Projekt "Flare of Frankfurt" - Neuentwicklung FR-Areal (fertig)

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    NextTower passt doch ganz gut, gerade weil es nicht passt. Die Kontraste die sich im Zusammenspiel mit dem Palais, Eschenheimer Turm, bald Drei Schwestern ergeben gibt es auch in vielen Int. Metropolen, allerdings sollte man es jetzt auch nicht übertreiben. Ich bin eher skeptisch was eine erfolgreiche Überarbeitung des Teherani Entwurf anbelangt, leider.

  • Projekt "Flare of Frankfurt"

    Vom Teherani-Entwurf ließ sich Strabag Real Estate nicht abbringen. Heute teilt das Unternehmen mit, dass nun die finalen Pläne des Architekturentwurfs von Hadi Teherani vorliegen. Mit der Frankfurter RFR Holding GmbH steigt ein Partner in das Projekt ein. Auch wurde der Projektname vorgestellt: "Flare of Frankfurt".


    Einer heute herausgegebenen Visualisierung zufolge ist an der Ecke ein Geschoss dazugekommen, die Front des Eck-Baukörpers zur Großen Eschenheimer Straße ist länger und die Fassade gegenüber der zuletzt bekannt gewordenen Version kleinteiliger geworden. So soll der Baukomplex nach der finalen Planung aussehen:



    Bild: Strabag Real Estate / Hadi Teherani Architects


    In der heutigen Pressemitteilung heißt es außerdem, dass die dreidimensional ausgebildete Fassade "aus hochwertigem Portland-Architekturbeton" bestehen wird. Für das Geschäftshaus streben die Bauherren einen Mietvertrag für ein "designorientiertes Economy-Hotel" an. Die Flächen werden so beziffert (unveränderte Wiedergabe, ja, die Summe der Mietflächen übertrifft die Bruttogrundfläche):


    [INDENT]- Ensemble gesamt: 24.000 m² Bruttogrundfläche
    - Geschäftshaus: 18.500 m² Mietfläche
    - Wohngebäude: 50 Eigentumswohnungen mit insgesamt 6.500 m² Wohnfläche
    - Einzelhandels- und Gastronomieflächen im Erdgeschoss: 2.600 m²[/INDENT]


    Baubeginn soll im ersten Quartal 2016 sein. Die Fertigstellung ist im zweiten Quartal 2018 geplant.

  • Sorry. Aber auf mich wirkt der gesamte Block mittlerweile wie ein modifizierter Karstadt aus den siebziger Jahren. Das ist von der Architektur her so ein leichter Spaceschick, wie er ja in den siebziger Jahren durchaus Trend war. Ich glaube, dass der Bau schon bei seiner Fertigstellung unmodern und am Zeitgeist vorbei ausschauen wird. Und ich fürchte er wird in zwanzig Jahren zur bausünde erklärt werden.


    Schade, weil das Architekturbüro kann es viel besser. Eine verschenkte Chance!

  • Ja, es ist nach wie vor ein riesiger Klotz ohne geschichtlichen Bezug und ohne Rücksicht auf die Umgebung. Nach wie vor gilt auch die Kritik bezüglich der "Horten"artigen Fassade. Und nach wie vor gilt, dass sich kein Mensch unter langen Überhängen (hier: zum Palais) wohl fühlt.


    Irgendein Rundschau-Zitat hätten sich viele, einschließlich mir, an dieser Stelle gewünscht, und sei es auch nur eine runde Glasecke im Sockel. Stattdessen: Nachkriegsgeschichte völlig weggewischt.


    Positiv ist der Blockrand und sicherlich auch das Konzept für die Innenbereiche mit den Durchwegungen vom Nextower her. Mehr Licht war sicherlich nicht in das Ensemble zu bringen. Schön ist auch, dass ein weiteres Hotel in der Innenstadt für deren nächtliche Belebung sorgt.

  • Achso, das Abendlicht-reflektierender, hochwertiger Portland-Architekturbeton. Da bin ich ja mal gespannt. Ich hatte eigentlich fest mit einer metallischen Fassade gerechnet - bei diesen Visualisierungen. Solche Augenwischerei sollte verboten werden, ernsthaft.

  • Ich könnte mir vorstellen, dass Strabag RE unbeirrt am Teherani-Entwurf festhält, weil dieser wie kaum ein anderer aus dem Wettbewerb signalisiert: Hier ist noch Haupteinkaufszone. Die auf die Spitze getriebene Rücksichtslosigkeit gegenüber Umgebung und Geschichte sowie letzten Endes auch die Gestaltung können insofern nur vorteilhaft sein. Denn in den Siebzigern, als die Haupteinkaufszonen in den Städten definiert wurden, ist man schließlich genau so vorgegangen. Ach ja - den zweitletzten Satz von Odysseus möchte ich doch in Zweifel ziehen.

  • Der Wunsch nach einem geschichtlichen Bezug ist absolut verständlich, doch ich wüsste nicht, wieso dieser in der Altstadt einem Nachkriegsbau mit gerundeter Glasecke gelten sollte, der selber ohne Bezug zur früheren Bebauung errichtet wurde. Wenn man nichts wirklich altes zitieren kann (etwa ein EG wie ein Wirtschaftsbau des benachbarten Palastes gestaltet), wäre zumindest die altstädtische Kleinteiligkeit erwünscht. Dass die Fenster kleiner wurden, macht die Fassade nicht wirklich kleinteiliger (obwohl die Dimensionen etwas angepasster) - dafür müsste sie aufgeteilt und mit ein paar verschiedenen Ansätzen gestaltet werden. Ich weiß, manch einer würde es als Fassadismus bezeichnen, doch dieser ist in der Altstadt besser als ein Großklotz. Etwa dieser Entwurf aus dem Jahr 2007 wäre wirklich kleinteiliger gestaltet.


    Zum Vergleich: Fassadismus in der Düsseldorfer Altstadt - zuerst waren an dieser Stelle drei Einzelfassaden vorgesehen, später wurden vier daraus. (Dass ich mir diese im Stil etwas angepasster gewünscht hätte, ist eine andere Sache.)

  • Ich frage mich, wo man dort die Eigentumswohnungen positionieren will. Für teure Luxuswohnungen ist es m.E. zu klein, da man mit den Balkonen entweder nah an den lauten Straßen sein wird oder nach innen in die Plaza, was bei der geringen Größe allerdings ebenfalls nicht unbedingt nach "Sony-Center" aussieht, sondern mehr nach Provinz und Muff. Für Nicht-Luxuswohnungen sieht die Fassade aber zu "fancy" aus. Ich könnte mir höchstens eine Vielzahl von kleineren Business-Appartments vorstellen.
    Insgesamt wirkt das Ganze wie ein modischer Schnellschuss, an dem sich die Leute schnell sattsehen und auch die Eigentümer nicht lange Freude haben werden. Insbesondere, da der dahinter liegende, wesentlich schönere und aufgrund des hohen Leerstands vermutlich auch nicht so teure Nextower doch noch genug ungenutzte Leerflächen bietet.

  • Na, wartet erstmal, bis die "dreidimensional ausgebildete Fassade" ein Jahr Regen und Schnee abbekommen hat, dann werden die hochwertigen Betonelemente am Falz der Fensterbrüstungen sicher schöne Schlieren vom abfließenden Wasser aufweisen, die dem 70er Jahre-Design noch die dazugehörende Tristesse-Note geben, dann passt das Ganze. "Flare" klingt ja auch schon irgendwie angegammelt.

  • ^^Schau dir die Grundrisse in #147 an. Die Wohnungen kommen in das Gebäude, das zum Palais T&T zeigt. Es sind durchweg kleine bis kleinste Wohnungen, offenbar für Wohenendheimfahrer und urbane Dinks gebaut, die Einzimmerwohnungen durchweg als enger, dunkler Schlauch, Modell Wohnklo mit Küche.

  • ^^Ein angegammeltes Leuchtfeuer kann ich mir irgendwie nicht vorstellen und dass der Marketeer, der den Namen gewählt hat, ans Abfackeln gedacht hat, auch nicht.
    Außerdem brennt Beton schlecht.


    Vermutlich soll der Name eine Mischung aus der englischen Wortbedeutung Leuchtfeuer und dem französischen Klang "Flair" ausdrücken. Aber Marketing hat ja immer sowas von Orakelei.

  • Juhu! Es ist wieder da, dieses unvergleichliche Siebziger-Jahre-Feeling! Das ist der neue urbane Retro-Chic: Horten-Kachel an brutaler, monotoner, Historie und Umfeld ignorierender "Architektur". Danke, danke Strabag Real Testate, Terhrani Architects und RFR Holding - darauf hat Frankfurt gewartet!


  • Ein Hort der Gemütlichkeit - schöne Montage ottoxii. In der blauen Stunde der Renderings sieht der Kasten sogar spektakulär aus. Die Monsterrauten passen aber nicht an diese Stelle, sondern eher in den Gateway-Garden.


    Hätte dort nicht das FR- sondern das Titanic-Verlagshaus gestanden, könnte man es noch als brutale Bausatire weglächeln. Ich sehe das Jahr 2028 direkt vor mir: http://forum.bauforum24.biz/fo…/post-8410-1200503511.jpg

  • Hier noch ein Bild aus einem anderen Blickwinkel. Dabei wird noch deutlicher wie unpassend dieser Entwurf ist. Einzig Nextower harmoniert mit "Horten 2.0".


    Wirklich sehr sehr Schade, denn mit dem richtigen Entwurf und den Drei Schwestern im Hintergund wäre das optisch wohl die Ecke Frankfurts geworden.


    [Bild von mir]


  • Mal abgesehen von der Materialfrage, und ob das wirklich alles so supergläzend und nicht nach einem Jahr verloddert aussehen wird, wie bei Beton zu erwarten ist, will ich doch nochmal anmerken, dass ich die linken und rechten Teile des Gebäudekomplexes mit ihrer Fassade gar nicht so unansprechend finde. Besonders die Aufstockung um ein Stockwerk hat den drohenden Kleinstadt-Mief etwas entschärft. Auch finde ich die Vergleiche mit Horten etc. etwas sehr weit hergeholt. ABER: Dieser furchtbare Mittelteil, dessen unterschiedliche Gestaltung an sich ja nichts schlechtes ist, und im gegenteil sogar wünschenswert ist. Aber hier trifft die Horten 2.0-Kritik allerdings zu, und vor allem erinnert es mich weiter auch an die Bausünden der östlichen Zeil ([url=https://www.google.de/maps/@50.1148207,8.6897771,3a,75y,144.8h,99.98t/data=!3m6!1e1!3m4!1sYXuWBnRs97iSj4vM_kil-Q!2e0!7i13312!8i6656!6m1!1e1]Klick mich[/url])...


    Allen in Allem frage ich mich wirklich, was sich die Bauherren bei ihrer Entscheidung und die Architekten beim Entwerfen gedacht haben. Naja, wird wohl nicht mehr zu verhindern sein.

  • ^ Wenn ein Stockwerk mehr das größte Highlight des Entwurfs sein sollte - es gab schon mal einen mit kleinteiliger aufgeteilter Fassade, dafür bis zu 10 Geschossen - jetzt zähle ich 7 plus Staffelgeschoss. Ich glaube übrigens nicht, dass mit Hochhäusern in Sichtweite ein Kleinstadt-Mief drohen könnte (diesen gäbe es an dieser Stelle nicht selbst wenn man dort Fachwerkhäuser wiederaufbauen könnte oder was auch immer dort im 18. Jh. stand, das natürlich nur als theoretische Vorstellung) - den früheren Entwurf finde ich auf jeden Fall weltstädtischer.

  • Ist noch keinem aufgefallen, dass bei der neuen Visualisierung das nördliche (linke) Gebäudeteil zwar ein Stockwerk dazu gewonnen hat, der südliche Teil aber nicht. 6 Vollgeschosse Nord, 5 Vollgeschosse Süd bei gleicher Gebäudehöhe. Sollen jetzt die Stockwerke unterschiedlich hoch werden, oder hat man einfach vergessen das zu ändern? Dann hätte man bei der neuen Visualisierung ja ganz schön geschlampt.

  • Da ja auch in beiden Gebäudeteilen eine unterschiedliche Nutzung vorgesehen ist, wären unterschiedliche Deckenhöhen jetzt vielleicht gar nicht so seltsam, oder? Ich tippe aber auch eher auf einen dicken Schnitzer bei der Visualisierung. Würde jedenfalls zu dem Projekt passen.

  • Ist aufgefallen. Doch nun sollen Hotelzimmer in diesem Bauteil entstehen, siehe #182, die geringere Anforderungen an Geschosshöhen als Büros stellen. Das macht wohl eine Etage mehr möglich.