Münchner Biergartenratsch

  • 70 % ist sicher ein sehr hoher Wert. Ich glaube eher an einen Wert um die 50 % - zumindest wenn es sich nicht um absolute Premiumlagen bei geringer Bebauungsdichte handelt. Trotzdem ist auch ein Wert von 50 % schon irgendwie pervers für den konventionellen Geschoßwohungsbau!


    Wirtschaftseinbruch? Hat nicht erst aktuell der ach so gebeutelte VW Konzern jedem seiner 642.292 Mitarbeiter eine Erfolgsbeteiligung in Höhe von 4750 Euro ausgezahlt? Ich glaube nicht daran, dass die Zugpferde der Münchner Wirtschaft signifikante Schwächen zeigen. Wenn München fällt, dann müssten weite Teile Deutschlands in Schutt und Asche liegen. Und wenn das der Fall ist, wie schaut es dann in Frankreich oder Südeuropa aus???

  • Das kann man so unterschreiben. Wer interessante Hochhausarchitektur mag, der sollte sich lieber in Asien umsehen... da wird in anderen Dimensionen gebaut und das auch sehr gewagt. Die Architektur in München ist und bleibt dagegen maximal zurückhaltend, unauffällig und wie in diesem Fall schlichtweg langweilig. Traurig ist dass München in dieser Hinsicht sogar im unspektakulären deutschlandweiten Vergleich negativ hervorsticht.


    Für mich persönlich verliert die Stadt zunehmend ihren Reiz. Es wird weder herausragende neue Architektur geschaffen, noch entsteht Architektur die an die Historie würdig anknüpft (der FC Bayern Neubau mit seinem Spar-Historismus ist da mein persönlicher Tiefpunkt). Dafür bekommen wir zuhauf unförmiges Architekturgemurkse, wie: Königshof, Pschorrhaus, Konzertsaal, Gasteig, neues Arabellahaus usw.

  • Das interessante hierbei ist, dass in keiner anderen Stadt in Deutschland der weitere Bau von Hochhäusern (Büro/ Wohnen) angezeigt wäre, wegen niedriger Leerstände und Wohnungsnot, außerdem auch sehr kapitalkräftig sein müsste.
    Und das auch noch bei hoher Dichte von Institutionen und Fachleuten.
    Fazit: Sehr niedrige Qualität UND Quantität von Projekten stehen in nie gekanntem Ausmaß im Gegensatz zu dem vorhandenen Potential.

  • Bin gerade auf einen Trip in Amsterdam und es ist beeindruckend, wie viel hier aktuell gebaut wird, und die Architektur ist allemal besser als bei uns. Sicherlich 10 bis 20 Hochhäuser kleiner 100m in Bau.

  • LugPaj: :daumen: Ich denke Amsterdam ist das beste Beispiel dafür, dass auch kleine Hochhäuser mit weniger als 100m eine gute Architektur haben können. Dort gibt es z.B. eine Art "Mittlerer Ring", nämlich der "Ring A10" entlang dessen ständig neue "kleine" Hochhaus-Projekte entstehen. Interessant ist aber natürlich auch, mit welcher Konsequenz und Überzeugung dort die Stadt weiter entwickelt und verdichtet wird - obwohl die Stadt räumlich mehr Einschränkungen hat und wohl eine noch stärker zu berücksichtigende historische Altstadt besitzt. Hier eine kurze Übersicht aktueller Projekte: https://www.skyscrapercity.com/showthread.php?t=2144512


    Schachbrett: Der Vergleich mit Amsterdam zeigt unberuhigend deutlich, wie München sowohl quantitativ als auch qualitativ seit Jahren nicht mehr entscheidend voran kommt.

  • Bis auf ein paar wenige Entwürfe wie EMA oder auch Diagnostisch Centrum, deren Einfältigkeit wir bestens aus München kennen, kann ich LugPaj und iconic in dem Gesagten nur beipflichten. Die meisten Entwürfe zeigen, Kreativität, Proportion, Eleganz, Idee, Frische, Witz. Selbst optisch einfachere Entwürfe werden durch eine entsprechende Höhe elegant, wie der 30-stöckige Wohnturm Dreef. Offenbar werden Wohnungen, Studentenwohnungen und Büroräume in Amsterdam nachgefragt, darauf hin wird ausreichend Angebot geschaffen. Gute niederländische Architekten gibt es genug wie man sieht...

