Charité - Bettenhaus und Ambulanzzentrum (ATIZ)

  • Nach dem Umbau ist das Charité Bettenhaus kaum noch wiederzuerkennen. Die helle Fassade lässt einen freundlicheren Gesamteindruck entstehen.


    Aktuelles Bild vom Berliner Dom aus gesehen:


  • "Nach dem Umbau" ist gut. Der ist ja noch in vollem Gange. Man hat aber offenbar bei der Aussenhaut Gas gegeben, um den Frust über die Bauverzögerung schnell vergessen zu machen und den Berlinern wie Touristen den Anblick des Betonskeletts niciht unnötig lange zuzumuten. Auf jeden Fall ist dieses Tempo für Berliner Verhältnisse beachtlich.

  • Besser als vorher, aber mit der Klinkerfassade im Sockelbereich hätte es richtig was hergemacht. Schade. Weiß jemand, was mit den Dachaufbauten passiert? Das soll doch nicht so bleiben, oder?

  • Tja, für die renommierteste Klinik des Landes ist eben nichts billig genug... Kann mir wer erklären, warum viele Bauprojekte (und nicht nur Luxusobjekte) in der ganzen Stadt komplett verklinkert werden und man sich hier angeblich nicht mal den Sockel leisten konnte?
    Was den Dachaufbau angeht, so sagen zumindest die Visualisierungen, dass das Ganze von einem großen, weißen Kasten umschlossen wird, auf dem dann auch das Charité-Logo in großen Lettern prangen wird.

  • Ja, jetzt lassen wir mal die Kirche im Dorf. Die Charite ist nicht "die Klinik" in Deutschland, sondern eine von zahlreichen, die Spitzenmedizin und Forschung betreiben. Und wenn ich mir anschaue, wie andere Spitzenkliniken, die zB auch die reichen Scheichs als Medizintouris durch ihren internationalen Ruf anziehen, so residieren, zB Großhadern München, dann ist die Architektur der Charite noch vergleichsweise attraktiv. Kliniken sind in Deutschland "demokratische" Masseneinrichtungen, wo die Mio. in neueste Geräte gesteckt werden, statt in aufwändige Architektur, damit sich eine erlesene Klientel besonders wohl fühlt.
    In diesem unscheinbaren Gebäude in Heidelberg ist zB die modernste Krebsbestrahlungseinrichtung der Welt zu finden, deren Therapiegerätschaften 119 Mio. Euro kosteten. Würdest du das als Spaziergänger, der vorbei läuft, ahnen? Ganz ehrlich, mir ist als Patient lieber, dass da das Geld investiert wird und die Klinik dafür ein Zweckbau ist, als umgekehrt.


    Hübscher als die olle DDR Fassade ist es trotzdem in Zukunft und v. a. in der Fernwirkung wird das Gebäude sogar positiv hervorstechen; ein weißer Monolith mit dem Klinikname weithin sichtbar auf dem Dach, diese "cleane" Optik wird im öffentlichen Bewusstsein die Charite noch viel mehr verankern, als es das alte Gebäude mit dem bekannten Schriftzug bereits tat. Weiß assoziiert man ja auch wie keine andere Farbe mit einem Klinikum, das passt also wunderbar (sozusagen eine perfekte "Bildmarke", der weiße Wolkenkratzer mit dem neuen Logo auf dem Dachabschluss, das Bettenhochhaus könnte die Charite in Zukunft sogar als stilisiertes Logo auf ihre Briefbögen drucken und jeder Berliner würde es erkennen).


    Ich würde höchstens kritisieren, dass man den Klinkersockel durch dieses komische Grau austauschte, anstatt das weiße Farbkonzept dann gleich bis zum 1. OG runterzuziehen und dafür wenigstens das EG zu verklinkern. Was sich sehr angeboten hätte, da hier im Spritzwasserbereich eigentlich nur Klinker/Natursteinfassaden eine gewisse "Patina" entwickeln ohne schmuddelig und abgewetzt auszusehen, wie das mit lackierten Fassadenelementen leider spätestens nach dem 1. Winter der Fall sein wird und so wie ich den Unterhalt von öffentlichen Gebäuden kenne wird da nichts mehr erneuert oder ausgebessert, bis in einigen Jahrzehnten die nächste Sanierung ansteht. Da gibt man soviel Geld für eine Sanierung aus und spart dann hier an der falschen Stelle ein paar Öcken und nimmt dafür in Kauf, dass das Entrée des Gebäudes aus Passantensicht optisch kontinuierlich verschmuddeln wird.

