Stadtschloss Berlin: Der Thread für den Wiederaufbau

  • @ Guderian, ich denke mal, dass sich das auf den Veranstaltungsraum des PdR bezieht.
    Dieser war sechseckig und war stark von den Raumplanungsideen Rubinows beeinflusst. Grade die unglaublich gute Nutzbarkeit zeichnete den Veranstaltungsraum aus. Tiefensee schwärmt davon aber auch schon seit Jahren! Im Übrigen war Rem Koolhaas ziemlich beeindruckt davon!
    Und auch der Volkshausgedanke im schinkelschen Sinne ist schon nicht zu verachten! :daumen:

  • Das ist doch wie mit allem im Leben...alles kommt in Zyklen:


    • Mode kommt und geht (und kommt dann doch wieder: Retro-Look)
    • Konjunktur geht auf und ab
    • Neoklassik -> Keynesianismus -> wieder Monetaristen und Klassiker (bis heute) -> in Zukunft (spätestens wenn das Elend wieder zu groß wird) wieder mehr Keynes und Eingriff des Staates in die Wirtschaft
    • Architektur wahrscheinlich auch (traditionell -> modern -> (heute: alles jammert...also...) wieder ein bisschen traditioneller -> (irgendwann in Zukunft) wieder ein bisschen moderner)


    Und ab und zu kommt dann auch mal was ganz neues.


    Ach ja, das mit der modernen Kuppel gefällt mir mal gar nicht. Dann lieber überhaupt keine Kuppel.

  • Ja, davor bangt es mir auch schon...Mal schauen, wie sich das entwickelt. Da wird bestimmt noch nicht das letzte Wort gesprochen sein. Nachher haben wir noch ne hist. Ostfassade und dafür ne moderne Kuppel ;).

  • aber wie sollte denn so eine moderne Kuppel aussehen, so wie die auf dem Reichstag? Mir fällt sonst kaum ein Beispiel für eine moderne Kuppel ein.

  • Es gibt einen großen Unterschied bei beiden Kuppeln:
    Beim Reichstag ist sie in Gebäudemitte platziert, also zurückgesetzt und direkt auf dem Dach.
    Beim Stadtschloss ist sie bündig über der Portalfront und zusätzlich noch auf einem "Podest".
    Für das Erscheinungsbild einer Kuppel macht das einen sehr großen Unterschied. Während am Reichstag die Kuppel für sich selbst stehen kann und nicht Teil der Fassade ist, ist die Stadtschlosskuppel definit Teil der Fassade bzw. des Portals und kann nicht für sich selbst stehen.

  • Frage bzgl. der Kuppel:
    Wie sieht das aus, sollen zwei Kuppeln gebaut werden? Es gab doch diesen Entwurf mit einer zweiten Kuppel. Die zweite Kuppel gab es doch nicht beim Original, sie sollte doch das Symbol für den zweiten Bau des Schlosses sein, oder? Bezieht sich das Merkmal der modernen Kupppel dann auf die zweite?
    :confused:

  • ich habe mir auch nur versucht vorzustellen, was für eine moderne Kuppel Architekten auf das Stadtschloß platzieren würden. Ich kann mir da nichts passendes vorstellen.

  • Ich glaub auch dass das nicht so gut kommen würde. Das passt bestimmt nicht, so eine alte Fassade und oben drauf dann eine moderne Kuppel wie beim Reichstag oder so...

  • Die zweite kleinere Kuppel war - soweit ich weiß - lediglich ein Vorschlag des Fördervereins. In der Politik wurde das nie aufgegriffen.


    Interessant wäre auch die Frage nach den historischen zwei kleinen Kuppeln links und rechts an der Vorderfront. Hab noch nichts dazu gelesen. Kommen wahrscheinlich also auch nicht.

  • @remy


    Wer sagt denn, dass es passen muss? Kontraste ist das Zauberwort...Denen wird schon was einfallen, wie sie das Schloss weiter verunstalten können als nur mit der Ostfassade.

  • Eine moderne Kuppel auf dieses historische Gebäude fände ich auch nicht toll und schon gar nicht repräsentativ.
    Das Schloss sollte meiner Meinung nach identisch aufgebaut werden, samt der originalgetreuen Südseite.
    Für mich würde alles andere nicht authentisch sondern eher lachhaft wirken.
    Eine detailierte historische Fassade, gepaart mit originalen Raumfluchten aber die Südseite ist mit Glas versehen und modern gehalten.


