Rund um den Potsdamer Platz

  • In #63 schrieb ich von den wieder aufgenommenen Bautätigkeiten der Bauruine der Stresemannstraße 47. Auf der Allbau-Hompepage findet sich eine Visualisierung der künftigen Fassadengestaltung (im Vergleich dazu die alte). Investiert werden rund 8 MEURO; Fertigstellung ist für Oktober 2009 geplant.



    Bildquelle: Dipl.-Ing. Jürgen Greffin


    Naja, es wird zwar endlich eine lange brachliegende Lücke geschlossen und eine Bauruine verschwindet, der Neubau sieht aber irgendwie auch nach gar nix aus :nono:

  • Von mir aus kann man solchen Blödsinn wie die Star-Sterne gleich rausreissen. Wirklich, oberflächlicher Blödsinn. Immer schon steril, global, austauschbar, konfliktfrei und mit schönem Marketing-Geklingel, damit ja alle hübsch weiterkaufen und -fressen. Pfui!


    Ich hoffe, einer der vielen Berliner Hunde besinnt sich seiner Prenzelberger Gewohnheiten und setzt einen dicken Haufen auf einen der Sterne. Dazu taugen sie grade noch.


    Falls jemand nun zweifelt ich bin entschieden für die Strassenbahn

  • Also ich finde das eine tolle Sache und wertet den Potsdamer Platz bestimmt auf. Der ist eh total künstlich und für die Touristen, von daher passt diese Sache wunderbar rein und das Filmmuseum ist auch genau davor.
    Ausserdem müssen wir unsere Filmindustrie nicht wieder mal schlechter machen als sie ist. Und was ist verkeht an Kopien. Das meiste was gebaut wird oder gemacht wird sind Kopien.
    Von Lang über Dietrich oder Fassbender und Petersen sind bestimmt genügend dabei. Til Schweiger muss ja nicht unbedingt da stehen :lach:


    Und die Strassenbahnfetischisten können sich am Alex begeistern :daumen:

  • Ich sehe das genauso wie mein Vorredner! Kopien gibt es in allen Ländern der Welt ob es nun ein Riesenrad oder ein Boulevard der Stars sein. Und außerdem kann man doch die Straßenbahn am Potsdamer Platz vorbeiführen über eine andere Straße dort ist doch noch genug Platz vorhanden!

  • Ich stimme dem auch zu.Was den möglichen Bau der neuen Straßenbahnlinie angeht,denke ich,dass sich dieses Vorhaben mittlerweile eh erleidigt hat.Wenn man sich die aktuelle Finanzlage der BVG anguckt,dann kann man dieses Projekt als äußerst unrealistisch ansehen.Die BVG kriegt es ja nicht mal hin,das kleine Teilstück zum Hauptbhanhof zu realisieren.Außerdem würde ich eine neue Straßenbahnlinie,die auf der Leipziger fährt,überflüssig finden,da besonders diese Gegend ja auch schon durch die U-Bahn vernetzt ist.Dazu würde sich die Verkehrssituation auf der Leißziger dadurch verschlechtern.
    Den Boulevard der Stars finde ich eigentlich ganz gut.Die Lage ist auch passend,denn wie ja schon gesagt wurde,würde sich ja der berliner "Walk of Fame" genau vor dem Filmmuseum befinden.Auf jeden Fall finde ich die Pläne besser als die jetzige Situation.

  • Wenn ich mich nicht täusche ist die Berliner Filmindustrie ein auf Subventionen gebautes Etwas, das mit den Babelsberger Studios eigentlich sowieso in Potsdam liegt. Das mag übertrieben klingen, aber ich glaube Berlin ist eben genauso sehr Filmstadt wie beispielsweise Prag. Die Strahlkraft wie Hollywood wird hier so schnell nicht aufkommen, mit oder ohne Walk of Fame.


