflächig saniert/Neu gebaut werden

  • Mercedes-Benz plant am Kaiserlei (F-Oberrad)

    Für die Ansiedlung der oben ab #23 erwähnten zentralen Mercedes-Benz-Niederlassung ist inzwischen ein Bebauungsplan im Verfahren, nämlich Nr. 887 – Kaiserlei-Promenade. Ein paar spärliche Informationen in diesem PDF. Vor Abschluss des Verfahrens wird die Daimler AG also nicht mit dem Bau beginnen können. So ungefähr könnte die Bebauung aussehen:



    Bild: Stadtplanungsamt Frankfurt

    Edit:
    In der FAZ-Printausgabe vom 31. Oktober 2011 ist bereits zu erfahren, dass die Niederlassung nach einem Entwurf des Offenbacher Architekturbüros "ATP N + M" errichtet werden soll. Es soll ein dreigeschossiges Gebäude mit nach Seiten klar gegliederten Fassaden entstehen.

  • ^Zu den spärlichen Informationen sollte man vielleicht erwähnen, dass seitens der Oberräder, mangels einer "eigenen" S-Bahn-Station schon seit einiger Zeit eine verbesserte Wegebeziehung zwischen Oberrad und der S-Bahn-Station gefordert wird, u.a. Durchstich durch den Bahndamm wurde da schon verlangt.


    Mit der Bebauung durch die Mercedes-Niederlassung werden natürlich Fakten geschaffen, die der Forderung der Oberräder nur in Form des Wegs rechts oben im Planungsgebiert und auf der rechten gestrichelten Linie Rechnung tragen.


    Am linken Rand des Mercedes-Geländes ist der Bahndamm für eine Unterquerung schon längst nicht mehr hoch genug.

  • Die FR berichtet 17.01.2012
    "Kommende Woche werden Offenbachs Oberbürgermeister Horst Schneider (SPD) und Frankfurts Verkehrsdezernent Stefan Majer (Grüne) nach Berlin fliegen – zu einem Gespräch im Bundesverkehrsministerium. Es geht um etwa sechs Millionen Euro, die Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) für den Umbau des Kaiserlei-Kreisels bewilligen soll.


    Weiterhin sollen insgesamt 110 Hektar Fläche beidseits der Autobahn A661 zwischen beiden Kommunen getauscht werden.
    Östlich der Autobahn ragen Frankfurter Grundstücke in Offenbacher Gemarkung, westlich der Autobahn liegen einige Offenbacher Areale, umgeben von Frankfurter Stadtgebiet. Usw.


    Es soll ein gemeinsames Wirtschaftsgebiet, mit eigener Postleitzahl, geschaffen werden


    http://www.fr-online.de/frankf…hen,1472798,11458662.html

  • Umbau des Kaiserlei-Kreises: Bund möchte sich beteiligen

    Scheinbar waren die Gespräche in Berlin erfolgreich. Laut FAZ und Journal Frankfurt machte das Bundesverkehrsministerium den Kommunalpolitikern aus Frankfurt und Offenbach klar, dass man mit finanzieller Hilfe für den Umbau des Kaiserlei-Kreisels rechnen könne. Der Staatssekretär strebt demnach die Aufnahme des Vorhabens in den Bundeshaushalt 2013 an, wofür noch eine genaue Kostenberechnung eingereicht werden soll.


    Die 25 Millionen Euro teure Maßnahme beinhaltet:
    - den Umbau des riesigen Kreisverkehrs in zwei große Kreuzungen
    - die Errichtung von parallel zur A661 verlaufenden Auf- und Abfahrrampen
    - die Erneuerung von Zufahrtsstraßen


    Durch den Bau der Mainbrücke Ost fürchtet besonders Offenbach eine Zunahme des Verkehrs. Offenbach wolle eventuell von einer Klage gegen die Brücke absehen, wenn sich Frankfurt stärker am Kreisel Umbau beteilige. Da Offenbach finanziell nicht auf Rosen gebettet ist, bietet das Frankfurter Liegenschaftsamtes an, ein 20.000 bis 30.000 Quadratmeter großes Gelände an der Strahlenberger Straße für maximal 5 Mio. Euro abzukaufen. Außerdem müsse man noch beim Land Hessen Lobbyarbeit betreiben damit dem Projekt der nötige Nachdruck verliehen werde.

  • Hier noch der Link von der Stadt Offenbach zum Thema.


    Was mich irritiert ist, die Aussage, man habe sich darauf geeinigt, die Aufnahme in den Haushalt 2013 anzustreben. Das heißt ja nur, dass man möchte, dass sich der Bund beteiligt und damit den Streit ausräumt, nicht aber, dass er es tut.

  • ^ "anstreben" ist doch gut. Er beabsichtigt ernsthaft und wahrhaftig, den beiden Kommunen einen Teil der Kosten abzunehmen, was leider nicht bedeutet, dass er sämtliche Hindernisse, die noch seine Arbeit beeinträchtigen könnten beseitigen kann. Er ist eben auch "nur" ein Sekretär ;)

  • Eigentlich liegt der Ball im Feld des hessischen Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung, also bei Wirtschaftsminister Dieter Posch (FDP). Er ist als Freund von Infrastruktur-Verbesserungen bekannt und so muss das OF-F Duo Schneider/Majer jetzt Überzeugungsarbeit leisten. Die persönlichen Kontakte von Frau Roth oder Herr Rhein mögen natürlich eine Rolle spielen.


    Das Zauberwort dürfte "Synergien" heissen:
    - Bessere Anbindung des Großprojektes Offenbacher Hafen
    - Bessere Anbindung für EZB und neue Unternehmen an der Hanauer Landstrasse nach Bau der Mainbrücke Ost
    - Revitalisierung und Neuentwicklung des verramschten Kaiserlei-Gewerbegebiets
    - Mögliche Multifunktionsarena am Kreisel mit Vorbild SAP-Arena in Mannheim
    - Mercedes-Benz Ansiedlung und weitere Neuansiedlungen, die auf öffentliche Investitionen "reagieren"


    So in etwa müsste die Argumentation aussehen um überzeugend zu wirken.

  • Offenbach und Frankfurt unterzeichnen Letter of Intent

    Frankfurt und Offenbach haben eine Absichtserklärung bezüglich der Entwicklung des Kaiserlei-Gebiets geschlossen. Dieser umfasst auch die Klage Offenbachs gegen den Bau der Mainbrücke Ost. Die soeben erschienene =9018663"]Pressemitteilung der Stadt Frankfurt ist m. E. ein wenig zu blumig, weswegen ich die bislang bekannt gewordenen Fakten mal zusammenfassen möchte, auch auf Grundlage dieses FR-Artikels (mit Bild):


    • der Kaiserlei-Kreisel wird umgebaut
    • statt des Kreisverkehrs werden zwei ampelgeregelte Kreuzungen gebaut
    • dadurch 20 Prozent Kapazitätssteigerung (30 Prozent laut FNP)
    • Umbaubeginn voraussichtlich 2013
    • Fertigstellung Ende 2015
    • von den 30 Millionen Euro Kosten tragen

      • die Stadt Frankfurt 8,7 Millionen Euro, davon 3,7 Mio. Euro verlorener Baukostenzuschuss und 5 Mio. Euro Kaufpreis für Grundstücke auf Offenbacher Gemarkung
      • der Bund 6,5 Millionen Euro
      • die Stadt Offenbach 0 Euro
      • das Land Hessen den Rest, demnach 14,8 Mio. Euro


    • die Stadt Offenbach nimmt die Klage gegen die Mainbrücke Ost zurück
    • die Stadt Offenbach kann die bisher durch den Kreisverkehr in Anspruch genommenen Flächen verwerten, sie erhält so 17.000 Quadratmeter zusätzliche Gewerbefläche
    • sollte die Stadt Frankfurt Nutzer für das von ihr gekaufte Areal finden, erhält die Stadt Offenbach die dort anfallende Gewerbesteuer, denn die Grundstücke bleiben Offenbacher Gemarkung
    • die Stadt Offenbach hält das Rechtsmittel gegen das geplante Einkaufszentrum auf dem Frankfurter Honselldreieck aufrecht, eine Rücknahme ist nicht Teil des Letter of Intent


    Klingt für mich nach einem enorm guten Geschäft. Allerdings nur für eine der Parteien. Die andere muss nicht nur das Portemonnaie öffnen, sie liefert gratis auch gleich eine Blaupause für weitere Erpressungsversuche mit. Ach ja: Welcher Betrag soll sich in Frankfurt durch den Verzicht auf das Stadthaus nochmal einsparen lassen?

  • ^ Oha. Das Geschäft klingt in der Tat unausgewogen. Möglicherweise hätte die Klage Offenbachs eine reelle Chance gehabt. Verständlich, wenn Frankfurt dieses Damokles-Schwert schnell aus dem Weg räumen wollte. Gibt es eine genaue Übersicht der Grundstücke, welche die Stadt Frankfurt nach dieser Vereinbarung kaufen wird?




    v Das wäre demnach exakt das 55.000 qm große Grundstück, auf dem Mercedes-Benz bauen möchte. 90 Euro / qm. Möglicherweise verkauft es die Stadt Frankfurt dann gleich wieder an Mercedes - entsprechend zu "echten" Marktpreisen - und macht einen kleinen Schnitt für die Stadtkasse. Das rechtfertigt aber immer noch nicht die Gesamtheit der Vorteile für Offenbach.

    Einmal editiert, zuletzt von epizentrum () aus folgendem Grund: Mercedes

  • Laut dem Foto in diesem Bericht der Frankfurter Rundschau handelt es sich um Flächen zwischen der Kaiserlei-Promenade im Norden und der Gleistrasse im Süden, westlich der A661 sowie Flächen östlich der A661 südlich der S-Bahn-Haltestelle Kaiserlei und nördlich der Gleistrasse. Horst Schneider "verweigert" den kompletten Ausblick auf das Sahnestückchen, das er hier losgeworden ist.


