Bauakademie - Rekonstruktion und Geschichte

  • ^ ..den Vorschlag hab‘ ich hier schon vor 10 Jahren gemacht. Aber er ist immer noch gut!

    Eingedenk der Tatsache, dass auch in der historischen Bauakademie Im Erdgeschoss Raum für unterschiedlichste Aktivitäten vorhanden war, wie kleine Geschäfte etc. Sollte hier vielleicht eine Buchhandlung die sich auf Architektur, Städtebau, Ingieneuwesen etc im weitesten Sinne spezialisert, gefunden werden. Ein Kleines Café im Stil der Schinkelzeit wäre sicherlich auch nicht Fehl am Platze damit die Sache nicht allzu akademisch daherkommt.

    Man könnte auch die großen Berlin- Stadtmodelle hier endlich würdig präsentieren, die ich weiss garnicht wo sie jetzt gelandet sind nach dieser Odyssee seit der ursprüngliche Berlin_Ausstellungspavillon, ein architektonisches Juwel, an der Straße des 17. Juni in einen Burger King transformiert worden war, irgendwann in den 00er Jahren.

    Hier der Idealzustand der BA auf dem bekannten Gemälde von Gaertner um 1868 zu sehen:

    https://smb.museum-digital.de/singleimage?resourcenr=575956

    P.s. meinen Dank an Forumsmitglied Ziegel für sein Engagement in der Sache hat die Moderation leider in d3n Orkus befördert, wie so vieles Andere.

    Einmal editiert, zuletzt von Camondo (3. September 2025 um 14:25)

  • Bauakademie bekommt originale Ziegelfassade

    Beim Realisierungswettbewerb wird die historische Fassadenrekonstruktion als Leitbild verankert.

    Es wird auch keine der Gebäudeseiten (wie beim Humboldt-Forum) modern gestaltet.

    Beim Wiederaufbau sollen auch historische Ziegel mit Alterungsspuren verwendet werden.

    Hier die Pressemitteilung vom 20.01.2026:

    https://www.berlin.de/rbmskzl/aktuel…ung.1635432.php

    Es muss aber keine Eins-zu-eins-Rekonstruktion werden, eine moderne Innengestaltung ist erwünscht,

    sagte Bausenator Christian Gaebler lt. Berliner Morgenpost.

    Vielleicht so wie beim Entwurf von Kahlfeldt Architekten.

    Innengestaltung:

    q2byv45s.jpg

    © Kahlfeldt Architekten

    Außengestaltung:

    vfh9fedj.jpg

    © Kahlfeldt Architekten

    Quellen:

    https://www.kahlfeldt-architekten.de/projekt/bauakademie/

    https://www.morgenpost.de/berlin/article…gelfassade.html

  • ...weitgehend die historische Fassade. Aber nach diesen "Abstraktions"-Exzessen ist das ein gewaltiger Fortschritt. Gut, dass die Stiftung personell neu aufgestellt wurde und nach reichlich durchwachsenen Jahren offenbar doch noch ein gutes Ergebnis zu erwarten ist. Hoffentlich ist damit bald alles in trockenen Tüchern. Noch kann ich es nicht recht glauben.

  • Dabei hieß es schon im Dezember 2024 (!), alle wesentlichen Textbausteine für die Auslobung seien zwischen den Beteiligten abgestimmt. Vorangegangen war im November 2022, dass das Land Berlin eine Gestaltungssatzung in Aussicht gestellt hatte, sollte der Wettbewerb keine ausreichende Vorgabe zur Rekonstruktion beinhalten. Was in den Folgejahren mehrfach bekräftigt wurde. Dass es jetzt noch einmal so lange gedauert hat, bis der Senat einen Erfolg in einer Sache vermeldet, die eigentlich seit 10 Jahren klar ist, und vor einem Jahr dann auch der Stiftung klar wurde, zeigt, was sich für ein Gezerre hinter den Kulissen abgespielt hat. Die Spannung steigt, ob nun wirklich ein Wettbewerb ausgelobt wird, was in der Aufgabenstellung stehen wird und wer in der Jury sitzt.

