Rheinufer/ Wohnen an der Oper (RheinLogen)

  • Rheinufer/ Wohnen an der Oper (RheinLogen)

    Gute Nachrichten für das Bonner Rheinufer: Eines der letzten freien Grundstücke steht vor der Bebauung. südlich der Bonner Oper und vis á vis des Pavillons der Köln-Düsseldorfer plant ein Investor ein Bauprojekt mit hochwertigen Wohnungen, ev restaurant /Tourismus im Erdgeschoss.


    Die bisherige Bebauung (2 Häuser an der Rheingasse) aus den 50er Jahren soll abgerissen werde, statt dessen 3 Neue Bauten errichtet weren. Eventuell soll der unterhalb gelegene Parkplatz bebaut werden, die Bebauung würde dann bis an die Rheinuferstrasse ranreichen.
    Die derzeitigen Häuser sind drei- bis fünfgeschossig, die Stadt favorisiert bei den Neubauten sechs Etagen plus Staffelgeschoss, die Investoren würden gerne sieben bis acht Geschosse verwirklichen.
    Dafür müsste nicht nur der Bebauungsplan geändert werden. Weil die Neubauten dann bis ans Brassertufer heran reichen würden, musste auch erst die Politik überzeugt werden. Von den ersten Plänen bis heute dauerte es deshalb zwei Jahre, bis sich Verwaltung und Ratsgremien abgestimmt hatten.


    Investor ist Nord-Süd-Bau aus Stuttgart


    Mein Fazit:


    -Bonn hat eine der schönsten Uferpromenaden am Rhein mit tollem Blick auf Regeirungsviertel und Siebengebirge


    -Die Architektur ist dagegen oft kleinstädtisch und unspektakulär-Bonn öffnet sich wenig zum Rhein, anders als Köln und Düsseldorf


    -Die jetzt diskutierte Ecke ist eine der zentralsten aber am stärksten vernachlässigsten


    -Das Projekt könnt das Rheinufer deutlich aufwerten und impulse setzten-weitere Gebäude zu beiden Seiten des Rheins könnten durch hochwertigeres ersetzt werden


    -eine Abstimmungsdauer von 2 Jahren-nur weil die Parkplatzbrache ev. mit bebaut wird und weil das neue Gebäude in der Höhe den umliegnden angepasst wird- mir völlig unverständlich!


    -Die Projekte auf der Internetseite des Investors sind eher unspektakulär (aber stehen auch nicht an so prominenter Stelle)


    -Die Forderung nach einem Architektenwettbewerb lässt hoffen


    -Bonn realisiert erneut das überzeugende und zukunftsweisende Konzept, Wohnen in der City und deren Nähe vielen zu ermöglichen. Büros werden in der Peripherie, insbesondere Regierungsviertel gebaut-Viele andere Städte dagegen holen Einzelhandel und Büroflächen in die Innenstadt, gewohnt wird nur noch außerhalb.


    -hochwertige Wohnungen mit guter moderner Architekur fehlen in Bonn ganz besonders

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    Sehe ich insgesamt genauso. Hoffentlich wird was draus.


    Kleine Info, an der Stelle stand bis zum Krieg das Haus, in dem Beethoven aufwuchs.

  • Ich bin mal absolut gespannt was aus der Sache wird und wie es am Ende aussieht. Ich hoffe auf eine hochwertige Architektur und vielleicht verschwindet ja die eine oder andere 70'er Jahre Ruine. Ansonsten tut sich ja in Bonn auch an anderen Stellen baulich recht viel. Werde die Tage Bilder nachliefern, wenn ich wieder in meiner alten Heimatstadt bin ;)



  • Die Größenordnung, in der dort neue Wohnungen geschafft werden, überrascht mich positiv. Der Druck durch Zuwanderung ist in Bonn recht hoch und der verfügbare Platz knapp. Wenn nicht der Rhein-Sieg-Kreis einseitig von den neuen Einwohnern profitieren soll, muß in Bonn viel mehr verdichteter und gleichzeitig hochwertiger Wohnraum geschaffen werden. Stattdessen werden wie auf dem platten Lande Neubaugebiete nur für Einfamilienhaussiedlungen ausgewiesen, als verfüge man über mehr als genug Reservefläche.




    Dieser Artikel bezieht sich wohl auf das gleiche Projekt - hört sich sehr gut an.





    Hier nun einige Aufnahmen des betreffenden Areals:

    Ansicht von der Rheingasse; beide Gebäude sollen weichen.



    Das Hotel vom Brassertufer aus gesehen. Dort stand bis zum Krieg das Haus, in dem Beethoven seine Jugend verbrachte.



    Im Vordergrund der Parkplatz am Brassertufer, der ebenfalls überbaut werden soll. Rechts zu sehen die Bonner Oper.



    Blick in die Vogtsgasse, die parallel zur Rheingasse verläuft. Das braune Gebäude mir dem "Hong Kong"-Restaurant ist ebenfalls für die Abrissbirne bestimmt.



    Auch dieser Bau wird weichen, im Hintergrund ist die Rückfront der Gebäude an der Rheingasse zu sehen.


