Westend-Nord - rund um Hansa- und Miquelallee

  • Westend-Nord - rund um Hansa- und Miquelallee

    In diesem Thread geht es um Bauprojekte im Stadtteil Westend-Nord.
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    Nach einem Bericht der Immobilienzeitung vom 30.06.2006 will die ABG Frankfurt Holding an der Ecke Bremer Straße / Hansaallee eine weitere große Wohnanlage mit Passivhäusern errichten. Es sollen Miet- und Eigentumswohnungen auf einem 13.500 m² großen Grundstück gebaut werden, außerdem Läden. Die Baukosten werden etwa 50 Mio. Euro betragen.


    Es müsste sich um die Ostseite der Hansaallee handeln. Dort auf Höhe des künftigen Campus Westend befinden sich derzeit noch seit längerer Zeit leerstehende Wohnblocks, die meines Wissens zuvor vom US-Militär genutzt wurden.


    Nach dem Sophienhof in Bockenheim, der inzwischen weitgehend im Rohbau fertig ist, und dem Bornheimer Straßenbahndepot, dort war im März 2006 Baubeginn, ist das für die ABG das dritte große Geschosswohnungsbau-Projekt in Passivhaus-Bauweise.

  • Stimmt, da war früher die Army drin. Das gehörte bis vor kurzem noch einer Tochter der Deutschen Bank. Sieht schlimm aus heute. Die Fenster und Türen sind mit Metallplatten verriegelt, die Balkone mit Stacheldraht gesichert. Ich nehme an, dass vorher Obdachlose und Junkies in den Häusern gelebt haben.


    Besser als jetzt kann es nur werden. Aber ich befürchte die AGB baut auch wieder nur so hässliche Klötze dahin. Dabei hat sich in der Gegend einiges Getan. Schräg gegenüber wurde jüngst ein Altenheim der Luxusklasse eröffnet, das auch von außen ganz gut ausschaut. Auf der Hansaallee wurden einige Altbauten saniert und gegenüber liegt ebenfalls ein eher hochpreisiges Gebäude mit ETW.

  • Als Nachtrag zu Schmittchen´s Beitrag über das neue Passivhaus-Projekt der ABG auf dem Areal Bremer Straße/Hansaallee (#450) noch ein paar Impressionen von den seit Jahren leer stehenden Gebäuden.






    Ziemlich trostlos. Wird Zeit, dass sich dort mal was bewegt. Momentan ist davon noch nichts zu sehen. Ein Bauschild fehlt auch noch. In unmittelbarer Nachbarschaft ist westlich der neue Uni-Campus; schräg gegenüber südöstlich die neu eröffnete Seniorenresidenz Sunrise (Eschersheimer Landstraße 125).

  • Danke für die Bilder, nanda!


    Als Projektname wurde "Hansapark" gewählt. Wie bei den anderen aktuellen Projekten der ABG Frankfurt Holding entstehen auch hier sowohl Miet- als auch Eigentumswohnungen in Passivhaus-Bauweise. Die BGF soll insgesamt stolze 25.000 m² betragen. Um den alten Baumbestand weitgehend zu erhalten, hat man sich hier jedoch für einzelne Baukörper entschieden, meist werden es fünf Vollgeschosse. An der Ecke zur Bremer Straße ist Einzelhandel vorgesehen.


    Lageplan (unten die Hansaallee, ganz unten der künftige Uni-Campus Westend):



    Etwa der gleiche Ausschnitt aus einem Satellitenbild mit dem aktuellen Zustand:


  • Danke schön. Gut, dass hier endlich aufgeräumt wird. Eine Eigentumswohnung dort zu kaufen und anschließend an Studenten vermieten wäre wohl eine sichere Altersvorsorge ;-o)

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    Gute Idee. Ich gehe aber mal davon aus, dass die Grundrisse nicht WG-fähig sein werden. ;)


    Unter dem Gesichtspunkt der Vermietbarkeit kann man heute ansonsten fast jede Wohnung im nördlichen Westend oder westlichen Nordend kaufen. Besonders eignen sich Wohnungen in - den ohnehin hochpreisigen - Stilaltbauten, bei denen mehrere gleich große Zimmer vom zentralen Flur abgehen. Mit dem Zuzug der Uni wird auch für viele Nichtstudenten die Gegend drumherum wohl unerschwinglich werden. Das wird sich wohl auch in den Preisen für das ABG-Projekt niederschlagen.


