Eschenheimer Tor bis Katzenpforte (inkl. Wohnturm "Edge")

  • ^ Noch ein paar Eckdaten dazu. Aktuelle Eigentümerin ist - wie auf Adamas Bild unschwer zu erkennen - die Rock Capital Group aus Grünewald (bei München). Das abrufbare PDF-Exposé wurde gerade vor zwei Wochen aktualisiert und bietet eine befristete Miete bis zum 31. August 2021 an, "danach unbefristet" (= kündbar). Das Gebäude trägt den hübschen Namen "Edge".


    Bis 2021 dürfte also keine Entwicklung zu erwarten sein, sofern sich ein Mieter zu den Konditionen findet. Apropos: Die fünf Geschosse bieten eine Fläche von 250 (EG) bzw. jeweils 800 qm und sind ab 12,95 Euro bis 14,95 Euro je Quadratmenter zu haben. Nebenkosten 2,80 Euro. Für ein Nachkriegsgebäude mit klaustrophobisch engen Gängen und niedrigen Decken finde ich das großzügig gerechnet.

  • Keine Aufregung, nur die eingerüstete Stirnseite des Nitribitt-Gebäudes (Detektiv Tudor), an dem die Fassadenplatten abgenommen werden. Das Gerüst ist bis Ende August genehmigt:



    Bild: epizentrum

  • Nutzungsänderung für geplantes Hochhaus

    Offenbar wird es eine Nutzungsänderung für den geplanten Wohnturm "Edge" geben.
    Dieser wird nun offenbar als Büroturm geplant.


    Das vom gleichen Entwickler umzusetzende Projekt High Lines nebenan wird weiterhin als Wohnprojekt umgesetzt und zwar alle Bauteile.

  • Lyson Group will Stiftstraße 32 neu entwickeln

    Die Liegenschaft Stiftstraße 32 ist Eigentum der Stadt Frankfurt. Sie befindet sich einem baulich schlechten Zustand. Vor etlichen Jahren schon war von Sanierung die Rede, auch in diesem Strang nachzulesen, geschehen ist einmal mehr nichts. Ein Foto aus dem Jahr 2008:


    Turmpalast-050308-3.jpg

    Bild: Gizmo23


    Dem ersten Anschein nach ist das Gebäude uninteressant - aber so ist es nicht. Zum Hof hin schließt sich nämlich ein großer Anbau mit Empore an, der in den ersten Nachkriegsjahrzehnten ein beliebter Tanzsaal war. Lange Zeit wurde das Erdgeschoss samt Anbau von einem Antiquitätengeschäft genutzt (Adama schrieb einst einen sehr schönen Beitrag dazu, leider sind die Bilder verloren gegangen). Auf einem im März 2021 von Osten aufgenommenen Schrägluftbild ist der Anbau in der Bildmitte gut zu sehen:


    Bild: https://abload.de/img/stiftstr32jlkdu.jpg

    Bild: © Stadtvermessungsamt Frankfurt (Orthofotos 2021)


    Auch Harald-Reportagen hat sich mit dem Gebäude befasst. Der Autor dieses Texts hält es für möglich, dass Teile des Gebäudes, zumindest das Erdgeschoss, aus der Vorkriegszeit stammen. Dann müsste es Teil des "Groß-Frankfurt" gewesen sein, ein legendäres "Vergnügungsetablissement" der Zwischenkriegszeit. Und tatsächlich ist ein Unterschied in der Wertigkeit von Erdgeschoss zu den Obergeschossen bis heute deutlich zu erkennen.


    Zurück in die Gegenwart: Die Stadt plant, zugunsten der Frankfurter Lyson Group ein Erbbaurecht für 60 Jahre an dem Grundstück zu bestellen. Das ist der Magistratsvortrag dazu. Lyson soll das tun, wozu sich die Stadt nicht imstande sieht, nämlich die erforderlichen "aufwendigen Instandsetzungs- und Sanierungsarbeiten" vornehmen. Während der Baumaßnahmen wird der Erbbauzins reduziert, weil eine vollständige Vermietung der Liegenschaft dann nicht realisierbar ist.


    Dem Magistrat ist durchaus bewusst, dass durch einen Verkauf der Liegenschaft "das Ziel einer wohnlichen Nutzung erreicht werden" könnte. Dem steht allerdings die neue Direktive entgegen, dass städtische Grundstücke nicht mehr veräußert werden sollen oder dürfen. Je nun.


    Keine Informationen gibt es bisher zu den Plänen der Lyson Group.

  • Heute ist seit langer Zeit mal wieder etwas vom Hochhaus-Projekt "Edge" zu vernehmen. In der Print-RMZ ist zu lesen, dass in diesem Jahr die Planungen für das rund 60 Meter hohe Wohnhochhaus beginnen sollten.


    Sollten. Denn die Rock Capital Group ist verstimmt, darüber, dass sie von der Stadt bezüglich des Nachbargrundstücks Stiftstraße 32 übergangen wurde. Eine Ausschreibung hat es bekanntlich nicht gegeben, ohne ein solches Verfahren sollte ein Erbbaurecht an die Lyson Group vergeben werden. Der Münchner Projektentwickler hätte ebenfalls ein Angebot abgegeben. Denn für Rock Capital hätte es erhebliche Vorteile gehabt, wenn auch das angrenzende Areal in ihren Besitz gelangt wäre. Nachbarrechtliche Themen hätten so gleich geklärt werden können, das Hochhausprojekt wäre unproblematischer zu realisieren gewesen. Besonders dann, wenn Abstandsflächen nicht eingehalten werden können, muss im Rahmen einer Nachbarvereinbarung mitunter viel Geld fließen.


    Dabei ist auch von Bedeutung, dass die Stiftstraße 32 gar nicht saniert werden soll, wie es zunächst in dem im Vorbeitrag verlinkten Magistratsvortrag hieß. Vielmehr sollte der Bestand durch die Lyson Group nun doch abgerissen und durch einen sechs- bis siebengeschossigen Neubau ersetzt werden. Die Planung sieht im Erdgeschoss "eine Art Galerie für Künstler und Designer" vor, darüber Wohnungen, mit einem geförderten Anteil von 30%.


    Damit nicht genug. Nun tritt die Partei Die Linke auf den Plan. Weil private Projektwickler nach ihrer Doktrin grundsätzlich zu missachten sind, fordert (!) sie stattdessen eine Vergabe an die städtische ABG Holding. Wie so etwas meist ausgeht, das kennt man ja zur zur Genüge. Und tatsächlich will die zuständige Dezernentin Sylvia Weber (SPD) nun prüfen, ob auch eine Vergabe zugunsten der ABG möglich wäre. Die Pointe: Weil Weber der Auffassung ist, dass Lyson aufgrund der jahrelangen Verhandlungen Vertrauensschutz zusteht, müssten jetzt Schadensersatzansprüche geklärt werden.


    Eine städtische Liegenschaft, viele Jahre vernachlässigt und infolge der Untätigkeit marode geworden, und eine Stadtpolitik, deren inkonsequentes und unvernünftiges Handeln nur Verlierer schafft: Zwei düpierte Projektentwickler und für die Stadt voraussichtlich ein wirtschaftlich denkbar schlechtes Ergebnis.

  • Gut zusammengefasst Schmittchen. Um so Trauriger, weil gerade dieser Teil Frankfurts Impulse braucht um der außerordentlich guten Lage gerechter werden zu können. Mal wieder totales Versagen seitens der Stadt.


    Rock Capital hätte auf dem Areal nochmal deutlich spannenderes und mehr Geförderten Wohnraum Bauen können über eine Querfinanzierung mit dem Nachbarhochhaus und Ersparnissen, die sich durch das größere Baufeld ergeben. Auch hätte die Stadt sagen können: "liebe Rock Capital, wir erlauben euch 100 m zu bauen, wenn Ihr im Nachbargebäude 100% geförderte Wohnungen baut." Aber nein, so weit denkt natürlich keiner im Römer

  • ^^ Seit wann verhandelt die Lyson Group mit dem ABI (?) schon; ist das bekannt?


