Schloss 1: Zwischennutzung und Alternativen zum Schloss

  • Schloss 1: Zwischennutzung und Alternativen zum Schloss

    In diesen neuen Thread kommen alle Themen, die sich um eine Zwischennutzung des Schlossplatzs und auch um alle Alternativen zum Stadtschloss drehen. Muss es denn unbedingt dieses Schloss sein?


    Dazu zunächst einen Beitrag von arnd, in dem er uns alle Alternativvorschläge aus dem Wettbewerb zur Einsicht stellte. - Vielen Dank übrigens. :)



    Diese und weitere Alternativen zum Schloss sollen hier diskutiert werden. Traditionalisten müssen draußen bleiben. ;)




    Neben den Alternativen, die allesamt eins gemeinsam haben: Besser als Schloss ;), gibt es noch die Vorschläge zur Zwischennutzung.


    • Den Vorschlag um Graft-Architekten und den Neu-Berliner Brad Pitt, dort eine Kunsthalle zu errichten, die 3 Millionen Euro kosten soll.
      Die Wolke: Artikel in der Vanity Fair vom 15.02.2007



    • Zweitens: Den White Cube. Ebenfalls eine Kunsthalle, Ultraleichtbauweise, 1.250 qm für 950.000,- Euro.



    • Drittens: Junge-Reyers Rasen. Die Frau hast so viel davon, dass einfach alles eingegrast werden kann, was mit dieser Frau zusammentrifft. ;)


    Naheliegend, dass eine Kunsthalle wesentlich attraktiver für die Mitte Berlins ist, als ein Völkerkundemuseum und eine Bücherei. Naheliegend auch, dass eine privat finanzierte Nutzung besser ist, als das staatlich finanzierte Schloss. Und klar ist, jedes Jahr Schloss-Aufschub ist gut, wenn es um die Findung von Antworten in heutiger Sprache geht.

  • Kunst statt Rasen für den Schlossplatz

    Nach der Ankündigung des Senats, auf die Errichtung einer Grünanlage verzichten zu wollen, ist der Weg frei für die Zwischennutzung. :daumen:


    Klar im Vorteil liegt m.E. dabei der "White Cube" von Adolf Krischanitz. Er ist preiswerter als die Wolke und flexibler. Und: die Wiener Variante hat wesentlich länger gestanden, als geplant. Es besteht also Hoffnung. ;)


    Die Welt vom 09.03.2007

  • Eine interessante Presseerklärung gab der Bund Deutscher Architekten im Februar heraus. Unter der Überschrift Mehr Gestalt – weniger Form forderte der BDA einen ergebnisoffenen Architektenwettbewerb für den Berliner Schlossplatz.


    Aus der Erklärung:


    Die Neubebauung des Schlossplatzes muss durch seine architektonische und städtebauliche Qualität die Museumsinsel als Freistätte der Kunst und Wissenschaft angemessen ergänzen. Für diese identitätsstiftende Wirkung reicht ein wiedererrichtetes „Stadtschloss“ als Vorhangfassade im historischen Gewand nicht aus – eine bloße Ähnlichkeit zwischen Original und Nachbildung, die keine inhaltliche Verbindung zwischen Fassade und innerer Raumstruktur aufweist, wird allenfalls den Verlust des historischen Gebäudes festschreiben. Dass die Kuppel über dem Hauptportal erst später errichtet werden soll, ist Symptom für die nicht zu finanzierende vorbildsgetreue Rekonstruktion der einst stadtraumprägenden Kubatur.


    Die barocke Fassadengliederung schränkt zugleich das Museumsprogramm unnötig ein – aufgrund der baulichen Restriktion durch die historischen Fassaden wäre die weltweit bedeutende Dahlemer Sammlung der außereuropäischen Kunst und Kultur in einem Kellergeschoss unterzubringen. Dies wird weder der Sammlung noch der Vorgabe an ein besucherfreundliches Museum gerecht.


    Vor dem Hintergrund des limitierten Finanzbudgets und der fraglichen Umsetzbarkeit einer Rekonstruktion plädiert der BDA für die Auslobung eines internationalen und bezüglich der Fassadengestaltung ergebnisoffenen Architektenwettbewerbs. Denn nur im Wettbewerb unterschiedlicher architektonischer Lösungen kann fundiert beurteilt werden, ob für den Raumbedarf des Humboldt-Forums eine architektonische und städtebauliche Realisierung erreicht wird, die dem kulturhistorischen Anspruch des Ortes gerecht wird.