    Danke, Schmittchen, für den Lageplan. Ich hatte mich schon länger gefragt, wie das relativ schmale und lange Grundstück bebaut wird. Bin mal auf die ersten Ansichten gespannt.

  • Die Abrissarbeiten haben begonnen. Diese sollen bis zum kommenden Frühjahr beendet sein, danach startet der Neubau der Passivhauskomplexe mit insgesamt 200 Wohnungen. Davon sollen 50 Eigentumswohnungen werden, der Rest Mietwohnungen.


    Die Architektur verspricht Abwechslung, denn jeder der fünf Komplexe wird von anderen Architekten entworfen. Mehr heute in der FNP.

  • Die Architekten sind:
    Michael Landes (die Solitäre - Eigentumswohnungen)
    von Norden nach Süden an der Hansaalee:
    Stefan Forster
    Jo.Franzke
    Karl Dudler (nicht Max Dudler wie in der FAZ stand)
    und Klaus Dreissigacker.


    Ein Bild der Ansicht Hansallee steht in der FAZ. Leider nicht online.

  • Eine Flash-Präsentation des Projekts mit Renderings der einzelnen Bauten gibt es hier! Leider Gottes einmal mehr eher phantasielos gestaltete und wenig ansehnliche Flachdach-Kuben, wie es aussieht. Da ist es ganz gut, dass so viele große Bäume erhalten wurden.



    Bild: UPG

  • Laaaaangweilig!


    Das ist leider das Einzige, was mir dazu einfällt...


    Ich hätte mir mehr Partyfläche auf den Flachdächern gewünscht, da kann man doch schicke Dachterrassen anlegen! Sieht leider nicht danach aus. Wenn überhaupt, könnte die Penthouse-Wohnung im 2. Gebäude von links (dem grauen in der Flash-Darstellung) eine nette Aussicht auf die Skyline bieten. Aber die langgezogenen Kisten sind ja grauslig!

  • Das ist wirklich ein langweiliges Beispiel für "die Moderne". :nono: Es will mir irgendwie überhaupt nicht gefallen. Wegen so einem Einheitsbrei haben Architekten heute keinen guten Ruf mehr.

  • Naja, in dem Umfeld wäre was verrücktes auf jeden Fall auch gegangen. Da könnte man ruhig experimentieren.
    Andererseits, seht doch mal auf den städtebaulichen Plan und die Erdgeschosszone. Nicht nur auf die Fassade. Da ist doch das meiste ganz ordentlich. Die "Abstandsgrün"-Thematik an der Straße ist mit den gezielt eingesetzten Sockelhöhen recht urban gelöst und mir gefällt auch der kleine Platz, der sich da zur Straße hin öffnet.
    Und so schlimm sind die Fassaden auch nicht. Man wechselt immerhin ab! Eine aufwendigere Fassade hätte sicherlich mehr gekostet. So wird man mit der Vermarktung wenig Schwierigkeiten haben. Die Leute kaufen einfach langweilige Standartwohnungszuschnitte und sehen in erster Linie nach dem Preis/qm. Ich finde, man kann den Architekten hier nicht wirklich Vorwürfe machen.


    Ich würde sagen, diese Architektur hat ein gutes Preis/Leistungsverhältnis.

  • Der städtebauliche Plan hat doch mit der Architektur erstmal nix zu tun. Und die Fassaden sind wirklich die Langeweile schlechthin, vor allem das nördliche Gebäude erinnert dazu auch noch schrecklich an mieseste 60/70er Jahre Architektur. Kein Projekt auf das Frankfurt stolz sein könnte. Einfach mies.

  • Das städtebauliche Konzept ist aber in Ordngung und ich denke das das ganze am Ende relativ gut wirken wird und vor allem eine vorher ziemlich tote Ecke recht lebendig und städtisch werden könnte, vor allem da ja in diesem Jahr auch Wirtschfts- und Rechtswissenschaften auf den Campus Westend ziehen werden.
    Die Architektur ist zwar nichts besonderes aber im Vergleich etwa dazu, was teilweise in City West hochgezogen wird immer noch überdurchschnittlich und viel urbaner, etwa die angesprochenen Socker und der kleine Platz sowie die Ecklösung im Süden.


    Es handelt sich eben eher um preiswerten Wohnraum, der hier entsteht, denn auch wenn man bei Passivhäusern (angeblich) nicht lüften muss handelt es sich bei der Hanaallee um eine 4-6-spurige Rennstrecke, was den zu vermarktenden Wohnungen preislich Grenzen setzt. Wenn es sich nicht um einen öffentlichen Bauherren handeln würde, wäre die Architektur an dieser Stelle wohl deutlich schlechter.

  • Naja, das ist halt typisch Passivhaus. Südbalkone sammeln im Winter ordentlich Lichtenergie, während im Sommer die heiße aber hochstehende Sonne vom Balkon darüber verdeckt wird.


    Aber immerhin hat man mit den Rücksprüngen doch ganz gut darauf reagiert. Lediglich die beiden Endhäuser nehmen die Straßenkanten direkt auf. Wahrscheinlich Baulinie? Ist auf jeden Fall alles nicht so einfach.

  • Bilder vom vergangenen Sonntag. Die ziemlich große Tiefgarage ist in Bau:



    Häuser im Rohbau, es dürfte sich um die von Landes geplanten Solitäre handeln:



    Bilder: Schmittchen


    Eine Projekt-Website gibt es nun auch.


    Edit: Noch eine Visualisierung von Süden. Im Vordergrund das Gebäude in dem Einzelhandel vorgesehen ist.



    Bild: Andreas Lyson

  • Auf dem letzten Bild ist in der Mitte der Strasse ein Grünstreifen zu sehen, der im moment nicht existiert. Gehört der Umbau der Strasse auch zu dem Projekt, bzw. will die Stadt die Straße so umbauen oder ist das nur Invesorendenken, damit das Rendering besser aussieht?


    Ich würde mir wünschen, das die Straße so umgebaut wird.

  • Dieser Abschnitt der Hansaallee (zwischen Bremer Str. und Miquelallee) soll tatsächlich neu gestaltet werden. Geplant ist die Begrünung des Mittelstreifens sowie der beiden Straßenseiten. Die Bauarbeiten sollen 2009 beginnen.

  • Nicht gleich jammern Kinder, auch Flachdächer beissen nicht!
    Bei diesem Bautypus kommt es ausserdem wesentlich mehr auf gelungene Materialwahl und Details an, als die Ansichten darüber Informationen liefern, und die von Schmittchen gepostete Visualisierung lässt doch hoffen, finde ich. Im Idealfall wird dort die Sprache des Unicampus aufgenommen
    Das wirkt auf mich jedenfalls alles recht Urban, besonders, wenn man bedenkt, dass mal wieder die Bäume das Mass aller Dinge waren, und es trotzdem gelungen ist, eine saubere Strassenflucht zu installieren, und in Uninähe ist alles, was Einzelhandel/Gastronomie anbietet dringend willkommen. Insofern frage ich mich höchstens, warum nicht auf der ganzen Front zur Hansaallee, sondern nur an der Ecke Bremer Strasse?
    Zusätzlich macht mich die Begrünung der Seitenstreifen, und besonders der neue Mittelstreifen richtig an, verdient doch die Hansaallee dann ihren Namen endlich!


    Und weil ich dort gestern vorbeigekommen bin, jetzt noch ein kurzes Update zum Baufortschritt:


    Totale von Süden, sprich Ecke Bremer Strasse/Hansaallee:



    Näher ran, selbe Blickrichtung. Vorne in Villariba wird noch gebaggert....


    ..während hinten in Villabajo schon gebaut wird:



    Nochmal das Ganze. Blickrichtung Südostwärts: