Nachnutzung Flughafen Tempelhof

  • Wozu???

    ^^ Na, um dieses Baudenkmal würdig fertig zu stellen!


    Der Flughafen Tempelhof ist mindestens so sehr eine Ikone der deutschden Architektur wie das Schloss Neuschwanstein.


    Ahem... Naja, das ist auch innen auch nur teilweise fertig... ;)


    Egal: ich wäre dafür!

  • Naja, dass da was gemacht werden müsste ist klar. Aber die Substanz ist doch da. Ob man nun diese Zwischendecke beibehält oder den ursprünglich angedachten Raumeindruck wiederherstellt ist gehuppt wie gesprungen. Einfach verrotten lassen weil man es nicht sieht geht jedenfalls auch nicht. Ich denke mal, wenn man das Gebäude in toto wieder irgendwie Nutzen will, steht ohnehin eine nicht unwesentliche Investition an um es an die Erfordernisse anzupassen.

  • Saxonia


    ich weiss nicht wie sie auf das schmale brett kommen, dass da irgendwas verrottet. die halle wie die decke der selbigen und der flughafen selbst sind in einem trefflichen zustand. im februar findet dort wieder die modemesse statt. also keine rede von „verrotten" wie sie es nennen.

  • Naja, dass da was gemacht werden müsste ist klar.


    Wie gesagt, das ist Rohbau. Da muesste nicht nur "was gemacht werden", sondern Hunderte Quadratmeter Natursteinverkleidung fuer Waende, Saeulen und Schmuckelemente steingmemetzt werden etc., das ist kein Pappenstiel.


    Aus einer Hausfuehrung ist mir ausserdem diffus in Erinnerung, die Decke sei damals auch abgehaengt worden, weil die extrem, kurze, breite und hohe Halle Besucher verleitet hatte ehrfuerchtig stehenzubleiben und hochzugucken, statt in die Haupthalle durchzugehen- permanentes Gedraenge und Stocken war die Folge. Ergo: Mangelnde Gebrauchtsauglichkeit.


    (Ich weiss aber nicht ob das ein Mythos ist)

  • Soweit ich gelesen habe soll der Innenausbau des riesigen Flughafengebäudes 1941 abgebrochen und auch später nie fertiggestellt worden sein. Nur der Bereich in der Mitte und die Wartungshallen sollen genutzt worden sein. Es soll angeblich insgesamt 9000 Büroräume geben.


    Einen Auftrag für die Abdichtung von vorerst 20.000 qm der insgesamt 60.000 qm Dachfläche der Hangars hat das Land Berlin ausgeschrieben. Das soll 10 Millionen kosten.
    http://www.competitionline.com/de/wettbewerbe/86882


    Dabei sollen auf dem Dach Vorbereitungen für die spätere Errichtung eines für Besucher begehbaren "Catwalk" von 700 Metern Länge vorgenommen werden.

  • ^ Alljenen, die die Standortkonferenz nicht live verfolgt haben, sei dieser Abendschau-Beitrag empfohlen, in dem die wichtigsten Eckpunkte zur zukünftigen Nutzung des Tempelhofer Feldes noch einmal zusammengefasst werden.

    3 Mal editiert, zuletzt von Mosby87 () aus folgendem Grund: Formulierung geändert.

  • Freud-Uni mietet sich ein

    Die private Sigmund-Freud-Uni aus Wien will in der vierten Etage des alten Terminalgebäudes einziehen und schon im Herbst einen BA in Psychologie über sechs Semester anbieten. Die Tempelhof Projekt GmbH freut sich natürlich und hofft, dass die Uni dort wächst und dann später einmal mit in das designierte Bildungsquartier einziehen wird. Auch mit der Bepflanzung wurde begonnen, dieses Jahr sollen knapp 200 Bäume kommen, insgesamt 1500.


    http://www.tagesspiegel.de/ber…en-tempelhof/8058820.html

  • Laut Tagesspiegel sollen spätestens im Herbst die Bauarbeiten für die Errichtung des Regenwasserbeckens auf dem Tempelhofer Feld beginnen. Die für die Parkgestaltung Verantwortlichen versprechen, die Einschränkungen für die "Tempelhofer Freiheit" dabei so gering wie möglich zu halten.


    Unterdessen köchelt die Debatte um die zukünftige Gestaltung und Nutzung des Areals weiter vor sich hin, am 26.05. wollen die Bebauungsgegner ein weiteres Mal gegen die Umgestaltung des Geländes demonstrieren.

