Sonstige Projekte/ kleinere Meldungen

  • Solarworld sehe ich mit größerer Skepsis: In diesem (hochinteressanten) Markt tummeln sich noch einige weitere (nicht zuletzt die finanzstarken Mineralölkonzerne). Die jüngere Geschichte der Post (gerade auch die Aquisitionen) erinnern mich doch ungemein an die etwas weniger junge der Telekom. Wir hoffen das Beste für die Post post Briefmonopol, die große Beamtenschaft lässt mich aber nichts gutes ahnen...


    Zum Glück gibt es noch Haribo. ;)


    Mein Punkt lautet halt, dass Bonn nach meinen Kriterien alle Merkmale der Peripherie aufweist:

    • Nähe zu bedeutenden Oberzentren
    • Im Vergleich schlechtere Infrastrukrur (Verkehr, Hotels, Gastronomie etc.)
    • und als Ausgleich geringere Preise (Büromieten, Hotelzimmer, Mahlzeiten etwa)


    KMU halte ich wie Du für entscheidend - auch das Bergische Land hält sich mit ihnen sehr gut.

  • Zitat von molinari


    Zum Glück gibt es noch Haribo. ;)


    Salz in offene Wunden streuen kannst Du sehr gut. ;)



    Übrigens kann man in Bonn sehr gut essen.

  • Du möchtest doch nicht ernsthaft behaupten, Bonn sei was Gastronomie (das sind nicht nur die Restaurants) betrifft annähernd auf Augenhöhe mit Köln oder Ffm oder Ddf? Ein einfaches Beispiel: Es gibt nicht eine einzige ernstzunehmende Sushibar - eine erstklassige Cocktailbar ebensowenig (lasse mich gerne eines Besseren belehren). Aber genug Bonn-bashing jetzt: Es gibt sehr gute Feinkosthändler (kein Scherz) und ein paar sehr charmante Bistros.

  • Wunderbar, wie hier diskutiert wird.
    Molinari, auch wenn Deine Äußerungen nicht immer leicht zu verdauen sind, hilfreich sind sie allemal. Viele Bonner neigen dazu, ihre Stadt entweder hemmungslos zu glorifizieren und jede Kritik als einen Mangel an Einsicht und Einfühlungsvermögen abzutun oder aber in Defätismus abzugleiten, und zwar aus folgendem Grund: Viele Bewohner der Stadt verfolgen einen Lebensstil, der für eine Stadt dieser Größe ganz und gar untypisch ist - die in vielen Vierteln anzutreffende großbürgerliche Haltung kontrastiert mit den für eine Stadt dieses Zuschnitts ganz natürlichen Unzulänglichkeiten; da man aber entsprechend lebt, fallen diese trotzdem besonders auf, man vergleicht ständig mit Köln, Ddorf, auch Berlin, Frankfurt, München, Amsterdam, Brüssel, und muss fast zwingend zu dem Ergebnis kommen, dass Bonn hier nicht mithalten kann.
    Was die Beurteilung des Standings der Stadt so schwierig macht, ist das völlig unkontrollierte Nebeneinander von wirklicher internationaler Klasse (Museumsmeile, Arpmuseum, Südstadt, Villenviertel, Landschaft) und teils finsterster Provinzialität (der Bahnhofsvorplatz ist in seiner jetzigen Form schlicht eine Beleidigung, die 66 nach Siegburg/Bonn ist keinem Kongressbesucher zuzumuten, die immer noch nicht realisierte S-Bahn zum Flughafen ein wahrer Schildbürgerstreich von oben).
    Wenn die Stadt die Lebensqualität von Bewohnern und Besuchern signifikant steigern will, müssen diese Schwächen abgestellt werden.
    Und aus dieser Einsicht speist sich mein Optimismus: Infrastrukturelle Schwächen wie die S-Bahn zum Flughafen werden mindestens auf mittlere Sicht behoben, die Hardtbergbahn scheint jetzt doch zu kommen, der Bahnhofsvorplatz wird eine neue Fassung erhalten, das UNCC hat seine Wirkungen noch garnicht entfalten können; in diesem Zusammenhang wird auch die gastronomische Qualität der Stadt weiter zulegen. Rechnet man die im Bau befindlichen Hotels (UNCC 4*+ ; bonnvisio 5*; HOFFENTLICH Godesberg 5*+) dazu, steigt diese zwar nicht auf Augenhöhe mit den großen "Geschwistern", aber immerhin. Immer dran denken: Köln 983.ooo Einwohner, D`dorf 580.000, Bonn 313.000.
    Interessant wird der geplante NRWExpress; sollte es der Stadt gelingen, die erhofften drei stündlichen Verbindungen zu bekommen (zwei linksrheinisch, eine bis Bonn, eine bis Koblenz, eine rechtsrheinisch als Ersatz für den RE), wird die Rhein-Ruhr-Region weiter zusammenrücken. Und wenn es nach der landschaftlichen Lage geht, wird auch der Landeshauptstädter nur bescheiden sein Haupt gen Süden neigen können...;)

