Eschenheimer Tor bis Katzenpforte: Neubebauung & Wohnturm "Edge"

  • Ich wüsste nicht was dort großartig quirlig sein soll. Nur weil der Kommentator offenbar schwul=quirlig setzt, heißt das noch lange nicht, dass das Viertel dann auch so ist. Bahnhofsviertel oder Bornheim find ich zehnmal quirliger als diese heruntergekommene Ecke.
    Ganz allgemein ist der Kommentar ziemlich daneben. Da wird Investoren das Wort geredet, Hauptsache sie engagieren sich, ob das ästhetisch auch zufriedenstellend ist ist dann völlig egal. So wird Oesterling für seine Äußerung kritisiert, dass der Entwurf fürs Turmpalast-Areal sich mehr an der Umgebung orientieren solle. Und damit hat Oesterling doch auch recht! Eschenheimer Turm, Gründerzeitler und die Neubebauung des Rundschau-Areals, zum Teil auch das Bayer-Haus sind dabei die Umgebung an der es sich zu orientieren gilt, die von einem Entwurf nun wirklich nicht die im Kommentar erwähnte Chamäleon-Eigenschaft abverlangt. Wenn ein Architekt es nicht schafft das unter einen Hut zu bringen hat er ordentlich was falsch gemacht. Eine Glasfassade ist da jedenfalls fehl am Platze.

  • Nur noch ein Wohnturm auf dem Areal geplant

    Auf dem Turmpalast-Areal soll nur noch ein Wohnturm gebaut werden dürfen - aus Rücksicht auf die Bewohner des benachbarten "Skylight". Überlegungen, einen zweiten Turm zu errichten, wurden verworfen, da dieser den Blick der Bewohner des "Skylights" auf die Stadt versperren würde. Die dortigen Eigentumswohnungen waren vor einigen Jahren für hohe Preise veräußert worden, auch mit dem Hinweis, der Blick sei "unverbaubar".
    Jetzt wird ein Standort auf dem Grundstück der SEB an der Katzenpforte favorisiert. Das Hochhaus soll im rückwärtigen Teil des Blocks platziert werden.


    Vom gesamten Turmpalast-Areal sind nur 300 qm in privatem Eigentum, für die restlichen 2.700 qm gibt es einen Erbpachtvertrag bis zum Jahr 2020.
    Ärger gibt es anscheinend zwischen der Stadt und Gerd Rieche, dem der Kinokomplex gehört. Nur 10% der Fläche, nämlich das besagte Kino, sind im Eigentum Rieches, für die restlichen 90% hält er lediglich das Erbaurecht. Laut Liegenschaftsamtsleiter Alfred Gangel beansprucht Rieche allerdings 90% der Summe, die Investoren für die beiden Grundstücke zusammen zahlen wollen - eine Forderung, die Gangel so nicht hinnehmen will. Ein Wertgutachten soll nun durch eine neutrale Stelle eine faire Verteilung des Erlöses zwischen Stadt und Rieche vorschlagen. Allerdings sitzt Rieche am längeren Hebel: Er kann nur Not auch abwarten, bis das Erbbaurecht 2020 an die Stadt zurückfällt.


    Vier Investorengruppen sollen derzeit mit Rieche in Verhandlungen stehen: Die OFB Projektentwicklung, Groß & Partner, NPC und die Investa Projektentwicklungs- und Verwaltungs GmbH. Die gebotene Kaufpreissumme soll zwischen 8 und 12,5 Mio. € liegen.


    Nach dem Wunsch der Stadt soll der gesamte Komplex gleichzeitig neu bebaut werden. Favorisiert wird dabei wohl eine siebengeschossige Blockrandbebauung.
    Dazu gehört auch das Apartmenthaus auf dem Grundstück Stiftstraße 36, in dem die Prostituierte Rosemarie Nitribitt wohnte und 1957 ermordet wurde. Eigentümer Karlheinz Huth hat aber dem Vernehmen nach hohe Preisvorstellungen für das Grundstück, die er nicht zuletzt mit der besonderen Histrorie begründet.


    FAZ, 26.02.2008



    Bild CYFI / Bearbeitung Gizmo23

  • Naja immer hin ein Turm wäre ja auch schon OK. Wenn man dazu noch das leerstehende Bürohochhaus gegenüber des Skylight auch für Wohnungen umbauen würde hätte man endlich einen richtigen Wohntürme-Cluster in Frankfurt.


    Vielen Dank für Infos Gizmo.

  • Die Entscheidung für nur einen Turm auf dem Turmpalast-Areal scheint auch schon vor einiger Zeit gefallen zu sein. Auf dem Skyline-Modell, das im Oktober 07 in München gezeigt wurde, war auch nur ein Turm auf dem Areal zu sehen.
    Der 100m-Turm gegenüber auf dem Telekom-Areal, angrenzend an PalaisQuartier, ist anscheinend noch in der Diskussion.


