Stadtschloss Berlin: Der Thread für den Wiederaufbau

  • Zu den Bildern von Backstein vielleicht noch zwei von weiter oben. Dort legt man gerade weitere Fundamente/Keller des Schlosses frei und ist dabei auch auf das Orginal-Pflaster des Eosander-Hofes gestoßen. Da dieser ja überbaut werden soll, bleibt uns dieses Bodendenkmal (!) wohl nicht erhalten. Eigentlich eine Schande, damit hätte man wenigstens noch ein kleines Stück Authentizität ins Schloss bekommen.



    Nebenbei kann ich noch eine kleine Ausstellung in der Bauakademie empfehlen. Die befasst sich ein wenig kritischer mit der Schlossrekonstruktion und beleuchtet dabei auch alternative Entwürfe aus den 50er und den 90er Jahren. Die meisten Tafeln kann man sich sparen, vieles schon gehört und gesehen, aber hier und da kann man noch was lernen und alles in allem mal eine kritische, aber nicht polemische Sicht auf das Projekt bekommen (obwohl die Rosa Luxemburg Stiftung glaube ich Initiator ist).

  • Die weiteren Ausgrabungsarbeiten sind mir gestern auch aufgefallen. Interessant, diese drei Schichten von Bodenbelag des Schlosshofs, des DDR-Paradeplatzes und schließlich des Parkplatzasphalts übereinander zu sehen. Auch der Gully. Schade, dass das wohl alles verschwinden wird und dem Schloss so die Möglichkeit auf die immer wieder von Rekos geforderte Authentizität nimmt.

  • Es sind ein paar steine, nichts weiter. Ein Pflaster. Evtl wird es ja an einigen Stellen eine Glasscheibe geben. Bis jetzt konnte man auf den Fotos aber nix besonderes sehen.

  • "...ein paar Steine, nichts weiter." Um die paar Steine geht es doch! Authentizität kann man nicht kaufen und schon gar nicht nachbauen. Wenn man die Keller wenigstens ins Schloss integrieren würde, bin ich mir sicher dass alle wirklich Architekturinteressierten sich die angucken wollten. Dabei sinds nur n paar Steine, da eben aufeinander und nicht nebeneinander.

  • Neues vom Schloß:


    Laut einem Artikel der Berliner Zeitung wird die Stiftung Berliner Schloss (Bauherrin) wahrscheinlich von Manfred Rettig (ehem. Geschäftsführer der Bundesbaugesellschaft Berlin; war für Regierungsumzug zuständig) geleitet. Politischer Rückhalt besteht aber auch für den Gegenkandidaten Mausbach (Chef des Bundesamtes für Bauwesen u. Raumordnung).


    Außerdem werden in dem Artikel die voraussichtlichen Mitglieder des Stiftungsrats benannt:
    - die MdBs Fischer (CDU), Koschyk (CSU), Beckmeyer (SPD), Thierse (SPD) und Otto (FDP);
    - aus der Regierung Nicolette Kressl (Finanzministerium), Engelbert Lütke Daldrup (Bauministerium) und Ingeborg Berggreen-Merkel (für den Kulturstaatsminister);
    - für Berlin André Schmitz und Regula Lüscher;
    - für die Nutzer Hermann Parzinger (Stiftung Preußischer Kulturbesitz), Michael Eissenhauer (Staatliche Museen), Claudia Lux (Zentral- und Landesbibliothek), Christoph Markschies (Humboldt-Universität).


    Kritiker der Fassadenrekonstruktion seien nicht vertreten.


    Link: http://www.berlinonline.de/ber…/berlin/133512/133513.php

  • Na das ging ja mal wieder schnell mit dem Zumüllen! Und abgenutzt sieht sie auch schon aus :-) aber gut so ergehts früher oder später immer allen berliner Wiesen *g*.. Wieso wird eigentlich bei soeiner Gestaltung nie an Mülleimer gedacht? Die sind in Berlin echt immer schwer auffindbar.

  • Gereinigt vielleicht - aber gesprengt? Wenn dann höchstens nachts. Hab da aber auch noch keine entsprechenden Vorrichtungen entdecken können.

  • Unter der Woche wird die Schlosswiese offensichtlich tatsächlich gewässert.
    Ich war gestern auf dem Weg zur U55-Besichtigung kurz auch am Schlossplatz und es bot sich dieses Bild:



  • Eosanderportal freigelegt

    Laut Morgenpost haben Archäologen einen sensationellen Fund auf dem Gelände gemacht: Sie haben wohl viele alte Fundamente gefunden (was zu erwarten war) und zwar in einem völlig unerwartet guten Zustand. Angeblich ist die Qualität immer noch derartig hoch, dass Teile in die Rekonstruktion eingebaut werden könnten.


    Allerdings sieht es so aus, als ob eine solche Option aus Kostengründen unwahrscheinlich ist. So viel zur guten alten Realität...


    Der Artikel bescgreibt auch, dass Teile des Eosanderportals freigelegt wurden und dass Stelle dieses (unabhänig vom kürzlichen Fund) ebenso gerne einbauen würde wie die Kuppel. Allerdings sind auch hier die Mehrkosten hinderlich.


    Quelle: http://www.morgenpost.de/berli…Fund_am_Schlossplatz.html

  • ...viele alte Fundamente gefunden (was zu erwarten war) und zwar in einem völlig unerwartet guten Zustand.


