Münchner Biergartenratsch

  • Das hat der Herr natürlich sehr klischeehaft ausgedrückt, doch im Kern hat er schon nicht Unrecht. Wenn auch nicht vor der Kita, doch es gibt leider genügend Leute, die ihre Fahrzeuge auf Parkplätzen unnötigerweise minutenlang im Leerlauf laufen lassen.

  • Ehrung für Architekten Ehepaar:

    Hermann Grub und Petra Grub-Lejeune erhalten für ihr unerschöpfliches Engagement für den 390m langen "Park Tunnel", der den Nord- und Südteil des Englischen Gartens wieder vereinen soll, die Auszeichnung "München leuchtet".


    2014 wollte ihn Ude in den letzten Tagen seiner Amtszeit noch verhindern, 2017 wurde unter Reiter dann dessen Bau beschlossen. Dieser überreichte nun auch die Medaille.


    https://www.abendzeitung-muenc…07-a9ed-080c656a2ff1.html

  • Grundsätzlich:


    Kann folgende Analogie zutreffen ?


    Nach 40 Jahren Sozialismus, hat die Bevölkerung der DDR mit der Marktwirtschaft durchaus ihre Probleme.


    Nach 40 Jahren Stagnation hat die Bevölkerung des Raumes München mit den jetzt mehr werdenden Veränderungen ihre Probleme.

  • ^^


    Klar! Der Mensch gewöhnt sich an alles. Noch dazu, wenn es ihm gut geht. Die Skepsis oder auch Ablehnung zu Wachstum ist daher für mich eine Generationensache. Bin aber zuversichtlich, dass sich das ändern wird, da sich einfach die Bevölkerungssturktur in Deutschland und insbesondere in seinen Metropolen krass geändert hat und sich nochmal ändern wird. Die Frage wird für uns nur sein, ob wir die dann mögliche und durchaus wahrscheinliche grundsätzliche Änderung zur Stadtplanung noch erleben.

  • ^


    Gewöhnung an die Ist-Situation und Wohlstand sind sicher ein Grund für die ablehnende Haltung gegenüber Wachstum und Veränderung. Mit dem genannten "40 Jahre Zeitraum" würde ich allerdings nicht argumentieren. Das im "Alles bleibt so wie es ist"-Dogma begründete Abwehrverhalten gab es hier schon damals, sowohl in der Monarchie als auch in den 1970ern. Nur die Durchsetzungskraft von König / Politik war eine andere als heute. Ob das jetzt gut oder schlecht ist, ist eine andere Geschichte.


    Zu beobachten ist aber auch, dass sich Menschen, die unter den hohen Mieten leiden, gegen weitere Veränderungen aussprechen, obwohl gerade für diese Menschen, Veränderungen den größten Nutzen erzielen würden.


    Mitunter ist das fehlende Verständnis der Zusammenhänge die Ursache dafür.


    Angst / Wut vor Veränderungen sind mitunter auch Resultat vieler aktuell immer rasanterer technologischer, gesellschaftlicher, politischer und ökologischer Wandel.
    Menschen fühlen sich abgehängt und kommen nicht mehr mit (zu beobachten: Ältere Menschen tendenziell eher gegen Neues). Die diffusesten Ängste und Sorgen werden dann schlagartig auf die nächste greifbare Meldung / Veränderung projiziert und daraus absurde Zusammenhänge / Verschwörungen konstruiert. Die Selbstreflexion bleibt dabei natürlich auf der Strecke. Eindrucksvoll wird das beim Autoverkehr deutlich, dessen Zunahme stets befürchtet und verteufelt wird aber nicht selten die Einsicht fehlt, selbst weniger Auto zu fahren. Ein anderes Beispiel wäre die AFD und ihre Flüchtlingspolitik.
    So fällt mir in meinem Bekanntenumkreis auf, dass diejenigen "älteren" Menschen offen gegenüber Neuem sind, die ihr Leben lang schon Neues kennen lernen wollten, egal in welchem Bereich, sich für alles interessieren konnten und rumgekommen sind in der Welt.


    Dieses Thema bietet reichlich Raum für Spekulationen und Vermutungen. Nicht umsonst zerbrechen sich Soziologen, Historiker, Philosophen und andere Gesellschaftswissenschaftler aus aller Welt seit Jahrhunderten den Kopf darüber.

  • MiaSanMia ,


    Von der Politik und den Medien werden die Zusammenhänge erklärt oder eher nicht ?


