Neues Stadion am Bornheimer Hang (realisiert)

  • Offensichtlich kommt Bewegung in die verfahrene Situation um den Neubau der Tribüne im FSV-Stadion. Am Sonntag Abend kam es zu einem Treffen zwischen Vertretern des FSV und Sportdezernenten Markus Frank (CDU) in den Räumen des Dezernats. FSV und Sportdezernat erörterten die Möglichkeiten, ob nicht doch noch die städtische ABG Holding anstelle des Hochbauamtes die Umbauten am Stadion übernehmen könne. Die städtische Wohnbaugesellschaft ABG hatte im Vorfeld angeboten, die Fertigstellung des Baus am Bornheimer Hang im vorgegebenen Kostenrahmen (10,5 Millionen Euro) zu übernehmen. Das Hochbauamt konnte dies nicht - es sei denn, die Summe würde auf 14,5 Millionen Euro erhöht.


    Ein zweites Treffen zwischen Sportdezernent Frank, Frank Junker (Vorstand der ABG) sowie Vertretern des Rechtsamts fand am gestrigen Mittwoch statt. Im Mittelpunkt dieser Zusammenkunft sollen die rechtlichen Unwägbarkeiten bei einer Übernahme der Bauarbeiten durch die ABG stehen. Die Befragung des Rechtsamtes soll klären, ob die Stadt den Auftrag an die ABG ohne eine europaweite Ausschreibung vergeben kann oder ob in einem solchen Fall mit Einspruch anderer potenzieller Bauträger zu rechnen sei (Quelle).

  • Die Koalition hat sich nun doch für ein Ausschreibungsverfahren entschieden. Dazu Auszüge aus einer aktuellen =7571938"]Pressemitteilung:
    [INDENT]
    (pia) Auf Vorschlag von Oberbürgermeisterin Petra Roth haben die Fraktionsvorsitzenden von CDU, GRÜNE und FDP einem Ausschreibungsverfahren zur Sanierung der maroden FSV-Tribüne zugestimmt.


    "Wir wollen ein rechtlich sauberes und transparentes Verfahren, das sowohl der Stadt als auch dem FSV Sicherheit gibt. Der Sportdezernent wird deshalb die ABG Frankfurt Holding mit der Ausschreibung und der Projektsteuerung beauftragen", so die Teilnehmer der Runde.


    Mit der Entscheidung, von einer Erbbauregelung Abstand zu nehmen, wird die Gefahr von Klagen ausgeschlossen, mit der Projektsteuerung durch die ABG ist größtmöglichste Kostendisziplin und eine stringente Bauabwicklung gewährleistet. Im städtischen Haushalt ist für das Projekt ein verbindlicher Kostenrahmen von 10,5 Millionen Euro festgelegt.


    Das Verfahren stellt sicher, dass der FSV seine Spiele spätestens ab der Saison 2012/13 in einem runderneuerten Stadion am Bornheimer Hang austragen kann. Die Oberbürgermeisterin ist in konstruktiven Gesprächen mit der deutschen Fußball Liga DFL über eine Regelung des Spielbetriebs bis zur Fertigstellung der Baumaßnahmen.


    Quelle: Stadt Frankfurt am Main – Presse- und Informationsamt[/INDENT]

  • Ausschreibung

    Obige Ausschreibung ist nunmehr veröffentlicht. Damit wird das Projekt richtig greifbar. Der politisch äußerst korrekte Titel: 'Rekonstruktion der Haupttribüne (West) des "Volksbankstadions" des FSV Frankfurt am Bornheimer Hang.'


    Gesucht wird ein "Generalübernehmer". Aus der Leistungsbeschreibung:


    Zitat

    Erneuerung der Haupttribüne.
    Ergänzung an den Bestandstribünen, Ausbau eines Stadions zur 2.
    Bundesligatauglichkeit (Gesamtkapazität baulich 12 500, planerisch optional 15 000 Plätze).
    Haupttribüne mit den Funktionsbereichen, Umkleide- und Sozialräume Polizeistation, Pressestellen, Businessclub, Küche, Logen, Sicherheitszentralen, Vereinsgeschäftsstelle.
    Haupttribüne mit ca. 1 880 Plätzen


    Geschätzte Kosten: 10 Mio. Euro. Als Abschluss der Arbeiten wird der 16. Juli 2012 angegeben. Keinen Tag später... :)

  • Der Magistrat hat den Auflagen der DFL zugestimmt, woraufhin die Tribüne im Stadion am Bornheimer Hang nun rekonstruierbar wäre. Die Kosten werden von der Verwaltung auf rund 12,5 Millionen Euro geschätzt. Die Zeit drängt, denn im März steht die Lizenzbeantragung des FSV Frankfurt für die Zweite Bundesliga zur Saison 2011/2012 an.


    Erforderlich ist aus Gründen der Rechtssicherheit eine europaweite Ausschreibung. Eine Vorankündigung der Bau- und Planungsleistungen seien zur Fristverkürzung und Straffung des Terminplanes bereits vorgenommen - eine Zustimmung seitens der Stadtverordnetenversammlung steht noch aus (FNP).

  • ^ Die erwähnte Ausschreibung wurde bereits Ende Januar vorab veröffentlicht. Siehe meinen Beitrag vom 2.2.11. Der Magistrat berichtet sogar, die Ausschreibung sei noch am selben Tag gestartet worden, an dem FSV und die Stadt sich über die notwendigen Leistungen per Unterschrift geeinigt hätten, am 21.1.11. Dabei handelt es sich um eine Vorveröffentlichung, mit der sich potentielle Interessenten auf die eigentliche, VOB-gemäße Veröffentlichung vorbereiten können. Letztere solle morgen erscheinen. Eine Auftragserteilung sei für Mai 2011 vorgesehen.


    Mit der geplanten Fertigstellung für die Saison 2011/12 ist das ein im doppelten Sinn sportlicher Plan.


    Der Magistrat bestätigt auch, dass die im Haushalt 2010/11 veranschlagten 10,5 Mio. Euro nicht ausreichen werden. Um trotzdem "Kostendisziplin und Rechtssicherheit" zu erreichen, werde die "in solchen Dingen sehr erfahrene" FAAG mit der Betreuung des Projektes beauftragt.


    Im gleichen Bericht erwähnt der Magistrat auch, dass im Zug einer Lösung für die in die (30) Jahre gekommene Eissporthalle auch eine gemeinsame Lösung für das Parkraumproblem gefunden werden muss. Unter Umständen steht uns also auch der Bau eines Parkhauses bevor. Entschieden sei aber noch nichts.

  • Neue Haupttribüne

    Im oben erwähnten Vergabeverfahren wurde inzwischen die Dortmunder Unternehmensgruppe Hellmich als wirtschaftlichster Bieter ermittelt. Die voraussichtlichen Gesamtkosten der anstehenden Baumaßnahme sollen sich auf 10.500.000 € netto belaufen.


    Es erwies sich als kostengünstiger, die zu "rekonstruierende" Haupttribüne mit etwas weniger Zuschauerkapazität auszustatten und die geforderte Kapazität dafür durch eine Erweiterung der übrigen Tribünen zu schaffen. Die neue Haupttribüne soll künftig nur noch ca. 1.800 Sitzplätze haben, das sind 600 weniger als heute. Die bestehende Haupttribüne wird abgerissen. Die Nordtribüne soll im Bereich der Geraden um vier Reihen erweitert werden, dadurch erhöht sich die Platzkapazität hier auf etwa 4.802 Plätze. Auf der Osttribüne kann die Platzkapazität durch zwei zusätzliche Reihen zwischen den Dachstützen auf 2.274 Plätze erhöht werden. Auf der Südtribüne können durch Blocktrennung und Einbau einer zusätzlichen Stufe für Stehplätze weitere Plätze realisiert werden, dadurch kann eine Kapazität von ca. 3.586 Plätzen erreicht werden.


