Nachnutzung Flughafen Tempelhof

  • Hallo,

    ich kann dem nur Zustimmen, denn ich sehe nur Vorteile:

    - der Gebäudekomplex wird endlich mal aus dem Dornröschenschlaf geholt

    - es ist die letzte zentrale Fläche, welche für die EXPO genutzt werden kann

    - durch die Punkthochhäuser werden (zwar eher) hochpreisige Wohnungen entstehen, aber sozialer Wohnungsbau kann in solchen Gebäuden eh nur schwer realisiert werden

    - der Wohnungsmangel wird (zumindest) etwas vermindert

    - es entsteht ein echter "Landmark", welcher in der Europa-City nicht wirklich gelungen ist

    - wäre ein Ausrufezeichen vom aktuellen Senat, um Gestaltungswillen zu zeigen, schließlich ist Herr Wegner Fan von Hochhäusern.

    Ich würde es toll finden :love:

  • "Der stillgelegte Flughafen Tempelhof inklusive seiner Außenflächen kostet die Stadt Berlin jährlich 30 Millionen Euro"

    Für was? Wie entstehen denn immer aus dem Nichts solche enormen Kosten? Nur für Instandhaltung, Überwachung und ein bisschen Strom? Kann man das nicht nochmal durchrechnen?

  • ^

    Ich hatte mal gelesen, dass das "Pflasterkleben" an den völlig veralteten Anlagen recht teuer ist und der Zustand der Anlagen desaströs ist. Durch die über Jahrzehnte verschobene Sanierung muss es auch nicht einfach sein, die alten Leben zu halten.

    Ich hatte vor Jahre mal eine Führung in den Gebäuden mitgemacht, war echt überrascht, dass soviel der Gebäudeinnenräume nie über den Status des Rohbaus hinaus gekommen ist.

    Daher wäre es sinnvoll, dem Gebäudekomplex als Ganzes endlich eine (neue) Nutzung zuzuführen (Wohnen, Start-ups, Veranstaltungen).

  • Ich wüsste auch nicht, was gegen eine bauliche Verdichtung in den Randbereichen des Tempelhofes Felds spricht. Dabei sollte aber unbedingt die städtebauliche Bedeutung des Flughafengebäudes im Blick behalten werden. Der markante Schwung, der sich vom Feld aus erleben lässt, ist ikonisch. Diese Ansicht sollte nicht durch kleinteilige Gebäude im unmittelbaren Umfeld verbaut werden!

  • ^ Das sehe ich anders. Was nützt einem der "ikonische Blick" auf den "markanten Schwung des Flughafengebäudes" in heutiger Zeit? Nichts.

    Wie wir alle am Beispiel des Fernsehturms erlernen durften, ist der Blick auf ikonische Gebäude nicht relevant ;)

    Ich spreche mit nachdrücklich für eine bauliche Nutzung dieser riesigen versiegelten Fläche vorm Gebäude aus!

  • Es geht mir darum, der städtebaulichen Bedeutung des Gebäudes gerecht zu werden. Diese steht einer baulichen Verdichtung nicht per se entgegen, es braucht nur einen intelligenten Entwurf, der beide Aspekte angemessen berücksichtigt. Im Entwurf von Herrn Langhof kann ich dies nicht erkennen.

  • Was ein Wahnsinns Entwurf! Berlin muss sich das trauen. Es wird Zeit, dass das Tempelhofer Feld endlich eine echte Nutzung bekommt und wir in einer rasant wachsenden Stadt, die von Wohnungsnot geprägt ist, endlich unsere Brachflächen füllen. Dieser Entwurf ist nicht nur spektakulär und würde neue Wahrzeichen schaffen, sondern schafft einen spannenden Kompromiss zwischen Befürwortern und Gegnern der Bebauung des Felds. Endlich etwas Futurismus in unserer Hauptstadt. Großer Fan.

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Es geht mir darum, der städtebaulichen Bedeutung des Gebäudes gerecht zu werden. Diese steht einer baulichen Verdichtung nicht per se entgegen, es braucht nur einen intelligenten Entwurf, der beide Aspekte angemessen berücksichtigt. Im Entwurf von Herrn Langhof kann ich dies nicht erkennen.

    Also gerade der Entwurf verlängert den "Schwung" doch quasi in die Höhe und macht ihn dadurch noch deutlicher. Wie kann man das nicht erkennen?

  • ^Die Frontansicht ist sowieso bereits "verbaut" bzw. gibt es keinen Punkt an der Frontansicht, von dem aus man den Schwung des Gebäudes einhellig erkennen kann.

    Der Denkmalschutz spricht sich außerdem vor allem gegen Höhen von 240 Meter aus, weil solche Gebäude die Form und die Sicht bzw. das Gefühl von "Freiheit" blockieren würden - ein Gefühl, für das der Flughafen samt Luftbrücken-Geschichte wohl steht. Deshalb sind BISHER nur Gebäude mit maximalen Überhöhungspunkten von 22-30m erlaubt.


    Diese Argumentation entwertet sich meiner Meinung nach aber selbst: Wenn es dem Denkmalschutz um den Erhalt der Form und der Sicht geht, dann müssten sie entweder gegen jedwede neue Bebauung sein, oder aber Wolkenkratzer klar favorisieren. Denn gerade Hochhäuser könnten tatsächlich als klarer Kontrast wirken und das Flughafengebäude (mit seiner niedrigen, horizontalen Form) betonen, statt es zu "verschlucken". Niedrige Bauten bergen dagegen die Gefahr einer optischen Verschmelzung.

  • Ich bin von diesen Langhof'schen Luftschlössern langsam nur noch genervt. Herr Langhof müsste doch langsam selbst merken, dass Berlin die komplett falsche Stadt ist, wenn es um spektakuläre städtebauliche Ideen und Vorschläge geht. Zumal seine Ideen eigentlich immer nur aus die-Umgebung-dominierenden-Hochhäusern besteht. Das Rezept ist immer das selbe und dennoch bekommt er immer wieder Aufmerksamkeit dafür.

    Auf der Internetpräsenz von seinem Architekturbüro finden sich im Übrigen fast nur Ideen und nicht realisierte Entwürfe - mit Ausnahme des Upper West. Vermutlich war er da anfangs selber erschrocken weil er nicht damit gerechnet hat dass er das tatsächlich bauen muss ;)

    Einmal editiert, zuletzt von Sidious (30. Januar 2026 um 20:03)

  • bin ich der Einzige, der beim Anblick der Hochhauskette gleich an die Lichtdome der 30er Jahre denken musste?

    https://de.wikipedia.org/wiki/Reichspar…g,_Lichtdom.jpg

    Ich muss Sidious rechtgeben. Die Idee halte ich für komplett sinnfrei. Nicht weil ich gegen Hochhäuser in dieser Gegend wäre, oder die Sicht auf das Denkmal als solches erhalten möchte. Das Gegenteil ist der Fall. Aber die Verdichtung ist hier so unmotiviert, dass für mich nur noch das Motiv der Werbung übrigbleibt.

  • Nachdem es ein paar Monate ruhig um die Nutzung des Tempelhofer Feldes war, geistert seit gestern eine neue Vision durch die Berliner (und überregionalen) Gazetten:

    Die Architekten Nöfer (auf dessen Webseite gibt es weitere Informationen und unter Pressematerial auch eine 16-seitige Broschüre zum Projekt) und Kollhoff haben einen Plan vorgestellt, bei dem auf einem Drittel der Fläche des Tempelhofer Feldes 21.500 Wohnungen für rund 50.000 Menschen entstehen sollen. Dabei soll es um eine Bebauung im Stile der Gründerzeitumgebung gehen. Mit parzellierter Blockrandbebauung.

    So stellen es sich die Architekten vor:

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    © Kollhoff/Nöfer/Astigmatic

    Zum Weiterlesen: Tagesspiegel

    RBB

    Entwicklungsstadt

  • Na geht doch. Ich finde den Vorschlag klasse! So geht mutiger, identitätsstiftender Städtebau. Keine zaghaften Klötze in irgendeiner Ecke des Feldes, sondern eine klare räumliche Figur, also hier ein promenadenähnlicher Gürtel, der das gesamte Feld umspannt und von urban Blöcken gerahmt wird, ist genau das, was das Feld braucht, um wirklich zu einem einzigartigen Ort zu werden. Nöfer und Kollhoff sind halt ein paar der wenigen Architekten, die Städtebau noch zu verstehen scheinen. Denn dann wirkt die Bebauung nicht wie eine Beeinträchtigung der bestehenden Qualitäten, sondern wie eine Steigerung.

    Die ausfransenden Randbereiche, die eh kaum genutzt werden, verschwinden, während der zentrale Teil der Fläche, den die allermeisten Menschen von ihren Besuchen auf dem Tempelhofer Feld kennen, erhalten bleibt.

    Insbesondere die zweite Visu zeigt, dass es sich nicht nur um eine Geste handelt, die auf einem Lageplan nachvollziehbar ist. Auch auf Straßenebene ist die Figur erlebbar. Dass die Geomtrie des Flughafengebäudes ebenfalls mit eingebunden wird und somit als integraler Teil eines Stadtraums fungiert, ist die cherry on top.

    Ich bin mir sicher - wenn das so gebaut wird, wäre der Vorzustand schnell vergessen, und Berlin wäre um einen einzigartigen Kiez reicher.

  • … die Idee ist gut, die gezeigten Visus sind mir zu platt. Das ist mir zu sehr vorstädtisch. 2-3 gutgestaffelte Hochpunkte kann diese zentrale Lage schon verkraften, besonders in Richtung Columbia-Damm

  • Das Problem ist, dass die zentralen Wiesenflächen als Brutfläche für Vögel ausgewiesen sind und die meiste Zeit nicht betreten werden dürfen.

    Natürlich wäre es sinnvoller, da zum Ausgleich einen Acker in Brandenburg zu kaufen da die Vögel keine S-Bahnanbindung brauchen, aber ich fürchte das ist nicht so einfach, da die Ausgleichsfläche wohl in Berlin sein müsste.

  • Wenn es auf der verbleibenden Fläche Nutzungskonflikte gibt, dann muss man das eben politisch entscheiden, entweder Naturschutz oder Erholungsnutzung. Es kommt immer auf die gesunde Mischung an. Wenn man ganz Berlin abreißen würde, könnte man auch große Naturschutz- und Erholungsflächen schaffen, es könnte aber niemand mehr hier wohnen.

  • Also ich war zuvor auch gegen ein Wohnbau am Tempelhofer Feld ( am Rand ).

    Wenn ich jetzt die aktuelle Lage in Berlin sehe wegen Wohnungsnot & die Visualisierung gefällt es mir es sehr.

    Betrachtet man die Fläche Berlin mit z.B New Yorck ist Berlin ein bisschen größer. Einwohnerzahl klar New Yorck . Daher wäre es auch hier sinnvoll höher zu Bauen ( 100 Metern an Wohnhäuser) .

    Auch wenn, zuvor die Mehrheit Berlin ( damals Wahl ) gegen ein Bau in Tempohofer Feld war wäre es ein Fehler wenn der Senat es nicht zulässt.

    Selbst die Berliner Grünen sind für den Bau.Bericht ( die Woche) Wahlergebnisse Pro & Kontra siehe Link.

    { Umfrage }

  • Die Idee klingt ja zunächst erst einmal sehr charmant.

    Aber für 50.000 Menschen: wo sind die Schulen, die Kitas, die Pflegeheime, die Spielplätze, die Sportplätze, die Mediathek? Im Blockrand? Wo sind die Parkplätze oder Parkhäuser? Wo der Marktplatz? Die Erschließung dieses riesigen Areals scheint auch etwas stiefmütterlich zu sein. Und der Zeithorizont erscheint für Berliner Verhältnisse utopisch.

    Aber gut, dass jetzt wieder über eine Randbebauung diskutiert wird - obwohl sich die Gegner natürlich auch schon wieder in Stellung gebracht haben.