    Wenn die Verhandlung als Hauptbedingung eine Sanierung und das sanierte Gebäude komplett zu Wohnzwecken bei gleichzeitig X Prozent geförderten Wohnungen erbrachte ist das aus meiner Sicht in Ordnung. Nun stellt die Lyson Group fest, dass das Gebäude nicht wirtschaftlich sanierbar ist bzw. das bauliche Ergebnis mit den ausgehandelten Bedingungen nicht wirtschaftlich zu betreiben ist. Dann würde ich erwarten das der (Vor-)Vertrag zw. d. Lyson Group und Stadt hoffentlich eine entsprechende Ausstiegsklausel beinhalten die so etwas vorausschauend antizipiert (Stichwort: Rückabwicklung). Das Sylvia Weber jetzt einen Anspruch auf möglichen Schadenersatz prüft ist m.E. vernünftig bevor die Stadt den (Vor-)Vertrag mit der Lyson Group kündigt und schadensersatzpflichtig wird. Prinzipiell wundere ich mich das der (Vor-)Vertrag das Thema Schadenersatz möglicherweise nicht vollumfänglich behandelt.


    Wenn die Lyson Group die Stadt (ABI (?)) vor Jahren bzgl. dieser Opportunität kontaktierte dann würde ich erwarten das die Stadt dem Investor mitteilt: "Danke für‘s Interesse jedoch müssen wir aus Gründen von Compliance usw. eine Ausschreibung machen bei der sie als qualifizierter Bieter selbstverständlich gerne mitmachen dürfen." Gibt es diese Regeln bei der Stadt nicht? Im Zuge dieser öffentlichen Ausschreibung hätte dann auch die ABG (verpflichtend) teilgenommen und die Rock Capital Group hätte sich ebenfalls einbringen können. Damit wäre dem Eindruck einer möglichen Bevorteilung eines Investors entgegen gewirkt worden und auch die Stadt hätte Gewissheit das ihr wahrscheinlich kein wirtschaftlicher Nachteil entstanden wäre. Erstaunlich das Rock Capital Group möglicherweise nicht auf die Idee kam im Zusammenhang mit ihrem Vorhaben der Stadt das von pontifexmaximus skizzierte Szenario vorschlug.


    Weiterhin frage ich mich warum eine Immobilie wie die Stiftstraße 32 nicht im Portfolio der ABG Holding ist oder zumindest von ihr nicht bewirtschaftet wird? M.E. sollten alle (Wohn-)Immobilien bei der die Stadt direkt oder indirekt Eigentümerin ist in der ABG Holding gebündelt sein damit die Stadt ihrer Verantwortung als Eigentümerin und/oder Betreiberin gerecht wird diese in einem ordentlich nutzbaren Zustand für (soziale) Wohnzwecke oder andere Nutzungsarten zu halten.

  • Die FNP berichtete gestern von der Sitzung des Ältestenausschusses Ende März die u.a. das Thema Stiftstraße 32 behandelte. Dort wurde beschlossen den Magistratsvortrag M_189_2021, der bekanntermaßen die Bestellung des Erbbaurechts für die Lyson Group beinhaltet, an den Magistrat zurück zu überweisen. Die leerstehenden Whg. bzw. freiwerdenden Whg. sollen temporär für Flüchtlinge genutzt werden. Parallel dazu soll der Magistrat eine Konzeptvergabe für Erbpacht dieser Immobilie vorbereiten. Ob die Stadt Schadenersatzanspruch bzw. Pönale gegenüber der Lyson Group zu leisten hat wenn der Erbpachtvertrag nicht zustande kommt konnte auch in dieser Sitzung nicht mitgeteilt werden. Evtl. könnte die Konzeptvergabe auch dauerhaften Wohnraum für Flüchtlinge beinhalten. Sollte also der Erbpachtvertrag mit der Lyson Group nicht rechtswirksam werden, und momentan sehen die Präferenzen der Vierer-Koalition so aus, dann wären möglicherweise Rock Capital Group und ABG mit im Spiel. Fakt ist jedenfalls, das uns dieser Schwebezustand noch einige Zeit erhalten bleibt.

    Zu hoffen ist das Rock Capital Group bei ihrem Projektkonzept eine überzeugende Option für die Stiftstraße 32 hat und diese zeitliche Extrarunde mitmacht. Ich gehe davon aus das dem so ist und wir müssen uns wohl noch in Geduld üben bis die ersten Arbeiten für das Projekt Edge beginnen.