  • Auf der anderen Seite haben wir dem holländischen Architekturbüro Wiel Arets das KapWest zu verdanken. Gute Architekten gibt´s hier schon auch genug, man muss sie nur lassen.


    Das aber ist das Problem. Es gibt zu viele Bewahrer und Verwalter, aber zu wenige Macher. Mit dem kleinsten gemeinsamen Nenner wird sich abgefunden, der Kritik nachgegeben, bevor sie da ist.


    Es liegt sicher nicht daran, dass Mut und Vision nicht gewollt sind, es hat nur kaum jemand auch die gleichnamige Eigenschaft, dafür vehement einzustehen. Ein schönes Beispiel dafür ist der Stadtrat und seine sowohl verhaltene Ablehnung des HH-Entscheids, als auch sein faktisches Festhalten an ihm.


    Was mich sehr interessieren würde:


    Wie hoch sind die Baukosten / Qm. in anderen Ländern, z.B. Holland? Wie stark ähneln sich die Bauvorschriften? Wie hoch sind die Miet- und Kaufpreise, die Investorenrenditen? In Amsterdam sind die Mieten so weit ich weiß noch höher als in München.

  • Wenn man hier alleine an der Autobahn in der Pampa sieht, was gebaut wird, dann herrscht hier einfach eine andere Baukultur. Schlechte Architektur wird einfach nicht geduldet.

  • Zumindest vor 5 Jahren lagen die Preise für Neubau sehr deutlich unter Münchner Niveau. Natürlich gibt es in Holland auch krasse Unterschiede, die von der Lage abhängen.

  • Die meisten Entwürfe zeigen, Kreativität, Proportion, Eleganz, Idee, Frische, Witz. Selbst optisch einfachere Entwürfe werden durch eine entsprechende Höhe elegant, wie der 30-stöckige Wohnturm Dreef.


    Besonders interessant bei diesen Beispielen ist, dass die enthaltenen Hochhausprojekte fast alle deutlich unter 100m Höhe liegen...viele sogar nur um die 70m. Dennoch, wirken die Entwürfe interessant und innovativ - was uns zeigt, dass der Faktor Höhe doch nicht immer allzu ausschlaggebend ist für spannende Architektur :)

  • Dort gibt es z.B. eine Art "Mittlerer Ring", nämlich der "Ring A10" entlang dessen ständig neue "kleine" Hochhaus-Projekte entstehen.


    Diese Perspektive vom Ring A10 aus wird es wohl bald nicht mehr geben. Die Ringautobahn soll teils 6 spurig in Tunnels kommen und auf dem Gelände der Bahnhof zum neuen, wahrscheinlich wichtigsten Bahnhof ausgebaut werden. Soll dieses Jahr noch starten, Projekt Zuidasdok project

  • Der südliche Bereich des Rings ist ja nur ein Teilbereich, an dem in der Tat um den Bahnhof Amsterdam Zuid ein neuer Stadtteil u.a. mit vielen Büroflächen aber auch Wohnungen entwickelt wird. Ich wusste allerdings nicht, dass für den neuen Bahnhof, der neben Amsterdam Centraal der zweitgrößte der Region werden soll, der Ring im Tunnel verlegt wird. Das wird wirklich ein Riesen-Projekt :D Auch mutig, wie hier ganz im Süden der Stadt zwischen Innenstadt und Flughafen quasi ein zusätzlicher, neuer Zentrums-Bereich aus dem Boden gestampft wird.


    Der Abstand des Stadtzentrums zum Ring A10 ist ähnlich wie in München der Abstand zum Mittleren Ring. Innerhalb des Rings werden in Amsterdam so gut wie keine Hochpunkte gebaut. Entlang des Rings entstehen jedoch immer mehr Hochhaus-Projekte, die allerdings kaum höher als 100m sind.

  • Ok, das niedrigere Architektur nicht schlecht sein muß, haben wir jetzt in diesem Forum bereits 100mal erwähnt :) In MUC sehn wir es ja an der Macherei (an diese erinnern mich viele Entwürfe). In DUS ist es der Mediahafen, etc.!


    Aber würde man sich in Amsterdam nur im 40-70m Bereich bewegen, dann wären es halt auch nur viele, schöne Stumpen. Die Mischung macht's. Amsterdam scheint jedenfalls kein Höhenproblem zu haben.


    Habe jetzt 15-20 Projekte zwischen 85-135m gezählt!
    Bei uns hört es doch seit über 10 Jahren schon unter 90m auf. Der BVT mit 83m, das Werk4 Hotel mit 86m. Das war's!


    Und diese Mischung, aus diesen 15-20 Projekten über 85-135m, muß auch sein.
    Das ist nämlich genau das, was in München seit 2004 komplett fehlt und uns zur absoluten Stumpen-City macht.

  • @Munich2030,


    Und das bei ca 1,5% Leerstand.


    Der momentane Städtebau in München würde für stagnierende Wohnungspreise auf niedrigem Niveau passen bzw. für Büroleerstände um 15% herum.

  • In München kannst Du blind 20-30 Bürotower zwischen 100-150m bauen. Innerhalb von 2-3 Jahren wären sie ALLE vollvermietet. Wir haben die meisten DAX Unternehmen von ganz D. hier. Im Tec-Dax sieht es ähnlich aus.


    Jeder weiß, daß es innerhalb Europas, Deutschland nicht gerade schlecht geht :)


    Und München+Umgebung ist der 2. stärkste Wirschaftsraum hinter London+Umgebung, in ganz Europa!


    Jemand scheint dieses Wachstum vehemend verhindern zu wollen und alte, verstaubte Traditionen erhalten zu wollen?

  • So langsam wird es jetzt dann Zeit für die HH Studie, von 03 Architekten. Habe gehört, daß im Mai mit den ersten Ergebnissen zu rechnen ist.


    Und dann hoffe ich, daß Büschl mit H&dM mit ihren Paketposthalle+Umgebung Plänen herrausrücken.
    Kann mir eigentlich bei H&DM kaum vorstellen, daß sie unter 100m bleiben. Die lassen sich höhentechnisch ungern beschneiden.


    Ebenfalls denke ich, daß die Höhe des Moosacherstr. HH nochmals überdacht wird. Gut, die BVK will/kann/traut sich nicht höher. Da wartet man halt nur noch auf die grausige Überarbeitung des Chipperfield Fehlentwurfs.


    Aber es sollen ja Investoren für Höheres in den Startlöchern stehen. Bei den beiden, aufgekauften Gleko HH, bin ich mir fast sicher, daß die über 100m gehen.


    Jetzt werden wir ja dann auch sehen, wie Pretzl (der die Studie in Auftrag gegeben hat) das Ganze forciert bzw. auch, ob er tatsächlich schon Investoren an der Hand hat?


    Das Q3 und Q4 in 2019 könnten interessant werden.

  • Stamm-2 Verhinderungsversuch, Episode 8921:

    Zur allgemeinen Belustigung (mir fällt sonst kein anderer Grund ein), haben ein paar nicht unbekannte Fundamental-Kritiker der Stammstrecke, einen sofortigen Aufschub des Projekts gefordert.


    Begründung: Die bekannten Umplanungen am HBF (z.B. Verschiebung des Bahnsteigs) sowie angebliche Planungsfehler bei den anderen beiden unterirdischen Stationen, die ihrer Meinung nach neue Baugenehmigungsverfahren nötig machen würden und damit mit jahrelangen Verzögerungen gerechnet werden müsste.


    Daher ging ein offener Brief an MP Söder, OB Reiter und DB-Vorstand Lutz zur Post.


    Ziel: Keine Ahnung, vermutlich Abkehr von Stamm-2 und im Anschluss nichts tun.


    Unterstützung kommt von einer Bürgerinitiative, die den Abriss der Schalterhalle im Juli verhindern will und beim Bayerischen Verfassungsgerichtshof eine einstweilige Anordnung erwirken möchte.
    Begründung: Obwohl nur die Gleishalle unter Denkmalschutz steht und explizit nicht die Schalterhalle, sei der HBF ihrer Ansicht nach als Ensemble ein Denkmal - der Abriss der Schalterhalle damit zu verhindern.


    https://www.sueddeutsche.de/mu…le-stammstrecke-1.4426114


    Reichlich absurd :lach:


    Am 06. Mai wird die Schalterhalle für die Öffentlichkeit gesperrt, Abrissvorbereitungen getroffen.

  • Die Leute haben einfach zu viel Zeit und zu viel Geld bei fehlenden Problemen, Hobbies oder Familie. Bedauerliche Kreaturen, die gegen Hunderttausende Pendler und Arbeiter handeln.