    @Moderatoren: Änderung des Thread-Titels?



    Bild: Sammy

  • Ein Wohnturm dort, wo auf dem Bild darüber ein X steht, reicht doch - bei einer größeren HH-Dichte verstärkt sich die Wirkung kaum sondern geht zum Teil verloren (weil die HHs sich verdecken).


    Was allerdings diese siebengeschossige Blockrandbebauung angeht - ich hoffe, die wird besser wirken als die Klötze auf dem Foto (heute wird zu oft wieder geklotzt). Die Fassaden der Blockrandbebauung sollten eher etwas kleinteiliger als derzeit gestaltet werden - ein Einheitsentwurf rund um den gesamten Straßenblock wäre richtig schlimm. (Also mindestens 7-10 variierte Fassadenteile) Vielleicht könnte man auch mal 8-9 Etagen hoch gehen - macht etwas eine einheitliche Höhe der Blockrandbebauung zwingend notwendig?

  • Einmal rund um das Turmpalast-Areal ...

    Die bekannteste Seite: Das Turmkino und Detektiv Tudor-Reklame:


    Das "Nitribitt-Haus" an der Stiftstraße:


    Eigentum der Stadt:


    Eigentum der SEB mit Mainova Service Center:


    Die hohen Nachbarn Bleichstraße 64-66 und Skylight:

  • An der Katzenpforte:


    Katzenpforte/Ecke Bleichstraße:


    Neue Fasade am Turmkino - ist zwar nur aufgemalt, trotzdem ein :daumen: von mir!




    Bilder: Gizmo23

  • ich weiss grad nicht, ob das auch hierher gehört, aber ist an dem gebäudekomplex bleichstr. 64-66 wirklich an der bleichstr. eingerüstet? oder hab ich mich da gestern beim vorbeifahren getäuscht. und wenn ja, was wird da gemacht, der gebäudekomplex ist doch noch recht jung, oder?



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    Du wirst dich nicht getäuscht haben, das Hochhaus wird (wohl eher geringfügig) umgebaut. Informationen gibt es hier ab #222.

  • Das ist wirklich schon eine hässliche Ecke und das in bester Innenstadtlage.
    Positiv: Wie man mit einer schlichten Idee die Fassade optisch aufwerten kann.

  • Für die Neubebauung des Turmpalastareals könnte man doch mal wirklich New York als Vorbild nehmen, und zwar genauer das großartige Rockefeller Center mit seiner wunderbaren Mischung aus Wohnen, Arbeiten und Freizeit.
    Auch in die neue Bebauung hier sollte zumindest unbedingt wieder ein "Neues Turm Palast" Kino!:cool:

  • Die Stadt will sich dafür einsetzen, dass in den Naubauten wieder ein Kino unterkommt, im besten Falle wieder mit englischsprachigen Filmen. Man sieht sich dabei auch in einer starken Position gegenüber möglichen Investoren.


    FAZ, 26.02.08


    Die Idee eines Komplexes ähnlich dem Rockefeller Center finde ich auch gut, aber die Stadt bewegt sich ja im Moment eher in die entgegengesetzte Richtung wenn der zweite Wohnturm gestrichen wurde und eine einheitliche Blockrandbebauung vorgesehen ist.
    Wer ist eigentlich auf die Idee gekommen den Bewohnern des Skylight eine unverbaubare Sicht auf die Stadt zu versprechen? Die werden sich auch bedanken, denn eine 135 Meter hohe Wand (aka Tower am Thurn & Taxis Palais) bekommen die sowieso schon vorgesetzt.
    Die Frankfurter Politiker haben sowieso eine gespaltene Beziehung zu Hochhäusern: Einerseits gerne und stolz den Vergleich mit New York ziehen, andererseits aber bei konkreten Projekten blockieren oder hinterher über das jammern, was man selbst beschlossen hat, Stichwort: Zu hohe Ausnutzung bei PalaisQuartier ...

  • Fotos dieses Bereichs von dem auf der Expo Real 2008 ausgestellten Stadtmodell (bitte auch hier beachten, dass das Modell bezüglich der Planung nur Klötzchen in gewisser Höhe und keine Architektur zeigt):



    Die aktuelle Fortschreibung des Hochhausentwicklungsplans von Jourdan&Müller sieht für das geplante Hochhaus auf dem Sireo-Areal (ehemals Telekom) an der Stiftstraße, links im Bild, ein Wohn-/Bürohochhaus mit 100 Metern Höhe vor. Auf dem Turmpalastareal (rechts im Bild) haben die Architekten ein Wohnhochhaus von 74 Metern eingeplant. Und nördlich von diesem haben Jourdan&Müller ein weiteres Wohnhochhaus mit einer Höhe von 56 Metern vorgesehen.


