Sonstige Bauprojekte innerhalb der Wallanlagen

  • Über die Fahrgasse brauchen wir gar nicht sprechen, die kann den Meteorschauer mit abkriegen, der eigentlich für das Schauspielhaus bestimmt ist. Sind diese Häuser eigentlich im Besitz einer städtischen Wohnbaugesellschaft, oder hat man sie wie den Mainkai an privat verhökert?


    Die Zornesröte ins Gesicht treiben einem dann aber Dacharbeiten bei der Neuen Kräme 10, während das Nachbarhaus Nr. 8 weiter, dann also bald stolze 70 Jahre, mit verstümmeltem Notdach dasteht. Und das in einer so reichen Stadt. :nono:

  • Petersstraße 1

    Nach dem Abbruch entsteht ein siebengeschossiges Wohn- und Geschäftshaus mit einem 116 m² großen Ladenlokal im Erdgeschoss und sieben Eigentumswohnungen. Bauherr ist Zeljiko Baotic, Frankfurt, die Planung kommt von Baum Architekten aus Bad Homburg (Web). Ansicht von Osten:



    Ansicht aus Süden, dargestellt auch die beiden geplanten Versenkgaragen, eine mit vier, die andere mit sechs Stellplätzen:



    Grafiken: Baotic / Baum Architekten

  • Primitiver gehts wohl auch nicht mehr, oder? Hat man im Anlagenring in den 1970er Jahren nicht genug abgerissen und durch Bausünden verschandelt? Wie kann so eine Planung an dieser Stelle gerade unter einem grünen Baudezernat durchgewunken werden? Erbärmlich, erst Recht im Kontext dessen, was dafür geopfert wurde.

  • Schade für das alte Kutschenhaus. Schon erstaunlich, dass diese in London noch in grosser Zahl in den sogenannten Mews stehen und als kleine Häuschen sehr beliebt sind. In Frankfurt wird eben nur auf die maximale Rendite geschaut. Die meisten Eigentümer haben keinen gesellschaftlichen Druck von Nachbarn und Familie gewachsene Strukturen zu bewahren. Über Geschmack lässt sich nicht streiten, aber der Architektenentwurf steht meiner meinung nach in keinerlei Kontext zu der Umgebung und ist gekennzeichnet durch maximal nutzbaren und verkaufbaren Raum.

  • Petersstraße 1

    Ich kann das Gejammer um diesen Schuppen nicht nachvollziehen.
    Die Substanz wird nach Jahren des Gebrauchs als Reifenwerkstatt nicht mehr die beste sein. Auch der mögliche Ertrag der im alten Baukörper unterbringbaren und verkaufbaren Wohnungen würde wohl kaum die Renovierungskosten rechtfertigen.


    Was ich mir noch nicht ganz erklären kann ist von wo die Zufahr für die Garagen hergeführt werden soll.


    Hier ein Foto von heute morgen.

  • In erster Linie wird wohl nicht der Abriss kritisiert (was den baulichen Zustand des Kutscherhauses angeht, sprechen diese Fotos für sich), sondern der Entwurf des Neubaus. Und da stimme ich mit ein.


    Zwar kann ich den Vorwurf der Primitivität nicht nachvollziehen, einen ordinären Quader sehen wir hier nicht. Ein gewisses Bemühen um Gliederung kann man den Entwurf nicht absprechen. Hier sei etwa das vorgesetzte, funktional eher nicht notwendige "Sonnenschild" genannt (vorwiegend nach Osten ausgerichtet ergibt sich kaum Schutz gegen hoch stehende Sonne). Auch das offenbar verklinkerte Erdgeschoss lässt sich in diesem Zusammenhang anführen. Was aber zumindest auf der Visualisierung überhaupt nicht passt, das sind die Proportionen des Entwurfs. Die "Aquarienfenster" ohne jede Teilung ergeben nicht nur ein sehr unstimmiges Verhältnis von Glas zu Putz, sondern vermitteln auch den Eindruck, der Bau habe keine Substanz und keinen Halt. Enorm verstärkt wird diese Wirkung durch die straßenseitige Terrasse im Erdgeschoss. Im Ergebnis steht der Bau seltsam orientierungslos, letztes Endes deplatziert in seiner Umgebung.

  • Ich kann das Gejammer um diesen Schuppen nicht nachvollziehen. Die Substanz wird nach Jahren ... (Mod: Zitat gekürzt. Für den gesamten Text das blaue Quadrat anklicken.)


    Auch wenn wir die Diskussion schon durchgekaut haben, bei Kulturdenkmälern und ihrem Erhalt steht nicht der Ertrag, sondern ihre Bedeutung aus „künstlerischen, wissenschaftlichen, technischen, geschichtlichen oder städtebaulichen Gründen“ (auch kumulativ) im Vordergrund.


    Und da stellt sich eben die Frage, wieviele Kutscherhäuser dieser Art und aus dieser Bauzeit es in Frankfurt am Main noch gibt. Der Rest erklärt sich dann eigentlich von selbst. Die Bewertung, ob Ertrag, oder Kultur im Vordergrund stehen sollten, und von was von beidem es in Frankfurt am Main noch / schon genug gibt, ist freilich jedem selbst überlassen.


    Betrachten wir mal, wo das Gebäude steht: südöstlich gegenüber haben wir diesen neoklassizistischen, denkmalgeschützen Bau von 1912, der reichlich Gebrauch von regionalem Sandstein sowie hellen Putzflächen macht; südlich des geplanten Objektes dieses ebenfalls denkmalgeschützte, spätklassizistische Mietshaus, das stiltypisch weniger durch Dekor als durch Gesimse und Risalite gegliedert wird, die Fenster- und Türgewände, ebenfalls aus Sandstein, sind, wie damals üblich, farbig gefasst. Hinzudenken muss man sich schon lange abgegangene, feiner gegliederte Fenster und Fensterläden. Nördlich schließt die Eschenheimer Anlage an, das Haus selber liegt an einer stark befahrenen Straße.


    Also in dem Kontext nochmal: wie Schmittchen schon erwähnt hat, haben sich die Architekten überhaupt mal vor Ort begeben, oder diesen Entwurf nach dem Handykamera-Foto in die Gegend geklotzt, auf dem wir ihn hier vorfinden? Die riesigen Fenster ebenso wie dieser Terassenbereich zur Straße sind doch ein Witz. Selbst wenn die Lärmbelästigung aufgrund von Dreifachverglasung keine Rolle spielt, sind die doch zwei Tage nach Einzug komplett zugehängt.


    Eine Gliederung des Baukörpers ist faktisch nicht vorhanden, der Dachaufbau, wie man ihn noch bestenfalls nennen kann, passt absolut null in die Umgebung, das einzige, was man positiv hervorheben kann, ist die überwiegende Verwendung von weißem Putz. Was dann aber wieder durch das Material des Erdgeschosses kaputtgemacht wird, das eher wie Kacheln denn ein Naturstein aussieht – würde hier wenigstens ein Sandstein ähnlich wie diagonal verwendet.

  • Lange Straße 35

    Eine deutliche Verbesserung steht gerade kurz vor ihrem Abschluss. Etwa diagonal gegenüber dem Kolpinghaus, an der Langen Straße 35 (Karte) steht ein L-förmiges Nachkriegsgebäude mit flachem Vorbau und Minihof zur Straße hin. Es wird wohl als Wohn- und Geschäftshaus genutzt. Bis vor kurzem sah es unschön und schmuddelig aus. Dazu trug auch die verkachelte Fassade und ihr Zustand bei. Siehe Google Street View (und da sieht es vergleichsweise gut aus). Jetzt trägt die Fassade große helle Steinplatten, die Fenster sind bodentief und haben französische Balkone, der Vorbau öffnet sich zur Straße, die Glasbausteine sind weg:



    Detail:



    Innenhof:



    Unter dem schwarzen Split:



    Die Dämm- und Fassadenlagen im Schnitt:



    Bilder: epizentrum

  • Sparkassen+Giroverband,Alte Rothofstr.9 / Börsentor,Börsenstr.15

    Die Alte Rothofstraße 9 ist seit 21.10. kräftig gewachsen



    Blick vom Parkhaus Börse auf das Börsentor. Hier hat sich in den letzten 2 Wochen nichts getan, ist eher ein Vergleichsfoto für die Zukunft



    Bilder: thomasfra

  • Petersstraße 1

    Die Situation nach dem Abriss des Kutscherhauses wollte ich dokumentieren. Voilà:



    Das Haus hatte keinen Keller und eine kleine Grundfläche. Das Grundstück sieht aus, als hätten dort bis vor kurzem nur zwei Garagen gestanden. Ein scharfzüngiger Kritiker des Projekts hat sich auf der Mauer verewigt:



    Bilder: epizentrum

  • Allerheiligenstraße 23

    Der neue Dachstuhl und die Fassade sind fertig, eine echte Verbesserung zum alten Zustand des Hauses, mehr davon! Am Erdgeschoss wird noch gearbeitet (letzte Updates hier + hier)




    Bilder: thomasfra

  • AOK-Gebäude Battonnstraße 40-42 wird saniert

    Die AOK Hessen will ihr Verwaltungsgebäude Battonnstraße 40-42 sanieren. Auszüge aus dem Text einer aktuellen Ausschreibung:


    [INDENT]Das Gebäude mit ca. 20.000 m² NGF wurde 1958 als Stahlbetonskelettbau (Hochhaus) errichtet. Die Fassade wurde zuletzt 1984 saniert. Maßnahmenbeschreibung:


    • Sanierung der Gebäudehülle

      • Austausch der Fenster und Erneuerung der Fassade
      • Austausch der Dacheindeckung des Hochhauses einschließlich Dämmung


    • Sanierung/Austausch der Sanitär- und Abwasserleitungen
    • Erneuerung/Umbau des Lastenaufzugs zu einem Feuerwehraufzug
    • Umnutzung 9. OG zu Bürofläche
    • Teilweise Änderung der bisherigen Raumstruktur in einzelnen Geschossen

    [/INDENT]


    Es soll unter unter "laufendem Betrieb bei Vollbelegung" umbebaut werden. Das Budget beträgt 10,0 Millionen Euro brutto. Der Beginn der Planungsphase ist für das zweite Quartal, der Baubeginn für das vierte Quartal 2013 vorgesehen. Die Baumaßnahmen sollen Ende 2014 bis Anfang 2015 abgeschlossen werden.

  • :daumen: Auf die Meldung warte ich schon seit Jahren, ich bin schon sehr gespannt auf die „neue Fassade“ des Ungetüms.
    Viel schlimmer als der Ist-Zustand, kann's ja nicht mehr werden.

  • Große Bockenheimer Straße 45, Goethestraße 25, Hochstraße 31

    Bei der Großen Bockenheimer Straße 45, der ehemaligen Dresdner Bank (später Commerzbank)-Filiale (Karte), sind verschiedene Steinmuster angebracht wurden. Teils glatt, teils geriffelt. Vorgestellt hat christianfd das Vorhaben hier, ebenfalls angesprochen wurde das Gebäude aber auch schon an dieser Stelle.



    An einer weiteren Stelle wurde die alte Fassade abgenommen, so dass der Kern auf Beton und Ziegeln zum Vorschein kommt.



    Wie in diesem Strang schonmal erwähnt, wird Goethestraße 25 (Karte) umgebaut. Das ganze Haus wird renoviert und umstrukturiert, sowie das vierte Obergeschoss abgebrochen und erneuert, siehe Bauschild. Darüber hinaus wird das Haus auch Richtung Neue Rothofstraße erweitert. Bisher waren dort, wie bei fast allen Gebäuden auf der nördlichen Straßenseite, nur unteren 1-2 Etagen bis an die Straßenkante gezogen, die oberen Geschosse sprangen zurück, was dem ganzen eher eine Hinterhofatmosphäre gibt. Jetzt werden hier auch die oberen Etagen bis zur Straßenkante vorgezogen. Zusammen mit der Neugestaltung der Neuen Mainzer Straße 74+80, sowie Luginsland 1 (Ex-MoschMosch) könnte der Straßenzug so möglicherweise aufgewertet werden. Gesehen von der Neuen Rothofstraße.



    Hier die Seite zur Goethestraße. Das gründerzeitliche Haus sieht in den ersten drei Obergeschossen ganz ansehnlich aus, das vierte Obergeschoss war aber nicht mehr das Original, sondern ein eher einfacher Wiederaufbau.



    Pro forma noch eine Distanzaufnahme ohne Gerüste von Hochstraße 31 (Karte). Die unschöne Geschichte des schon länger abgeschlossenen Umbaus gibt es hier nachzulesen.



    -Bilder von mir-

  • Mit dem westlichen, auf dem letzten Bild rechten Gebäude Hochstraße 33 dürfte mittelfristig auch etwas passieren. Das denkmalgeschützte, klassizistische Wohnhaus stammt aus den 1830er Jahren (!) und steht gefühlt nun auch schon eine halbe Ewigkeit leer. Ebenso ist das Dach durch, wenn auch nicht rezente, Aufbauten verschandelt.

  • Seniorinnenhaus (Bleichstraße 12)

    Vom Seniorinnenhaus haben wir seit August nichts gehört und gesehen. Jetzt endlich wächst der Rohbau aus der Grube:



    Die Schalungen sieht man im Hintergrund:



    Bilder: epizentrum