  • Ich gehe erstmal stark davon aus, dass die gezeigte Visu des Innenraums nur ein Symbolbild ist - schließlich soll ein Wettbewerb noch folgen. Davon abgesehen kann ich es kaum fassen, dass diese Entscheidung nun endlich gefallen ist und bin (noch mit Vorsicht) begeistert und erleichtert!

    Die "weitgehend originalgetreue" Rekonstruktion bezieht sich, dem ersten Blick nach zu urteilen - auf die bodentiefen Erdgeschossfenster. Im Sinne der neuen Funktion kann ich damit gut leben. Über den Innenraum ist bestimmt noch nicht das letzte Wort gesprochen. Ich könnte mir gut eine Rekonstruktion des Treppenhauses vorstellen, während die restlichen Räume neu interpretiert werden, um auch dem Programm gerecht zu werden.

  • Es ist meiner Ansicht nach der einzige Kompromiss, der die meisten zufriedenstellen könnte. Städtebaulich ist die Rekonstruktion der Außenfassade ein Muss, die das Schlossumfeld deutlich aufwerten wird und endlich die Platzanlage vor der Bauakademie als solche erfahrbar macht. Im Innern können sich dann diejenigen austoben, die auf Innovationen und Konzepte in modernen Formen abzielen. Diese könnten nachhaltig und zukunftsfähig sein. Wenn das Nutzungskonzept überzeugend ist, könnte damit ein großer Wurf gelingen, der vielleicht auch auf zukünftige Rekonstruktionen ausstrahlt. Es kommt endlich so etwas wie Vorfreude auf.

  • Die Nachricht ist sehr gut aber ist sie auch belastbar?

    In dem völlig intransparenten Geflecht verschiedener Institutionen (Bund, Land, Stiftung, Parlament und Regierung) und der daraus folgenden Dauerblockade, blickt ein interessierter Bürger schon lange nicht mehr durch.

    Wenn nach Jahrzehnten die hochgeschätzte Schinkelfassade wieder steht, soll mir alles recht sein. Ich habe aber den fatalen Verdacht, dass diese schon lange finanziert wäre, wenn man Handwerker bezahlt hätte anstelle von Politikern, die als Stiftungsfunktionäre in den Vorruhestand geschickt werden.

  • Die einzig richtige Entscheidung. Gott sei Dank! Du kannst nicht an den Schinkelplatz und hinter das Schinkel-Denkmal einen halb Schinkelschen, halb modernistischen Frankenstein stellen. Das wäre Missachtung dessen Gedenkens hoch zehn. Dass darüber so lange gerungen werden musste...
    Abgesehen davon, weiß man auch, was die Leute erfreut und anlockt, sich auch bezahlt in Einnahmen macht. Es sind eben diese schönen historischen Fassaden oder schönen rekonstruierten Fassaden. Über eine moderne BA würden sich die Leute im schlimmsten Fall andauernd beschweren, und im besten Fall würden sie sie ignorieren. Die äußerlich originalgetreue BA wird aber ganz sicher wieder ein kleiner Star der Umgebung werden.
    Jetzt aber ganz schnell her mit dem Wettbewerb vor der Berlin-Wahl im September!

  • Sicher bleibt hier der weitere Verlauf abzuwarten, aber eine alle Seiten betreffende Öffnung der Erdgeschossfassade halte ich eher für ungeeignet.

    Das müsste doch auch ausreichen, wenn man dafür die Südseite oder gar nur einzelne Fensterachsen öffnet.

    Dann gefiele mir dies allerdings sehr gut. Alle notwendigen modernen Bauteile, wie ebenerdiger Zugang und Notausgang, Anlieferung, usw. könnten sich in der Ebene hinter der originalgetreuen Fassade befinden, ohne die Optik allzusehr zu beeinträchtigen.

