CITY [Bauprojekte & Stadtteilplanung]

  • ^^^Der Rivale im Osten hat es besser gemacht, ist aber jetzt auch auf den Zug aufgesprungen und hat grünes Licht für den Bau einer Mall gegeben. Die Thier-Galerie wird sicherlich eine Bereicherung für Dortmund, aber sie wird ähnlich wie der Limbecker Platz für einige Wirbel in Dortmund Einzelhandel sorgen. Die Frage ist, ob Dortmund das EKZ gebraucht hat.


    In Essen wurde ja viel über das Für und Wider des Limbecker Platzes diskutiert. Doch bei allen Klagen zum derzeitigen Zustand in der Innenstadt muß man sich fragen, welche Alternativen es zum LP gegeben hätte. Ich denke auch heute noch, dass es angesichts der starken Konkurrenz des Centro und RRZ keine andere Wahl gab, auch wenn dadurch eine Umverteilung der Kundenströme erfolgte. Die Bewegung tat der Stadt aber auch gut. Die Kunden verteilen sich jetzt über die 3 gleichstarken Standorte LP, Kettwiger und Limbecker und das ist m.E. die bessere Variante zur Situation vor Jahren, als die Limbecker Straße und der Limbecker Platz den Bach runter gingen. Davon profitierten natürlich die Kettwiger Straße und auch das City Center, die nun Anteile abgeben müssen. Weniger Kunden und geringere Mieten sind die Folge. Die Kettwiger Straße sehe ich aber trotz dieser Umstände gut aufgestellt, weil hier immer noch hochwertige Textilmarken angeboten werden und die Straße über ein urbanes Wesen verfügt. Bei der neuen Rathaus Galerie sehe ich das nicht so positiv, da es sich hierbei um eine Randlange handelt. Meiner Meinung nach von Anfang an eine Fehlplanung.

  • ..das wurde aber auch Zeit...

    Das Haus am Kettwiger Tor (Kettwiger Str.) wurden an einen Hamburger Projektentwickler verkauft. Dieser sieht im Zuge einer Renovierung auch Umbauten vor, durch die z.B. die Passage zur Akazienallee wegfallen könnte.


    Quelle

  • Ein paar aktuelle News zur Innenstadt:


    LC Waikiki wird im ehemaligen C&A Gebäude an der Limbecker Straße ihren ersten deutschen Laden eröffnen.
    http://www.textilwirtschaft.de…-Expansion_71711.html?a=1


    Cotton One hat eine Retailfläche an der Kettwiger Straße angemietet, ehemalige Filiale von Mexx.
    http://www.cbre.eu/de_de/news_events/news_detail?p_id=8215


    Primark eröffnet erst im November
    http://www.textilwirtschaft.de…et-in-Dortmund_71776.html

  • Hier ein zusammenfassender Bericht über die aktuellen Geschehnisse in der Essener Innenstadt. Laut dem Bericht war Primark der Knackpunkt für die wieder erstarkte Nachfrage der Kettwiger Straße.

  • Haus am Kettwiger Tor

    Das Haus am Kettwiger Tor (Kettwiger Str.) wurden an einen Hamburger Projektentwickler verkauft. Dieser sieht im Zuge einer Renovierung auch Umbauten vor, durch die z.B. die Passage zur Akazienallee wegfallen könnte.


    Quelle



    Laut dieser PDF wird der Umbau in Kürze beginnen. Ich bin gespannt, wann es wirklich losgeht!
    Stadt Essen Seite 52

  • Haus am Dom und Umbau Primark

    ...beide Baumaßnahmen sind ja nun fertiggestellt. Die Ergebnisse sind recht ordentlich. :)


    Kleine Fotodoku der sich gegenüberliegenden Häuser:




    Bilder sind von mir.

  • Haus am Kettwiger Tor wird saniert

    Haus am Kettwiger Tor in Essen wird endlich saniert


    Mod: Grafik wurde von mir entfernt. Grund: Hotlinking! nikolas Bitte auf unsere Richtlinien zum Einfügen von Bildern achten.


    Im Juni sollen die arbeiten im Erdgeschoss (die Passage fällt weg) und in der ersten Etage beginnen, so das zum Weihnachtsgeschäft 4800 Quadratmeter Verkaufsfläche zur verfügung stehen. Danach beginnt die Sanierung der Obergeschosse, die voraussichtlich bis Herbst 2013 dauern wird.


