Quartier am Tacheles

  • Quartier am Tacheles

    ... habe gerade beim Surfen auf der Homepage der Stadtentwicklung Berlin etwas über dieses Projekt gelesen. Dort ist es unter "große Projekte" aufgeführt. Habe mich gewundert, dass hier nichts darüber zu lesen ist. Bauende sollte Ende 2005 sein. Ist das Projekt fertiggestellt worden ??? War zuletzt letztes Jahr in Berlin und kann mich nicht erinnern in der Nähe vom Tacheles ein riesiges Bauprojekt gesehen zu haben. Naja, vielleicht habe ich es auch nur verdrängt.

  • Das Projekt wird dort noch gelistet, leider ist jedoch die verantwortliche Fundus Gruppe nicht zum besten bestellt, bzw. reichlich Fonds der Fundus Gruppe (obwohl auch ein paar erfolgreiche dabei waren/sind z.B. das Adlon oder das Grand Hotel Heiligendamm) Pleite sind ( z.B. die Pyramide). Dieses Projekt wird wohl leider nicht so bald in Angriff genommen, dass ist in der Tat sehr bedauerlich, da gerade das Tacheles Quartier auch architektonisch anspruchsvoll war.


    Allerdings habe ich mich auch schön öfter gefragt ob es nicht jetzt bald, da es zu einer "Revitalisierung" des Nordlichen Bereiches der Friedrichstraße kommt (Spreedreick, Sol Meliá, Admiralspalast) nicht auch dort zu neuen Entwicklungen kommen wird. Das Grundstück ist ja riesig und das könnte man sicher gut zu Geld machen.


    also Tendenz ist eher in den nächsten Jahren nicht, aber ich würde nicht nie sagen.;)


    so far,


    mfg


    Jo


    EDIT:


    Habe eh den Eindruck, das diese "Große Projekte" seite so ein Ding vons Strieder (ehemaliger Stadtentwicklungssenator) war, seit die Junge-Reyer da ist, wird da nicht mehr so viel gemacht. Strieder hatte ja sowieso einen Hang zum großen.

  • Schade eigentlich, die Projektbeschreibung und die Renderings dazu fand ich klasse! Wäre sicher eine Bereicherung für die Ecke gewesen. Danke für Deine prompte Antwort.

  • Kein Problem. Ist auch wirklich schade, gerade so ein Quartier Konzept mit hohem Wohnanteil kann ich mir dort sehr gut vorstellen, das würde diese Ecke echt beleben.

  • langsam muss man sich leider daran gewöhnen, dass die wirklich guten projekte in berlin scheitern, siehe nur falkoniergasse, tacheles oder promenade am bundesrat. das wären wirklich projekte gewesen, die berlin architektonisch bereichert hätten. kann man nur hoffen, dass die nachfolgepläne wenigstens annährend an diese qualität heran kommen, gerade was den stil betrifft.


    grüße


    semper

  • Warum wurde den Mietern eigentlich gekündigt? Wollen die das Tacheles abreissen oder umbauen in ein Bürohaus? Was hätte die Ruine sonst für Nutzungmöglichkeiten außer als Künstlerhaus?


    Ich hoffe das Künstlerhaus bleibt erhalten. Dafür hat es meiner Meinung nach auch genug Ausstrahlung für Berlin als Metropole für zeitgenössische Kunst.

  • das hickhack um die mietverträge gibt es ja schon seit jahren. was die fundusgruppe jetzt dazu verleitet, wie in der nachricht angekündigt vorzugehen weiß ich nicht genau. ich kann mir aber nicht vorstellen, dass die jetzt auf einmal dieses new urbalism projekt durchziehen. zumal die fundusgruppe ja nicht sehr solvent ist. sollte es keine einigung mit den mietern geben, könnte das tacheles jedoch von selbigen trotzdem besetzt bleiben.


    ansonsten: @nitsche ganz meine meinung

  • Das Tacheles hat im aktuellen Kunstbetrieb überhaupt keine Relevanz mehr. Es kann schon lange nicht mehr an das anknüpfen, was es in den frühen 90ern leistete. Das ist nicht mal bedauerlich, denn die aktuelle Kunstszene hat sich in Berlin hervorragend entwickelt - eben nur nicht am Tacheles (statt dessen August, Brunnen, Zimmer, Kochstrasse, um nur ein paar zu nennen). Allerdings hat sich Fundus vertraglich beim Kauf des Grundstücks zu einer "kunstnahen" Nutzung des Grundstücks verpflichtet. Es muss also was ähnliches wieder rein.

  • na und, Tacheles zieht trotzdem millionen spanischer Touristen an. Irgendwas muss ja dran sein. Is halt einfach ne fette Ruine in der paar Freaks arbeiten..sowas is schon cool.

  • Die kulturelle Nutzung wurde Fundus vom Senat als Auflage beim Kauf aufgezwängt. Eine andere Nutzung für die Ruine wird es nicht geben. Von daher sind die kündigungen umso verwirrender.


    Ein Fundus Sprecher zu den Planungen des 83.000 qm Gebäudflächen fassenden "Johannisviertels" mit 400-500 Mio. Investitionssumme : "Das ist nach wie vor unser Plan".


    Na da darf man wohl mal gespannt sein, ich würde bloß nicht zuviel erwarten.


    http://www.morgenpost.de/desk/1560495.html

  • Also bis zu 500mio zu investieren halte ich ehrlich gesagt für unwahscheinlich aber egal...erstmal halte ich das nur für einen vorwand dsas grundstück schnell wieder an sich zu reißen und den mietern mit dem investitionsvolumen druck zu machen..ob soviel zu investieren ist bleibt abzuwarten--wäre ja schön solange da nicht wieder ein langweiliger klotz hinkommt

  • ich hab mal die planungen des architekturbüros Duany Plater-Zyberk für die fundus-gruppe rausgekramt. das ganze sollte ja mal ab sommer 2002! gebaut werden...


    DPZ


    (auf europe klicken und dann im popup fenster auf johannisviertel klicken)


    http://img441.imageshack.us/im…056/dpzetacarial7ysg4.jpg
    Bild: Duany Plater-Zyberk


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  • Jaaa, ziemlich kitschig, aber ein Traum. Ziemlich amerikanisch. Aber trotzdem irgendwie lebens- und liebenswert. Hat was sehr großstädtisches. Hat jemand eine Ahnung, ob der Entwurf für Europa europäisiert wurde, oder sehen in den Staaten Neubauprojekte absolut identisch aus?


    Wir können ja zusammenlegen, für den Bau! ;)

  • Zitat

    Ziemlich amerikanisch. Aber trotzdem irgendwie lebens- und liebenswert.


    Weshalb wirkt das Viertel auf dich amerikanisch? Diese spitz zulaufenden Häuser gibt es z.B. Paris zuhauf und der Vergleich mit dem Flatiron building, den hier irgendwo mal gelesen habe, finde ich sehr übertrieben.


    Flatiron building:
    http://www.flickr.com/photo_zoom.gne?id=224548206&size=l


    Paris Rue Dante:
    http://www.flickr.com/photo_zoom.gne?id=2170617299&size=l


    Zitat

    Ich mochte den Entwurf immer sehr gern! Wäre eine echte Bereicherung für Berlin.


    Das Eckhaus wäre wirklich eine Bereicherung für Berlin, aber das Haus links davon mit den Ecktürmen ist wieder einmal ein Beispiel für belanglose, nichts sagende Architektur.


    http://img441.imageshack.us/im…056/dpzetacarial7ysg4.jpg

  • Finde den Entwurf auch nicht wirklich amerikanisch und übertrieben finde ich den Vergleich mit dem Flatiron auch nicht, wurde von den Architekten ja auch ganz offiziell als Hommage an das Flatiron angekündigt (als der Entwurf vor Jahren mal aktuell war).


    Btw ich finde übrigens auch, dass das Projekt eine echte Bereicherung für Berlin wäre.

  • Übrigens habe beim googlen nach anderen Projektbildern Fotos vom Tacheles von vorm Krieg gefunden, damals sah es ja schon ganz schick aus.


    Ansonsten fände ich es nicht wirklich schlimm, wenn das Tacheles verschwinden würde. Vor 10 Jahren war es ja noch ganz cool dort, aber mittlerweile ist es doch seit Jahren schon nur noch Tourinepp.


    @ BerlinFan


    Finde das Gebäude alles andere als 08/15, schau doch mal hier: http://www.ramsa.com/project.aspx?id=150, in dem Haus eine Wohnung mit Dachterasse und Turmzimmer wäre doch traumhaft.