Nachnutzung Flughafen Tempelhof

  • Es werden sich wohl auch keine Investoren finden, weil das wirklich eine selten dumme Idee ist. Gerade Berlin hat genug Parks und Grünflächen und zählt nicht umsonst zu den "grünsten" Städten Europas, aber einen See mit Insel und Windrad in Leuchtturmoptik. Das topt wirklich alles.
    Außerdem kommen die meisten Touristen nicht in die Stadt um Natur zu erleben, sonder Urbanität und Großstadtflair. Zwar haben Anwohner natürlich Vorrang vor Touristen, aber erstens gibt es wirklich genug Wasserflächen in der Umgebung und wenn man wirklich den Drang verspürt schwimmen zu gehen, kann man ja auch noch Schwimm- und Freibäder nutzen.
    Man sollte die Fläche als Park zwischen nutzen und irgendwann wenn sich die wirtschaftliche Situation in Berlin verbessert bebauen. Mir ist klar das die jetzige Situation dies nicht zulässt, da der Markt an Gewerbe- und Mieteinheiten übersättigt ist, aber Berlin ist ständig im Wandel und wer weiß ob man eine solche Fläche nicht nochmal irgendwann gebrauchen kann ;).

  • Ein See, ja absolut. Vielleicht nicht ganz so groß ... aber ja ein See das wäre super. Gerade in Kreuzberg/Neukölln ist man ganz schön weit weg von Wann- und Müggelsee.

  • Schade, kein See mit Hochseehafen für eine evtle "Seebrücke".:rcain: Der Kleingartentyp ist crazy.


    Ich find "Baumschule" mit Zeppelinstartbereich eigentlich ganz nett. Aber nicht alles mit Baumschule vollpflastern.

  • ich hätte noch einen ergänzenden vorschlag zur idee der seegestaltung im bereich des flugfeldes: eine holographische installation mit projektionszentrum in der seemitte.
    man könnte verschiedene objekte und dergleichen abwechselnd projezieren.
    für die freaks in adlershof wäre das doch bestimmt eine gern angenommene herausforderung. den kölner dom, die bavaria oder den kreml aufs berliner feld leuchten wäre doch ne kultige angelegenheit.

  • Wie es aussieht scheinen bereits erste exakte Planungen für die Nachnutzung einiger Areale zu bestehen. Wie in diesem Artikel der Berliner Zeitung beschrieben, will die Moabiter Spezialmaschinenbau- Unternehmen Jonas & Redmann Group GmbH ihren neuen Sitz auf das Flughafengelände legen. Allerdings erst dann, wenn das geplante Gebiet erschlossen ist.
    Bleibt also die Frage wo und wann dort die Bagger rollen werden, um die ersten neuen Straßenzüge zu errichten. Bis spätestens 2014 soll der Umzug abgeschlossen sein.


    http://www.berlinonline.de/ber…n/detail_dpa_27716220.php

  • Nach Angaben der Morgenpost gibt es bereits eine weitere Firma, die ernsthaftes Interesse an einer Ansiedlung bekundet hat. Dort steht allerdings, dass Jonas & Redmann eher 2015 umziehen werden. In Tempelhof soll dann expandiert und u.a. auch in die Batteriefertigung investiert werden. Tempelhof als Schaufläche grüner Technologie sei damit erstmals in realistische Nähe gerückt...


    Werden sehen. Dachte zwar eher, dass Tegel diese rolle zufallen solle, aber gut. Interessant finde ich, dass Jonas & Redmann auch an Adlershof gedacht hatten, aber sich dann anders entschieden haben, wohl auch im Interesse der Mitarbeiter. Aber so eine gewisse Strahlkraft des Standortes lese ich doch heraus.


    Quelle: http://mobil.morgenpost.de/ber…xRrABQrA**?cid=Startseite

  • Nullsummenspiel

    Eine Berliner Firma wechselt den Standort,innerhalb der Stadt und bekommt dafür bestimmt ordentlich Subventionen in den Altterwertesten geblasen.
    Was THF und Berlin wirklich voranbringen würde,sind Neuansiedlungen auswärtiger Unternehmen.
    Alles andere ist ein teures Nullsummenspiel.Das einzig Positive,ist die Tatsache,dass THF jetzt ein Anschub erhalten hat,was hoffentlich genug Sogwirkung auf andere nach sich zieht.

  • Neuansiedlungen auswärtiger Unternehmen gestalten sich jedoch in der Regel schwierig! Was hatten wir da schon in der letzten Zeit, mir fällt da nicht viel ein ... Pfizer, Suhrkamp, Vistaprint, also ein paar hundert Büroarbeitsplätze. Hotelansiedlungen hatten wir ne Menge aber im Technologiebereich sieht's doch eher mau aus. Ich habe dazu keine Zahlen parat aber ich würde mal annehmen, dass der Anteil von Neuansiedlungen auswärtiger Unternehmen am berliner BIP-Wachstum marginal ist. Umso wichtiger ist es, ansässigen Unternehmen ein organisches Wachstum zu ermöglichen, z.B. durch die Bereitstellung attraktiver und preiswerter Flächen.