  • Formel E will auf das Tempelhofer Feld

    Nun also doch Autorennen auf dem Tempelhofer Feld. Aber es wird keine DTM-Rennen geben, sondern die Formel E will dort offenbar 2015 das Finale austragen. Der Eintritt soll kostenlos sein und es wird provisorische Tribünen für bis zu 30.000 Zuschauer geben. Der Senat und sogar die Initiative Tempelhofer Feld nehmen das offenbar positiv auf. Friede, Freude, Eierkuchen? Nein, die Grünen bemängeln, dass es noch immer kein Gesamtkonzept gäbe und immer wieder neue Ideen aufkämen. Schon schlimm, wenn man so ein großes freies Feld hat, das immer wieder zu völlig neuen Ideen anregt und auch die Umsetzung möglich macht. Bisher scheint es zwar tatsächlich eher zu viel Ideen für Nutzungen zu geben und wenig Dauerhaftes zu entstehen, aber so müssen sich eben immer wieder die besseren durchsetzen. Auf der anderen Seite sind auch schon einige Firmen eingezogen und das Alliiertenmuseum wird hoffentlich folgen. Zudem gibt es auch einige feste Veranstaltungen. Also mE eine recht annehmbare Mischung aus einem festen Kern und wechselnden Komponenten.


    http://www.tagesspiegel.de/ber…-ausgetragen/8467218.html
    http://www.berliner-zeitung.de…in,22786336,23643796.html

  • Nachtrag: Inzwischen gab es einige Interviews mit dem Geschäftsführer der Formel E, Alejandro Agag. Offenbar gibt es schon einen Vertrag mit Berlin und dieser hat zunächst eine Laufzeit von 5 Jahren. Wenn die Rennserie ein Erfolg wird, wäre das natürlich ein Aushängeschild für das "Schaufenster E-Mobilität Berlin". Nachdem Mercedes ja nun doch keine E-Komponenten für seine Hybridfahrzeuge in Berlin fertigen lassen wird, soll immerhin ein renommierter Rennstall wie McLaren über ein Engagement in der Formel-E nachdenken und andere sollen ebenfalls noch angelockt werden. Das ganze findet ja auch immerhin wie die Formel 1 unter dem Dach der FIA statt und könnte den teilnehmenden Konzernen ein positives Image bescheren.


    http://www.morgenpost.de/berli…rmel-1-unterscheidet.html
    http://www.focus.de/sport/mehr…red-bull_aid_1040737.html
    http://www.golem.de/news/elekt…h-berlin-1307-100285.html


    P.S.: Angeblich (laut Bild) könnte es sogar schon 2014 auch ein DTM-Rennen auf dem Tempelhofer Feld geben...


    http://www.bild.de/sport/motor…pelhof-30866010.bild.html

  • Yzer will eine Modellstadt

    Wirtschaftssenatorin Yzer hat betont es gäbe kaum eine vergleichbar große freie Fläche in der Innenstadt einer europäischen Großstadt und vorgeschlagen auf dem Tempelhofer Feld daher eine ökologisch fortschrittliche Referenzstadt, eine "Stadt der Zukunft" mit Vorbildcharakter für andere Metropolen, zu gestalten. Mit der Hilfe moderner Technologien für Energie, Bauen und Verkehr und dem starken finanziellen Engagement privater Investoren könne dies gelingen. Es sei aber illusorisch, ein solches Areal "allein mit öffentlichen Mitteln entwickeln zu wollen." Das gilt in ihren Augen aber generell für jedwede Planung und Umsetzung. Ohne private Partner werde man wohl auch 2025 noch diskutieren weil keine Finanzierung zu Stande käme. Senator Müller und der Aufsichtsrat des Tempelhof-Projektes sind wohl ähnlicher Auffassung wie Yzer.


    Ansonsten hat Yzer noch vorgeschlagen interessierten Investoren Tempelhof als Alternative für den zu schaffenden Campus in Tegel anzubieten bevor sie ganz abspringen. Sie will auch eine professionellere Vermarktung der an sich sehr gefragten Eventflächen in den alten Flughafengebäuden um die Auslastung und die Einnahmen zu erhöhen.


    http://www.morgenpost.de/berli…s-Modellstadt-werden.html

  • ^ Auch die Abendschau hat sich heute mit Cornelia Yzers "Smart City"-Idee auseinandergesetzt. Hierzu äußerte sich Stadtentwicklungssenator Michael Müller als Studiogast. Er hat deutlich gemacht, dass er an den bisherigen Plänen für Tempelhof festhält und die eigentliche "Smart City" - wie geplant - in Tegel etablieren will. Insofern scheint Frau Yzers Vorschlag, noch einmal "neu über Tempelhof nachzudenken", in Senatskreisen wohl nur bedingt Gehör zu finden, wofür im Übrigen auch dieser Artikel im Tagesspiegel spricht.