    Quelle:derwesten

  • Aus der Sicht des Einzelhandels gesehen befindet sich die Essener Innenstadt weiterhin in Bewegung.


    Ein kleiner Stadtreport! :daumen:


    Kettwiger Straße:


    • Die Volksbank hat das Erweiterungslokal im Handelshof bezogen. Zuvor war dort eine Damen-Boutique
    • Die Flächen des Kettwiger Tors sind bis auf die Lokale zur Handelshofseite frei gezogen. Dort läuft der Umbau in vollen Touren.
    • In den Gründerzeitbau, indem bis vor der Eröffnung der neuen Bahnhofspassage Nordsee seine Speisen anbot, zieht in Kürze ein Asia-Imbiss. Umbau läuft..
    • Ein paar Schritte weiter im Ritterhaus wurden zwei Lokale, in dem sich zuvor Handy-Shops befanden, zusammengelegt. Auch dort laufen die Umbaumaßnahmen. Nachfolger ist mir unbekannt.
    • Rechter Seite schließt Wormland seine Essener Filiale und wechselt in den Erweiterungsbau der Centro-Mall. Vorübergehender Nachfolger ist der Platzhalter Deco, der derzeit sein Geschäft an der Porschekanzel (ehemals Deichmann) hat. Was aus diesem Lokal wird, ist mir nicht bekannt.
    • Gegenüber der Lichtburg laufen im Lokal, ehemals von Bijou Brigitte angemietet, die Umbaumaßnahmen für den neuen Vorwerk-Store Essen.
    • Thalia, das wie oben erwähnt seine große Filiale im Baedecker Haus (und auch die Häuser in Köln und Dortmund) schließt, wird aller Voraussicht nach von P&C beerbt. Zumindest möchte der Textilunternehmer eine, vielleicht sogar zweit Etagen anmieten.


    Trotz örtlicher Konkurrenz sind in den letzten zwei, drei Jahren namhafte Marken an die Kettwiger gezogen, beispielsweise Wellensteyn, Tamaris, Walbusch, Katjes oder kürzlich Cotton One und Primark.


    Headliner der Straße sind P&C und Primark, weitere Mieter sind: Ansons, Apanage Boutique, Crumpler Shop, Tee Geschwendner, Tabak Wolsdorff, Hallhuber, Kamps, Toscani Eiscafé, H&M Men, Deiter, Klauser, Café Overbeck, Dom Apotheke, Peter Hahn, Stefanel, Newyorker, H&M Dessous, Pohland, Schlemmermeyer, WMF, Vorwerk, Café Solo, Foot Locker, Katjes Store, Walbusch, Rolex, Deichmann, Bonita, H&M, A&P, Parfümerie Douglas, Toscani Eiscafé, Esprit, Cotton One, Wellensteyn


    Limbecker Straße:


    • Links neben Sportscheck entsteht derzeit der Lego-Store Essen
    • Gegenüber im Lokal, aus dem kürzlich Das Depot auszog, scheint sich nichts zu tun
    • Weiter unten rechter Seite im zweigeschossigen Lokal, indem einst Betten Saeger und später WE residierten, wird derzeit für den Modeausstatter Seidensticker umgebaut.


    In der letzten Zeit gab es einige Veränderungen an der Limbecker Straße. So zogen 1982, Gina Tricot, Mango, Zara, Schiesser, die italienischen Unterwäschen-Labels Calzedonia und Tezenia, TK Maxx und LC Waikiki an die Straße, während WE, Wissmach, Cecil, Street One, Drogerie Müller oder Das Depot sie verließen.


    Headliner der Straße sind Sportscheck, Görtz und TK Maxx, weitere Unternehmer sind: Böhmer, Lego-Store, H&M, Mango, Zara, Grüterich, Hunkemöller, Vero Mode, Schiesser, Fielmann, Gina Trikot, Seidensticker, Jack&Jones, Foot Locker, Engbers, Komplott, Sasha Shoes, Smarteyes, Toscani Eiscafé, Deichmann

  • Haus am Dom und Umbau Primark

    Mit dem Haus am Dom und dem Umbau Primark sind m.M.n zwei architektonisch sehr ansprechende Geschäftshäuser entstanden. Ich wünsch mir in Zukunft mehr Gebäude dieser Art in Essen und Ruhrgebiet. ;)

  • Danke für Deinen ausführlichen Beitrag, turmbauer! Gibt nochmal einen guten Überblick. Generell eine stabile bis positive Entwicklung. Bei den letzten Fluktuationen auf der Limbecker Straße freut mich besonders die Aufwertung der Fassden in den Erdgeschossbereichen (z.B. Gina Tricot, Schiesser, Calzedonia). Leider ist und bleiber der Zustand der Immobilien an der Limbecker nach wie vor ein Sorgenkind. Leider mangelt es auch noch immer an der Sauberkeit und dem Erscheinungsbild dieser Straße. Hier wäre noch einiges möglich.