  • Das mit den wieder aufgegriffenen Planungen für die "erste Stufe" der Hardtbergbahn ist doch nur eine Finte, um die Tieferlegung der Linien 61 und 62 in der Südstadt durchzudrücken. Ich bin gespannt, was man danach - sollte es je dazu kommen - noch von der Neubaustrecke nach Duisdorf hört.


    Beim NRW-Express hieß es bisher immer, es bliebe für Bonn beim alten Angebot, von der Umetikettierung bestehender Regionalexpress-Linien einmal abgesehen. Von einem zusätzlichen linksrheinischen Zug pro Stunde habe ich bisher nur bei "Pro Bahn" gehört. Ohnhin alles müßig, wenn die Kongreßstadt paralell immer weiter vom DB-Fernverkehr abgehängt wird. Da wird in Zukunft noch einiges auf Bonn zukommen, damit die Bahn den Güterverkehr uf der linken Rheinstrecke ausbauen kann.


    Zur Flughafenanbindung bleibt zu sagen, daß, ganz gleich, wie sich das mit der S13 entwickelt, der odinäre Flughafenbus Linie 670 immer schneller und bequemer bleiben wird. Deshalb wird er nach Inbetriebnahme der S13 auf Bonner Gebiet auch eingestellt.

  • Immerhin verschwinden dann die Straßenbahnen vor dem Bahnhof und machen Platz für breitere Fußgängerwege etc.


    A propos Augenhöhe mit Köln und D´dorf: Bonn richtet 2011 sowohl den NRW-Tag als auch die Feierlichkeiten zur Deutschen Einheit aus. Die Ausrichtung soll im Regierungsviertel stattfinden, Haus der GEschiche, Villa Hammerschmidt, UNCC, sogar Bonnvisio ist geplant. Man hat sich gegen die Konkurrenz aus Köln durchgesetzt.
    Für alle, die an den Gegebenheiten der Stadt verzweifeln, empfehle ich einen entspannten Blick 4 1/2 Jahre voraus: Wo wird die Stadt stehen, wenn die Sachen fertig sind? Glaubt Ihr nicht, dass sich aus solchen Projekten auch eine positive Eigendynamik für (zB) die Verkehrsanbindung ergeben kann?


    http://www.general-anzeiger-bo…mid=10490&detailid=285705

  • @#26


    Düsseldorf wird landschaftlich unterschätzt - Landschaft passt allerdings auch nicht recht ins Image der Stadt. Wenn man trotzdem in Düsseldorf nach Landschaft sucht, folgt man einfach dem Geruch des Geldes und landet in Hubbelrath, Grafenberg, Ludenberg oder Kaiserswerth, Wittlaer, Angermund.


    Für eine Stadt dieser Größe ist die Infrastruktur von Bonn schon mehr als respektabel. Für Bonns Zukunft sehe ich auch keineswegs schwarz - man muss eben den richtigen Maßstab wählen und die Reste Hauptstadtarroganz ablegen, die noch vor sich hin verstauben. Als Bonn-(halbwegs)-Kenner aber Nichtbonner ist meine Sichtweise bestimmt recht nüchtern, aber - wie ich hoffe - nicht allzu desillusionierend. Die Düsseldorfer sind ja angeblich die Hanseaten unter den Rheinländern - vlt ist da was dran. ;)


    Unser Thread zum RRX ist unserem großen Datenverlust im Februar größtenteils zum Opfer gefallen. Es deutet Einiges darauf hin, dass es pro Stunde nur eine Verbindung bis Bonn geben wird - also etwa wie bisher, vlt etwas schneller. Ich glaube, die Trasse Köln-Bonn gibt nicht viel mehr her, zumal sie ohnehin stark befahren ist.


