Sonstige Bauprojekte innerhalb der Wallanlagen

  • Zu #1308 - Braubachstrasse 3-5 „Domblick“:


    Bei meinem neulichen Rundgang durch die neue Altstadt ist mir diese Baustelle auch aufgefallen. Die Planungsfotos würden diese Architektur auch gut in einer versteckten Nebenstrasse am Riedberg vermuten lassen und nicht de facto in der Stadtmitte .... Aber nun gut, es ist eine Hinterhofbebauung. Was ich mich aber mehr frage: Was stand denn da vor dem Krieg? Wenn man jetzt über eine Erweiterung der Altstadtneubebauung (wobei ich glaube, dass das nicht mehr zum Wettbewerbsgebiet gehört - man möge mich korrigieren) nachdenkt, dann fällt diese Fläche schon mal gleich wieder für lange Zeit weg. Schade, denn hier hätte man evt. schon mal wieder ein Gelände für weitere Planungen fokussieren können. Aber wahrscheinlich hätte das dem Eigentümer zu lange gedauert. Und so wird nun dieses vermutlich vom qm-Preis auch noch sehr teure "Prachtstück" dahin gesetzt. Nun ja.

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  • Und nachdem ich jetzt ein wenig gesucht habe, kann ich mir die Antwort auch gleich selbst geben. Bevor die Braubachstrasse gebaut wurde, sah es hier um 1852 etwa so aus:
    https://commons.m.wikimedia.org/wiki/Alte_Karten_und_Pläne_von_Frankfurt_am_Main#/media/File%3AFrankfurt_Am_Main-Karte-Foltz_Eberle-1852.jpg


    Danach zeigt diese alte Luftaufnahme von 1911, in der nach den Abrissen noch nicht alles wieder bebaut war, dass hier offenbar im Hinterhof nicht groß mehr etwas stand ( ich kann nur zwei kleinere Häuser erkennen):
    https://de.m.wikipedia.org/wik…stadt_1911-verbessert.jpg
    Immer wieder interessant auch der Blick auf die weitere Umgebung, z.B. den heutigen Paulskirchenplatz.


    Also, dann bleibt nur noch, dass der Neubau optisch vor Blicken geschützt zum Glück (ja, ich weiß, Geschmackssache) im Hinterhof steht.

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  • Mainkai 35

    Mit Mainkai 35 ist ein kleines Schmuckstück entstanden, in dessen Details viel Liebe steckt. Die Rückseite des Neubaus - mit dem Hauseingang für die Bewohner - steht gerüstfrei und sieht auch im Sockelbereich fertiggestellt aus. Nur der kleine Grünstreifen um das Haus muss noch bepflanzt werden.



    Details: Der Hauseingang mit profilierter Umrahmung, fackelartigen Lampen beidseitig der Tür, die ihrerseits Anklänge an die 1950er-Jahr zeigt. Der Sockel ist klassisch mit Basaltlava und darüber mit Sandstein-Platten verkleidet. Im rechten Bild die diskret gestaltete Tiefgarageneinfahrt:


    Bild: http://www.dafmap.de/d/serve.py?2018/EPIAPC_1295.jpg Bild: http://www.dafmap.de/d/serve.py?2018/EPIAPC_1296.jpg


    Das Café ist eröffnet und lässt Touriflair aufkommen. Es handelt sich um einen Zarges-Ableger mit dem Namen "Wirtshaus". Es wird im September eine Schwester am Hühnermarkt bekommen und einen Cousin namens "Café Goldene Waage" im gleichnamigen Haus in der Altstadt:



    Bilder: epizentrum

  • Vielen Dank für Bilder und Beschreibung. Das Büro Landes, auch Entwurfsverfasser von Markt 38 (Haus "Stadt Mailand"), scheint die Gestaltungssatzung für das Dom-Römer-Projekt verinnerlicht und aus freien Stücken räumlich ausgedehnt zu haben. Feine Sache. Für das Erdgeschoss heißt es dort: "...die Oberflächen der Außenwände der Erdgeschosse sind unverputzt aus rotem Sandstein herzustellen, [...]. Die Sockel sind aus Basaltlava herzustellen." Wirklich gelungen, auch in Hinblick auf die Belebung des öden Stadtraums am Mainkai, und m. E. deutlich passender als der ursprüngliche Entwurf. Schade nur, dass es die Stadt vorhersehbar auch in den nächsten Jahren nicht hinkriegen wird, ihrer Ankündigung von 2015 (PDF) Taten folgen zu lassen und die übrige Tristesse zu beseitigen.

  • Zitat

    Schade nur, dass es die Stadt vorhersehbar auch in den nächsten Jahren nicht hinkriegen wird, ihrer Ankündigung von 2015 (PDF) Taten folgen zu lassen und die übrige Tristesse zu beseitigen.


    Ich verstehe das Dokument so, dass nichts passieren wird: "Aktuell befindet sich dieses Projekt jedoch nicht in der Arbeitsliste, die von der
    Stadtverordnetenversammlung dem Magistrat zur Erledigung übertragen wurde (...). Daher kann eine inhaltliche Bearbeitung derzeit nicht erfolgen."

  • Schöne Aussicht 8 + 7

    Das zwischen den Adressen Schöne Aussicht 8 und Hinter der Schönen Aussicht 7 durchgesteckte Ensemble hat Schmittchen im Februar ausführlich abgelichtet - bis auf die Mainfront, die ebenso ansehnlich geworden ist wie der Rest:



    Nebenan, wo lt. Adorno-Biographie von Detlev Claussen an dieser Stelle ein Teil der Adorno-Vorfahren gelebt hatte - u.a. sein Großvater und seine Urgroßmutter - wird ebenfalls gearbeitet, mindestens an einer Fassadenauffrischung. Achtung: Verwechslungsgefahr! Das ist die Adresse Schöne Aussicht 7 (ohne "Hinter der"). Andere Nachbarhäuser hätten Instandhaltungen oder Sanierungen ebenfalls nötig. Nachfolgend deshalb ein größerer Teil der Mainfront von der Nummer 6 bis zur Kurt-Schumacher-Straße auch mit Blick auf Schmittchens Fragen zur Gestaltungssatzung an dieser Stelle insbesondere bezüglich des Hotels Schopenhauer (hinter dem orangenen Haus):



    Bilder: epizentrum

  • Lange Straße 15

    Vom abgeschlossenen Projekt Lange Straße 15 - siehe #1306 - kam mir noch die Rückseite mit der Tiefgarage vor die Linse:



    Die Rampe zur Schützenstraße:



    Bilder: epizentrum

  • Domblick —> Brutalst möglicher Altstadt Brutalismus

    Was für eine schreckliche, beinahe pampig-reaktive Bunker-Architektur als Nachruf zum schmerzlich vermissten Technischem Rathaus. Ironischerweise wird diese Schuhschachtel mit Löchern auch noch als Domblick bezeichnet, da sind die verbrecherischen Ornamente am Dom auf einmal gar nicht mehr so schlimm.


    Fest steht: Manche Architekten werden es den Frankfurter Bürgern nie verzeihen sich für die Neue Altstadt eingesetzt zu haben. Was wir jetzt sehen ist die teilweise heftige Gegenreaktion. Es wird scheinbar noch viel schlimmer bevor es wieder besser wird.

  • ^ Ja, wahrscheinlich wird sogar die Welt untergehen.


    Übrigens ist das Haus mitnichten dem Brutalismus zuzuordnen, oder wo siehst Du nackten Beton, riesige Dimensionen oder die Offenlegung der Konstruktion? Der Entwurf orientiert sich eher - wie noch immer der Großteil aktueller Architektur - am Bauhaus.


    Die Fassade ist strukturiert verputzt, und die Fensteröffnungen haben metallen schimmernde, leicht auskragende Rahmen. Das könnte interessant ausschauen.

  • Nein, die Welt wird sich trotz allem weiter drehen und Wasser den Main runterfließen, aber leider wird Frankfurts erweiterter Altstadt-Bereich nachträglich mit monolithischen Kuben "bereichert". Das man das kritisiert, wird man wohl noch aushalten können, ob es nun "In Your Face" Bauhaus oder "Von Oben Herab" Brutalismus ist. Es fällt mir schwer hier eine Fassaden-Gliederung erkennen zu können, auch wenn zumindest die Helligkeit der Fassade zusagt. Zudem ist es amüsant, dass das Poster noch etwas gönnerhaft den Spruch einbringt "Wohnen im historischen Herzen Frankfurts". Wenn man das Wort "historisch" wenigstens noch in Gänsefüsschen schreiben würde, könnte man ein wenig darüber schmunzeln.

    • Das Gebäude entsteht in einem Innenhof. Es wird von öffentlichen Straßen und Wegen nicht zu sehen sein. Eine der wenigen Gelegenheiten, das Haus überhaupt wahrnehmen zu können, wird der Domturm bieten; von dort wird indessen vor allem das Dach sichtbar sein. Anzunehmen, dass dieses begrünt wird.
    • Ein für die Altstadt typisches Steildach hätte den Hofseiten der umgebenden Wohnhäuser wesentlich mehr Tageslicht genommen. Und für den Passanten wäre es nicht einmal sichtbar gewesen, siehe erster Punkt.
    • Gegenüber den zuvor dort stehenden Garagen wird der Neubau eine Verbesserung darstellen. Durch Nachverdichtung wird Wohnraum in der Altstadt geschaffen. Auch ist dem Entwurf mit seinen Vor- und Rücksprüngen und dem strukturierten Putz (Besenputz) nicht jeder Gestaltungswille abzusprechen. Andernorts sind in der letzten Zeit deutlich primitivere Klötze entstanden.
  • Auch wenn es nur im Hinterhof ist, ermächtigt das Architekt und Bauherr damit nicht hier einen derart unpassenden Klotz hinzurotzen. Flachdach mitten in der Altstadt ist absolutes No-Go und auch die Fassade ist ziemlich unterirdisch. Nur ein weiterer Beweis dafür, dass die Dom-Römer-Gestaltungssatzung dringend auf die gesamte Altstadt zumindest südlich der Berliner Straße ausgedehnt gehört.

  • Was uns bisher verborgen blieb, ist ein kleines Projekt in der feinen Goethestraße. Die Nummer 30 - lt. BILD-Artikel von 2014 im Portfolio der Philippa Grundbesitz (Familie von Hünersdorff) - wird um ein Staffelgeschoss ergänzt. Gemauerte Wände stehen schon, ein Flachdach wird als Holzkonstruktion errichtet, möglicherweise bleibt der Teil zur Straße offen oder wird verglast. Weitere Details habe ich dazu nicht finden können. Ein Bild von oben: (Mit Zebra)



    Bild: epizentrum

  • ^


    Der Eigentümer ist nach wie vor Philippa Grundbesitz, ergo auch der Bauherr.


    Konkret geht es um die Errichtung eines Staffelgeschosses, welches später als Büro genutzt werden wird. Die Fassade und das Innenleben des Gebäudes werden ebenfalls erneuert. Interessant ist auch, dass eine "nachträgliche Legalisierung einer Nutzungsänderung von Büro in freiberufliche Nutzung (Praxis) im 2. Obergeschoss" stattfinden wird.


    Abbruch und Hochbau übernimmt die Karl Zahnleiter GmbH aus Kleinwallstadt.
    Die Arbeiten am Äußeren der Immobilie werden wohl bis Ende März 2019 andauern.


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    Mod: Bitte mit Rücksicht auf die Lesbarkeit der Threads nur so oft und so umfangreich wie wirklich nötig zitieren (Richtinien).

  • Konstablerwache: Tegut folgt auf Segmüller

    In der Liegenschaft Kurt-Schumacher-Straße 30-32 wird Tegut im ersten Halbjahr 2021 einen 2.000 Quadratmeter großen Lebensmittelmarkt eröffnen. Derzeit nutzt das Möbelhaus Segmüller die Flächen gegenüber der Konstablerwache. Vermieter ist die Frankfurter Leyendecker Gruppe, wie aus einer Pressemitteilung des Unternehmens aus Fulda hervorgeht.



    Bild: tegut...


    Sieht nach einem umfangreicheren Umbau aus, daher hier und nicht in "Eat! Drink! Shop 'til you drop!".

  • ^ Ein Supermarkt wird der Ecke guttun. Andererseits bleibt die bauliche Situation damit bestehen. Ein Neubau könnte hier Wunder wirken. Der KSP-Entwurf von 2013 wäre eine Verbesserung gewesen, wenn auch nicht nach jedermanns Geschmack. Aktuell ist mir das Brückengebäude über der Albusstraße ein Dorn im Auge. Eine Öffnung wäre städtebaulich deutlich freundlicher als die jetzige dealerfreundliche Situation.

  • Brönnerstraße 22 (Peterskirchhof)

    Irgendwo hatten wir das Projekt schon mal, nur finde ich es nicht. Also zusammengefasst: An der Grenze zum Peterskirchhof wird in zweiter Reihe der Brönnerstraße 22 an- bzw. neugebaut. Zur Lage, siehe auf der Karte. Ende Mai stand der Rohbau schon fast:



    Bild: epizentrum


    Soweit ich mich erinnere, wussten wir nicht, wie das Endergebnis ausschaut und wer den Entwurf liefert. Ein Instagram-Beitrag mit Visualisierungen und eine Baustart-Meldung verrät, dass der Entwurf aus der Feder des relativ jungen Frankfurter Büros NKBAK stammt. Sie waren auch für die Neubauten der Europäischen Schule und des IGS-Riedberg verantwortlich und lieferten vor einigen Jahren einen Konkurrenzentwurf zum Grand Tower. Bei Gelegenheit liefere ich ein Foto vom verklinkerten Endergebnis nach, sofern das kein anderer vor mir tut.