  • Ich sehe diese Neuigkeit mit einer gewissen Skepsis. Ich finde das Tempelhofer Feld sollte nicht als Industriegebiet entwickelt werden, dafür ist es viel zu zentrumsnah. Wenn schon Bebauung auf dem Tempelhofer Feld, dann doch lieber eine Mischnutzung mit Wohnungen, Büros, Geschäften, Cafés etc. Tegel wäre meiner Meinung nach für Industrieansiedlungen viel besser geeignet.

  • Hallo liebe Gemeinde und ein gesundes neues Jahr!


    Für mich ist das Tempelhofer Feld ein wirklich sehr spannendes Stadtentwicklungsprojekt. Ich verfolge dieses mit sehr großem Interesse, obwohl ich nicht in Berlin lebe. Meinen ersten Beitrag widme ich nicht zufällig diesem Thema. Wenn ich jetzt lese, dass man dort – mitten in der Stadt – ein Gewerbe- und Industriegebiet einrichten will, bin ich absolut schockiert. Dieses Gebiet bietet herausragende Möglichkeiten zur Entwicklung Berlins in Richtung einer „Weltstadt“. Ohne die aktuellen konkreten Planungen zu kennen, würde ich es sehr begrüßen, wenn dieses weite Feld im Kern zum größten Teil als „Centralpark“ erhalten bliebe aber an allen vier Rändern zum Zwecke einer durchmischten Nutzung bebaut würde. Dabei bin ich einer der großen Verfechter eines Hochhausclusters am südlichen Ende, heranreichend an die A100 und die Ringbahn. Unter dieser Voraussetzung hätte ich mal einen ganz anderen Vorschlag zu machen. Soweit ich weiß, war dies noch nie im Gespräch. Aber ich würde ein neues altes Berliner Verkehrsmittel wieder aufbauen:


    Eine M-Bahn für Berlin!!!

    M-Bahn? Richtig! Das ist das „Ding“, welches bis Anfang der 90er zwischen Gleisdreieck und Kemperplatz fuhr und bedauerlicher Weise mittlerweile im Museum gelandet ist. Es handelt sich um eine vollautomatische Magnetbahn. Die Technik von damals müsste natürlich etwas aufgehübscht werden. Als Linienführung schwebt mir eine Strecke vom S-Bahnhof „Tempelhof“ (oder sogar von „Südkreuz“) quer übers TF bis zum Hermannplatz vor. Dies diente hauptsächlich der Erschliessung der neuen Stadtquartiere am südlichen und östlichen Rand des TFs. Man könnte auf dieser Strecke, über’n Daumen gepeilt, 6-7 Stationen einrichten. Als Vorbild würde ich mal die DLR (Docklands Light Railway) in London ins Gespräch bringen, die ja auch im Zuge eines neuen Stadtquartiers errichtet wurde.
    Wenn ich richtig informiert bin liegen die Rechte an der M-Bahn bei Bombardier und die sitzen ja in Berlin.


    Leider wäre ein solches Projekt bei der Nutzung des TFs als popliges Gewerbe- und Industriegebiet nicht rentabel. Es könnte nur innerhalb einer „grossen Lösung“ (d.h. mit Hochhauscluster) umgesetzt werden.


    Dies wäre mein Neujahrstraum vom Tempelhofer Feld, und ist keinesfalls als Neujahrsscherz zu verstehen, sondern durchaus ernst gemeint. Ich weis natürlich auch, dass die Kosten im Milliardenbereich lägen. Trotzdem möchte ich dies nicht als Spinnerei abgetan sehen.


    Tempelhof ist eine einzigartige Möglichkeit, dieses Projekt zu reaktivieren. Wäre eine Schande, wenn diese vertan würde. In diesem Sinne - bis demnächst!


    P.S. An welche öffentlichen Stellen müsste ich mich eigentlich wenden, um meine M-Bahn-Idee doch noch in die offiziellen Planungen einzubringen?

  • @ Mauerwerk: Herzlich Willkommen im Forum! Ich finde dein Vorschlag hat was, von einer Planung das Tempelhofer Feld mit einem Gewerbegebiet zu verschandeln habe ich allerdings noch nichts gehört. Soll das Feld nicht als Park erstmal genutzt werden und weitere Ideen werden doch erstmal nur lose reingeworfen?