  • Charité Hochhaus Sanierung + Anbau

    Gefällt mir definitiv nicht, weder von der Fern noch Nahansicht.


    + Farbe ist in Ordnung.
    - Fenster sind zu schmal
    - Blindfenster sanstelle Alternativgestaltung


    wirkt irgendwie sehr preiswert.



    Sanierung Charité Hochhaus by Kleist Berlin, auf Flickr



    Sanierung Charité Hochhaus by Kleist Berlin, auf Flickr



    Sanierung Charité Hochhaus by Kleist Berlin, auf Flickr



    Sanierung Charité Hochhaus by Kleist Berlin, auf Flickr



    Sanierung Charité Hochhaus by Kleist Berlin, auf Flickr



    Sanierung Charité Hochhaus by Kleist Berlin, auf Flickr


    ein weiteres Bild und noch eines und noch ein Letztes


    eigene Bilder, gemeinfrei

  • Nach den bisher geposteten Bildern war ich mir nicht ganz sicher, ob die grauen Verblendungen am Sockel aus Kunststoff oder Metall sind. Ich habe daher heute noch eine Profilaufnahme gemacht und glaube nunmehr: es müsste Metall sein. Aber seht selbst:

    Insgesamt gefällt mir der Sockel in Wirklichkeit etwas besser als zunächst nach den Visualisierungen und den ersten Fotos erwartet. Auch wenn ich natürlich dem aus Kostengründen gestrichenen Backsteinmauerwerk SEHR hinterhertrauere...:troest:

  • Allmählich bildet sich am Bettenhochhaus der Charité auch der offene, verglaste Eingangsbereich heraus. Sehr elegant finde ich im Übrigen auch die neue Verbindungsbrücke mit ihrer gefärbten Glasfassade.






  • Hier noch zwei ergänzende Bilder von der schicken neuen Glasbrücke über die Luisenstraße, von Norden aus gesehen:



    Die etwas weiter südlich liegenden alte Betonbrücke wird abgerissen. Die neue hat, wie man sieht, eine etwas größere Durchfahrtshöhe (was aufgrund der häufigen "Anditsch"-Unfälle bei der alten auch sinnvoll ist):


  • Selbst im Vergleich zum Vorzustand ein deutlicher optischer Rückschritt. Aber gut, wenn der Umbau eine Verbesserung der Behandlungsbedingungen bringt, solls recht sein.

  • mal wieder ein Lebenszeichen-- ein Kran wurde bereits demontiert- deutet darauf hin, dass sich der Umbau der Fassade in seiner Endphase befindet. Nur auf dem "Dachbereich" scheinen mir die Umbaumaßnahmen noch nicht abgeschlossen zu sein.
    1 Handybild--

  • ^ Sollte das nicht ursprünglich die gleiche Backsteinverkleidung bekommen, die der Bettenhaus-Sockel dann auch nicht bekommen hat? Der Sockel hat wenigstens noch irgendeine Form von Verkleidung bekommen, aber dit hier? Boah, boring!

  • ^ Im wahrsten und wörtlichen Sinne: Ein Armutszeugnis.


    Aus dem eigentlich ganz ansehnlichen Entwurf von Hochhaus und Erweiterung ist ein reiner Funktionsbau geworden. Sehr schade!


    Dass man sich prachtvolle Architektur wie im alten Preußen für Kliniken nicht mehr leisten kann verstehe ich ja (so wie dieses wunderbare Tor von Martin Gropius),

    aber ein bisschen Gestaltung sollte schon drin sein. :Nieder:

  • ^ Sollte das nicht ursprünglich die gleiche Backsteinverkleidung bekommen, die der Bettenhaus-Sockel dann auch nicht bekommen hat? Der Sockel hat wenigstens noch irgendeine Form von Verkleidung bekommen, aber dit hier? Boah, boring!


    Ein Sockel wäre ein kleines Bekenntnis zu einem traditionellen Haus (Sockel-Mitte-Dach), wie es kleine Kinder zeichnen. Das darf natürlich nicht sein und wurde dem Entwurf abtrainiert. Ein echter Bau der Moderne ist ein freistehender Solitär (Elefantenweide).


    Ob das nach der Wahl mit einem neuen Senatsbaudirektor anders wird?