    Die Anbindung des Flughafens ist essenziell für Bonn!

  • Um unsere schöne Diskussion nicht im Sande verlaufen zu lassen, noch eine Überlegung dazu, anhand welcher Vorbilder sich die Stadt Bonn entwickeln könnte.
    Es gibt drei Städte in den Alpenländern, die für jeweils einen Teilaspekt der Entwicklung Pate stehen könnten:
    - Genf für das internationale Profil;
    - Basel für die mit dem Rhein verbundene Lage und den prosperierenden Wirtschaftsstandort;
    - Salzburg als Mozartstadt für die Entwicklung der Beethovenstadt.


    Natürlich wäre es vermessen, zu behaupten, Bonn könne sich auf der jeweiligen Ebene mit den einzelnen Städten schon heute messen. Auch scheint es illusorisch, zB den Rang der lang eingeführten, auch von der Neutralität der Schweiz profitierenden Stadt Genf zu erreichen. Salzburg ist als Mozartstadt in aller Welt bekannt, Österreich erkennt Kultur als eine nationale Aufgabe und fördert seine Städte entsprechend (obwohl Mozart ja streng genommen im Fürstbistum Salzburg wirkte und dieses nicht Bestandteil des Kaiserreiches war *klugscheiss*).
    Was die Städte vergleichbar macht, ist die Verbindung einer relativ übersichtlichen Stadtstruktur (sämtliche der angesprochenen Städte verfügen über eine Einwohnerzahl von 100.000 bis 200.000) mit einer oder mehreren herausragenden Kompetenzen. Sie sind nicht in allem hervorragend - niemand würde sich zu der Behauptung versteigen, Salzburg verfüge über eine vorzeigbare Infrastruktur; Basels Bausünden außerhalb seiner wunderbaren Innenstadt sind Legende; Genf glänzt eher mit Sterilität denn mit dezidiertem Charme -, aber doch für ihr Profil international bekannt und geschätzt.
    Wenn die Stadt Bonn konsequent auf die Ausbildung der eigenen Stärken setzt - Beethovenstadt mit neuem Festspielhaus und einer gelebten Musikkultur; Internationale Stadt mit UNCC und klarem Profil, wobei hier auch das neue Profil der Bundesrepublik auf diplomatischem Parkett helfen dürfte - immerhin rettet Frau Merkel heute Abend in Brüssel unser Klima;) ; Rheinstadt mit Global Playern (hier P+T+Andere, dort Roche+Novartis) - könnte es gelingen, sich weit über das im Laufe der Diskussion angeklungene Profil einer Universitätsstadt mit Tradition und Geld (Münster, eine durchaus attraktive Stadt) hinaus einen Namen zu machen. Das auf diesem Weg noch einiges geschehen muss, steht außer Frage.

  • In der Grächt.

    http://www.bonn.de/php/modules…ojekte/indergraecht/6.jpg


    Bei der Nachbarschaft wären nicht nur Einfamilien- und Reihenhäuser möglich gewesen. Aber wenn man liest, wie der Generalanzeiger die "gute Zusammenarbeit" der Verwaltung mit der Deutschen Reihenhaus AG (und bei dieser Gelegenheit auch gleich deren "preiswerte und zugleich hochwertigen" Kataloghäuser) anpreist (vgl. Beitrag #1), mußte es wohl so kommen.

  • Danke für das aufschlussreiche Foto, ZET-101.
    Wahnsinn, ich dachte, die Lage sei deutlich weniger integriert. Wenn man sich diese bauliche Struktur anschaut, passen Reihenhäuser nun wirklich garnicht dorthin. Schon der Name der ausführenden Gesellschaft lässt geballten Durchschnitt erahnen.

  • Ich lag bei dem Namen auch auf dem Boden vor Lachen. Satire könnte nicht besser sein.


    Außerdem möchte ich gern wissen, was die Jungs dem Generalanzeiger für den Artikel bezahlt haben. Der letzte Absatz stammt doch sicherlich eins zu eins aus einer Firmenbroschüre.