    Vielleicht käme man so auch der Antwort auf die Frage "Wie würden Schinkel heute bauen?" nahe.

  • Nochmal: es gab bereits bei der ersten Bauakademie einen ebenerdigen Zugang in Form der Einfahrt. Eine weitere "Öffnung" ist überhaupt nicht notwendig. Dem hat übrigens auch Frau Kahlfeldt zugestimmt, deren Entwurf (bzw. der ihres Büros) wohl ein ideologisches Zugeständnis darstellen sollte. Wir sollten hier nicht den vorgeschobenen Quatsch-Argumenten der Aus-Prinzip-Störer aufsitzen.

    Im Wettbewerb wird es sicher Entwürfe geben, welche die Fassade 1:1 zur Rekonstruktion vorsehen. Es spricht rein gar nichts dagegen. Auch die innere Raumorganisation ist kein Hexenwerk. Nach zig Jahren der Bedarfsplanung sollte es doch sehr genaue Vorgaben geben, was für Räumlichkeiten die Stiftung haben will. Spannend ist nur, wie die Jury das sieht.

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Abgesehen davon, weiß man auch, was die Leute erfreut und anlockt, sich auch bezahlt in Einnahmen macht. Es sind eben diese schönen historischen Fassaden oder schönen rekonstruierten Fassaden.

    Im Fall der Bauakademie kann ich dir vorbehaltlos zustimmen. An diesem ikonischen Ort, an dieser neuralgischen Stelle des Schlossumfeldes und im Zentrum des historischen Berlins dürfe alles andere als Schinkels Backstein-Fassaden wahrscheinlich einer ästhetischen Enttäuschung gleichkommen. Als pauschale Aussage möchte ich dir aber widersprechen. Es gibt auch moderne Architektur, die die Massen anzieht. Erst im vergangenen Jahr war ich in Oslo, wo das neue Operngebäude der architektonische Star ist und die Massen anzieht. Die Formel "klassisch = anziehend, modern = abstoßend" geht eben nicht immer auf. Vieles hat mit den Erwartungen und Voraussetzungen des Ortes zu tun.

  • ^Und tatsächlich hätte ich trotz allem sehr gerne gesehen, wie man sich eine moderne Bauakademie auf (vermeintlicher) Augenhöhe zu Schinkel hätte vorstellen können. Vermutlich hätte ich dann trotzdem das Original bevorzugt. Aber wenn schon so hochtrabende Ansprüche formuliert werden, dann will ich auch die entsprechenden Ansätze sehen. Dazu wird es nun nicht mehr kommen, schätze ich. Und natürlich bin ich froh, dass man sich nun doch noch einmal besonnen hat. Die bodenhohen Fenster sagen mir trotzdem nicht so ganz zu. Das stört mE die Proportionen der restlichen Fassadenstrukturen.

  • Ein offener Wettbewerb würde wohl andere Ergebnisse erziehlen, als die oben verlinkten, überwiegend studentischen, Ideen.

    Das taugen jetzt nicht wirklich als Referenzen.

    Schade, ich hätte da gerne Vergleichsarbeiten gesehen und zwar mit den gleichen Wettbewerbsanforderungen, ob historisch oder modern.

  • Ich habe nur drauf gewartet, dass ein hoffnungsfroher Mensch das Wettbewerbswesen und die Kreativität der Architektur hochhält. 😅 Ein offener Wettbewerb ohne Rekonstruktionsvorgabe würde genau solche Ergebnisse hervorbringen. Ich habe wahrlich genug gesehen, um mir dessen sehr sicher zu sein.

  • ^ Tja, hätte man in New York auch so gedacht, dann hätten wir kein so wunderbares Gebäude wie das MOM bekommen. Oder die Oper in Oslo, das Centre Pompidou oder Gehrys Museum in Bilbao.

    Ich verstehe diese Denke nicht.

  • DerBe In Berlin fällt dir so spontan wohl kein leuchtendes Beispiel zeitgenössischer Architektur ein? Ich müsste auch erst mal darüber nachdenken. Sowohl das MOMA von 1939 (!) als auch die Erweiterung von 2019 finde ich furchtbar gesichtslos. Da sind das Centre Pompidou von 1977 oder das Guggenheim-Museum in Bilbao von 1997 schon andere Hausnummern. Die Osloer Oper von 2008 ist sicherlich auch herausragend.

    Ich find's schade, dass es so wenig hochklassige zeitgenössische Architektur gibt. Allein schon die genannten Jahreszahlen sprechen für sich. Das ist schon ein Versagen der Architektenschaft in Breite und Spitze. Zuletzt hat das für mich der Wettbewerb für das "Zukunftszentrum" in Halle (Saale) gezeigt. 200+ Millionen zum Spielen, eine Umgebung, auf die keinerlei Rücksicht genommen werden musste, der Wunsch nach einem "Signature-Building", ein schwammiges Nutzungskonzept, das durch die Architekten mitgestaltet werden konnte, ein internationaler, offener Wettbewerb, kurz: allerbeste Bedingungen für sprühende Kreativität. Und, hat die Kreativität gesprüht? Nein.

    Wer sich immer noch wundert, warum Rekonstruktionen so viele Herzen erwärmen, muss in einer anderen Welt leben als ich. Und sie sind so verdammt selten. Hätte man in Dresden so gedacht wie DerBe, hätte man beim Humboldtforum so gedacht wie DerBe, hätte man in Venedig so gedacht wie DerBe, hätte man in Warschau so gedacht wie DerBe... Oder denken wir an die Vondelkirche in Amsterdam oder die Alte Börse in Kopenhagen... Ich denke, es liegt auf der Hand, dass die Bauakademie bedeutend genug ist, um eine erneute Aufführung zu verdienen. DerBe, ich verstehe deine Denke nicht.

    Zeitgenössische Entwürfe können an anderer Stelle zeigen, wie weit entfernt wir heute vom Niveau eines Karl Friedrich Schinkel sind. Und sie tun das auch.

  • ^^^^^ Wenn ich mir die Entwürfe so anschau, bekomm ich Schweißausbrüche und Depressionen. Was ist mit diesen Studenten und Architekten von heute los? Leiden die irgendwie alle an Depressionen?

    Lieblos dahingeklatschte Kuben, ohne Bezug zum Schinkel-Bau. Mit Ausnahme des Herrn Andrej Nicolai Harton!!

    Wo sind die wohl proportionieren klassischen Bauten welche sich der Umgebungsbebauung anpassen? Und das geht auch mit "modernen" Elementen! Es gibt hunderte Beispiele!! Es muss nicht zwingend Neobarock oder Klassizismus sein! Eine minimalistische Variante aller vorhandener klassischer Stile ginge auch. Und würde auch zum Zeitgeist passen: Minimalismus.

    Stattdessen baut man immer die Gleichen Buden, mit den immergleichen Fassadenelementen, vielleicht dreht man sie auch mal, aber das ist dann auch schon das Höchste der Gefühle... Schaut einfach in die "Hafencitys" und "Europaviertel" unserer Städte. Zum heulen und schreiend Wegrennen!

    Aber naja, ab und zu gibt es Lichtblicke! Wie jetzt, mit diesem Schmuckstück, welches wieder das Licht der Welt erblickt :)

    Ick freu mir!

  • ^

    Die Europaviertel sind mehr oder weniger allesamt mittelmäßig oder gar Mist, aber die Hafencity oder der Medienhafen zeigen für mich sehr gut, dass moderne Architektur sehr ansprechend sein kann.

    Man stelle sich mal eine Abwandlung von Düsseldorfs Cradle als Neuinterpretation der Bauakademie vor. Das hätte ein Highlight in moderner Form sein können.

    Die Beispiele von Ziegel sind allerdings wirklich alle gruselig.