    3 Mal editiert, zuletzt von Mosby87 () aus folgendem Grund: Bericht des Tagesspiegel ergänzt.

  • Naja, so wie es aussieht, will Yzers mit dem Vorschlag den Absprung der Tegel-Investoren bremsen.
    Siehe: http://www.tagesspiegel.de/ber…n-den-abflug/8500340.html


    Im Grunde eine recht pragmatische Herangehensweise. Warum das in der SPD nicht einmal zumindest in Betracht gezogen wird? Investoren warten nicht ewig, bis ein Flughafen geschlossen wird (ob komplett wird ja auch öfters in der Presse in Frage gestellt.)

  • Ärger um Pionierprjekte

    Es gibt Streit zwischen den für das Feld verantwortlichen (Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Tempelhof Projekt GmbH und der wohl insbesondere betroffenen Grün Berlin AG) und den Durchführenden diverser Pionierprojekte. Die Grün Berlin AG bemängelt demnach, dass in der Realität die ursprünglich geplante Spontanität und Pionierbezogenheit schwierig zu gestalten sei. Es gebe einen unerwartet hohen Betreuungs- und Gesprächsbedarf. Die "Pioniere" selbst sehen das etwas anders. Einige fühlen sich wohl genervt von der Überreglementierung wo jedes Zelt und jede Veranstaltung genehmigt werden müsse (in Folge wurden Projekte verzögert und einige Teilnehmer seien frustriert abgesprungen). Zudem finde die Kommunikation nicht auf Augenhöhe statt.


    Nun gibt es neuen Ärger. Nach Willen des Senats sollen alle 22 Projekte wissenschaftlich evaluiert werden. Dies habe explizit nichts mit der Verlängerung der Pachtverträge zu tun (diese laufen immer nur ein Jahr) und man wolle die Pioniere nicht vom Feld vertreiben. Das wird von den Betroffenen bezweifelt. Zugleich werden die Evaluationsergebnisse nämlich abgewartet bevor über eine Verlängerung der Verträge entschieden wird. Die vier Kriterien für eine Vertragsverlängerung klingen zudem mE schon nach Evaluationsfragen bzw. -Ergebnissen:


    -Was wurde aus dem Projekt gemacht?
    -Wird es angenommen?
    -Wie lebendig ist es auf dem Projektgelände?
    -Halten sich die Betreiber an die Spielregeln, also an die Parkordnung und die erteilten Auflagen?


    Fazit: In meinen Augen ist das tatsächlich eine eher unglaubwürdige und intransparente Vorgehensweise obgleich ich es eigentlich durchaus sinnvoll finde anhand von solchen Kriterien über die Verträge zu entscheiden. Aber nur wenn die Spielregeln von vorne herein allen klar sind und man sich auch immer wieder sinnvoll darüber austauscht, kann das Experiment "partizipative Stadtentwicklung" (wie es der Senat wohl nennt) gelingen und Tempelhof auch hierfür als nachahmenswertes Modell dienen. Auf der anderen Seite finde ich es etwas utopisch wenn man als Projektorganisator völlig auf Augenhöhe mit den Entscheidern und Verantwortlichen agieren will. Ein gewisses Machtgefälle und mitunter abweichende Interessen sind da wohl vorprogrammiert.


    http://www.tagesspiegel.de/ber…-feldverweis/8517072.html

  • Sanierung und zukünftige Nutzung des Flughafengebäudes

    Zurzeit wird auf politischer Ebene recht heftig um die Zukunft des Flughafengebäudes debattiert, wie u.a. der Tagesspiegel berichtet.


    Nachdem ein entsprechendes Gutachten zweier öffentlich bestellter Sachverständiger jüngst ergab, dass die Kosten für die Sanierung des Hauses (überraschenderweise...) bei fast einer halben Milliarde Euro liegen, stellt sich nun die Frage, wie es hier weitergehen soll. Fakt ist: Mit öffentlichen Mitteln ist dem immensen Sanierungsbedarf (natürlich) nicht beizukommen. Dementsprechend hofft Wirtschaftssenatorin Yzer in Übereinstimmung mit Stadtentwicklungssenator Müller nun auf private Investoren, um die Bauruine wieder auf Vordermann bringen zu können. Man sei sich darüber einig, "dass eine Mischung aus Wohnungsbau und gewerblicher Nutzung für das Flughafengelände gefunden werden muss".


    Die Berliner Grünen fordern indes die Vorlage eines Sanierungsplans durch den Senat, um die Entstehung weiterer (Un-)Kosten zu vermeiden. Zudem plädieren sie für die Umwandlung des Flughafengebäudes in einen "Kulturhafen Berlin-Tempelhof", in den auch die geplante Zentral- und Landesbibliothek integriert werden soll.

  • Wenn man sich einmal überlegt, dass die Schließungsbefürworter von THF seinerzeit behauptet haben, das refinanziere sich alles selbst wird einem noch ex post übel. Die Sanierungskosten könnten durch Grundstücksverkäufe gedeckt werden, oder man verkauft das Denkmal. Dem Staat selbst nützt ja keine Denkmal-AfA.

  • Masterplan steht

    Heute wurde ungeachtet der Proteste der Masterplan zur Bebauung des Tempelhofer Feldes vorgestellt. Hier die wichtigsten Details:


    -Auf der Westseite soll mit 1700 Wohnungen am Tempelhofer Damm der Auftakt gemacht werden. Trotz der Unterschriftenaktion soll es sofort mit den Vorbereitungen losgehen und ab 2016 soll dann auch gebaut werden.
    -Die Wohnungen sollen durch einen Riegel aus Büro- und Gewerbebauten vom Straßenlärm abgeschottet werden.
    -Auf der Südwestseite des ersten Bauabschnitts ist weiter die Landesbibliothek geplant.
    -Heute unterzeichneten Müller sowie die Leiter von Degewo, Stadt und Land und Ideal eine Absichtserklärung, wonach es in 900 Wohnungen Mieten ab 6€/m² (!) geben soll für die ein Wohnberechtigungsschein benötigt wird. Immerhin 800 Wohnungen sollen hingegen zu den eher marktüblichen Preisen um 10€/m² vermietet werden.
    -Zeitlich gestaffelt sollen anschließend auch an Süd- und Ostrand Wohnungen geschaffen werden. Insgesamt sollen es 4700 werden. Nach dem Wohnquartier am Tempelhofer Damm soll es ein weiteres Wohngebiet an der Oderstraße (Neukölln) sowie Büros, Dienstleister und Forschungseinrichtungen am Südring geben.
    -Komplett von der Bebauung unangetastet bleibt der Kernbereich. Diese Freifläche soll ca. 230ha ausmachen (immerhin etwa so viel wie Tierpark und Britzer Garten zusammen). Dort sollen weiterhin Nutzungen wie Erholung, Freizeit und Sport möglich sein.
    -Schon am Montag unterschrieb Müller den Aufstellungsbeschluss für das Baufeld am Tempelhofer Damm und leitete somit den Prozess zur Festsetzung der Bebauungspläne ein.
    -Bisher gibt es nur Massestudien zur Größe der Gebäude aber die Höhe und die Anordnung auf den Freiflächen sowie die konkrete Architektur seien noch offen für Debatten.
    -Die Gegner wollen jedoch weiterhin keine Debatte über die Form der Bebauung, ab Sonntag werden Unterschriften für ein Volksbegehren gegen die Pläne sammeln und kritisierten schon jetzt Müllers vermeintliches Vorpreschen. Dieser wies aber darauf hin, dass die Bauarbeiten nicht vor Ablauf der Initiative erfolgen werden.


    Quelle: http://www.morgenpost.de/berli…uro-pro-Quadratmeter.html



    Lagepläne und erste grobe Renderings:


    Gesamtansicht:


    Westseite (Tempelhofer Damm):


    Südring mit Brücke zur Oberlandstraße und den geplanten Flächen für Wohnen und Gewerbe:



    Bisher nicht verplante "Potentialflächen" am Columbiadamm:


    Quelle: Senat Berlin


    Es ist mE sehr erfreulich, dass auch hier in einer recht zentralen und attraktiven Lage eine gute soziale Durchmischung erreicht werden soll (ich hatte ja ein ähnlich positives Projekt der HOWOGE in Karlshorst vorgestellt).