    Die Koalition aus CDU und Grünen hat das letztgenannte Hochhaus gestrichen, Begründung: Rücksicht auf die Blickbeziehung des bestehenden Wohnhochhauses "Skylight" zur Hochhausskyline. Für die anderen beiden Hochhäuser wurde eine ausschließliche Wohnnutzung und die Kappung auf jeweils 60 Meter vereinbart.




    Bilder: Schmittchen

  • Kleiner aber feiner Cluster könnte sich da entwicklen, schon immens welche Baumassen hier verteilt sind auf so kleiner Fläche.
    Ich hoffe jedoch dass man aber grosszügiger werden wird was die Höhe angeht und ein 3. Hochhaus würde noch gut passen in meinen Augen, an der Ecke gegenüber des ehemaligen Rundschau
    Gebäudes.
    Danke für die Bilder des Stadtmodels.

  • Ist zwar nichts offizielles, dennoch aber sehr interessant.
    Auf folgender Seite findet man eine Diplomarbeit von Frau Paliga die sich mit dem Wohnhochhaus an der Stiftstrasse beschäftigt hat. Unter anderem findet man Bilder von Modellen, Renderings und Schnitte des SEHR interessanten Konzeptes wie ich finde.
    Ein sehr guter Ansatz das Wohnen in die Türme zu bringen.


    http://paliga.org/index.htm :daumen:


    Die Höhe ist ungefähr wie beim Büroturm des Palais-Quartiers, überragt den HHRP natürlich deutlich, zeigt es aber dass eine grössere Höhe sehr gut verträglich wäre wie ich finde.
    Ebenso sehr gelungen finde ich den neuen Platz vor dem Hochhaus in der Arbeit.

  • ^^Die starke Nähe zum Nachbarhochhaus macht es erforderlich die Ausrichtung so zu gestalten. Die unteren und mittleren Stockwerke würden durch die Verschattung sowieso nicht viel Sonne abbekommen und man mag ja auch nicht von den Bürohengsten nebenan begafft werden.
    Und das mit der Abluftproblematik meinst Du nicht ernst, oder? Diese Dinge hat man heutzutage nun wirklich längst im Griff, ausser man wohnt in einem siebziger Jahre Hochhaus!


    Der Design-Entwurf der Architektin ist sehr sehr gut.

  • Unabhängig von den Grundrissen: die städtebauliche Einbindung gefällt mir überhaupt nicht. Statt diesen unförmigen Plätzen wäre ein geschlossener Blockrand deutlich besser und urbaner.



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    Mod: Die Beiträge zur Grundrissplanung allgemein wurden in diesen Thread verschoben.

  • Turmpalast-Kinos schließen Ende 2010

    Heute befasst sich die Frankfurter Rundschau in diesem Artikel mit dem Turmpalast-Areal. Demgemäß steht nun die Schließung der Turmpalast-Kinos spätestens zum 31. Dezember 2010 fest. Seit 1927 werden an dieser Stelle Filme gezeigt. Waren es in den ersten Jahren noch Stummfilme, hat sich der Turmpalast in der letzten Zeit auf Originalversionen spezialisiert.


    Gert Rieche, Eigentümer des Appartementhauses Große Eschenheimer Straße 20, in diesem liegt der Eingang zu den Kinos, und Pächter des Areals Bleichstraße 55-57 möchte die bestehenden Gebäude aus den 1950er-Jahren abreißen lassen. Statt dessen soll eine Blockrandbebauung mit fünf bis sieben Geschossen errichtet werden. In den oberen Etagen sind Wohnungen vorgesehen, in den Stockwerken darunter Büroräume. Dafür existieren bereits Entwürfe, die aber noch nicht öffentlich gezeigt werden sollen.


    Um Rieche die Neuentwicklung auch des Areals Bleichstraße 55-57 zu ermöglichen, soll die Stadt nun den Erbpachtvertrag über den bisherigen Ablauf im Jahr 2020 hinaus verlängern. Anders herum wird es wohl nicht ohne Rieches Zustimmung möglich sein, das im aktuellen Hochhausentwicklungsplan vorgesehene Wohnhochhaus zu realisieren.


    Hier noch einmal die Übersicht über das Areal und die ziemlich komplizierten Besitzverhältnisse:



    Bild CYFI / Bearbeitung Gizmo23


    1) Katzenpforte 3 - Haus mit Restaurant "Siam Park Super Star"
    2) Stiftstraße 32 - schmutzigbraunes Gebäude zwischen Nitribitthaus und Eckhaus Stiftstraße/Katzenpforte
    3) Bleichstraße 55-57 - Eckhaus Katzenpforte und Bleichstraße (blassgelbe Fassade) sowie das grünliche Kinogebäude selbst
    4) Stiftstraße 36 - bekannt als "Nitribitthaus"
    5) Große Eschenheimer Straße 20 - Eckgebäude zur Bleichstraße und Eingang zu den Kinos