  • Kapitän Haddock musste doch auch immer Leute abwimmeln, die die Metzgerei Schnitzel anrufen wollten....


    - Ich kann mich nur anschließen, das klingt nach 08/15.

  • http://www.bonn.de/php/modules…ojekte/indergraecht/2.jpg
    http://www.bonn.de/php/modules…ojekte/indergraecht/3.jpg
    http://www.bonn.de/php/modules…ojekte/indergraecht/5.jpg
    Ursprüngliche Planung: bis zu fünfstöckige Büro- und Wohnbebauung plus Hotel. Jetzt Reihenhaus AG...


    Auf der Seite der Verwaltung findet man noch einige andere Ansichten zukünftiger Wohngebiete. Zum Beispiel dieses - das größte zusammenhängende Arreal auf dem ganzen Stadtgebiet, erschlossen durch die B56, ein Bündel Buslinien, Nahverkehrszüge im 15-Minuten-Takt (HVZ), direkt am Duisdorfer Ministerien-Campus gelegen, zu bebauen übrigens durch Manstein:
    http://www.bonn.de/umwelt_gesu…/01529/index.html?lang=de


    formschön,
    ich denke, daß Salzburg, Genf und Basel in ihren Zentren urbaner wirken als Bonn. Genf hat stark verdichtete historistische Straßenzüge, die man hierzulande nur in Städten findet, die schon in der Gründerzeit über 100 000 Einwohner hatten. Das ist nur ein kleiner Gedanke am Rande, denn - von Salzburg abgesehen - kommt der Ruhm dieser Städte kaum auf Ihrer Architektur her.

  • Jeder bekommt was er will


    die Architektur dieser Zeit ist nur ein Spiegel dieser Gesellschaft


    zudem gehört eine große suburbane Region zu jeder (angehenden) Großstadt-wieviele kilometer Rheihenhäuser und änliches muss man durchqueren, um in das Zentrum von München oder Berlin zu gelangen??


    Zum Glück haben deutsche Städte häufig kleine Unterzentren (wie auch Bonn), welche die Peripherie gliedern-fälllt mir immer wieder positiv auf, wenn ich aus dem Ausland komme


    Bonns Peripherie besteht nun mal aus vielen Dörfern, die zusammengewachsen sind

  • Wer sagt, daß kein Bedarf an großstädtischem Wohraum besteht? Bebauungspläne werden von der Politik vorgegeben, und die weiß es manchmal einfach nicht besser. Wie man im Innenstadt-Strang nachlesen kann, müssen Kaufleute sie auch darauf hinweisen, daß es für die Attraktivität von Stadtplätzen abträglich ist, wenn man sie unter Schrott begräbt.

  • Interessant, dass der KSTA schon vor der Veröffentlichung der Tagesausgabe durch den GA (um 0.00 Uhr) die Artikel online hat (23.29 Uhr).
    Hier ist die Rede von Ladenspitzenmieten von 85 €, in anderen Publikationen waren es doch sogar 125 €, oder? (irgendwo in einem Strang zu lesen)
    Das muss nicht zwingend gut sein, da hohe Mieten oftmals mit einem hohen Filialisierungsgrad korrespondieren. Insofern sind geringere Mieten wie in der Acherstraße ein Nährboden für Einzelhändler, die noch einen persönlichen Charme einbringen.
    Dass die Büromieten oberhalb derer von Köln und D`dorf liegen, wage ich zu bezweifeln - höchstens die gewichtete Durchschnittsmiete, die Spitzenmiete auf keinen Fall. Nichtsdestotrotz, wenn es stimmt, werden in Kürze Projektentwicklungen folgen. Im Bundesviertel-Strang ist ja die Rede vom artquadrat. Aber ob die Mieter sich jeden Abend im Sommer vom Museumsplatz aus beschallen lassen wollen, mit einem Stilmix von den Kasselsruther Spatzen bis Seeed?

  • Daß es sich bei den Büros nicht um die Spitzenmieten handelt, habe ich einfach mal vorausgesetzt.


    Das mit den Ladenmieten sehe ich genauso wie Du. Ich hoffe auch, daß die alteingesessenen Geschäfte in der Friedrichstraße nicht unter der neugeschaffenen Fußgängerzone leiden werden.


    Das artquadrat soll die IVG lieber vergessen und gleich die Oval Offices errichten. ;)