Straßenbau und -planung in Frankfurt und Umgebung

  • Die Stadt hat heute eine Pressemitteilung herausgegeben: Schweizer Straße soll umgestaltet werden


    Eine verkehrliche Machbarkeitsstudie wurde demnach von einer dezernatsübergreifenden Arbeitsgruppe erarbeitet und soll dem Ortsbeirat demnächst vorgestellt werden, anschließend soll der Wettbewerb ausgeschrieben werden.


    Die Straßenbahnhaltestelle könnte zukünftig in der Mitte des Platzes stehen. Parkplätze sollen zugunsten von Gastronomieflächen, breiten Fahrrad- und Gehwegen weichen. Vorstellbar sei es auch, die Schweizer Straße in Teilen zu einer Fußgängerzone zu machen.


    Auf dem städtischen Facebook-Account wurde eine Visualisierung der Straßenbahnhaltestelle im Kreisel des Schweizer Platzes bereitgestellt, die es nicht in der Pressemitteilung gibt: Klick

  • Wenn man sich die Visualisierung genau anschaut, sieht man, dass die Schweizer zwischen Gartenstr. und Kreisel, sowie zwischen Kreisel und Schwanthaler autfrei geplant ist. Das schließe ich zumindest daraus, dass an diesen Stellen keine Aus-/Einfahrt in den Kreisel geplant ist. Eine reine Geradeausführung auf der Tramtrasse über die Haltestelle halte ich bei einer Neuplanung für unwahrscheinlich. Die Einbahnstraße in der Oppenheimer wird scheint's gedreht. Die Idee finde ich ehrlich gesagt nicht schlecht. Man hält den Durchgangsverkehr raus, wenn nur noch Fahrbeziehungen Schneckenhofstr./Oppenheimer bzw. Oppenheimer/Gutzkowstr./Dieseterwegstr. möglich sind. Bornheim hat es in de frühen 90ern vorgemacht. Mit großem Erfolg nachdem in den ersten Wochen die Emotionen hoch gekocht waren.

  • ^^ Ich interpretiere das anders: zumindest der Anlieger- und Lieferverkehr wird den Platz mittig durchfahren, anders wären die weißen Mittelstreifen vor und hinter dem Platz nicht zu erklären. Die Straßenbahn braucht diese ebensowenig wie Haltelinien an den Platzausfahrten, das sind Markierungen nach StVO.

  • In diesem Entwurfsvorschlag ist für die Kfz Durchgangsverkehr gerade durch den Platz vorgesehen, von den Seitenstraßen jeweils Rechtsabbiegen in den Rundverkehr und dann Abfluss auf die Schweizer Straße. So bleiben die beiden Segmente zwischen Schweizer Straße und Diesterweg bzw. Schneckenhofstraße autofrei. Die Einmündungen in den Rundverkehr sind jeweils aufgepflastert.


    Das scheint mir ein sinnvoller Ansatz zu sein, von dem sogar der Durchgangsverkehr etwas haben könnte, für den es zwar nicht schneller wird, aber übersichtlicher, wenn es gerade durch den Platz geht.

  • Ich finde den Entwurf sehr ansprechend. Auch die Führung des Verkehrs erscheint praktikabel. Die erweiterten Radwege passen da ins Gesamtbild.


    Zwei Herausforderungen bzw. Fragen sehe ich dabei aber schon.

    1. Bei dieser Lösung würden die derzeitigen Haltestellen Schwanthaler Straße und Schweizer Straße wohl zusammengelegt. Für die Geschäfte in Richtung Mainufer sicher ein negativer Effekt, wenn die Station weiter weg liegt. Aktuell (ohne Corona) profitieren viele sehr ausgeprägt von der unmittelbaren Nähe zur Station. Das Gleiche gilt in die andere Richtung für die Läden im Bereich Schwanthaler Straße (wenn vielleicht auch nicht ganz so ausgeprägt).

    2. Die Lage im Entwurf ist verkehrstechnisch sicher attraktiv und auch für die notwendige Barrierefreiheit wichtig. Die Lage mitten im Kreisel ist gleichzeitig allerdings auch der Nachteil. Die Fahrgäste müssen alle die Straße (ob nun mit oder ohne Autos) queren, um zur Tram zu kommen.

  • Natürlich, es ist wie immer, man kann nicht alle Bedürfnisse befriedigen, aber besser als heute wird es allemal. Zur Verlegung der Haltestelle in die Platzmitte zitiert die FR heute den Verkehrsdzernenten mit den Worten, bislang läge die Haltestelle ein Stück nördlich, doch ein Umbau zur Barrierefreiheit würde dort zu viel Platz wegnehmen, der dort ohnehin knapp sei. Das wird er auch im Hinblick auf den Teil der Haltestelle gesagt haben, der um die Ecke in der Gartenstraße liegt, deren Grundsanierung auch demnächst ansteht. Bei einer Verlegung zum Platz würde der Umbau in der Gartenstr. obsolet. Damit entfielen in der Schweizerstraße drei Zwangspunkte, die eine Neugestaltung beeinflussen würden.

  • Möglicherweise basiert dieses Konzept auch auf Ideen die für die Ausstellung "Fahr Rad! Die Rückeroberung der Stadt" entwickelt wurde. Diese fand in 2018 im DAM statt und die eingeladenen Büros wurden gebeten Ideen für die verkehrliche Umgestaltung der Schweizer Straße zu skizzieren. Ich vermute das diesem Konzept eine Kombination der Ideen der Büros Wentz & Co und Torsten Becker Stadtplaner zugrunde liegt. Wentz zeigt auf der achten Projektseite die Umorganisation des MIV auf dem Schweizer Platz (soweit ich das erkennen kann) und tobestadt die Anordnung der Straßenbahnhaltestelle auf dem Schweizer Platz.

  • zu #307:


    Wenn man sich die Markierungen auf der Fahrbahn ansieht, ist zwar ein Geradeausverkehr auf def Schweizer Straße in beide Richtungen möglich, eine Fahrbeziehung existiert aber nur von der Schneckenhofstraße in die Oppenheimer Landstraße auf der Westseite und zwischen Diesterwegstraße, Gutzkowstraße und Oppenheimer Landstraße auf der Ostseite. Die Oppenheimer Landstraße müsste auf beiden Seiten zur Einbahnstraße vom Schweizer Platz weg umgebaut werden.

    Die restlichen Verbindungen des Kreisverkehrs und insbesondere von den obigen "Tangenten" in die Schweizer Straße sind als Zweirichtungsradwege markiert und abgepollert dargestellt, eine Verbindung für den Autoverkehr auf die/von der Schweizer Straße in diese Bereiche ist nicht mehr möglich.

  • Zusammenführung Frankenallee - Durchstich Homburger Damm

    Zu den zahlreichen Langläufern der Stadt zählt eine geplante Bahnunterführung unter dem sogenannten Homburger Damm. Dadurch soll die seit vielen Jahren an dieser Stelle unterbrochene Frankenallee wieder zusammengeführt werden. Im August 2019 schrieb tunnelklick in #278 zuletzt etwas dazu.


    Mitte Februar teilte die Stadt mit, dass im kommenden Sommer Vorbereitungsmaßnahmen für die Verbindung beginnen sollen. Die Meldung:


    Eine ideale Radverbindung zwischen Gallus und Griesheim führt auf der Frankenallee entlang und wird derzeit durch den Homburger Damm jäh unterbrochen. Das Amt für Straßenbau und Erschließung (ASE) will dies zukünftig ändern und plant einen Durchstich durch den Homburger Damm sowie den Bau eines neuen Geh- und Radwegs auf der Westseite des Bahndamms. „Sind beide Maßnahmen abgeschlossen, sind der westliche und östliche Teil der Frankenallee miteinander verbunden und Höchst oder die Innenstadt schneller mit dem Rad erreichbar“, erläutert die Leiterin des ASE, Michaela C. Kraft, das Vorhaben.

    Im Sommer dieses Jahres sollen im Vorgriff auf die eigentliche Baumaßnahme erste Leitungen verlegt werden. Hierfür müssen im westlichen Gallus Rodungsarbeiten durchgeführt und Bäume gefällt werden. Entlang des Gewerbegebietes zwischen Wickerer Straße und Rüsselsheimer Straße entfallen vier Bäume zur Sicherung von Verkehrsflächen. Des Weiteren werden auf der Westseite des Homburger Damms zwischen Schmidtstraße und den Grabelandflächen an der Wickerer Straße zur Gewährleistung ökologischer Begleitmaßnahmen Rodungen und einzelne Baumfällungen vorgenommen. Die Arbeiten finden in der zweiten Februarhälfte statt.


    Kurios ist nicht allein der derzeitige Zustand mit dem plötzlichen Ende der Frankenallee, kommt man aus Richtung Stadtmitte. Mindestens ebenso skuril ist ein an der Westseite des Damms noch vorhandener Bogen einer Bahnunterführung. Da der Bereich nördlich des Audi/Škoda/Volkswagen-Zentrums nicht allgemein zugänglich ist, dürfte das kaum bekannt sein. Die Erklärung ist, dass der Homburger Damm einmal verbreitert wurde, die Bahn es aber nicht für nötig hielt, auch die seinerzeit vorhandene Bahnunterführung entsprechend zu verlängern. So wurde im Osten kurzerhand aufgeschüttet und die Unterführung an dieser Seite begraben. Der Bogen auf der anderen Seite blieb.


    Mein Foto unten ist schon einige Jahre alt. Schaut man genau hin, ist rechts schemenhaft die Bebauung zwischen der Schloßborner Straße und dem Bahndamm zu erkennen. Den Pächtern der Kleingärten im Vordergrund wurde laut FNP zum 1. November 2021 gekündigt.


    4734_frankenallee_am_homburger_damm_west.jpg
    Bild: Schmittchen

  • Errichtung eines ampelgesteuerten Fußgängerüberwegs zur Taunusanlage

    Nachdem es jetzt sehr lange ruhig war, was das Thema Fußgängerüberweg Taunusanlage anging, geht es jetzt relavtiv schnell vorwärts.

    Wie ich heute erkennen konnte wurde bereits alles abgesperrt und die Fahrbahnführung für den Verkehr, die Bauarbeiten angepasst. Dies wird definitiv eine Verbesserung für die Fußgänger sein.


    Die passende Mitteilung der Stadt Frankfurt dazu hier im Link.


  • "Die Baumaßnahme wird voraussichtlich vier Monate dauern."


    Ich bin zugegebenermaßen nicht vom Fach, aber wie kann man an einem solch überschaubaren Projekt vier Monate lang bauen?

  • Du musst in mindestens einer Richtung unter der Fahrbahn durch und da das Frankfurter Innenstadt ist, kann Dir niemand sagen, was da wo verläuft. Also kann man nicht einfach ein Rohr durchpressen, sondern man wird aufbuddeln.


    Immerhin nicht Köln, wo man mit jeder Schippe Sand ein paar alte Römer findet, die den Bau dann mal ein Jahr aufhalten.

  • ^^


    In Niederrad ist eine Baustelle seit jetzt über einem Jahr. Knappe 100 Meter, Erneuerung von Rohren. Das Geheimnis ist: die meiste Zeit passiert gar nix. Also wären 4 Monate mit effektivem Arbeiten durchaus realistisch. Und wenn gebuddelt wird, ja nicht einfach einmal die ganze Straße auf einen Streich aufmachen. Das würde dort im Verkehrchaos enden. Also Abschnitt für Abschnitt. Das kostet dann auch nochmal Zeit.

  • Die Bauarbeiten an der Schwanheimer Bahnstraße sind abgeschlossen. Nach Verzögerung durch Setzung ist die Straße nun seit ein paar Tagen wieder für den Verkehr freigegeben. Die ehemalige Trasse der S-Bahn ist komplett verfüllt, umzäunt und in ein paar Jahren nach Anwuchs der Vegetation nur noch als solche erahnbar. Die Brücke existiert auch nicht mehr.

  • Zusammenführung Frankenallee - Durchstich Homburger Damm

    Zuletzt ging es in #311 um dieses Thema. Mittlerweile hat die Stadt eine Bau- und Finanzierungsvorlage für die Eisenbahnunterführung und den Neubau eines Geh- und Radwegs zwischen Frankenallee und Schmidtstraße erarbeitet (PDF). Die Baumaßnahme soll demnach 17,2 Millionen Euro kosten. 60 Prozent der Kosten übernimmt das Land nach dem Hessischen Mobilitätsfördergesetz.


    Die sich im Bahndamm befindende Gewölbebrücke aus dem Jahr 1920 (Foto in #311) wird der Vorlage zufolge zurückgebaut. Das neue Bauwerk wird als "flach gegründeter unten offener Stahlbeton-Rahmen hergestellt". Dazu muss der Bahnbetrieb auf der zweigleisigen Strecke darüber für mehrere Tage komplett eingestellt werden. Die rund 34 Meter lange Unterführung erhält eine lichte Höhe von 3 Metern und eine lichte Weite von 6 Metern. Aus Kostengründen wird auf die zunächst geplante lichte Weite von 9 Metern verzichtet und diese auf das "geforderte Mindestmaß gemäß den Richtlinien für die Anlage von Stadtstraßen" reduziert. Ansichten:


    Bild: https://www.deutsches-architektur-forum.de/pics/schmittchen/durchstich_homburger_damm.jpg
    Bilder: Stadt Frankfurt am Main


    Östlich des Bahndamms ist ein rund 1.300 m² großer "Bahndammvorplatz" geplant. Dieser soll entsprechend der Frankenallee östlich der Schloßborner Straße gestaltet werden. Westlich des Bahndamms entfallen die bisherigen Kleingärten. Dort werden entlang des neuen Geh- und Radwegs 14 Bäume gepflanzt, weitere 32 neue Bäume sind entlang des Bahndamms vorgesehen.


    Bild: https://www.deutsches-architektur-forum.de/pics/schmittchen/durchstich_homburger_damm_1.jpg

    Plan: Stadt Frankfurt am Main

  • Und 17,2 Mio Euro.... ein Schnäppchen. Also jedenfalls nach der Planung. Ich tippe auf 28 Mio am Ende ;-)


    Davon abgesehen erscheint mir die Baumaßnahme aber mehr als sinnvoll. Insbesondere hinsichtlich der Attraktivität fürs Fahrrad. Die Frankenallee ist da dann doch eine deutlich angenehmere Alternative als die Mainzer Landstraße.

  • Dafür aber wieder hässliche Kleinigkeiten in der Planung. Eine Bettelampel und im Tunnel Bodenleuchten, die Designer aus irgendwelchen Gründen lieben.