    Was für mich außerdem immer noch problematisch ist, ist die unstrukturierte und wenig intuitive Führung von der Kettwiger auf die Limbecker Straße und umgekehrt. Die relativ sinnfreie Bebauung zwischen Kornmarkt und Limbecker Straße trägt insbesondere dazu bei.

  • Ich wünsch mir in Zukunft mehr Gebäude dieser Art in Essen und Ruhrgebiet. ;)


    Ich wüsste nicht, wieso derartige 0815-Bauten noch öfter kopiert werden sollten, obwohl es bereits Tausende davon gibt. Erst vor 1,5 Wochen bin ich zwischen beiden Häusern gelaufen und habe keine besondere Wirkung wahrgenommen.
    Man kann auch in Essener Innenstadt einmalige Fassaden schaffen - wie diese witzige, die ich gleich fotografieren musste (Schade, dass nur im geizigen VGA-Format):





    Gäbe es in Essen 100 ähnlich einmalige Geschäftsbauten, wäre ich öfter dorthin gelockt. Dies schaffen nicht Von-der-Stange-Geschäftsbauten, die man in buchstäblich jeder Stadt vorfinden kann.


    Jemand schreibt weiter oben, es habe keine Alternative zum Fremdkörper am Limbecker Platz gegeben - doch, Erlebnisqualität statt dahingeklotzter Quantität.


    Dann wird noch die wenig intuitive Führung von der Kettwiger auf die Limbecker Straße und umgekehrt bemängelt - wenn auch die Fassaden weg sind, die Straßenläufe entsprechen immer noch den historischen Wegen. Dies ist in jeder alten Stadt so und macht - unter anderen - den Charme einer Innenstadt aus. Man kann doch nicht gerade sterile Malls wie in Einkaufszentren auf der grünen Wiese erwarten - auch wenn solche Gebilde peinlicherweise u.a. in Essen oft als Vorbild dienen - so stark, dass schon mal die Überdachung beider Gassen diskutiert wurde. Wer im Ruhrgebiet ein Grüne-Wiese-Einkaufszentrum sucht, findet mehr als genug solcher.
    Planstädte wie Turin oder Mannheim mit schnurgeraden Straßen finden genauso meine Frau wie auch ich langweilig. Dafür kann man sich in attraktivsten Reisezielen wie Rom oder Sevilla selbst mit einem Stadtplan verlaufen.

  • Ausführung zum Theama stadtnahe Wohnquartiere

    War gestern mit dem Rad in unseren "Entwicklungsgebieten" unterwegs und konnte ein paar Eindrücke über die Fortschritte der einzelnen Projekte gewinnen.


    Über die Rheinische Bahnlinie kommend musste ich in Altendorf zunächst die Trasse verlassen, da der Durchgang wegen der Aushubarbeiten für den Niederfeldsee begonnen haben. Der Weg führte mich um ein zwei Blocks herum auf die anderen Seite, wo ich wieder an die Trasse anschloss. Was ich im Rücken dieses Projekts sah, hat mir nicht gut gefallen. Die Ghettorisierung in diesem Quartier scheint für meinen Begriff doch recht fortgeschritten. Immer noch viel Tristesse dort und über das Publikum schweige ich mich jetzt mal aus. Die Frage, die sich mir als erstes stellte war, wie die künftigen Mieter am See damit umgehen. Für mich hat es den Anschein, dass das Projekt Niederfeldsee eine solitäre Veranstaltung für Altendorf wird, so wichtig und gut es auch für diesen Stadtteil ist.


    Weiter ging’s zum nächsten Entwicklungsgebebiet, dem Kruppgürtel. Dadurch, dass die Trasse auf dem Bahndamm liegt, hat man einen guten Überblick und so war der Blick freigegeben auf den Kruppsee, hinter dem sich die Skyline von Essen erhob. Das erste Mal, das ich Essen am Wasser gesehen habe. :wink: Park und See wurden seit der Fertigstellung gut angenommen, so viel ist sicher. Dementsprechend viele Menschen waren dort unterwegs und genossen das Wetter.