    Insgesamt soll sich nach Abschluss der Bauarbeiten eine Zuschauerkapazität von 12.515 Steh- und Sitzplätzen ergeben. Es besteht die Möglichkeit, die Kapazität durch weiteren Ausbau auf 15.000 Plätze zu vergrößern. Die meisten zusätzlichen Plätze, nämlich 2.140, würden bei einer nochmaligen Vergrößerung an der Nordtribüne entstehen. Weitere Informationen gibt es im Magistratsvortrag M 177.


    Die zum Spielfeld weisende Seite der neuen Haupttribüne:



    Rückseite der neuen Haupttribüne:



    Alle Grafiken und Pläne in diesem Beitrag: Hellmich-Gruppe / ar.te.plan / Stadt Frankfurt am Main


    Grundrissplan 1. Obergeschoss zum Vergrößern:



    Grundrissplan 2. Obergeschoss zum Vergrößern:


  • :)Sieht stark aus. Wurde das schon offiziell so beschlossen oder wo hast Du das her? Es gab ja schon einige Pläne. Bis wann soll das denn fertig sein?

  • Wie erwähnt ist es ein Vortrag des Magistrats an die Stadtverordnetenversammlung. Am 29. September steht er als Nr. 37 auf der Tagesordnung des Stadtparlaments. Die Pläne stammen aus den Anlagen der oben verlinkten Vorlage. Abgestimmt wird also frühestens am kommenden Donnerstag, den Mehrheiten nach wird man mit Zustimmung rechnen können. Die neue Haupttribüne soll im Sommer 2012 fertig sein. Die zuvor bekannt gewordenen Pläne hat übrigens der FSV selbst erarbeiten lassen. Diese sind ohne Bedeutung, denn der korpulente Ex-Manager hat die Rechnung damals ohne den Wirt gemacht.


    Edit: Am 29. September hat die Stadtverordnetenversammlung dem Antrag zugestimmt. Der Abbruch der alten Haupttribüne soll am 7. November beginnen. Zu einem sich zunächst abzeichnenden Vergabestreit kommt es nicht, weil der unterlegene Bieter den gestellten Antrag zurückgenommen hat.

  • Baustart Hauptribüne Anfang November

    Die Initiative "Frankfurt tu was!" dankt rund 7000 Personen, die online bzw. auf Unterschriftenlisten sich entsprechend für den Neubau angagiert haben. Die Stadt gibt die entsprechenden Mittel frei und beauftragt die Walter Hellmich GmbH die Arbeiten auszuführen. Baubeginn hat Schmittchen im Vorbeitrag genannt. Mit Beginn der neuen Fußballsaison 2012/13 soll die Tribüne den Anforderungen der DFL genügen.


    Quelle: Rundschreiben

  • Es hätte wohl niemand darauf gewettet, und tatsächlich ist auch der oben genannte Termin ohne Folgen verstrichen. Am kommenden Mittwoch, 14. Dezember, geht es endlich mit einem symbolischen Baggerbiss los. Damit beginnen die Abrissarbeiten an der Haupttribüne. Unter anderem kommen die Oberbürgermeisterin und der Sportdezernent, Geschäftsführer des FSV sowie der Vorstandsvorsitzende der Frankfurter Volksbank. Dies meldet die Stadt heute.

  • 2. Bauabschnitt: neue Haupttribüne

    Einige Eindrücke der zu "rekonstruierenden" Haupttribüne von gestern. Rechts im Bild ist wohl schon die oberste Etage in Bau. Auf dieser Ebene werden, natürlich zum Spielfeld hin, zehn Logen eingerichtet.



    Der ganze Bau von der Trainerbank gesehen, aus nachvollziehbaren Gründen stehen die Bänke zur Zeit vor der Gegentribüne:



    Die Westseite (ja, es wurde sonntags gearbeitet):



    Zum Schluss noch die Bautafel:



    Bilder: Schmittchen

  • Ist bei dieser Tribüne auch eine spätere Aufstockung möglich? Rein vom Design sieht das ja so aus und auch bei den anderen Tribünen ist sowas ja möglich.

  • Soweit mir bekannt, ist eine Aufstockung auf insgesamt bis zu 15.000 Zuschauer möglich, wobei ich vermute, dass sich diese Kapazitätserhöhung durch Aufstockung nur der übrigen Tribünen erreichen läßt!
    Die Konstruktion der neuen Haupttribüne sieht m. E. nicht so aus, als könnte sie (zumindest ohne riesigen Aufwand) nochmals erweitert werden.

  • So ist es. Eine weitere Kapazitätserhöhung um 2.500 Plätze würde vor allem durch nochmalige Aufstockung der Nordtribüne erreicht (siehe auch #68). Darüber hinaus müsste die Südtribüne vergrößert werden, zum Teil um fünf Reihen. Und die Osttribüne um eine Reihe. Im Bereich Nord und Süd soll dies durch "aufgeständerte Tribünen" geschehen.


    Bereits zur laufenden Kapazitätserhöhung von 10.826 auf 12.500 Zuschauerplätze trägt eine Erweiterung der Nordtribüne ("Seckbacher Kurve") bei. Im Bereich der Geraden sollten vier Reihen dazu kommen. Wenn ich die unterschiedliche Farbe des Betons und dieses Vergleichsbild von 2008 richtig interpretiere, ist dies schon passiert:



    Bild: Schmittchen


    Ein Übersichtsplan, Stand Mitte 2011:



    Und ein Übersichtsplan der den Endausbau mit 15.000 Plätzen zeigt (Klick vergrößert):



    Grafiken: Hellmich-Gruppe / ar.te.plan / Stadt Frankfurt am Main

  • Eröffnung der Tribüne

    Wie die FNP heute berichtete, soll die neue Tribüne am Samstag den 24.11.2012 um 13:00 Uhr im Spiel gegen den 1. FC Kaiserslautern eingeweiht werden.


    Die Eröffnung zum Saisonbeginn der 2. Liga Saison 2012/13 verzögerte sich durch gefundenes Altöl in größeren Mengen. Insgesamt wurden 5.500 t verseuchter Boden abgetragen, wobei ein schwieriger Genehmigungsprozess dafür auch zu den Verzögerungen beitrug. Dies alleine sorgte für 700.000 € ungeplante Mehrkosten.

  • Mit dem Neujahresempfang des FSV Frankfurt 1899 am 26. Januar 2012 wurde die neue Haupttribüne nun offiziell unter Anwesenheit einiger prominenter Gäste (u.a. Innen-/Sportminister Boris Rhein, Bürgermeister Olaf Cunitz, DFB-Präsident Wolfgang Niersbach) eingeweiht.


    Bei dieser Gelegenheit konnte ich ein paar Fotos machen, allerdings hatte ich leider nur mein Handy dabei.



    Die neue Haupttribüne, links zwei Reihen Business-Seats.



    Blick nach unten.



    Eine der kleinen Logen, die vom Mieter individuell umgestaltet werden dürfen. Wer Interesse hat: Derzeit sind noch welche zu haben.



    Die kleine Loge von Außen.



    Eine der beiden großen Logen. Leider bereits vergeben (Mieter ist der Namensgeber des Stadions).




    Eine der Kommentatorenkabinen.





    Übersichtsplan mit den aufgeschlüsselten Zuschauerkapazitäten.


    Alle Fotos sind von mir.


    Persönliche Anmerkung zum Event: Das Catering beim FSV war definitiv nicht das schlechteste. Bodenständig aber gut. Generell wurde während der gesamten Veranstaltung immer wieder darauf hingewiesen, dass man die Bodenhaftung behalten, solide wirtschaften und sein familäres Flair behalten wolle. Unterstrichen wird das durch die offene Innengestaltung der Räumlichkeiten, so ist beispielsweise der Logenbereich nicht hermetisch abgeriegelt. Alles ist nah beieinander und bietet reichlich Gelegenheiten für Begegnungen.