    Nein, das war nicht unbedingt zu erwarten, denn das Hohenzollern-Schloss solte völlig getilgt werden.
    So wie das Warschauer Königsschloss, bei dem die SS alles, auch die Fundamente, sprengte.
    Was die Polen übrigens nicht hinderte alles originalgetreu wieder aufzubauen.
    Felix Polonia... :daumen:

  • Also ich würde mal sagen anno 1950 hat man sich da nicht wirklich große Gedanken drüber gemacht. Der Schutt wurde ins Loch gekippt und anschließend mehr oder weniger dick mit Asphalt übergossen. Und da eben vom Palast abgesehen auch keine größeren Baumaßnahmen durchgeführt wurden, hat sich das Ganze auch entsprechend erhalten. Beim Sockel des Nationaldenkmal lässt man heute den Asphalt ja sogar absichtlich drauf, um zu konservieren und vor Vandalismus zu schützen.

  • Es bleibt wie geplant. Das Bundesbauministerium hält weiterhin an Franco Stella als Schloss-Architekten fest. Eine Überprüfung der Größe seines Büros werde es zum Ärger der grünen Bundestagsabgeordneten Undine Kurth nicht geben. Lediglich die an das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung gerichtete Rüge von Hans Kollhoff müsse derzeit geprüft werden.


    Im Herbst soll Stella nun seine mit Spannung erwartete überarbeitete Version (Gestaltung des Raumprogrammes in der Art, dass der verbindliche Kostenrahmen von 552 Millionen Euro eingehalten werden kann) öffentlich vorlegen.


    Artikel Mopo

  • Was für ein hin und her...:nono:


    Hans Kollhoff hat nun auch bei der Vergabekammer Bonn, die zum Kartellamt gehört, eine Rüge gegen das Verfahren und die Beauftragung Stellas eingereicht. Aus dem Kartellamt heißt es, man habe Bedenken, ob die Vergabe von Aufträgen für den Bau des Berliner Stadtschlosses nach geltendem Recht erfolgte.


    Im Bundesbauministerium bereite man sich angeblich sogar schon darauf vor, wie im Falle eines negativen Ausgangs des Verfahrens vorzugehen sei. So müsse dann eine Beschwerde gegen den Beschluss der Vergabekammer innerhalb von zwei Wochen beim Oberlandesgericht Düsseldorf eingereicht werden. Das OLG sei in dieser Sache die letzte Instanz. Würde man auch dort unterliegen, müsste das Vergabeverfahren wiederholt werden.


    Der Bauprozess würde sich dann natürlich erheblich verzögern. Eine Entscheidung wird für kommender Woche erwartet.


    Die Nachricht kann in verschiedenen Berliner Gazetten nachgelesen werden:


    Tagesspiegel sowie eine Bericht über die Folgen


    Mopo

  • Jetzt drehen sie völlig frei.

    Stella leitet ein vergleichsweise kleines Architekturbüro, dem für die Realisierung dieses großen Projektes zwei große Architekturschmieden an die Seite gestellt wurden: Gerkan, Marg und Partner sowie Hilmer & Sattler und Albrecht. Dies erfolgte nicht im Rahmen einer Ausschreibung, sondern durch Stella selbst, auf Drängen des Bundes.


    Soll das etwa heißen der Gewinner einer Ausschreibung darf keine Subaufträge mehr vergeben? Soll Stella etwa selbst die Maurerkelle schwingen und das ganze Schloß alleine bauen? Oder soll jeder Auftrag des Bundes in einer Kaskade von Ausschreibung nach Ausschreibung nach Ausschreibung enden?


    „Man braucht solche Regeln nicht aufzustellen, wenn man sie später nicht einhält“, sagt Jan Kleihues, einer der vier Gewinner des dritten Preises. Kleihues meint, die Architektenkammer oder die Verbände hätten deshalb vor die Vergabekammer ziehen müssen. Dass es Stararchitekt Hans Kollhoff dann tat, nennt er „außerordentlich mutig“.


    Gebt ihm das Bundesverdienstkreuz! Und sagt ihm gleich noch, das die rechtmäßige Teilnahme von Stella gar nicht beanstandet wurde. Es geht nur um die Aufträge für GMP und H&S. Deswegen ist mir auch nicht klar, weshalb der Vertrag zwischen dem Bund und Stella deswegen "nicht mehr haltbar" sein soll. Der Mann hat mit seinem Entwurf den Wettbewerb einstimmig gewonnen. Daraus folgen doch auch irgendwelche Rechte. Ganz sicher wird man das Schloß nicht vom Drittplatzierten bauen lassen. :doof:

  • Ich finde es auch mehr als merkwürdig, welche Beharrlichkeit Kollhoff jetzt an den Tag legt, gegen den Bau durch Stella vorzugehen. Kommt er nicht damit klar, dass die Jury seinen Entwurf nicht auf Platz eins gewählt hat? Das ist doch letztlich das Entscheidende, denn wozu veranstaltet man einen Wettbewerb, wenn man nicht das beste Ergebnis bauen möchte?

  • KSV soll die Humboldt-Infobox bauen


    Laut Baunetz baut KSV die Humboldt-Infobox am Schlossplatz. Betrieben werden soll der temporäre Bau von Megaposter. Diese übernehmen auch die Baukosten von 5 Millionen, sowie den Abriss 5 Jahre später.


    M.E. nach ein interessanter Entwurf. Wünscht man sich häufiger. allerdings ist eine gewisse Äghnlichkeit mit der Casa da Musica in Porto nicht von der hand zu weisen.

  • Mich freut, daß KSV - Krüger Schuberth Vandreike 14 Jahre nach dem ersten Platz (zusammen mit dem "zweiten" 1. Platz von Schultes und Frank) im Kanzleramts-Wettbewerb nun wieder ein spektakuläres Projekt vorzuweisen haben. :daumen:


    Wenngleich ich die Form der "Box" alles andere als passend für diesen historischen Ort empfinde.
    Ich sehe es vielmehr so:
    Soll sich dort die Moderne noch einmal austoben; jeder legt noch schnell ein Ei, danach wird "richtig" gebaut.