    Nächstes Ziel war der Unipark in der Nordstadt. Zwischen Stahlstrasse und der künftigen Verwaltung der WAZ-Mediengruppe, wo sich derzeit noch der provisorische Busparkplatz befindet, sind die Vorbereitungen für das neue Parkhaus im Gange. Das letzte noch stehende Haus wurde in Schutt und Asche gelegt. Angekommen im Unipark konnte ich die Fortschritte der einzelnen Bauprojekte sehen. Auch dieser Park wird schon gut angenommen und wird nach Fertigstellung aller Wohn- und Bürokomplexe weiter an Bedeutung gewinnen.


    Alle drei Entwicklungsprojekte haben eines gemein: Sie liegen Essens Problemvierteln und sind dazu ausgerufen, die Abwärtsspirale abzubremsen und eine bessere Lebensqualität für die Bewohner zu erzielen. Dabei ist für mich jetzt schon ersichtlich, dass es ein Konfliktpotenzial zwischen wohlhabenden und armen Bewohnern geben wird. Ob Niederfeldsee, Wohnquartier auf dem ehemaligen Realmarkt oder Unipark; Es sind Solitäre in einem sozialschwachem Umfeld. Stelle mir das Szenario vor, wenn die Bewohner der neuen Quartiere abends noch einen Schritt vor die Tür machen wollen und ihnen dann zwielichtige Leute entgegen kommen. Gestern zum Beispiel strömten doch einige Bewohner aus der Essener Nordstadt in den Unipark und nicht jeder von ihnen kam mir gesonnen vor. Für mich war klar, dass ich denen zu spätere Zeit nicht mehr begegnen wollte. Ein von mir geschilderter Eindruck, der meine Bedenken bekräftigen soll. Unabhängig davon bringen diese drei Quartiere Essen weiter nach vorn und liefern fürs Ruhrgebeit beispielhafte Ansätze, was den innerstädtischen Wohnbau angeht.

  • Thema Innenstadtentwicklung (Einzelhandel u. Erscheinungsbild)

    Zum Thema Innenstadtentwicklung (Einzelhandel u. Erscheinungsbild)


    Meinen derzeitigen Eindrücken nach befindet sich der Einzelhandel in einem leichten Aufwärtstrend, den ich mal als zartes Pflänzchen bezeichnen möchte. Der durch Primark auf der Kettwiger gestartete Aufschwung bekam zu letzt leichte Risse, als die Schließungen vom Wormland und Thalia bekannt gegeben wurden. Weiter macht den Straße eine augenscheinlich verwuselten Zustand. Gemeint damit sind die plötzlich auftretenden Leerstände, die zwar nicht lange andauern, da bereits diverse Umbaumaßnahmen stattfinden und zum Teil Nachfolger feststehen, die aber dennoch für kein homogenes Bild sorgen. Der Austausch Wormland/Deco gefällt dabei am wenigsten. Wormland, nur so nebenbei bemerkt, eröffnet nicht nur einen Flagship Store im Centro, es eröffnet auch eine Filiale im Anbau des Bochumer Ruhr Parks.


    Die derzeitige Entwicklung auf der Limbecker ist sehr zu begrüßen, gleichwenn ich ob des Erscheinungsbildes der Immobilien mit Nietnagel einer Meinung bin. Viele der Geschäftslokale wurden modern gestaltet, selbst wenn Billig-Textiler eingezogen sind, aber darüber herrscht oft Graus. Sehe auch die Probleme der Führung der Besucherströme zwischen Kettwiger und Limbecker Straße, möchte mich aber Bau-Lcfr Auffassung anschließen, dass die kleinteilige Bebauung einen gewissen Charme hat und mir dort lieber ist als eine weitere Schneise, wie sie in unserer Stadt zu genüge geschlagen wurden. Auch hier wie anderorts gilt, was an den Fassade zu verschönern.


    Das von Nietnagel gepflegte Äußere gilt nicht nur für die Häuserzeilen, sondern auch für die Straßen und Plätze. Hier sehe ich Defizite. Oftmals ist leider festzustellen, dass die Mülleimer nur in großen Abständen oder gar nicht geleert werden. Die Konsequenz daraus ist, dass Müll durch die Gegend fliegt, der dazu animiert, weiteren Müll dazu zu werfen. Anderes Problem, welches ich beobachte, ist die Zunahme gewisser Gruppierungen an zentralen Stellen der Stadt. Leider erwecken diese bei einigen Menschen ein subjektives Unbehagen bis Unsicherheitsgefühl. Da wird laut rumgemeckert, werden Machtkämpfe bis Schlägereien angezettelt, was die Aufmerksamkeit vieler Besucher erregt. Das kann jeder beurteilen wie er möchte, aber klar ist auch, dass eine saubere sichere Innenstadt ein besseres Standing gegenüber den Einkaufszentren in der Umgebung hat.


    Überhaupt das Thema Einkaufszentren: Wie in derWesten dieser Tage zu lesen ist, haben viele innerstädtische EKZ und Passagen Probleme mit Leerstand, so das Forum, CityPalais, Königsgalerie in Duisburg, der CityPoint, Drehscheibe und Stadtbadgalerie in Bochum und hier bei uns in Essen die Rathaus Galerie und Theaterpassage. Zeitgleich liegen die Erweiterungen im Centro und dem Ruhrpark in den letzten Zügen und in Bochum ist ein EKZ mit über 20.000qm geplant. Da fragt man sich, wohin soll das führen...auch für Essen? In den Erweiterungsbau des Centro ziehen zum Teil sehr hochwertige Labels, hier ein kleiner Auszug: True Religion, Hilfiger Denim, Gant, adidas, Liebeskind, G-Star, Thalia, Geox, Gerry Weber, Görtz und Jack Wolfskin. Der Plan, den die Stadtverwaltung Essen mit dem Limbecker Platz verfolgte, war es, wieder mehr zahlungskräftiges Publikum in die Innenstadt zu holen. Eine solche Entwicklung wie jetzt am Centro macht dieses mit Sicherheit schwerer.

  • Turmbauer, ich bin auch Deiner Meinung. Mir stellt sich nur die Frage, was passiert wäre, wenn das EKZ nicht gebaut worden wäre. Sicher wäre es für den Ladenmix der Flaniermeilen günstiger gewesen. Andererseits stünden die Kaufhaus-Boliden und das Ex-Sporthaus evtl. auch bereits leer, zum einen durch die Karstadt-Pleite, zum anderen auch dadurch, dass sich das Konzept große Verkaufsfläche irgendwie auch überholt hat, denn gerade in großen Läden ist das Personal eher unlustig und kommt mir unmotiviert daher. Habe da immer das Gefühl, ich störe. Da gehe ich doch lieber zum Einzelhändler.


    Ich übertreibe mal ein wenig: Wenn man bedenkt, dass Ex-Quelle und Ex-Sporthaus bauliche Sünden der Extraklasse waren und selbst das im Kern recht schöne Karstadthaus im Laufe der Jahrzehnte mit sicherem Blick fürs Hässliche systematisch verschandelt wurde, hätten wir dort jetzt wahrscheinlich versiffte Gebäude mit verbretterten Fenstern, die langsam vor sich hin bröckeln. Abriss wäre auch so über kurz oder lang angesagt gewesen, und schon hätten wir eine zusätzliche Brache mit Ankara-ähnlichem Charme (das ist jetzt nicht fremdenfeindlich, eher versinnbildlichend!) gehabt, in deren staubiger Mitte ein einsamer U-Bahn-Zugang aus dem Boden ragt.


    Und ob ohne die Planungen des EKZ auch alle anderen Projekte (Umgestaltung Berliner Platz, Univiertel, Unipark, Abriss der Brücken, etc.) dann so angeschoben worden wären, wie wir es heute erfahren, steht auch in den Sternen.


    Nur soviel: ich führe viele auswärtige Gäste ins EKZ, und selbst der "gemeine Düsseldorfer" ist voll des Lobes.


    Exkurs: Wobei ich immer denke: erstmal die EURO-Krise und die daraus folgenden Turbulenzen abwarten, um zu sehen, wie sich die Dnge langfristig entwickeln. Da immer mehr Verbraucher mittlerweile durch Hartz IV und Niedriglöhne gezwungen sind, Geiz geil zu finden, brechen den Läden immer mehr Kunden weg. Und auch die Wertschöpfung der Spareinlagen wohlhabenderer Mitbürger tendiert ja bekanntlich gegen Null. Mittlerweile frisst die Inflation die Sparzinsen auf, und sich an der Börse zu verzocken ist ja auch nicht jedermanns Ding. Da kommt noch einiges auf uns zu, und das wird auch die Innenstädte und die EKZ weiter verändern.

  • Zeitgleich liegen die Erweiterungen im Centro und dem Ruhrpark in den letzten Zügen und in Bochum ist ein EKZ mit über 20.000qm geplant. Da fragt man sich, wohin soll das führen...auch für Essen?


    Und etwas früher:


    Ich denke auch heute noch, dass es angesichts der starken Konkurrenz des Centro und RRZ keine andere Wahl gab, auch wenn dadurch eine Umverteilung der Kundenströme erfolgte.


    ...Nach dem LP-Bau dachten ein paar Leute in Oberhausen, es gäbe keine Wahl, als CentrO zu erweitern - und so weiter, und so fort. Es führt zur gegenseitiger Ausblutung, bei der vor allem die jeweils eigene Innenstadt kaputtgemacht wird.


    Eine Alternative wäre schon ein Vorgehen wie beim Kölner Olivandenhof - die untere Limbecker Straße überdacht, aber als offene durchgängige Straße erhalten. Das einstige Karstadt-Gebäude entkernt, seine Fassade saniert - und in ein EKZ umgebaut. Ein weiteres EKZ mit Steinfassade gegenüber - alles gut in die Stadtstruktur integriert. In Köln sind auch zuletzt mehrere Passagen entstanden, die die Innenstadt ergänzen - ähnlich wie die Duisburger Passagen und die Thier-Arkaden in Dortmund. Das LP-Unding lässt sich nicht integrieren - dies fängt bereits damit an, dass an den Gassen links und rechts vom Haupteingang keine Ladenauslagen untergebracht wurden.


    Hier habe ich einige Fotos der Düsseldorfer Flinger Straße gepostet, die zur Hauptflaniermeile wurde - Immobilienexperten erwähnen dabei den Charme der umliegenden Häuser. Die Notwendigkeit, etwas für's Auge zu bieten, versteht man auch beim EKZ-Entwerfen - dieses Foto habe ich heute gemacht, nachdem ich von der U-Bahn-Station ins EKZ kam:





    Wo bieten die neuen Essener Geschäftsbaufassaden Ähnliches zum Sehen - selbst wenn es nur ein Bild des Eiffelturms oder einer Zeche (wie am Haupteingang) sein sollte?

  • Lichtblicke der öden City

    Gestern habe ich versucht, ein paar neue Sehenswürdigkeiten der Essener Innenstadt auszumachen - das Problem ist, dass man Löcher in Schuhsohlen laufen kann, bevor man was findet. Ohne Foto - die im Retro-Look gehaltene U-Bahn-Station Hirschlandplatz. Auf der Erdoberfläche würde ich das Unperfekthaus gegenüber des LP-Monsters mit bunter Fassadenkunst erwähnen:





    Das Görtz-Haus mit dezenten Farben und interessanter Zick-Zack-Form fand ich seit dem Bau interessant, sehr nett sind jedoch die Vergoldungen auf dem Haus links im Bild:





    Links von den Vergoldungen sieht man die blinde Wand mit Werbung dieser Häuserzelle, die noch aus dem Mittelalter in dieser Schmalheit geblieben ist. Sie wäre für mich die erste Wahl, wenn belanglose Nachkriegshausersatzmassnahmen durch historisch anmutende Häuser ersetzt werden sollten - wie es derzeit u.a. in Frankfurt praktiziert wird, was schon jetzt zur Belebung der ganzen Gegend führt. Wenn von der Limbecker Straße eine schöne Giebelfassade sichtbar wäre, würde dies mehr zur Kettwiger Straße locken als jede Schneise.


    Intime Durchgänge machen die Stadt immer interessant - besonders wenn darin was für's Auge geboten wird:





    Dieses Gebäude zwischen der Rathauspassage und dem Dombereich ist nicht ganz ein Höhepunkt - vor dem Bau kursierten im Internet derart öde Visualisierungen, dass ich für die paar Farbakzente fast dankbar bin:





    Das Haus Zum Ritter ist etwas älter, aber so schön, dass ich mich nicht zurückhalten konnte - leider sieht man auch, wie unpassend die Erdgeschoss-Lösungen und sein linker Nachbar sind:





    Das Glockenspiel an der Kettwiger Straße gehört seit Jahrzehnten zur Essener Wahrzeichen - leider ist der Rest der Fassade bereits öde, öde, öde:





    Alle Fotos von mir