Sonstige Bauprojekte innerhalb der Wallanlagen

  • Ich finde das Gebäde nicht schlecht, man sollte noch wissen, dass dort eine Einkaufspassage gebaut wird, die am Parkhaus Börse an der Meisengassse endet. Meines Wissens nach werden dort ca. 20 Läden untergeracht. Ich finde es bereichert die Fressgass, bis auf wenige Bauten gibt es dort nichts wofür man Tränen vergießen sollte.

  • Naja, die Südseite sind zu 50% Altbauten, auf der Nordseite 100% Nachkriegszeit, wobei ich die Kollonaden im Westteil ganz nett finde. Auch wenn es keine große Architektur ist was da nach dem Krieg entstanden ist, zum Teil sogar richtig mies aussieht, gibt es da kein Gebäude das sofort negativ auffällt weil die "Neubauten" relativ zurückhaltend sind. Aber das was man da vor hat ist ganz und gar nicht zurückhaltend. Wie ich schonmal sagte, das Teil wirkt wie ein Einkaufstempel auf der Zeil, und sowas hat auf der Fressgass nunmal nichts verloren. Erst recht nicht wenn es so kalt ist und mit diesem viel zu großen Glasanteil. An sich nicht schlecht, aber darüber ob es für die Umgebung passend ist scheint der Architekt nicht eine Sekunde nachgedacht zu haben.

  • Nochmals Fressgass: Neubau statt Plöger-Gebäude (#607)

    Bemerkenswert ist an der Fressgass, dass sie trotz der teilweise scheußlichen Bebauung besonders an der Nordseite letztlich doch eine sehr attraktive Straße ist. Entstanden ist die dortige Bebauung nachdem, um eine "autogerechte Stadt" zu schaffen, zwischen 1952 bis 1956 alle verbliebenen Gebäude an der Nordseite abgerissen und die Straße um acht auf 32 Meter verbreitet wurde (Quelle). Die aktuelle Situation:



    Das mit der von rako erwähnten Passage zur Meisengasse lässt einen hinteren Ausgang in dem Bereich erwarten, der unten auf dem Foto zu sehen ist. Eine hervorragende Gelegenheit, auch diesen struppigen Winkel umzugestalten und beispielsweise Gastronomie anzusiedeln. Natürlich zu sehen in Verbindung mit den Abriss- und Neubau-Plänen der Frankfurter Volksbank, außerdem ist eine neue Fassade für das Parkhaus Börse vorgesehen.


    Links im Bild vom vergangenen Samstag der rückwärtige Bereich des Maredo, hinter dem Kastenwagen die ehemalige Warenannahme von Plöger, rechts das Parkhaus Börse.



    Bilder: Schmittchen

  • Dieses Gebäude an der Ecke Neue Mainzer Str./Friedensstr./Willy-Brandt-Platz ist schon seit einigen Wochen eingerüstet. Wer weiß näheres darüber, was hier passiert?
    Ich tippe mal auf eine einfache Fasadenreinigung, da die abgebildete Fasade auf der Plane leider genauso aussieht wie der vorherige Zustand des Gebäudes.




    Direkt an das Gebäude anschließend finden sich übrigens diese "Schmuckstücke", in bester Lage im Bankenviertel ... :doof:



    Bilder: Gizmo23

  • Das eingerüstete Gebäude finde ich auch gar nicht schlecht, da ist in der Nachkriegszeit deutlich schlimmeres entstanden (zB diese 0815-Nachbargebäude im letzten Bild). Grau ist als Fassadenfarbe halt mehr als suboptimal aber ansonsten kann es von mir aus ruhig erhalten bleiben.

  • Schliesse mich Deiner Meinung an. Man soll ja nicht alles aus den 60er Jahren platt machen. Ist ja nun auch ein Stück Architekturgeschichte Deutschlands. Und dieses Gebäude ist erhaltenswert.

  • ^
    Absolut erhaltenswert, ein sehr schönes Ensemble zusammen mit dem Juniorhaus (die nächste Ecke gegenüber Frankfurter Hof) - leider sind dazwischen die "Schandflecke" (letztes Bild)...

  • Ich weiß nicht, was ihr habt: Diese "Schandflecke" würden in Ludwigshafen als besonders attraktive Architektur durchgehen und das ist kein Witz. Zumindest wechseln sich die Farben ab! Könnte wesentlich schlimmer sein!

  • Darmstädter Hof / Hessisches Palais

    Eigentlich ein APH-Beitrag, aber passt auch ganz gut in diesen Thread:


    Zum Thema der Spolien / Reste eines bedeutenden Frankfurter Barockbaus hat die FNP herausgegeben:


    http://www.rhein-main.net/sixc…2_news_article&id=3934203


    Erstmal zur Geschichte des Darmstädter Hofs / Hessischen Palais, Text um 1900 aus dem Buch "Das alte Frankfurt":



    Und ein Bild um 1880 (Carl Friedrich Mylius):



    Ich war am Tag der Begehung des Freiluft-Spolienlagers dabei, und was soll man sagen? Auf der einen Seite ist die Art und Weise, wie man hier mit einem bedeutenden Barockbau umgeht, symptomatisch für das bis heute anhaltende (wenn auch langsam umschlagende) Verhältnis der Stadt zu ihrer Vergangenheit. Andererseits muss man sagen, dass es sich hier nicht um eine Kriegsruine handelt, sondern um einen Abriss aus dem Jahr 1888, als man das Gebäude durch einen Gründerzeitler ersetzte (siehe auch Text oben). Die Ruinen lagen wohl nicht immer, sondern, soweit ich es verstanden habe, "erst" seit 60 Jahren im Stadtwald, davor in verschiedenen, teils geschlossenen, teils Freiluft-Depots.


    Die nachfolgenden Bilder lasse ich einmal unkommentiert, abgesehen noch von dem Hinweis auf die gotischen Teile, die vermutlich noch von Gewölben des Vorgängerbaus und wenigstens aus dem 16. Jahrhundert stammen dürften. Dass sofort gehandelt werden muss, wenn man mit den Teilen noch jemals wieder etwas anfangen will, dürfte anbetrachts des Zustandes schnell deutlich werden - noch abgesehen davon, dass man sich bei Kenntnis des Ortes und mit geringem materiellen Aufwand hier Teile besorgen kann, für die auf dem schwarzen Kunstmarkt nicht unerhebliche Preise erzielt werden können.


    http://rma2k2.servepix.com/Fra…Stadtwald/thumbnails.html


    Urheberrecht: Alle eingebundenen Bilder von Carl Friedrich Mylius, Text von Franz Rittweger, beide länger als 70 Jahre tot. Die Bilder der Reste im Stadtwald stammen von mir, damit kann jeder machen, was er für richtig hält.

  • Royal-Kino-Neubau stößt auf Ablehnung

    FNP, 28.08.07
    http://www.rhein-main.net/sixc…2_news_article&id=3949671


    - Planungsdezernent Edwin Schwarz (CDU) stellte den Entwurf für einen Neubau an der Schäfergasse im Planungsausschuß vor, dieser stieß auf einhellige Ablehnung.
    - Schwarz: „Ich bin über die Fassade nicht entzückt“.
    - Der Entwurf der Frankfurter Architekturbüros Schneider + Schumacher sieht eine geschwungene Fassade mit großen Fenstern und durchgehenden Balkonbrüstungen aus gefärbtem Glas vor.
    - „Am Rande der Verunstaltung“, urteilte der Ausschuss-Vorsitzende Klaus Vowinckel (CDU).
    - „Das ist mehr als daneben“, stimmte ihm Elke Tafel (SPD) zu.
    - Horst Kraushaar (CDU) fühlte sich an ein Parkhaus erinnert.
    - Claudia Volpp (FAG) sprach von einer „Provokation“.
    - Der Ausschuß hat über das Vorhaben aber nicht zu entscheiden.


    Das hört sich aber gar nicht gut an, bin jetzt jedenfalls schon sehr gespannt auf die Modellbilder!!!

  • Ich habe den Entwurf noch nicht gesehen, aber so wie die Politiker drauf "losgehen" muss man ihn mögen. Hier wird ja mit tollen Argumenten nur so durch die Gegend geworfen. Und natürlich wird nach dem Allheilsbringer Sandstein gerufen. :lach:
    Und im Europaviertel ist er besser aufgehoben? Bauen die da nicht gerade alles aus Naturstein (Franzke).
    Naja, ich bin echt auf den Entwurf gespannt...

  • Wenn der Entwurf selbst bei den Politikern die in letzter Zeit viel zu schnell zufriedenzustellen gewesen sind, auf derartige Ablehnung stößt, dann muss man sich ja auf das schlimmste gefasst machen.
    @JMD: egal ob bei moderner oder historisierender Architektur, mit Sandstein kann man immerhin nicht sehr viel falsch machen, hat schon Jahrhunderte einwandfrei funktioniert, und wird es auch weiterhin. Glas-Stahlpaläste haben wir wahrlich genug.

  • Aber als Dogma ist es verkehrt, vor allem wenn es nicht mehr in den genius loci passt. Wenn man aus einem Schema ausbricht um intern Wohnräume zu schaffen, die in den Qualitäten deutlich weiter gehen (um den Argumenten schonmal vorzubeugen : Ohne Schaukästen zum Wohnen zu erzeugen) kann man ruhig anders als seit 1000Jahren bauen. Und normalerweise traue ich S+S schon zu spannende Architektur zu entwickeln.
    Ich sage ja nicht dass man mit Glas bauen muss. Ich selbst baue gerne mit Naturstein - ist halt meistens zu teuer - und tatsächlich gibt es viele fürchterliche "Glaspaläste". Nur wird ein Gebäude nicht per se gut wenn die Brüstung aus Sandstein ist.


    Den Entwurf selbst kann ich natürlich erst bewerten, wenn ich ihn gesehen habe.

  • "Am Rande der Verunstaltung", "Parkhaus", "mehr als daneben" ...


    ... aber im Europaviertel wäre der Entwurf besser aufgehoben! Was soll das denn heißen? Scheußliche Architektur nicht an der Zeil aber dafür in Frankfurts neuem Vorzeige-Stadtteil? Versteh ich das so richtig? :bash:

  • Ich würde mir wünschen das Royal wird saniert. Die Anzeigetafel ist einfach kultig und das Cafe Royal ist einfach eine "Marke", die man mE nicht einfach so einer anonymen Nachnutzung opfern sollte. Klar müsste innen viel gemacht werden, aber zumindest die Fassade könnte man doch erhalten.


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    Hinweis: Bilder des ehemaligen Kinos gibt es hier.

  • Es ist symptomatisch für die Bigotterie des Denkmalschutzes, dass das Royal nicht als herausragendes Beispiel für 50er Jahre-Architektur geschützt ist, dafür aber so ein, sorry, Scheissdreck wie der Bundesrechnungshof oder die einfach nur grausame Bebauung der Berliner Straße. :nono:


    Und sowas wird dann wieder für 08/15-Abschreibungsarchitektur weggeworfen. Traurig.

  • Jetzt erlaube ich mir mal zu provozieren: 50er-Jahre-Architektur ist (für mich) per se einfach Scheiße! Sie ist billig, sie ist klobig, sie ist einfallslos, sie ist dreckig, sie ist trist, langweilig, altbacken und sieht meist aus wie ein Provisorium.


    Ich habe noch kein einziges Gebäude in Deutschland aus diesem Jahrzehnt gesehen, das mir wirklich gefällt. Es gibt ein paar Gebäude, die mir jetzt spontan in Frankfurt einfallen, die sind OK. Wie zum Beispiel das Bayer-Haus, oder meinetwegen auch das Bienenkorb-Haus. Aber dann wird's auch schon sehr dünn. Schön ist sowieso was anderes.


    Das Cafe Royal mag kultig sein, keine Ahnung. Kann ich nicht beurteilen, weil ich nicht lange genug hier wohne, um es noch live erlebt zu haben. Aber was jemand an diesem Kino optisch erhaltenswert finden kann, bleibt mir ein Rätsel. Weg damit!