    @ Necrokatz: Die M-Bahn käme sicher wesentlich billiger als eine U-Bahn auf dieser Strecke, vor allem weil die M-Bahn viel besser auch für kleinere Fahrgastaufkommen geeignet wäre, bin in London selbst mit dem DLR gefahren, die Züge waren auch relativ klein. Man müsste halt das Design von damals anpassen, wie Mauerwerk ja schrieb, und natürlich auch einen guten barrierefreien Übergang zwischen den U-Stationen und den Endhaltestellen der M-Bahn herstellen, aber trotzdem dürfte das ganze wesentlich günstiger kommen als eine U-Bahn und es wäre auch eine gute Gestaltungsmöglichkeit für die Gegend, ein Alleinstellungsmerkmal. Die M-Bahn lohnt sich aber klar nur in Kombination mit einer entsprechend frequentierten Bebauung, als reine "Parkbahn" wäre das natürlich reine Geldverschwendung.

  • Eine M-Bahn für Berlin!!!


    Im Rahmen der geplanten Internationalen Gartenschau wäre das sicher ein interessantes Erschließungskonzept. Ob für die langfristige Entwicklung des Flugfelds eine ÖV-Achse quer durch das Feld gezogen werden muss, glaube ich aber nicht.


    Da die Mitte eh frei von Bebauung bleiben soll, halte ich es für sinnvoller die Bebauung von den Rändern herzuerschließen - mit U6, U8 und der S-Bahn hat man immerhin Stationen zu 3 Seiten. Im Norden wäre eine Straßenbahn denkbar, entlang des Columbiadamms weiter bis nach Neukölln.

  • Was soll denn Berlin mit noch einem Phantasie-Hochhaus-Cluster?! Und dann noch in so peripherer Lage! Am Alex besteht seit Jahren Baurecht für zehn 150m-Hochhäuser und nicht einmal dort in bester Lage wurde bis heute auch nur ein einziges realisiert! Das Tempelhofer Feld ist eine riesiges Areal, dem seine sinnvolle Nutzung entzogen wurde. Nun ist es wohl eher ein "Suburban Park" als ein "Central Park" (diese Rolle steht dem Tiergarten besser). Die

    Zitat

    herausragende Möglichkeit zur Entwicklung Berlins in Richtung einer "Weltstadt"

    sehe ich dort nicht. Das Gebiet ist einfach zu groß und zu dezentral für eine weltstädtische urbane Bebauung. Wenn man versucht auf dem Feld irgendwelche Leuchtturm-Projekte durchzuziehen, wird sich dort m.E. auf Jahrzehnte nichts tun. Deshalb sollte man etwas pragmatischer an die Sache herangehen, d.h. Parkrandbebauung durch Wohnungen für alle Einkommensschichten (mit Blick auf die Autobahn bzw. Park), Kleingärten und saubere Industrien. Der Park sollte so gestaltet werden, dass er weiterhin für Großveranstaltungen genutzt werden kann.

  • Mittlerweile hat sich auch die Kulturverwaltung für die Realisierung der Landesbibliothek auf dem Tempelhofer Feld ausgesprochen.


    Der Neubau soll eine Fläche von 60.000 m² haben und ersten Schätzungen zufolge 270 MEURO kosten. Man habe verschiedene Alternativen geprüft und sich letztlich für den Standort Tempelhof entschieden. Jetzt müssen noch Senat und Parlament über das Großprojekt entscheiden.


    Artikel Tagesspiegel

  • Sehr klug, da hat man eines der größten Gebäude der welt, zum größten Teil leerstehend, bestens an den Nahverkehr angeschlossen und dann baut man einen Neubau für die Landesbibliothek gleich nebenan!!! Warum integriert man sie nicht in den Flughafen?

  • Wahrscheinlich aus dem gleichen Grund, warum man neben dem bestehenden Helios Klinikum in Buch, eine komplett neue Klinik gesetzt hat und darein umgezogen ist. Weil es sich einfach nicht lohnt. Es wird auch in den Zeitungsartikeln angesprochen.


    Was viele sicherlich nicht wissen ist, dass sich große Teile des Flughafen Tempelhof noch im Rohbauzustand befinden. Wollte man diese nutzbar machen, müsste man viel Geld in die Hand nehmen. Eine Bibliothek erfordert sich eine spezielle Lüftungsanlage und die Raumaufteilung ist im bestehenden Flughafengebäude ist sicherlich auch nicht optimal geeignet. Zumindest stelle ich mir dort eher Flurlabyrinthe vor, als großzügige Lesesääle.

  • beitrag von der abendschau zu dem thema:
    http://www.rbb-online.de/abend…chau_20110108_tempel.html


    wieder ein trauriges beispiel wie visionslos die menschen heutzutage sind. aber hauptsache die rente stimmt und die langlauf skier müssen nur bis zur nächsten ubahn station getragen werden, alles andere ist denen sch***egal :nono:


    und wenn ich dann noch solche öko-terroristen sehe die ihre blumen dort pflanzen, schwant mir schon übles wenn die grünen nächstes jahr im september die wahl gewinnen....