Nachnutzung Flughafen Tempelhof

  • Also von Formel 1 Strecke halte ich nicht viel. Auf der ersten Seite ist ja das Stichwort Lausitzring schon gefallen.....


    Zumindest in der Überganszeit, bis eine tatsächliche Nachnutzung gefunden ist könnte man Läufe zur DTM auf dem Vorfeld und den Runways machen.


    Aber selbst wenn man 2 Läufe im Jahr dort veranstalten würde währen das immer noch gerade mal eine Woche Nutzung. Der Rest vom Jahr währe Leere.

  • Die gesamte fläche wird man nie gleichzeitig nutzen Können. vielleicht Hotelnutzungen, Gewerbe mit großem Platzbedarf, wie Möbelhändler, Galerien oder auch Wellness, Fitness Indoorsport. Es scheint ja auch riesige Hallen/unfertige Festsääle dort zu geben. Es sollte wenigstens so viel Nutzungen geben, das die Instandhaltung gesichert ist. Es muss ja nicht das gesammte Gebäude genutzt werden.


    Die Idee einer Innerstädtischen Rennbahn ist echt verschärft!

  • Also ich finde ja einige Konzepte bereits recht interessant. Ein weiteres Wissenschafts- und Gewerbecluster wäre bei guter Bedarfsplanung und Betreuung sicher eine Bereicherung für die Stadt - aber eher nicht hier. So etwas passt nicht in die Innenstadt. Ich habe auch gelesen, dass man Tempelhof nicht komplett zubauen sollte, weil dies die Luftqualität der Stadt stark verschlechtern würde. Und die "Berliner Luft" ist ja legendär und damit schützenswert ;)


    Aber im Ernst, ich fände dort eine Art Park gar nicht so schlecht, falls er attraktiv entworfen und angelegt wird und zum Verweilen einlädt. Man könnte ja ein wenig mit Hügeln und Wasser arbeiten oder einen Themenpark anlegen um nicht nur "einen weiteren Park" zu haben. Das würde sicher Leben an diesen Ort bringen und somit andere touristisch geprägte Projekte sinnvoll und rentabel machen.


    Das mit dem Luftfahrtmuseum könnte und sollte man trotzdem machen und auch eine gewisse Randbebauung des Areals zulassen für weitere "Attraktionen", Hotels, Gewerbe und Wohnungen. Allerdings sollte diese Randbebauung beschränkt werden und gemäß Bedarf geplant werden und wachsen. So könnte man nachhaltig Arbeitsplätze für das Gebiet schaffen und Berlin einen weiteren Anziehungspunkt geben.

  • So Tempelhof ist nun LEIDER geschlossen... und in den Fernsehbeiträgen wurde immer wieder vom Luftfahrtmuseum gesprochen - auch der Lufthansa Chef hat sich im RBB Interview direkt nach dem Abflug der Ju 52 und C47 dafür ausgesprochen.

  • Keine Ahnung, ob der Link hier schon mal gepostet wurde.


    Filmhafen Tempelhof


    Der Lageplan ist ganz interessant und die Idee die Außenkulissen direkt aufs Vorfeld zu stellen auch. Da ist zwar noch viel Luft drin, aber gerade der viele Platz wäre gut für den Filmstandort Berlin (wenn es sich denn dabei auch um richtige Filme handelt und nicht nur um den Telenovela Einheitsbrei). Meiner Meinung nach immer noch die beste Nachnutzungsidee.

  • Berlin an sich hat schon einen sehr guten globalen Ruf, was audiovisuelle Medien angeht (der deutsche Film übrigens auch; ich kann aus eigener Erfahrung sprechen, da ich viel mit Leuten der mexikanischen Film-und Designszene abhänge).


    Meiner Meinung nach ganz klar die beste Idee und die grosse Chance Berlin als DIE europäische Filmmetropole international zu etablieren.
    Berlinale, Babelsberg, Filmhafen...Filmemacher was wollt ihr mehr?


    Der angesprochene Filmförderungsfonds wird immer und gerne beansprucht, aber was die Produktionen an Geld da lassen, ist um ein vielfaches höher.


    Ich hoffe, dass diese grosse Chance nicht vertan wird.

  • filmhafen klingt gut!


    wie wäre es, wenn man die wohnbebauung, evtl. am rand oder so, in einer art film-architektur ausführen würde.
    nicht nachahmend, sondern durchaus moderne architektur, aber ein wenig in dörflichen ensembles, szenische architektur, quasi ein bilder-bauen...

  • http://www.tagesspiegel.de/ber…-Tempelhof;art125,2698318


    Die Planer denken scheinbar auch schon in Richtung Spitzengastronomie. Ob die sich an diesem Standort halten kann, ist noch fraglich. Dazu müsste dort unbedingt noch ein wirklich zugkräftiges Museum entstehen. Ein paar hundert Beschäftige allein reichen als Kundschaft wohl nicht aus.


    @ Futz77
    Der deutsche Film hat vor allem deswegen einen so guten Ruf im Ausland, weil davon so wenig zu sehen ist. Würden die Kreativen in Mexiko sehen, wie der deutsche Film wirklich aussieht, sie würden schreiend davon rennen. Aber der Ruf Berlins als Produktionsort ist mittlerweile hervorragend, deshalb ist der Filmhafen schon fast zwingend.