    Okay, die Details hatte Schmittchen indirekt schon mit erwähnt...

    Einmal editiert, zuletzt von Micha81 () aus folgendem Grund: Ergänzung um Verweis auf bereits vorhandene Information.

  • Das Mercedes-Grundstück liegt aber auf Frankfurter Gemarkung (andernfalls wäre es wohl auch nicht ausgewählt worden). Zumindest die zur Erschließung notwendige Kaiserleipromenade gehört allerdings zu Offenbach. Einen Lageplan zum Aufstellungsstellungsbeschluss des oben erwähnten Frankfurter Bebauungsplans für das Mercedes-Areal gibt es hier als PDF.


    Hier die Karte, nicht ganz identisch mit der aus dem FR-Foto, dafür aber vollständig schneiderfrei:



    Plan: Stadt Frankfurt und Offenbach am Main

  • Das ist im Prinzip der Ausbau des Gebietes, den Offenbach schon 1989 und 1993 im Rahmen der Entwürfe zum S-Bahn-Bau vorgeschlagen hat.


    Kann irgend jemand mit mit zwei Scans von 10k auf 20k Pixel etwas anfangen? Hier ein stark verkleinerter (25%) Ausschnitt.

  • Der Knaller ist das Ungleichgewicht bei der Finanzierung zu Lasten Frankfurts (aus Frankfurter Sicht) ganz sicher nicht. Aber andererseits überwiegen für mich die Vorteile der Entwicklung dieses Gebiets.


    Das Grundproblem liegt aber in dem Umstand, dass Offenbach eigentlich ein Stadtteil von Frankfurt sein sollte. Das würde nicht nur erhebliche Verwaltungskosten einsparen und eine gemeinsame Entwicklung ermöglichen. Für die Offenbächer ergäben sich dadurch auch größere Mitsprachemöglichkeiten (etwa bei der Frage des Einkaufszentrums im Ostend).

  • Der Nebel lichtet sich: Zwar ist die Fläche auf der Mercedes die Niederlassung bauen will tatsächlich Frankfurter Gemarkung. Zwischen der Kaiserleipromende und der Frankfurter Gemarkung liegt jedoch ein schmaler Grundstücksstreifen, über diesen müssen zwangsläufig die Zufahrten zu Mercedes führen. Ein Sperrgrundstück also, die FAZ verwendet in ihrem heutigen Artikel den treffenden Begriff "Schikanierzwickel". Dieses gehört noch der Stadt Offenbach, wird nach der getroffenen Vereinbarung aber an Frankfurt übertragen. Damit ist die Erschließung des Mercedes-Areals gesichert. Die OP schreibt von 6.000 Quadratmetern.


    Die anderen an Frankfurt verkauften Grundstücke liegen weiter westlich, dort, wo die Multifunktionsarena geplant ist (Thread / FNP-Lageplan). Laut FAZ sind es 5.000 Quadratmeter. Wird die Halle gebaut, stellt Offenbach kostenfrei zusätzlich ein Grundstück von 20.000 Quadratmetern für die Erschließung der Halle zur Verfügung (für Parkplätze, nehme ich an). Diese Regelung ist ebenfalls Teil des Letter of Intent, ist jedoch befristet bis zum 31. Dezember 2014. Scheitert das Arena-Projekt, kann Frankfurt die verkaufte Fläche als Gewerbegrundstück weiterveräußern.


    Hier die Karte wie sie im Hintergrund des gestrigen FR-Fotos zu sehen ist:



    Plan: Stadt Frankfurt und Offenbach am Main


    Es werden zwei Kreuzungen gebaut: Die nördliche bindet die Autobahn A661 an. Die Strahlenbergerstraße wird damit beidseitig zum Autobahnzubringer. Die südliche Kreuzung verbindet die beiden Städte, die Lücke zwischen Kaiserleipromenade und Berliner Straße wird geschlossen.


    Die auf dem Plan oben rot markierte Fläche östlich der A661 gehört wie das Mercedes-Areal auf der anderen Seite zu Frankfurt (Luftbild), lange schon. Ich nehme an, dass auch hier die Erschließung als Gewerbefläche geplant ist.

  • Ich frage mich noch, wie man von der Strahlenberger Straße auf die Autobahn Richtung Süden kommt. War da nicht die Rede, das dort noch 2 Rampen gebaut werden sollen? Wenn ja, würden diese ja die Autobahn links und rechts Richtung Süden flankieren und die Berliner Straße würde sowohl die Autobahn als auch diese Zubringer unterqueren. Das wird aus den Plänen wohl insoweit deutlich, als das die Linien der Kreuzung Zubringer/Berliner Straße sich schneiden und nicht verbunden sind.