Basel: 178-Meter-Büroturm "Bau 1" für Roche (09.2015 eröffnet)

  • Die Höhe von 175 m ist beachtlich, unabhängig davon, ob das in dieser recht kleinen Stadt einen Rahmen sprengt.


    Leider ist "Bau 1" nichts im Vergleich zu "Twist 2 Spirals". Dieser hätte internationales Aufsehen im positiven Sinne erregen können. "Bau 1" vielleicht auch, aber ich befürchte, daß dies eher negativer Art sein wird.


    Aber klar, von der Kostenseite her hat die neue Variante sicher gewichtige Vorteile. Ist halt leider oft (immer?) eine Frage des Geldes, die aus dem wünschenswerten immer nur das machbare werden läßt...:nono:

  • ^^ Das von Jai-C vorgeschlagene Ensemble kleinerer Hochhäuser wäre preiswerter zu verwirklichen als dieses architektonische Monstrum. Auch die stufenartige Form kostet statt helfen zu sparen, da sie die Schalungen problematischer macht.


    Die unangenehm an die 1970er Jahre erinnernde Betonung horizontaler Linien bringt überhaupt keine Ersparnisse.

  • in der nzz-online gab es einen wunderbaren Kommentar:


    "Knick in der Optik?
    Öhm, also dieser Turm verschandelt die Landschaft nicht, aber Minarette tun es? Man reibt sich die Augen!!"


    Die Stadt Basel sollte dieses Hochhaus nicht zulassen.


    Als Basler muss ich nun meinen Senf auch noch dazugeben.
    Ich finde den Entwurf sehr gelungen, auch wenn der Tower ein wenig nach Old-Style aussieht, durch sein weisses Äusseres wirkt er sehr gelungen und mächtig. Mir gefält die neue Variante zehnmal besser als die dunkle schwablige Helix-Vorversion.
    Der Turm wird eine Ausstrahlung haben und sich perfekt an den Rhein angliedern. Ich freue mich sehr, wenn er so gebaut werden würde und von der Höhe her wäre es ein Meilenstein für die Schweiz.


    Und auf die dämliche Minarett-Diskussion und Vergleich, sorry Falschparker, darauf geh ich hier mal nicht ein, weil dieser Schwachsinn hier nichts zu tun hat.

  • Ich kann dem Entwurf durchaus etwas abgewinnen, wenn auch die Vorversion wohl unstreitig um einiges origineller (aber nicht unbedingt schöner) war. Mich stört ein wenig die Breite in den unteren Geschossen, ansonsten finde ich die den etwas 70er-mäßigen Stil verspielt-verfremdende Form und vor allem die Proportionen recht gut und den Bau insgesamt markant. Dass eine 170.000 Ew.-Stadt (Agglomeration laut Wiki 830.000 Ew.) generell keinen 175m-Turm vertrage, lässt sich m.E. nicht pauschal behaupten, beim Turning Torso (190m) in Malmö (250.000 Ew.) beispielsweise hat sich bislang auch noch keiner beschwert. Die Entfernung zur historischen Altstadt ist dort mit dem Basler Fall auch gut vergleichbar. Den fehlenden Bezug (wenn auch tw. leichte Anleihen erkennbar bzgl. Fassade) zu den umliegenden Gebäuden sehe ich in Basel zwar (die Vorversion hatte allerdings noch viel weniger mit dem Umfeld gemein), in diesem Fall war es aber wohl das einzig richtige, von einer Bezugnahme abzusehen. Insgesamt daher ein "schwieriger", d.h. kein gefälliger Allerwelts-Entwurf (nichts anderes erwartet von HdM), der kontrovers diskutiert werden wird, aber jedenfalls mit Wiedererkennungswert und Landmarkcharakter für Basel. Genehmigt.

  • ^^


    Also mit der Breite von unten nach oben wurde bewusst so gewählt, weil im unteren Bereich ein Auditorium und eine Kantine untergebracht werden sollen, was mit dem ersten Helix-Entwurf nicht möglich war.
    Herzog und de Meuron haben das Projekt so angepasst, dass alle Wünsche von Roche berücksichtigt werden können und auch, dass das Gebäude sich nahtlos in die bestehende Werkstruktur integriert wird.


    Und Vergleich zu Malmö und der Altstadt, also der Turning Torso liegt schon ein wenig mehr abseits von der Altstadt als dies der Roche-Tower in Basel der Fall sein wird.
    In Malmö liegt der Turm im Hafengelände am Rande der Stadt, würde mal schätzen mindestens drei Kilometer von der Altstadt entfernt und ist selbst vom Malmö Centralbahnhof aus nicht ganz zu sehen, während in Basel der Rochetower vielleicht luftlinienmässig maximal einen Kilometer vom Basler Münster und der Altstadt entfernt sein dürfte. Also schon noch ein rechter Unterschied.

  • Dem Entwurf kann ich auch viel abgewinnen. Ich kenne Basel pauschal gesagt als Versuchslabor der Moderne, das, wie mir bei meinem einmaligen Besuch vor vielen Jahren erschien, von den 1950ern an viele richtungsweisende, die Stadt prägende Neubauten hervorbrachte. Ob man das mag oder nicht, in Hinblick auf die jüngere bauliche Geschichte Basels ist der favorisisierte Entwurf im Prinzip wie geschaffen und sozusagen das I-Tüpfelchen avantgardistischen Bauens in der Stadt. Auf dem ersten Rendering in #18 sieht man, wie sehr der Turm trotz seiner außergewöhnlichen Ausmaße Bezug zu seiner baulichen Umgebung nimmt (für ein einzelnes Hochhaus geradezu verblüffend). Die horizontalen Fensterbänder, woanders inzwischen weitgehend verpönt, werden in Basel gelebt und mit dem Entwurf von Herzog und de Meuron manifestiert.

  • #18
    Gratulation. Es ist überraschend, wie dieser Turm trotz seiner Höhe und Masse in dieser Umgebung harmoniert. Die Architekten haben sich in bewundernswerter Manier, von allzu moderner, spektakulärer Gestaltung distanziert. Durch seine beinahe schon vertraute Formensprache nimmt der Entwurf Stilelemente seiner Umgebungsbebauung auf und treibt diese nur variiert auf die Spitze, in die Höhe. Die Stapelung der "flachen weißen Verpackungsschachteln" in einer unbestimmten Ordnung erzeugt erstaunliche Sympathiewerte, ohne dabei antiquiert zu sein. Auch durch die überwiegend weiße Fassadenfarbe noch in dieser leicht versetzten Anordnung ergibt sich aus jeder Blickrichtung ein sehr stimmiges Bild.



    Postet von RKWF am 04.01.2010 im DAF Strang "Basel: 175-Meter-Büroturm für Roche geplant" direkt hinter Cowboy #29

  • Entwurf wurde überarbeitet

    Zur Zeit werden zwei alte Produktionsgebäude auf dem Grundstück abgerissen. Gestern hat Roche das Baugesuch publiziert. Währenddessen haben Herzog & de Meuron ihren Entwurf für den "Bau 1" überarbeitet.


    Die einzelnen Stockwerke kragen nun nicht mehr aus, und sie sind regelmäßig aufeinander gesetzt. Auf der Westseite bilden jetzt jeweils zwei Stockwerke eine Stufe, an der Ostseite sind es drei. Auch fügt sich das Hochhaus entlang der Grenzacherstraße in die Straßenflucht ein. Auffällig ist der Einsatz von wesentlich helleren Fenstergläsern. Mehr in der Basler Zeitung.


    Vorher und nachher:



    Von der anderen Seite des Rheins gesehen:



    Die Basis des Roche-Hochhauses:



    Bilder: Herzog & de Meuron

  • Update

    Es ist ungewöhnlich schwierig, Informationen zum Fortgang dieses Vorhabens zu finden. Weder existiert eine Projekt-Website, noch sind Baustellen-Webcams vorhanden. Das heißt aber nicht es passiere nichts:


    Nach dieser Meldung von Februar 2011 hat die Spezialtiefbau-Sparte von Bilfinger Berger den Auftrag für die 22 Meter tiefe Baugrube und die Pfähle der kombinierten Pfahl-Platten-Gründung erhalten. Das Unternehmen hat damit im März 2011 begonnen und rechnet mit 11 Monaten Bauzeit. Danach sollte es mit dem Hochbau losgehen.


    Die Generalplanung hat Drees & Sommer übernommen. In der Meldung dazu ist von einer Fertigstellung im Jahr 2015 die Rede. Das entspricht weiterhin dem laut Pressemitteilung von Ende 2009 geplanten Termin.


    Dann gibt es an dieser Stelle noch einen Bericht von Anfang November 2011 mit einigen vergrößerbaren Fotos der Baugrube. Die Grube hatte zu dieser Zeit eine Tiefe von rund 13,5 Metern. Alle 389 Pfähle waren damals bereits gesetzt, so dass die Vergrößerung der Baugrube auf Ihre endgültige Größe von 48.000 m³ folgen konnte.

  • Grundstein liegt

    In dieser Woche war Grundsteinlegung. Dazu unten die Pressemitteilung von Roche. Was mich aber doch sehr wundert: Über zweieinhalb Jahre bis zum Abschluss der Rohbauarbeiten? Eilig haben es die Basler offenbar nicht.


    Roche feiert Grundsteinlegung des „Bau 1“


    Roche feiert heute in Basel die Grundsteinlegung des neuen Bürohochhauses „Bau 1“. Das neue Bürohochhaus wird es ermöglichen, dass weitere rund 2000 Mitarbeitende, deren Büros zur Zeit in der Stadt verteilt sind, auf dem Roche-Areal an der Grenzacherstrasse arbeiten können. Der Rohbau des neuen Bürohochhauses wird bis Ende 2014 fertiggestellt. Parallel dazu ist geplant, Anfang 2013 mit dem Innenausbau zu beginnen. Die Investition beläuft sich auf rund 550 Millionen Schweizer Franken.


    „Im neuen Bürohochhaus werden Mitarbeitende aus den Bereichen Forschung, Entwicklung, Produktion und Marketing arbeiten.“ führt Roche CEO Severin Schwan aus: „Austausch ist Grundlage jeder Innovation. Wir sind davon überzeugt, dass die räumliche Nähe entscheidend ist für eine erfolgreiche Zusammenarbeit. Deshalb werden wir den Grossteil der über 2000 Mitarbeitenden, deren Büros in der ganzen Stadt verteilt sind, zurück an den Hauptsitz holen.“


    „Die Investition in das neue Hauptgebäude ist ein klares Bekenntnis zum Standort Basel. Wir sind sehr zufrieden mit dem Verlauf der Bauarbeiten.“, so Matthias M. Baltisberger, Leiter des Roche-Standorts Basel: „Wir möchten uns an dieser Stelle bei allen Beteiligten für die gute Zusammenarbeit bedanken“.


    Bei der Grundsteinlegung wird eine Schatulle vergraben, die unter anderem eine Papierrolle mit allen Namen der Mitarbeitenden vom Standort Basel sowie Baupläne des neuen Gebäudes enthält.


    Nach dem Baubeginn im Februar 2011 wurden die Tiefbauarbeiten im April abgeschlossen. Im Jahr 2015 wird das neue Bürohochhaus bezugsbereit sein.




    Schatulle:



    Grube, vorbereitet für die Grundsteinlegung:



    Grube von oben, laut BaZ-Artikel ist sie 20 Meter tief:



    So soll es einmal aussehen:



    Fotos: F. Hoffmann-La Roche Ltd. / Visualisierung: Herzog & de Meuron

  • Schon echt erstaunlich, dass ueber ein solch richtungweisendes Projekt so wenig berichtet wird.
    Kann mir gar nicht vorstellen, was hier los waere, wenn in Karlsruhe ein Gebaeude entstuende, das nur halb so hoch (90m) waere.


    Allerdings haette ich mit dem Aussehen des Gebaeudes doch meine Probleme.
    Weder der urspruengliche Entwurf noch die jetzige Version sagen mir wirklich zu.
    In den Visualisierungen wirkt mir der Bau auch reichlich deplatziert in seiner Umgebung.


    Wie aus vorherigen Posts zu entnehmen war, scheint eine Inaugenscheinnahme der Baustelle nicht moeglich, wenn man nicht zum Unternehmen gehoert.
    Das ist dann wohl auch der Grund, warum so wenig Informationen/Bilder kommen.


    Im SRF gab es vor zwei Monaten einen Beitrag zu dem Bau
    http://www.srf.ch/news/regiona…zwei-wochen-um-eine-etage
    Wenn das angesprochene Tempo gehalten wurde, muessten es also inzwischen knapp 60m sein.


    Schade, dass die Oeffentlichkeit komplett ausgesperrt bleiben wird, wenn auch aus nachvollziehbaren Gruenden.

  • update 14.09.2013

    Nachdem ich es mir gestern ansah, habe ich die kleine Hoffnung das der Bau doch etwas filigraner wird als befürchtet. Mein Eindruck bisher war stets das es ein ziemlicher, unförmiger Klotz wird ohne ästhetischen Anspruch! Die Höhe ist natürlich geil! Kleine Hoffnung wohlgemerkt. Ich bin mir weiterhin nicht sicher ob sich Basel mit dem Hochhaus einen Gefallen tut.







    Bilder: Silesia