    Der BDA empfahl einen zweistufiger Architektenwettbewerb: Aus der ersten Stufe eines ergebnisoffenen Wettbewerbes wären maximal 50 Architekten zu nominieren, die in der zweiten, honorierten Wettbewerbsstufe ihre Arbeiten konkretisieren.


    Nur in Form eines solchen Wettbewerbs, so ist der BDA überzeugt, kann eine Gestaltung für das Humboldt-Forum gefunden werden, die den bildungs- und kulturpolitischen Charakter der Museumsinsel in überzeugender Weise ergänzt.


    Presseerklärung des BDA vom 09.02.2007

  • Das mit dem White Cube ist aber noch gar nicht raus!
    Da du dich ja auf den Artikel in der Monopol berufst, wäre es vielleicht auch nett, die anderen Vorschläge zu veröffentlichen?
    Dann hätten wenigstens alle Forumsmitglieder eine gemeinsame Diskussiongrundlage!

  • Ach so, aber ich kann mich dran erinnern, dass eine Zeitschrift namens Monopol oder Metropol einen Wettbewerb gestartet hatte mit verschiedenen Entwürfen!
    Der White Cube und der Graft Vorschlag waren allerdings die beiden spektakulärsten von mehreren Entwürfen!
    Falls jm. besagte Zeitschrift hat, könnte er sicherlich diese Entwürfe für unser Forum zugänglich machen, und sich vieler positiver Karmameldungen erfreuen! ;-)
    ( Ich gebe zu, dass das mit dem Karma teilweise in der Praxis anders läuft, als in der Theorie!)

  • Gut, wenn jemand die entspr. Monopol noch hat, wäre das natürlich Klasse. Aber bitte im anderen Thread (Schloss 1) posten.


    Und: Es geht hier nicht ums Renommee, sondern darum, die Welt zu verändern. ;)

  • Wow, man kann in der Ausgabe online blättern! ( Nr. 4 / 2006)
    http://www.monopol-magazin.com…p?page=46&offset=22&id=65


    es gibt nämlich noch Vorschläge von
    von Silke Hohmann und Ingolf Kern
    Bottega + Ehrhardt:


    leider ist es doch nur ein Auszug! Es fehlen noch mindestens 2 Vorschläge!
    Es gab unteranderem einen Vorschlag, der nur das Eingangsportal rekonstruieren wollte und darum eine äußerst bunte Bauweise vorschlug, genauso wie ein Modell von Gerkan:


    (@ Manuel: Mir geht es in diesem Forum nur ums Karma ;-)
    Die Welt ist mir egal! Für diesen Beitrag will ich ein positives Karma!)

  • Die Wolke ist eindeutig am attraktivsten. Aber ich kann kaum glauben, dass sie gebaut wird, in Anbetracht der mittlerweile sehr knappen Zwischennutzungszeit. Da hat der White Cube eben Vorteile, weil er wesentlich billiger und einfacher konstruiert ist.

  • Temporäre Kunsthalle auf dem Schlossplatz

    Laut Baunetz-Meldung von heute ist die Entscheidung über das Aussehen der temporären Kunsthalle auf dem Schlossplatz gefallen. Gebaut werden soll der "White Cube" von Adolf Krischanitz. Er wird eine Grundfläche von 20x55 Metern besitzen und die Außenwände aus wetterfesten Gewerbemembranen bestehen, was nicht gerade sehr hochwertig klingt.
    Die Primäreigenschaften des Konzepts sind laut "White Cube"-Homepage niedrige Errichtungskosten, kurze Aufbauzeit, begrenzte Nutzungsdauer, kurze Abbauzeit und die Möglichkeit einer Wiederverwendung.
    Der Entwurf setzte sich gegen den weitaus interessanteren und hochwertigeren Entwurf von Graft durch.


    Galerie zum Graft-Entwurf:
    http://www.spiegel.de/fotostrecke/0,5538,15525,00.html


    Quellen:
    http://www.baunetz.de/db/news/?news_id=84732
    und
    Seiten des Siegerentwurfs:
    http://www.kunsthalle-berlin.com/start.html
    http://www.white-cube-berlin.de/


    Das Gute an dem Entwurf ist, dass er bunt angestrahlt werden kann und so immer in einer anderen Form erscheint. Das war dann aber auch schon alles, was ich an Lob für diesen Würfel habe. Ich finde nämlich, die Beschreibung erinnert ein wenig an Gerüstwerbung, wie man sie jetzt an jeder Baustelle zu sehen bekommt. Nun eben auch auf dem Schlossplatz. Toll.:daumen:

  • Ein Artikel im Wiener Standard über den Cube! Die Ösis freuen sich natürlich über Krischanetz Erfolg! ;)
    Zudem hätte viele nicht für den Palast als Bauwerk, sondern nur für den Erhalt des Palastes als Kunstzurschaustelle demonstriert. Gerade Berlin würde als "hot spot" eine Ausstellungshalle für moderne Kunst brauchen. Der "Cube" ist zudem weit billiger zu realisieren als der Entwurf von Graft. Der Architekt des "Cube" Adolf Krischanetz hätte etwas ähnliches auch in Wien bauen wollen, doch die Wiener hatten auf ein solches Projekt nur wenig Lust.


    Die Halle zwischen Palast und Schloss
    http://derstandard.at/?url=/?id=3097582
    http://images.derstandard.at/20071102/krisch_gr.jpg

  • Soviel gewese um einen Holzrahmen mit Plastikfolienbespannung. Da hätte man auch solange den Palast stehen lassen können. Gerade für Moderne Kunst wäre Erichs Lampenladen der passendere Ort gewesen. Ein weißer Würfel mit 'nem englischen Namen und das soll schon künstlerische Architektur sein?


    Andrerseits, wenn ich mir die Bilder so anschaue, ist das Ding weder weiß noch ein Würfel. Vielleicht sollte man über einen neuen Namen nachdenken: "Blue Hexaeder" statt "White Cube"

  • Zwischennutzung - Cube von Adolf Krischanetz

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    Beiträge aus Schloss 2 Wiederaufbau verschoben. Jo-King.


    Der rund 600 Quadratmeter große Cube von dem Wiener Architekten Adolf Krischanetz wird eine temporäre Lösung bis zum Bau des Schlossnachfolgers sein. In dem Gebäude wird moderne Kunst untergebracht. Die Materialien sind Holz und Kunststoff. Das rund 850.000 Euro teure Projekt wird von der privaten "Stiftung Zukunft Berlin" finanziert.


    Artikel:
    http://derstandard.at/Text/?id=3093832
    Bild
    http://images.derstandard.at/20071030/berlin.jpg

  • Soviel gewese um einen Holzrahmen mit Plastikfolienbespannung. Da hätte man auch solange den Palast stehen lassen können. Gerade für Moderne Kunst wäre Erichs Lampenladen der passendere Ort gewesen. Ein weißer Würfel mit 'nem englischen Namen und das soll schon künstlerische Architektur sein?


    Es geht darum, den Platz zu nutzen, solange der Bau des Stadtschlosses noch nicht beginnt! Natürlich hätte man den Palast prima nutzen können, aber das Problem ist ja nun mal das, das der Abriss beschlossene Sache war.

  • Ich weis nicht, ob es unbedingt notwendig ist, eine temporäre Kunsthalle, für immerhin fast eine Million Euro zu errichten, gerade an dieser Stelle! Es gibt in Berlin viele städtische Brachflächen, die dies zuließen, aber dem Laien leuchtet diese Entscheidung wohl nicht ein!


    Das es an der Falkoniergasse voran geht, freut mich sehr. Auch das die Architektur ansprechend ist, sich jedoch der Fridrichswerderschen Kirche gegenüber zurück hält. Die enge Bebauung soll wohl historisch sein???

  • zu #745:


    Endlich mal ein tolles Projekt. Das Gebäude sieht nicht einfach wie die Kopie eines englischen Gebäudes aus, sondern wie eine eigenständige Weiterentwicklung von Berliner Architektur aus anfangender Moderne (Rathaus Schöneberg) über den Zuckerbäckersozialismus (Karl-Marx-Strasse) hin zu einer modernen Interpretation Berliner Architektur! Eine eigenständige, deutsche, historisch gewachsene Architektur! UNGLAUBLICH! (Ok, die Arkaden wirken ziemlich italienisch...).


    Trotzdem: So muß es weitergehen!