    © rec



    Der Block liegt zwischen den Straßenzügen Rheingasse und Giergasse/ Vogtsgasse, welche die Rheinpromenade (Schiffsanleger) mit der Innenstadt verbinden. Nördlich liegt die Bonner Oper, im Süden befindet sich der Alte Zoll, ein Rest der Stadtbefestigung und heute beliebter Aussichtspunkt, sowie das letzte Gebäude der ursprünglichen Bonner Uferbebauung, das frühere Preußische Oberbergamt, in dem sich heute Institute der Universität befinden. Die Situation am Rheinufer verdeutlicht recht gut dieses 360° Panorama.


    Vor dem Krieg befand sich hier der älteste Teil der Stadt, heute wird das Areal von miefiger Architektur der 50er Jahre geprägt. Die Bonner Altstadt ist ein gutes Beispiel für den verfehlten Wiederaufbau nach dem Krieg: "Bedenken, daß die aus dem 18. Jahrhundert stammenden Häuser, deren Mauern noch zum großen Teil aufrecht standen, einen Wiederaufbau in alter Form lohnen könnten, kamen nicht auf", schreibt Höroldt. Im Gegenteil: Das Uferbild galt als unansehnlich, und führende Städtebauer und Architekten riefen 1947 dazu auf: "Das zerstörte Erbe darf nicht historisch rekonstruiert werden; es kann nur für neue Aufgaben in neuer Form entstehen." (Quelle: http://www.general-anzeiger-bo…id=10323&detailid=150311).



    Für alle Interessierten sehr aufschlussreich ist der Auslobungstext zum Architektenwettbewerb, den man hier abrufen kann: http://www.bonn.de/bo_ris/daten/O/htm/06/0611898ED7.htm.

  • rec,


    danke für Deine Mühe und die aufschlußreichen Bilder. In der "Altstadt" gibt es wirklich Handlungsbedarf.



    Ansichten vom `eigentlichen´ Beethovenhaus gibt es hier. Das in der Bonngasse war letztendlich nur Beethovens Geburtsort.

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    Danke, gern geschehen.


    Dieses Bild verdeutlicht die Veränderungen recht gut. Schade, dass nicht nur von der alten Bausubstanz, sondern auch vom Charakter des Viertels nichts erhalten geblieben ist.

  • Die Altstadtumlegung war auch ein Programm für den Hochwasserschutz. Das Rheinviertel ist regelmäßig zuerst abgesoffen. Nach dem Kriege wurde reichlich aufgeschüttet, bevor das Viertel neu angelegt wurde.


    Wahrscheinlich hätte die Stadt auch ohne die Zerstörung einen `Handlungsbedarf´ausgemacht. Vielleicht hätte man im Wirtschaftswunderland auch ein intaktes Rheinviertel vergraben. :D

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    Allein für den Reutertunnel wäre sicher einiges an Gründerzeit geopfert worden.


    Was die Altstadt betrifft, da scheint es keine vernünftige Dokumentation des Vorkriegszustandes zu geben. Im Stadtarchiv muß man sich wegen vollkommen unsystematischer Signaturen alte Ansichten aus der Altstadt umständlich zusammensuchen, um ein halbwegs geschlossenes Bild der verlorenen Straßenzüge zu erhalten.
    Ich war unlängst zu recht später Stunde dort (zumindest für die Maßstäbe, wie man sie von Behörden kennt), und es lagen nur noch schlechte Kopien zur Einsicht aus, während man für die Originale früher aufstehen muß. Ich wollte deshalb in der nächsten Zeit noch einmal dort hingehen. Wenn jemand von den Bonnern Interesse hat mitzukommen, nur zu!

  • Hat jemand noch Entwürfe greifbar, die im Wettbewerb für den Wasserbahnhof gemacht wurden? Meines Wissens war man von den Ergebnissen nicht begeistert, da die Preisrichter sich nicht entschließen konnten, einen ersten Platz zu vergeben.


    Soll der Wasserbahnhof vielleicht im Zuge der Projekte der Regionale 2010 verwirklicht werden?

  • laut Wettbewerbsauschreibung (s.o. als PDF) sind Michael Architekten unter den gesetzten Büros.


    Die Formensprache erinnert so ein bischen andere aktuelle Bauten aus dem Raum Bonn

  • Das klingt ja sehr vielversprechend, auch wenn die Bauten in der ersten Reihe wohl keine acht Geschosse aufweisen werden. Dass man überhaupt so in die Höhe geht, wird einen gewaltigen Schub Urbanität an den Rhein bringen. Ladenzeile, Restaurants, dann eine neugestaltete Rheingasse, vielleicht ein Wasserbahnhof - im Jahr 2010 wird sich die Ecke in einem völlig neuen Gewand präsentieren.
    Schade nur, dass nicht noch Platz für Hotelzimmer war - ein angemessenes Hotel ist an dieser Stelle einfach notwendig, als Ergänzung zu Hilton und Königshof.
    Und dann wäre da noch das Festspielhaus...:daumen: