• Volksbad

    Ich glaube, es kann nichts schaden, jetzt mal einen eigenen Strang für das Volksbad zu eröffnen, da es einige Neuigkeiten gibt:


    Sanierungskonzept - Retten Stifter das Volksbad? (Artikel mit Fotos)


    Das seit fast 15 Jahren stillgelegte Nürnberger Volksbad am Plärrer soll mit Hilfe eines Stiftungsmodells saniert und wiederbelebt werden. Die denkmalgeschützte "Jugendstilperle" könne künftig dem "gediegenen, stillen Schwimmen" sowie dem Schul- und Vereinssport dienen, sagte gestern Oberbürgermeister Ulrich Maly ...


    http://www.nz-online.de/artikel.asp?art=521072&kat=11&man=2


    Kommentar: Ein Restrisiko bleibt - Genaue Rechnung nötig


    http://www.nz-online.de/artikel.asp?art=521074&kat=11&man=2


    Nürnberger Jugendstil-Volksbad soll wiederbelebt werden


    http://www.nordbayern.de/dpa_a…art=858713&kat=8081&man=2


    Stiftung soll Bauherrin fürs Volksbad sein - Oberbürgermeister präsentiert Finanzierungsmodell und sucht noch Rückhalt der CSU


    http://www.nn-online.de/artikel.asp?art=520774&kat=10&man=2

  • Endlich kommt auch wieder Bewegung in die Planungen für die Wiederbelebung bzw. Neugestaltung des Volksbades!


    Laut dem Radiosender "N1" soll jetzt (wieder) ein Betreiber feststehen - hoffe diesmal wird endlich was daraus und es kann wenigstens ein Wahlversprechen von vor 7 Jahren umgesetzt werden... ;)

  • Das wäre wirklich erfreulich. Ein Jammer, daß hier unmöglich sein soll, was andernorts erfolgreich ist. Ich könnte mir das Volksbad so schön vorstellen (allerdings ist es auch außen in einem jämmerlichen Zustand, der Turm ist nur noch ein Stumpf und ein matter Abglanz des ursprünglichen Gebäudes).



    Foto: baukunst-nuernberg.de


    Allerdings hat die CSU, wie hier berichtet wird, vorgeschlagen, die 5 Mio. Anschubfinanzierung für das Volksbad zu streichen. Das würde die Anstrengungen wohl zunichte machen, nehme ich an.


    Hier ein Foto von einer der alten Schwimmhallen aus dem Bildarchiv von Foto Marburg (bildindex.de) .

  • ein gutes Beispiel aus Köln....

    Das Volksbad ist eine Nürnberger Tragödie. Da liegt ein Jugendstil-Juwel im Dornröschenschlaf und verfällt langsam vor sich hin. Und das obwohl der Oberbürgermeister das Volksbad schon 2002 zur "Chefsache" erklärt hat....


    Es gibt ein erfolgreiches Gegenbeispiel (allerdings gab es hier Ideen und Tatkraft statt Schaufensterreden):
    Das Neptunbad in Köln-Ehrenfeld (www.neptunbad.de). Ein Schmuckstück und eine echte Wohlfühl-Oase.


    Die Ausgangssituation ist absolut vergleichbar. Parallelitäten zum Nürnberger Volksbad sind:

    • Bauzeit /Baustil : Jahrhundertwende / wertvolle Jugendstil-Ausstattung, denkmalgeschützt
    • Zustand: Nach jahrelanger Betriebsschließung marode, hoher Sanierungsbedarf
    • Stadtlage: In strkturell problematischer Mikrolage / d.h. schlimmer als Gostenhof, Problemviertel, sozialschwach, hoher Migrantenanteil (nicht unbedingt "Adresse")


    Der Unterschied: In Köln wurde 'gemacht' nicht gewartet und moderiert.

    Das Neptunbad ist vorbildlich denkmalgerecht renoviert und als (privatwirtschaftlich geführter) Wellnesstempel zu einer 1A-Adresse in der Stadt geworden und 'top-in'. Entsprechende Impulse für die Umgebung sind bereits wahrnehmbar.

    Das könnte doch Vorbildcharakter für Nürnberg haben. Die Schwimmhallen sollten denkmalgerecht instandgesetzt werden. Dahinter (dort wo heute die VAG Altschienen und Pflastersteine lagert) könnte ein Anbau mit Restaurant und Wellness-Bereich entstehen.... Für einen Bade- und Wellnesstempel im oberen Segment gäbe es sicher Nachfrage, also auch eine Marktchance. In Nürnberg fehlt so etwas. Prächtige Bausubstanz die dafür wie geschaffen ist und atmosphärische Potentiale bleiben ungenutzt.

  • Es gibt ein weiteres Beispiel, das als Vorbild dienen kann: Das 1909 eröffnete Jugendstilbad in Darmstadt. Nach langer Sanierung, Kosten 22 Millionen Euro, wurde es Anfang 2008 wieder eröffnet. Ein paar Informationen gibt es in diesem Thread, in Beitrag #33 Bilder von außen sowie Links zu Innenbildern und zur Website des Jugendstilsbads.

  • In Leipzig steht auch so ein Bad das langsam verrottet. Glaube das Stadtbad.
    Ist auf jeden Fall in der Eutritzscher Straße.
    Jämmerlich wenn solche Gebäude verfallen

  • Ich fänd's auch gut, wenn man nach dem Baden am Abend auch noch schön essen gehen könnte :)


    Aber im Ernst, das Kölner Konzept könnte sicher ähnlich adaptiert werden. Man hat auch hier mehrere Schwimmhallen und viel Platz. Nur die Parkplatzsituation ist problematisch. Da muß noch getüftelt werden. Kann es sein, daß die Stadt wegen ihrer eigenen Bäder Angst hat? Aber das ist doch wirklich keine Konkurrenz! Und die Fürther Therme ist ja auch eher klein als daß man hier von einem Überangebot sprechen könnte.

  • Volksbad, Parkplätze und Platz für Erweiterungsbereiche....

    Daran sollte es nicht scheitern.... Hinter dem Volksbad gibt es erheblichen Grundbesitz der N-Ergie, deren Aktien mehrheitlich in städtischem Besitz sind. Dieses zentral Gelände wird derzeit teilweise unangemessen genutzt (Lager, Werkstätten, MA-Parkplätze).
    Da gäbe es wohl Möglichkeiten durch Neuordnung und Verlagerung nicht zentrumsbedingter Bereiche etwa nach Sandreuth, Grundstücksreserven freizumachen. Ein Anbau und ggf. ein kleines Parkdeck (allzugroß dürfte der Stellplatzbedarf angesichts der 1A- Ubahn-Erschließung mit drei Linien vor der Eingangstür ja nicht sein.


    Am Platz würde es - bei ansonsten gutem Willen - eher nicht scheitern....

  • Beispiel aus Darmstadt....

    Vor einiger Zeit habe ich mal die glückliche Wiedergeburt des Kölner Neptunbades (http://www.neptunbad.de) als mögliches Vorbild für das Nürnberger Volksbad erwähnt...


    Offenbar ist das jetzt nochmals anderswo gelungen. In Darmstadt gibt es auch ein schönes Beispiel, für ein restauriertes und wieder in Betrieb genommenes Jugendstilbad...
    http://www.jugendstilbad.de/


    Diese Leistungen kann man nur anerkennen. Höchste Zeit, dass sich hier etwas bewegt!

  • Ich glaube auch, daß es genug Freunde der gepflegten Entspannung gibt, die einem Volksbad zusprechen würden. Ich habe die Fürther Therme zwei Mal ausprobiert und bin etwas enttäuscht von der Kleinheit des Thermenbereiches - eigenes Wasser hin oder her. Das Ambiente des Volksbades ist hingegen unbezahlbar und mindestens genauso wertvoll wie das Fürther Wasser. Auch die zentrale Lage ist spitze. Mit ordentlicher (!) Gastronomie im Hause dürfte eine attraktive Kombination möglich sein. Für die üblichen 8-12 Euro pro 2 Stunden in Thermen müßte eigentlich ein Betrieb rentabel werden. Außerdem dürfte die Nachfrage im Großraum ausreichend für ein solches Bad sein. Wie gesagt, die zentrale Lage sollte man hier nicht unterschätzen. Z. B. das Palm Beach dürfte für die "Nordlichter" in der Region eher unattraktiv sein, wobei der Charakter eines feinsinnigeren Ansprüchen genügenden Volksbades auch leicht vom "Volks-Bad" Palm Beach abgegrenzt werden könnte.

  • "Volks-"Bad

    'baukunst-nbg' hat Recht. Die Zukunft des Volksbades liegt sicherlich im Wellness-Bereich. Die Sport-Schwimmer spricht das Bad wegen der kurzen Becken sowieso eher nicht an.


    Das große Pfund ist tatsächlich die B]Atmosphäre[/B][/B][/COLOR]. Sie macht das Alleinstellungsmerkmal aus. Die oppulente Jugendstil-Ornamentik des Volksbades passt doch nachgerade bestens zu einem Wellness-Tempel.
    Die Vielzahl der verschiedenen Becken (dort gibt es ja noch getrennte Frauen-, Männer- und Kleinbecken), für den normalen Badebetrieb eher ungeeignet, kommt doch einem Wellnesskonzept (verschieden tempereiert, vielleicht auch ein Sole-Becken) doch sehr entgegen.
    Ansonsten könnte auch der frühere Wannenbadbereich für Massage, Fango oder ätherische Bäder genutzt werden. Ein Dampfbad lässt sich auch noch im Altbaubestand unterbringen. Eine Saunalandschaft müsste wohl irgendwie in einem rückwärtigen Anbau untergebracht werden (den Bau-Platz dafür gäbe es). Entsprechende Gastronmieangebote sind ebenso unumgänglich. Kosmetik-, Beauty- und ein Gymnastikbereich wären sicher eine sinnvolle Abrundung und könnten ggf. auch in Obergeschossen Platz finden.
    Ich denke es gäbe da schon eine hinreichende Nachfrage; mal auf die schnelle einen halben oder dreiviertel Tag eine Auszeit zum Rundum-Entspannen nehmen - ohne wegfahren zu müssen - wäre nicht uninteressant. Das wäre auch eine echte Bereicherung für Nürnberg.


    Einzig - da hat 'baukunst-nbg' recht -der Name Volksbad (zur Entstehungszeit gewissermaßen ein praktischees sozialpolitisches Programm in Kohärenz zum damals entwickelten wissernschaftlichen Hygienebegriff) passt dann nicht mehr richtig zum Inhalt.
    Wenns aber schon unbedingt ein neuer Name sein muss, dann bitte keine modische marketingdeutsche Neuschöpfung mit Pseudoaglizismen und/oder Versalien in der Wortmitte, sondern was einfaches. Wie wär's mit Sigenabad?


    (... aber dann bitte mit wiederaufgebautem Turm!)

  • Alles schön schaumige Träume denen ich mich gern anschließe. Nur wo bleibt der Investor? Die Stadt wird es garantiert nicht selbst in die Hand nehmen. Die Mittel der nächsten Jahre fließen in andere Bereiche.


    Ein wesentliches Problem ist übrigens bei den Wellness-Schicki-Micki-Bad die Anfahrt. Beim Palm-Beach wird mit dem Wagen vorgefahren. Die Möglichkeit bietet sich beim Volksbad leider nicht. Und wenn man schon einen Abend im tollen Luxusambiente verbringt, will man doch hinterher eher im privaten bleiben und wird daher das Auto vorziehen. Das Volksbad hat die falsche Nachbarschaft! Der Plärrer mit seiner subproletarischen Ausstrahlung und den Alkis vor dem Marktkauf ist nicht der Ort den ich mir nach einem entspannten Abend wünsche. Und die U-Bahn/Straßenbahn als Anfahrtsmöglichkeit passt auch nicht ins Konzept.
    Aber vielleicht ließe sich da noch ein Parkhaus aufs Gelände quetschen? Ich hab das nicht so gut in Erinnerung.


    Letztlich alles in allem kein billiger Spaß in einer Stadt die bisher eher wenig im high-end-bereich anbietet. aber vielleicht wirds zeit? habe heute gelesen, das Nürnberg in Kaufkraft unter den Ballungszentren bundesweit auf Platz 5 liegt. Gleich hinter München, Stuttgart, Frankfurt und Hamburg (in dieser Reihenfolge), noch vor Köln, Hannover, Düsseldorf und Essen.


    Bezüglich des Namens:
    Sigenabad find ich irgendwie nicht glücklich. Sigena ist als "befreite" sklavin irgendwie für mich kein inbegriff des wohligen entspannens.:lach:


    D.

  • ganz interessante Gesichtspunkte Dexter...


    ich sehe das aber nicht so pessimistisch. Es gibt Probleme (wie immer), aber auch Potentiale (wie selten)....


    Ganz kurz:


    Betreiber: man müsste halt mal bei erfolgreichen Wiedergeburten nachsehen, wie das konzeptionell und organsatorisch gelaufen ist. (In Köln und wohl auch in Darmstadt sind die Betreiber wohl ausgegründete Stadtwerke-Töchter. Was anderswo erfolgreich ist, darf man ja kopieren. Vielleicht ginge in Nürnberg auch ein Modell mit einer Art Joint-venture zwischen Nürnberg-Bad und einem privaten Investor...)


    Umgebung: "subproletarisch" (echt starker Tobak) finde ich GoHo eigentlich nicht, sagen wir mal netter, es ist ein 'bunter' Stadtteil, nicht ohne Probleme, aber gewiss auch nicht ohne Charme. Und über die Jahre hat sich da auch ein ein ziemlich solider Mittelstand von Bürgern mit Migrationshintergrund gebildet... Die Alks vor dem Marktkauf sind natürlich ein Problem (aber irgendwo müssen diese Menschen ja hin; es gibt ja (zum Glück übrigens) keine Handhabe sie gegen ihren Willen zu therapieren) und direkt vor dem Volksbad kampieren die ja nicht. Das Kölner Neptunbad steht übrigens mitten in K-Ehrenfeld, ein Stadtteil der traditionell eher für Grob-Köln steht und sich gegenüber GoHo auch nicht 'verstecken' muss.


    Anfahrbarkeit: Das ist halt bei Innenstadt-Standorten mal so... Aber was spricht dagegen dort auch mal mit der U-Bahn hinzufahren? Ist doch mindestens mal eine Alternative. Für ein Parkhaus - unbedingt nötig, da hat Dexter recht - ist dahinter reichlich Platz (Gelände der Stadtwerke. Müssen dort unbedingt Rohre gelagert werden und StW-Mitarbeiter parken?)


    Name: Wahrscheinlich wirklich das allergeringste Problem... Sigena-Bad, Noris-Therme, Appolina-Bad, etc..., oder was weis ich. Da wird sicher jemanden noch was besseres einfallen. Ich hätte aber auch mit 'Volksbad' kein Problem.

  • natürlich ist subproletariat nicht auf ganz Gostenhof bezogen. ich kenn mich da vor Ort gut aus und weiß das sich viel verbessert hat in der Gegend und sie wohl zu den spannensten der stadt gehört. Und die Alkis können von mir aus ruhig da bleiben!
    Nur ob dann ein Luxustempel dort wirklich das naheliegendste ist?


    Denn gerade an dieser Stelle hat selbst der vergleichsweise hochwertige und großdimensionierte neubau gegenüber des bades und die erneuerte rotheburger straße keinen schwung in die entwicklung gebracht. es ist ein randgebiet ohne aufenthaltsqualität mit spielhöllen und fast-foodrestaurants in direkter nachabrschaft. die besucher der innenstadt fahren dran vorbei, die betonmeile plärrer trennt das bad von dem fußläufigen bereich der altstadt optisch und mental.
    die altstadtmauer und der ring ist bei aller pracht und einzigartigkeit ja leider auch teil des problems. in der wahrnehmung der nürnberger endet die stadt am altstadtring (versinnbildlicht: ich fahr später noch in die stadt meint im grunde ich fahr in die altstadt).
    mein eindruck ist, die meisten halten alles ausserhalb der mauer für weitestgehend vernachlässigbar oder uninteressant. wohngebiete eben. wenn also ein reichelsdorfer oder zerzabelshofer wellness haben möchte, er wird als letztes auf die idee kommen diese am plärrer zu suchen.


    trotzdem bin ich nicht vollkommen pessimistisch das es trotzdem was werden könnte. man müsste eben ein solches projekt nachhaltig und medienwirksma begleiten. das wär ne aufgabe die ich aber unserer stadtverwaltung bisher nicht unbedingt zutraue.

    D.

  • So schön die Stadtmauer auch ist, aber sie ist eben auch eine Mauer in den Köpfen der Leute. Da wäre schon interessant zu sehen, wie sich die Nürnberger Innenstadt entwickelt hätte, hätte man Anfang des 20ten Jahrhunderts die Mauer abgetragen! Daher muss sie die Stadt generell Gedanken darüber machen, wie die Randgebiete aufgewertet werden um auch dorthin Leute anzuziehen.

  • Ich halte das für zu pauschal. Auch in Städten mit entfernter Bastion sind die "außenliegenden" Gebiete nicht automatisch zur Altstadt geworden, sondern oft auch einfach uninteressant. Hingegen dürfte der Wert der Stadtmauer für Nürnberg von unbestrittenem Wert sein. Außerdem vergessen die Diskutanten hier den Umstand, daß die Nürnberger Altstadt eine der größten Altstädte überhaupt ist. Das heißt, die Altstadt, in die der Nürnberger fährt, wenn er sagt, ich fahre in die Stadt, ist in Wirklichkeit kleiner als der letzte Mauerring. Gebiete wie das Kreuzgassenviertel, die Sebalder Steppe, das Unigelände, das Jakobsviertel, d. h. alles was relativ wenig Geschäfte hat, könnte nach dem "Kopf" der Leute auch außerhalb der "Stadt" liegen. Außerdem ist die Stadt um den Mauerring keineswegs ausgestorben, sondern zählt zu einer sehr begehrten Lage mit Blick auf die Mauer (ja!) und auf die Altstadt. Das heißt natürlich nicht, daß man nicht die sogenannten "Randgebiete" fördern sollte, aber auch in der Altstadt muß man ziemlich viel fördern. Der Irrtum liegt bei vielen in der Fehlvorstellung, daß die Altstadt Freunde hat, deswegen übergepflegt ist, was sowohl bremst als auch ein Argument wäre, keine Zuwendung mehr nötig zu haben.


    Doch die Diskussion geht vom Thema Volksbad weg.


    Ich bin jedenfalls anderer Meinung als Dexter, was die Lage des Volksbades betrifft. Auch das Planetarium ist ein (vielleicht unterschätzter) Kulturbau, der nicht nach Gostenhof "paßt", und demnach eine schlechte Lage hätte.


    Ich glaube eher, daß die Renovierung des Volksbades (ich würde den Namen aufgrund seiner Authentizität und Bekanntheit übrigens einem Kunstnamen vorziehen, wie er allerorten erdacht wird) einen sehr positiven Effekt auf die Umgebung hätte. Das gegenüberliegende Gebäude, das "Prisma", ist übrigens architektonisch im Hinblick auf seine Vorreiterrolle ökologischen Bauens durchaus bemerkenswert, wenn auch ich es jetzt äußerlich nicht als umwerfend empfinde.


    Darüber hinaus ist die Lage in Gostenhof für eine Einrichtung wie das mögliche neue Volksbad eine relativ untergeordnete Frage. Man muß Einrichtungen mit größerem Einzugsbereich nicht unbedingt in eine genau passende Umgebung stellen, wenn die Lage insgesamt große Vorteile hat.


    Außerdem sollte man dem Schichtdenken nicht gerade Vorschub leisten, indem man einen vermeintlichen Wellnesstempel aus Gostenhof heraushält. Die Zaboer und Reichelsdorfer brauchen übrigens nicht nach dem neuen Volksbad am Plärrer zu suchen, denn ich unterstelle mal daß die meisten Nürnberger das Volksbad schlicht kennen. Und weil das Argument im Zusammenhang mit der Stadtmauer gefallen ist: hätten die Zerzabelshofer und Reichelsdorfer noch eher am Hauptmarkt nach Wellness gesucht? Wo sucht man denn nach Wellness? Auf der grünen Wiese?

  • den wert der stadtmauer und die größe der Altstadt hab ich nicht in Frage gestellt.


    Aber baukunst,
    gerade diese ecke von gostenhof/kohlenhof schreit doch nicht wirklich nach einem luxusbad. schade das das volksbad hier liegt! würde das bad in toplage im zentrum - am besten noch neben nem parkhaus - liegen, dann könnte ich mir schon eher vorstellen das der ein oder andere besucher einkauf und wellness verbindet. die lage auf der bisher nur als durchfahrt genutzen rothenburger straße (die da ironischer weise ja nur stadtauswärts führt) ist nun mal nicht prädestiniert und daher für investoren offensichtlich auch nicht interessant genug. es gab ja schon mehrere anläufe in richting "wellness".

    wie gesagt, ich kann mir schon vorstellen das man mit der nötigen errichtung von autogerechter infrastruktur und ordentlich PR was erreichen kann. aber aufdrängen tut sich eine diesbzügliche nutzung an der stelle wohl nicht.

    was das mit den schichten betrifft.
    das palm-beach ist der inbegriff des autogerechten freizeitspaßes auf der vormals tatsächlich grünen wiese. rings um das bad sind parkflächen im XXL-format für die anreisenden ausgewiesen. die müssen durch keinen stau und auch keine "stadt ertragen". die setzen sich in ihren wagen und fahren in ihr häuschen nach hause. das ist der standortvorteil des palm-beach!
    und bei den preisen die dort verlangt werden bin es nicht ich der in schichten denkt sondern das management der betreiber. die selektion des publikums ist teil des wellness-konzepts...

    D.

  • Hi Dexter,


    ich muss hierbei eher baukunst-nbg zustimmen. Ich finde es um einiges Interessanter das Bad in GoHo zu haben, als in der eh schon schnieken Altstadt! Die Kontraste sind nicht sooo groß, damit das Bad absolut deplaziert wäre/ist. Hier kann man von einem reizvollen Kontrast sprechen. Das einzig größere Problem sehe ich bei den Parkplätzen! Ich denke nicht, dass sich alle mit der U-Bahn ins Bad begeben wollen!

  • ich sehe es überwiegend ähnlich wie Dexter (außer zum Randgebiet ohne Aufenthaltsqualität ;)).


    Ein reines Luxusbad wird an dieser Stelle vermutlich nicht funktionieren. Wäre es anders die verschiedenen ehemals interessierten Investorengruppen hätten es probiert. Und Thermen gibt es hier in der Region inzwischen auch zur Genüge.


    Ein reines Luxusbad hier wäre in meinen Augen aber auch eine glatte Themaverfehlung.
    Wenn dann müsste ein revitalisiertes Volksbad der (Innen-)Stadtbevölkerung zur Vefügung stehen, und gerade nicht irgendwelchen "Tussis" etc. aus Erlenstegen, Zirndorf oder Kleinschwarzenlohe.
    D. h. für mich:
    - Schwimmbecken, mind. 25m lang
    - Kleinkinderbereich, aber bitte liebervoller als im neuen Südbad
    - einen Spiel- und Spassbereich zum richtigen (Aus-)toben
    - das ganze zu familientauglichen Preisen


    - dazu dann gerne Sauna, Thermalbecken (am besten mit Burgblick auf der Dachterasse!), Wellness, Massagen, Fitnessstudio etc. in Teilen des in der Tat wunderbaren Gebäudes oder in Anbauten.


    Themen wie Parken, Erweiterungsflächen wären bei etwas gutem (und politischen) Willen sicherlich auch lösbar. Das Volksbad gehört der Stadt direkt, die dahinter liegenden Flächen inkl. alter Hallen und Werkstätten der Stadt über die StWN indirekt.

  • hallo 'Planer', hallo 'dexter'..... die Bedenken wegen des Standorts teile ich nicht. Ich sehe das eher so wie 'baukunst-nbg': Wenn das große Konzept stimmt, kommt es auf den Mikro-Standort nicht an. Und ein 'Bruchviertel' ist die Umgebung ja auch noch nicht unbedingt...
    Allerdings wenn hier ein Wellness-Badetempel im inneren Stadtgebiet kommen sollte, dann wäre der Traum fürs Volksbad wohl ausgeträumt. Für zwei solche Veranstaltungen gibt es sicherlich keine wirtschaftliche Basis :confused:


    Zurück zum Standort. Der ist halt so wie er ist. Translozieren kann man das ganze nicht. Entweder es passiert dort mit dem Volksbad was, oder eben nicht. Dann wird dem aber irgendwann sicherlich das gängige Nürnberger Denkmal-Entsorgungs-Muster drohen:


    Leerstand, Verfall, Klageliedchen über das "Ratzenloch", dann das überraschende Angebot eines Investors, der dort einen Lebensmittelgroßmarkt mit Büros obendrauf errichten will (und 'sogar' noch bereit ist den Portikus als Erinnerungs-Remineszenz zu erhalten....), Denkmal-Entwidmung, Abbruch....:Nieder:


    Großartig umbauen kann man das Volksbad aber nicht. Wenn ich die Beckenzahl und -größen infrage stelle, dann muss ich wie die Axt im Wald mit dem Jugenstil-Interior umgehen.
    Die Hallen und Becken haben bestimmte Größen und wenn man das substanziell anfasst und ändert ist der Charme verloren. Also ein modernes Bad für den Sport-Freak mit entsprechenden Trainings-Abmessungen wird da nie und nimmer daraus werden können...
    Für ein Familien-Bad fehlen schon die Voraussetzungen für die Spaß-Einbauten (Wasserrutsche etc.), das ist im Endeffekt auch nicht mit dem Ambiete der Schwimmhallen vereinbar...
    :confused:


    Also ich sehe da überhaupt nur die Möglichkeit da irgendwas im Health & Wellness-Sektor zu machen....