    Ich zweifle nich am Erfolg dieses Projekts, halte es aber trotzdem für unsinnig - übrigens auch in Hollywood. Und dazu bin ich der Meinung, dass wer etwas auf sich hält, nicht einfach irgendwas erfolgreiches kopiert. Wo ist da die Kreativität? Die kann man dann vielleicht den Filmschaffenden (bleibt es überhaupt bei Film oder will man auch Menschen die sich um Fernsehen, Radio und Theater verdient gemacht haben ehren?) zuschreiben, wohl aber nicht den Initiatoren in Berlin. Vielleicht kann man ja auch die Kreativen dieses Landes auf eine andere Weise ehren... Sonst muss ich WolfsheimJena zustimmen, austauschbar.


    Ich verstehe zwar auch den Kommentar man würde ja nur die Touristen nähren. Ich möchte mich aber nicht damit abfinden, dass meine Stadt sich selbst an ebensolchen prostituiert. In erster Linie soll sie sich um ihre Bewohner kümmern. Und das tut sie (zugespitzt) eher, indem sie meine Nahverkehrsanbindung zum Potsdamer Platz verbessert, als dort Sterne in den Schaum zu schlagen. Gebaute attraktionen ohne irgendwelchen Wert sind meiner Meinung nach sowieso nicht zu gebrauchen. Wo liegt in ihnen der Wert, außer in der Imagebildung? Die schafft dann Geld, aber ich meine der geistige oder vielleicht kulturelle Wert? Jedesmal wenn ich an einem dieser Touri-Läden vorbeigehe und irgendwelche Berlin-T-Shirts sehe frag ich mich ob die Leute deswegen hier hergekommen sind? Wohl nicht. Ich schimpfe nicht auf die Touristen, ich sehe mir auch gern Fremde Orte an. Ich kann nur das anbiedern an den Tourismus nicht mehr ertragen. Berlin ist doch kreativ genug eigene Dinge auf die Beine zu stellen.

  • Nunja: die BVG hat keine finanziellen Probleme mit dem Stück zum HBF sondern Probleme rechtlicher Art. Klagen von Bürgern. Polemik finde ich durchaus gut, aber bitte nicht mit Halbwissen polemisieren.


    Ich bin selbst weder für noch gegen eine Straßenbahn in der Leipziger, aber dass eine Straßenbahn dort überflüssig ist, bezweifle ich. Es hat sich erwiesen, dass die Straßenbahn als hochwertigereres Verkehrsmittel wahrgenommen wird als der Bus. Die Verlängerung der Tram von Pankow in den Wedding hat die Fahrgastzahl verdoppelt. Bei stark frequentierten Buslinien ist wohl ein ähnlicher Effekt zu erwarten. Und durch die Leipziger fährt die gut benutzte M48. Das Anlegen der Straßenbahn durch die Leipziger würde daher durchaus lukrativ sein.

  • Vor dem 2. Weltkrieg war die Strassenbahn-Linie durch die Potsdamer/Leipziger Strasse die meistbenutzte in ganz Berlin. Allerdings war die Leipziger damals eine der wichtigsten Einkaufsstrassen Berlins. Ich meine, es gab dort um die 30 Warenhäuser. Heute liegt die Leipziger im Abseits und die alte Bedeutung ist sicher nicht mehr wieder herstellbar.


    Trotzdem: Eine Strassenbahn und die damit geplant gewesene Umgestaltung der Leipziger (u.a. Reduktion des täglichen PKW-Verkehrdurchsatzes von 80.000 auf 60.000 pro Tag) hätte viel Positives gehabt. Die Aufenthaltsqualität wäre gestiegen. Der südlich der Leipziger liegende Teil der Friedrichstadt hätte besseren Anschluss an den nördlichen Teil gefunden. Wie in nur wenigen Städten ist in Berlin sind in Berlin Stadtzusammenhänge verloren gegangen und lauter Insellagen entstanden.


    Warum diese Pläne aufgegeben wurden, habe ich nie so recht verstanden. Der Boulevard der Stars ist Ausdruck aber nicht Ursache dessen, würde ich mal behaupten.

  • Der Zustand der Rasenrampen im Tilla-Durieux-Park (#47) hat sich nicht verbessert. Es sieht sogar immer schlimmer aus...


    Bilder leider nicht mehr online - Freenet hat den Homepage-Dienst abgeschaltet.

  • Widrigkeiten der Postmoderne.

    Und hier sehen wir ein schönes Beispiel für die Unzulänglichkeit zeitgenössischen Garten- und Landschaftsbaus. Die Analogie zur ähnlich billigen, aber ebenso heischenden Architektur und deren Hang zur Selbstdemontage binnen einer Dekade muß sich aufdrängen.

  • Ach, das ist doch eh ein schlechter Witz. Allein die Bezeichnung "Park". Man hätte lieber den Potsdamer Bhf. "rekonstruieren" sollen (also, nicht richtig, nur eben die Fläche wieder bebauen) und dort die Arkaden unterbringen sollen. Dann wär auch bei den Park Kolonnaden bestimmt nicht so tote Hose. Diese Wiese ist eine Barriere, mehr nicht. Der hintere Teil zum Kanal hin hätte ausgereicht, wenn man 5 Minuten vom Tiergarten entfernt unbedingt Grün brauch...

  • Ich find diese Grünfläche auch nicht gerade gut gelöst.. Also ich finds zwar schön da mal im sommer zu entspannen.. Aber wie Ben schon sagte, die sorgt für diese "totehose" atmosphäre.. Reißt halt schon ganz schön aus der urbanität raus.. Aber ne rekonstruktion von dem Bahnhof hätte ich jetzt nicht so für sinnvoll gehalten..nicht angesichts des Pilsprinzips in Berlin da spielt der potsdamer platz als verkehrsknotenpunkt ja eher ne mindere rolle


    Ein fehler war sicher auch die architektur der Kolonnaden.. Einzelhandel fehlt da, der da nicht möglich ist

  • Es geht hier doch um ein grundsätzliches Problem in Berlin.
    Das ist der Unterhalt von Grünflächen. Klar kann man streiten ob der 'Park' jetzt gelungen ist oder nicht, aber erste Voraussetzung ist doch wohl ohne dass das spiessig klingen soll, dass es gepflegt und richtig unterhalten wird. Und jeder Park wirkt fürchterlich wenn das nicht so ist.
    Und egal wo man in Berlin hinsieht, es ist einfach eine Sache der Finanzen.
    Selbst der sogenannte Prachtboulevard unter den Linden hat einen total vergammelten Mittelstreifen. Vom Görlitzer Park will ich gar nicht reden, das ist jenseits von Gut und Böse.
    Oder am Landwehrkanal am Verteidigungministerium das gleiche, da war seit 20 Jahren kein Gärtner mehr, das wächst gammelt und wuchert alles vor sich hin.
    Und das denke ist das Hauptproblem in Berlin.

  • Du magst vllt recht haben..Man lässt die grünflächen vor sich hinwuchern.. Aber ich persönlich finde das gerade toll haha (das is aber wirklich mein persönlicher fav. für überwucherte gegenden, ich find das immer so märchenhaft und das passt irgendwie zu Berlin) Aber recht hast du wenn ichs mal irgendwie auf ner objektiveren ebene betrachte.. Man kümmert sich einfach nicht drum.. Money makes the world go around

  • Am Hauptbahnhof steht jetzt diese Austellung zum 20 jährigen Mauerfall rum. Mit dabei ein Bild des Potsdamer Platzes im Jahr 1993.



    (eigenes Bild)

  • Wow da sieht man mal wieviel passiert ist !! unfassbar... Irgendwie kann ich das weiße gebäude unten rechts im bild nicht zuordnen .. wo soll denn das sein gibts das noch?

  • Das ist das Gebäude in dem das Ministerium für Reaktorsicherheit etc ist, oberhalb davon entsteht momentan ein Erweiterungsbau fürs Ministerium.