Frankfurt/Offenbach: Kaiserlei

  • Frankfurt/Offenbach: Kaiserlei

    Der Kaiserlei-Kreisel soll verschwinden, vermeldet die FR.


    Darauf hätten sich Frankfurt und Offenbach verständigt. Danach soll verwirklicht werden, was bereits 1993 in einem gemeinsamen städtebaulichen Wettbewerb - nach damals 20 Jahren Streit - vereinbart worden war. Der Wettbewerb, den das Frankfurter Büro D.W. Dreysse gewonnen hatte, sah anstelle des heutigen Verkehrskreisels eine Kreuzungslösung vor.


    Sobald der Kreisel verschwunden ist, will Offenbach das Gelände verkaufen. Auf dieser Fläche sollen zwei Hochhäuser mit je 115 Metern Höhe entstehen wie es bereits der städtebauliche Wettbewerb aus dem Jahr 1993 vorgesehen hat.


    Ich habe leider keine bildliche Darstellung gefunden, wie die Verkehrsführung in der Praxis aussehen soll, außer dies hier. Gibt´s zu dem Entwurf weitere Infos?

  • nanda : Frankfurt und Offenbach haben sich bereits 1999 über das Kaiserlei-Viertel und damit auch über den Umbau des Kreisels geeinigt. Der Umbau wird aber erst kommen, wenn die Hochhauspläne konkret werden, da der Straßenbau aus dem Erlös des Grundstücksverkaufs finanziert werden soll.

  • Die geplante Bebauung suedlich vom Hochhaus Nr. 3 war ursprünglich, wenn ich das richtig in Erinnerung habe, als Mischgebiet mit groesserem Wohnanteil geplant. Ich glaube gelesen zu haben, dass dies nun nicht möglich ist, weil die neue Landebahn am Flughafen dagegen spricht. Stimmt das?

  • Darüber weiß ich nichts, ich kann nur spekulieren. Möglicherweise gibt es aus dem Regionalplan Südhessen eine Siedlungsbeschränkung, die ein Bebauungsplanverfahren hindern könnte. Eine solche muss aber nicht für alle Zeiten bestehen bleiben. Ohnehin tut sich dieses Gebiet sehr schwer, auch was Bürobauten betrifft. Lange schon geplant, meines Wissens ohne konkrete Aussicht auf Umsetzung etwa das OFB-Projekt "Haus am Brüsseler Platz". Okay, das ist noch Offenbach. Doch Wohnen wollte ich in dieser tristen Gegend schon zweimal nicht, gleich auf welcher Seite der Stadtgrenze.

  • Kaiserlei Kreisel könnte langfristig wegfallen

    Zu einer möglichen Variante, wie das Kaiserleiareal sich entwickeln könnte: Habe hier eine alte Studie aus vermutlich 2002, keine Ahnung, wo die herstammt.



  • Ich habe zwar keine Ahnung wer sich dort alles ansiedeln soll (zum Wohnen meiner Meinung nach zu laut) aber ich finde das Modell richtig gut!
    die höheren (Siemens-)Gebäude gehen ein bischen unter (und bekommen vielleicht auch noch 'nen Eimer Farbe spendiert und es entsteht ein schönes Ensemble.


    Hat jemand eigentlich noch Bilder von dem Modell die Autobahn einzuhausen? Fände ich auch einen interessanten Gedanken...

  • Mir gefällt diese Studie ebenfalls sehr gut. Auch halte ich Autobahn-Einhausungen auf dem Stadtgebiet grundsätzlich für eine gute Sache. Aber an dieser Stelle ist die A661 größtenteils aufgestelzt; wie das mit Einhausung aussehen würde, das will ich mir besser nicht vorstellen. Dann noch lieber ein bisschen Rauschen von der Autobahn.


    JH, die von dir direkt eingebundenen Bilder waren ohne Quellenangabe. Ich habe sie in Links umgewandelt, bitte künftig unsere Richtlinien beachten.


    Auf den Seiten der Stadt Offenbach findet sich diese Grafik:



    Quelle: Stadt Offenbach / maila-push

  • Ich meine die Einhausung war nicht blos eine Einhausung - die Autobahn ging wenn ich mich recht erinnere "durch" ein Gebäude hindurch...erinnert sich denn keiner mehr?!?

  • Ich höre hier zum ersten Mal von diesem Projekt...In der Ecke dürfte sich wirklich mal was tun. Der Entwurf sieht ja schon ganz gut aus, minus die vier Türme, und ich bin ganz zufrieden. Ich hoffe einfach nur, dass diese stadtnahen Ackerlandschaften so nach und nach verschwinden...

  • Ach die Türme können doch ruhig bleiben. Sind ja jetzt nicht die fernwirksamsten, und dürfte sicher ziemlich genial kommen, wenn man da mal irgendwann (wenns denn mal fertiggestellt sein sollte) durchfährt.
    Aber die Äcker können von mir aus auch verschwinden.
    Wirklich klasse Bilder. Kannte bisher nur das eine, das hier vor einiger Zeit mal gepostet wurde, wo man kaum was drauf erkennt.

  • Ich meine die Einhausung war nicht blos eine Einhausung - die Autobahn ging wenn ich mich recht erinnere "durch" ein Gebäude hindurch...erinnert sich denn keiner mehr?!?


    Doch das stimmt schon, ich suche auch nach den Artikeln bzw. Zeitungsausschnitten und das schon seit Tagen . Sind irgendwo verschütt gegangen.
    Es gab wie gesagt Entwürfe welche die A 661 einhausen würden, danach kam dann das was in #8 zu sehen ist.

  • Ich habe hier mal die gemeinsame Broschüre der Städte Offenbach und Frankfurt mit dem Ergebnis des Städtebaulichen Wettbewerbs "Überarbeiteter Entwurf September 1993" durchgesehen - da ist ein Gebäude in der Mitte, durch das die Autobahn hindurchführt. Mal sehen ob ich den Scan auch noch irgendwo ablegen kann...

  • DWD-Hochhaus | Siemensgebäude | Leerstandsquote

    Im kommenden November soll das 15-geschossige Hochhaus des Deutschen Wetterdiensts zum Verkauf ausgeschrieben werden (kleines Foto). Das berichtet das Property Magazine. Seit dem Umzug der Behörde in den neuen Gebäudekomplex (Thread) steht das Hochhaus Kaiserleistraße 42 leer.


    Noch keine Entscheidung ist hinsichtlich der seit über sieben Jahren leer stehenden ehemaligen Siemensgebäude am Kaiserlei-Kreisel gefallen. In Betracht kommt Sanierung oder Abriss und Neubau. Eigentümer ist die Allianz Real Estate.


    In Offenbach insgesamt liegt die Leerstandsquote bei 10 Prozent. Das mit 120 Metern höchste Gebäude Offenbachs, der 2003 fertig gestellte City-Tower, steht zur Hälfte leer.

  • Für die (wenn überhaupt noch) schleppende Entwicklung ist nicht zuletzt die Nordwestbahn des Frankfurter Flughafens verantwortlich, die die Wohnbauprojekte im Bereich südlich des Kreisels unmöglich gemacht hat.
    Und natürlich ist auch Gewerbebebauung innerhalb der Lärmzone weit weniger attraktiv.


    Was das Siemensgebäude angeht ist die Frage nicht, ob es abgerissen wird, sondern wann. Jede über einen Anstrich hinausgehende Sanierungsmaßnahme würde zwangsweise eine Aktualisierung von Brandsschutz, Fluchtwegen, etc. nach sich ziehen, von einer energetichen Sanierung der Fassade mal gar nicht gesprochen. Da das Gebäude nicht auf eine Unterteilung ausgelegt ist, müsste man also eine große Firma hinein packen, die aber gleichzeitig wenig Ansprüche stellt. Unwahrscheinlich, so etwas hier zu finden.


    Und die "große" Sanierung dürfte unbezahlbar sein.


    Also wird man, sobald man weiß, was man mit dem Grundstück anfangen kann, den Abriss des Bestands einleiten - das kann aber locker weitere zehn Jahre dauern. Die Substanz ist noch gut genug, dass für geraume Zeit keine losen Teile runterfallen.

  • Im ehemaligen Siemensgebäude (war aber nur angemietet und nicht im Besitz von Siemens) wurden kurz vor dem Auszug von Siemens, nochmal die Brandschutzeinrichtung, Kabelverbindungen und auch der Bodenbelag erneuert. Bin, mir aber nicht sicher ob diese Maßnahmen auch den heutigen Brandschutzbestimmungen entsprechen würden.
    Aber, schon damals war eigentlich klar, das man das Gebäude kaum wieder als Bürostandort nutzen kann. Zumal zu dieser Zeit rund um den Kreisel Aufbruchsstimmung herrschte und viele neu Bürogebäude geplant wurden (siehe auch Beitrag Nr. 5).Letztendlich wurde nur das Alpha-Haus gebaut und von den ursprünglich mal geplanten 4 Mainoffice Gebäude-Teile, wurden nur 2 gebaut. Später kam noch die Hyundai-Niederlassung dazu, an einer Stelle an der eigentlich ebenfalls ein Bürogebäude geplant war.
    Für die beiden Hochhäuser (20- und 23 Stockwerke amerikanische Zählweise) gab es Gerüchteweise folgende Pläne.
    - Das Gebäude sollte entkernt und mit neuer Fassade und Raumaufteilung als Bürokomplex wiederaufgebaut werden. Allerdings gabs dafür wohl keine Nachfrage.
    - Später hies es man (Novotel?) wollte dort ein Appartment-Hotel unterbringen.


    Jetzt steht der Komplex seit etwa 7 Jahre leer und verursacht natürlich weiterhin Kosten. Ein Abriss dürfte teuer sein und sollte doch jemand ein Büro- oder Wohnungsbau-Projekt planen, dann gibt es in der Umgebung genug leere Flächen, wo ein Neubau vermutlich wesentlich günstiger errichtet werden kann.
    Direkt neben dem Gebäudekomplex befindet sich eine große Freifläche, die als Parkplatz verwendet wird und weiter die Berliner Straße hoch Richtung Innenstadt sind ebenfalls unbebaute Freiflächen, gar nicht zu reden von den vielen Freiflächen auf der anderen Seite des Kaiserlei-Kreisels.
    Ich schätze das Gebäude wird noch lange leerstehen. Vielleicht könnte man ähnlich wie in der Bürostadt, die zwei Gebäüde zu Wohngebäude umbauen.
    Positiv ist die Aussicht in den höheren Stockwerken, die S-Bahnstation Kaiserlei liegt direkt vor der Tür und innerhalb des Hofs gibt es ein Parkhaus.

  • Danke. Bei Hyundai handelt es sich sehr wohl um ein Bürogebäude. Jedenfalls in erster Linie, denn dort ist die Europazentrale des koreanischen Autoherstellers ansässig. Dazu unser Thread. Der Showroom dürfte demgegenüber eher Dekoration sein. Ob dort überhaupt verkauft wird, weiß ich nicht, eine Werkstatt oder Ähnliches gibt es wohl nicht.

  • Das ist richtig, jedoch war dort ursprünglich ein Bürogebäude von den Ausmaßen des Alpha-Hauses geplant. Das Hyundai Gebäude nutzt nur ein Teil des Geländes. Damit gibt es keine geschlossene Blockrandbebauung.
    Das Alpha Haus hatte offensichtlich lange eine sehr hohe Leerstandsquote. Allerdings scheint sich das geändert zu haben. Credit Plus war schon länger Mieter und neuerdings schein auch Honeywell dort Büroraum gemietet zu haben. Jedenfalls gibt es dort jetzt ein Honeywell Schriftzug.
    Honeywell war bisher in der Kaiserlei Straße 39, entweder sie sind umgezogen oder haben expandiert.
    Edit: Laut Honeywell Homepage, gibt es kein Standort mehr in der Kaiserlei Straße, was den Schluß zulässt, das Honeywell umgezogen ist.


    Hier ist übrigens das Gebäude welches ursprünglich auf dem Hyundai Gelände geplant war. Das Gebäude sollte Kaiserlei Karree heißen. Vorankündigungen in Form von Bauschilder gab so 2002/3. Allerdings sind all die hochfliegenden Pläne wohl in der Wirtschaftskriese 2003/4 eingeschlafen.

    http://www.emporis.com/applica…nav=image&lng=3&id=174809


    Zu der Zeit wurden auch die Straßen und der Brüsseler Platz südlich der Strahlenberger Straße gebaut und die Schrebergärten westlich der Shell-Tankstelle geräumt.

  • ^ Dazu fällt mir nur eins ein: besser Kaiserkarree als Kaiserlei-Karree! :D


    Und um diesem Beitrag doch noch etwas mehr Substanz zu geben... Warum nicht eine ähnliche Entwicklung wie in Niederrad einleiten? Es herrscht nun mal Wohnungnot in Frankfurt, und ich könnte mir schon vorstellen, dass die Lage nicht so unattraktiv ist, auch zum Wohnen. Dass man leerstehende Bürogebäude in attrativen Wohnraum umwandeln kann, haben wir nun schon öfter gesehen. Und die neue Mainbrücke Ost verbessert die Erreichbarkeit der Innenstadt, S-Bahn-Anschluss gibt es auch. Die Lage am Wasser hat noch nie geschadet. Warum nicht?

  • Miguel : Warum nicht? Weil durch die Nordwestbahn des Flughafens das gesamte Kaiserleigebiet in die lärmbedingte Siedlungsbeschränkung fällt.
    Warum wohl regt sich die Stadt Offenbach über diese Erweiterung des Flughafens auf?


    Die gesamte Planung im Rahmen des S-Bahn-Baus für die Entwicklung des Kaiserleigebiets sowie des Bereichs östlich der A661 zwischen Berliner Straße und Frankfurter Straße war für die Tonne, als klar wurde, dass Fraport sich gegen eine dritte Parallelbahn im Süden (da wo heute Cargo City und Terminal 3 entstehen) sondern für die nach damaligen Maßstäben absurde Bahn nördlich der A3 entschieden hatte. Die argumentierten Kostenvorteile dieser Variante sind übrigens seit der (ausschließlich für Fraport und Landesregierung unvorhersehbaren) Ablöse für Ticona nicht mehr messbar.

  • ^ Daran hatte ich auch gedacht, aber wenn es in Niederrad geht, ein Gewerbegebiet in ein gemischtes Quartier mit Wohnen umzuwandeln, warum soll es dann im Kaiserlei-Gebiet nicht gehen? Niederrad liegt ebenso im Siedlungsbeschränkungsbereich.


    Ich erinnere mich an einen Zeitungsartikel, in dem es um die Offenbacher Hafeninsel ging. Dort sollten ja die Bebauungspläne durch ein Urteil des Hessischen Verwaltungsgerichtshofs zu Fall gebracht werden, das den Regionalplan des Planungsverbands äußerst streng ausgelegt hat, was allerdings so gar nicht beabsichtigt war. Anscheinend geht es aber doch voran am Hafen. Zwar ist dort die Klage zurückgezogen worden, was (nach meinem Verständnis) auch die Wirkung des Richterspruchs an der konkreten Stelle "aufhebt", aber der Richterspruch hatte ja weit über dieses Projekt hinaus für helle Aufregung gesorgt.


    Sollten auch hier tatsächlich potentielle Klagen im Raum stehen, die eine Konversion verhindern könnten, bleibt immer noch, die Grundlage für die Gerichtsentscheidung, also den Regionalplan selbst zu ändern. Es gibt schließlich im Rhein-Main-Gebiet genügend "Entwicklungsdruck", insbesondere beim Wohnbau, dass man schlicht und einfach den durch den Flughafenausbau betroffenen Gemeinden nicht quasi sämtliche Entwicklungsmöglichkeiten nehmen kann. Im Zweifel muss man im Regionalplan höhere Lärmbelastungen erlauben (z. B. unter der Bedingung, dass Schallschutzfenster etc. verbaut werden), oder aber das Ding noch einmal komplett neu berechnen, wenn das "Paket aktiver Schallschutz" seine volle Wirkung entfaltet. Darin sind Dinge wie "gekrümmter Anflug" etc. enthalten, d.h. die An- und Abflugrouten können sich durchaus noch ändern. Wenn sie das tun, kann auch der Regionalplan bzw. der Siedlungsbeschränkungsbereich angepasst werden.


    Darüber hinaus darf man auch nicht vergessen, dass neue Flugzeuge immer leiser werden, d.h. (sehr) langfristig erledigt sich das Problem quasi von selbst.