    Szene: Ein „Zukunftszug“ fährt vom Münchner Hauptbahnhof in die Zukunft ab.
    In den Wagen hängen rote Griffe. Unter den Griffen steht nicht wie sonst:
    Notbremse, Missbrauch strafbar, sondern: Wenn 10% der Reisenden zustimmen,
    gibt’s auch die Aussicht, dass der Zug über ein Jahr stehen bleibt, weil sich die Politik dran gebunden fühlt.


    Gute Reise !

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    Das Erklären von Zusammenhängen ist leider gar nicht so einfach, wenn die Sachebene und Gefühlsebene ständig miteinander vermischt werden und Themen die mit der eigentlich zu diskutierenden Thematik nichts zu tun haben, mit hineingezogen werden. Manch einer / manche Zeitung ist gar nicht gewillt die Zusammenhänge zu erkennen oder veraltete Denkmuster abzulegen.

  • Teilweise wird aufgeklärt und teilweise wird vernebelt. Gerade die Boulevardmedien haben schon immer eher auf der Gefühlsebene kommuniziert und so millionenfach Auflagen bzw. Quoten erreicht. Aufklärung war und ist da niemals das Ziel, sondern das Bestätigen von Wut, Ängsten, Sensationslust etc.


    Und auch in der Politik gibt es leider immer wieder einige, die der Versuchung erliegen, durch solch fragwürdige Mechanismen schnell und billig Anhänger zu gewinnen (oder weil sie Angst haben, durch Aufklärung Anhänger an die "Populisten" zu verlieren).


    Wie schon mehrfach von mir geäußert, sollten wir nicht darüber verzweifeln, sondern akzeptieren, dass es immer diese zwei Richtungen geben wird. Die Aufklärung hat vor 300 Jahren nach dunklen Zeiten angefangen, unser Denken und Handeln zu bestimmen und es ist wohl das wichtigste, dass das grundsätzlich so bleibt - trotz all der Querschüsse in Medien und Politik, die es vermutlich immer geben wird :)

  • MERCER Quality of Living-Ranking 2018:

    München ist um einen Platz aufgestiegen und belegt jetzt gemeinsam mit der neuseeländischen Stadt Auckland den dritten Platz.


    39 Kriterien wurden im Ranking von Expats bewertet. Die Merkmale umreißen politische, soziale, wirtschaftliche und umweltorientierte Aspekte. Hinzu kommen Faktoren wie Gesundheit und Bildungsangebote.


    1) Wien
    2) Zürich
    3) Auckland & München
    5) Vancouver
    6) Düsseldorf
    7) Frankfurt
    8) Genf
    9) Kopenhagen
    10) Basel & Sydney


    ...


    13) Berlin
    19) Hamburg
    23) Nürnberg
    28) Stuttgart
    60) Leipzig


    https://www.mercer.de/newsroom/quality-of-living-2018.html

  • ^^


    Ich waage mal die Behauptung: Wer in München kein Wohngeld bekommt, ist bereits gegenüber 80 % der Weltbevölkerung und sicher gegenüber 95 % der Menschen in Armenien privilegiert. Dass sich dieser Familie keine Alternativen ergeben halte ich für billige Links-Propaganda der Süddeutschen. Fehlender "roter Pass", "Kind heißt nicht Maximilian", ach wie sehr werden wir mit dunklem Teint benachteiligt. Ich kann das mit für einen Deutschen Normalmenschen weit überdurchschnittlichen Kontakten in die "Ausländerwelt" ganz und gar nicht nachvollziehen. Mit 3700 Euro netto haben die im Übrigen ziemlich genau das gleiche was meine etwas kleinere Familie hat.

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    Ich habe auch abgewogen, ob die Eindrücke der Autorin auf einen größeren Maßstab übertragen werden können.


    Und dabei bin ich gleich bei mir selbst fündig geworden. Welches Auto fährt der Interessent, wie viele Personen wollen einziehen, sind die Kinder schon in der Schule etc. All diese Aspekte beeinflussen rückblickend - bei aller versuchten Objektivität - die Mieterauswahl. Die Abnutzung der Wohnung soll schließlich so gering wie möglich sein. Die Herkunft spielt freilich auch eine Rolle. Allgemeine Klischees und Vorurteile lassen sich leider nicht vollständig ausblenden. Meiner eigenen bisherigen Erfahrung nach, verschwinden diese dann aber spätestens bei der Wohnungsbesichtigung.


    Dennoch: In Deutschland haben es größere Familien (darunter fallen hier ja schon Fünfpersonenhaushalte) als Mieter einfach schwer. Wer vermietet seine 110 qm Wohnung nicht lieber an einen zwei- oder dreiköpfigen Haushalt?