    Unvorstellbar.


    Genauso finde ich es ein Armutszeugnis der heutigen Architektur wenn man sich an die Südseite nicht rantraut weil man Angst hat dieses nicht originalgetreu wiederherzustellen und stattdessen auf heutige Baustandarts und -weisen zurückgreift.


    Würde dies die deutsche Baukunst nicht ad absurdum führen und diese nixcht international der Lächerlichkeit preisgeben?


    Meiner Ansicht nach sollte das Schloss ganz oder gar nicht aufgebaut werden.


    Vielleicht hat das Potsdamer Modell ja Symbolcharakter und ein freundlicher Spender subventioniert auch das Berliner Schloss und schaut nicht zu wie Deutschlands wichtigster Platz und Berlins Mitte von Banausen oder kapitalistischen Dilletanten verschandelt wird.


    Es ist doch eine einzigartige Gelegenheit, der Hauptstadt Deutschlands und Berlins eine repräsetative Mitte zurückgegeben, die jetzt vergeben werden kann.


    Ich hoffe dessen ist man sich bewusst und spart nicht am falschen Ende.

  • Eine Alte Fassade & Moderne Kuppel??

    NEIN!!!!


    Die Reichstag Kuppel wurde von Norman Foster "modern" gestalltet. Glas OK, aber Form ist wenig historisch und auf Details wurde verzichtet.


    Die Kuppel am Berliner Dom war im Krieg leicht beschädigt, wurde danach neu gestalltet aber macht das ganze Bauwerk zu "Plump" obwohl Details und Formgebung an sich ok sind. Der Versicht auf eine Laterne war eine grosse Fehler. Die 4 Turmlaternen machen die 4 Ecktürme besonders "unharmonisch und un-Deutsch". Der Dom könnte wie er aussieht fast ein Russisches Bauwerk sein.


    Viele städteprägende Kuppel kehrten nach dem Krieg nicht mehr zurück: auf Wiederaufbau wurde verzichtet. Die Staatsbibliothek am UdL bekam seine hohe Kuppel nicht mehr zurück aber auch oberhalb der Eingang war früher eine Kuppel.


    Dann hatten in der Mitte viele Eckbauten eine "barocke" Kuppel. Die Eckbauten sind alle verschwunden und die Kuppel sind nicht mehr da.


    Also plädiere ich für eine genaue Rekontruktion der Schlosskuppel. :daumen:

  • Russische versus Deutsche Formen

    Zwiebeltürme sind Russisch aber auch Produkt der Habsburger: von Rumänien, Slovenien, Österreich, Süd Deutschland, Silezien Galizien usw. : überall kann mann die Zwiebeltürme dort bewundern. Die Russische Zwiebeltürme sehen wieder anders aus.


    So auch der Berliner Dom: die 4 Ecktürme haben eine "Un-Deutsche" Form bekommen: Fast halbrund OHNE einzige Bekrönung. In Deutschland sieht mann diese halrunde Formen nie oder selten. War natürlich kein ursprünglicher Entwurf der Architekt. Die Türme wirken alle 4 auch "Plump" und dass ist nun typisch Russisch (oder Polnisch).:nono: :nono:

  • Genauso finde ich es ein Armutszeugnis der heutigen Architektur wenn man sich an die Südseite nicht rantraut weil man Angst hat dieses nicht originalgetreu wiederherzustellen und stattdessen auf heutige Baustandarts und -weisen zurückgreift.

    Wieso Südseite? Meinst Du die Ostseite zur Spree hin?

  • Morgenpost: "Die Ostseite kann laut Tiefensee "die wechselvolle Geschichte des Schlossareals widerspiegeln" [..]


    Das ist ja super, dann liegt's doch eigentlich nahe, die Ostseite zu rekonstruieren. In ihr spiegelt sich ja 'n halbes Jahrtausend Architekturgeschichte wider :) ( Grüner Hut, Haus der Herzogin, Apotherkerflügel, Eishof..) sogar weit mehr als im Rest des Schlosses.
    Ich finde, man sollte ehrlich sein und das Schloß in seiner städtebaulich/historischen Gesamtheit erlebbar machen und nicht so tun, als wär's ein homogenes Barockschloß. Die erste Barockerweiterung fand z.B. nämlich nur über vorgeblendete Fassaden statt und das Schloß ist im Kern zur Hälfte ein Renaissancebau.


    Also, hoffen wir das Beste