  • Also ich bin in der Filmbranche tätig (Sound Design) und finde den Vorschlag schlicht schwachsinnig - da braucht der Bund nur die Filmförderung für AUSLÄNDISCHE Produktionen die in Deutschland mit deutschen Firmen produzieren kippen und aus ist der Mini-Boom. Das ganze wurde vor ein paar Jahren ja auch nur ins Leben gerufen als die "stupid german money" Filmfonds-Steuerschlupflöcher geschlossen wurden. Damals wurde mit deutschem Geld massenweise in Hollywood produziert "Terminator 2" etc. - nun hat der Bund den Spieß umgedreht - eine 80 Millionen Dollar Produktion sagt eben nicht nein wenn sie 8 Millionen GESCHENKT bekommen dafür das sie in Deutschland drehen und für Umsatz sorgen.


    Viel angemessener für Tempelhof ist alles zum Thema Fliegerei - ich würde sogar eine Bahn offen halten für Privatflieger und Events. Oder auch um flugfähige Museumsstücke dort landen zu lassen.
    War aus jemand aus diesem Forum schon mal im Luftwaffenmuseum in Gatow?

  • @ Hausschwamm


    Es gibt einen entscheidenden Unterschied zwischen dem Deutschen FilmFörderFonds (DFFF) und den Filmfonds-Steuerschlupflöchern von früher. "Sie erhalten keinen Zuschuss, wenn der deutsche Beitrag lediglich in der finanziellen Beteiligung besteht, ohne dass der deutsche Beteiligte für die Filmherstellung inhaltlich mitverantwortlich und aktiv in die Produktion eingebunden ist." (Quelle) Der DFFF ist ebenso eine Kultur- wie eine Strukturförderung, auf die die deutsche (besonders die berliner) Filmindustrie auf Gedeih und Verderb angewiesen ist. Ohne die nationale und regionalen Filmförderungen gäbe es überhaupt keinen Film in Deutschland, weder von ausländischen noch von nationalen Produzenten. Auch die Mischung der Förderung stimmte: Es wurden 65 deutsche Filme und 34 internationale Koproduktionen mitfinanziert. (Quelle) Die subventionierten Sound-Designer vom Film könnten dann nur noch für das ebenfalls subventionierte Fernsehen arbeiten. (DFFF oder GEZ macht ja keinen großen Unterschied.)


    [Ironie] Oder sich einen Job in einer der zahlreichen unsubventionierten Branchen in Deutschland suchen. [/Ironie]


    Der DFFF wird garantiert nicht auslaufen, denn erstens gilt er als grandiose Erfolgsgeschichte. Über herausragende Erfolge berichtete der Kulturstaatsminister im Bereich der Filmförderung und kündigte die Verlängerung des Deutschen Filmförderfonds (DFFF) bis zum Jahr 2012 an. "Seit Bestehen des DFFF wurden 160 Filmprojekte gefördert, Förderzusagen in Höhe von rund 95 Millionen Euro erteilt. Dies hatte zur Folge, dass 600 Millionen Euro an Herstellungskosten in Deutschland investiert wurden." (Quelle) Und zweitens gibt es die Filmförderung in der BRD schon ewig. Auf einer Jubiläumsveranstaltung in Berlin aus Anlass des 40jährigen Bestehens der Filmförderungsanstalt (FFA) erklärte Kulturstaatsminister Bernd Neumann heute: "Die FFA hat einen erheblichen Anteil am nationalen und internationalen Erfolg des deutschen Films. Sie hat sich seit 40 Jahren in hervorragender Weise als Rückgrat der deutschen Filmwirtschaft bewährt." (Quelle) Und davor gab es sie auch schon, sie hiess nur anders. “It is my ultimate goal to establish the German film as the dominant cultural world power.” - Joseph Goebbels in 1941 (Quelle)


    Zugegeben, die Subventionierung nicht benötigter Flughäfen hat in Deutschland ebenfalls Tradition. Aber dieser Zug ist für Tempelhof ein für allemal abgefahren. :ripthread:

  • Das mit dem inhaltlich mitwirken ist wohl ziemlich schwammig und zählt nicht.


    Zur Ironie kann ich nur antworten das es auch in Deutschland ohne Filmförderung geht. Siehe der schlechte "Der rote Baron" 32 mio Kosten rein privat finanziert ohne jede Filmförderung. Die meisten Produktionen an denen ich tätig war waren ohne Förderung. Neben der Neuproduktion gibt es ja schliesslich auch noch die Zweitverwertung ausländischer Produktionen, Restauration etc. - manche lassen Arbeitsschritte auch in Deutschland erledigen weil wir es besser können - so war eine Firma für die ich tätig war direkt an ein US Studio vertraglich gebunden, dort wurden die DVD Auswertungen in allen Sprachen neu synchron geschnitten und bearbeitet und in 5.1 umgelogen - die nehmen es in einigen Ländern nicht so genau :lach:


    Die ganze Förderung, vor allem regional ist oft negativ zu betrachten - da wird gemauschelt was nur geht, für einen einzigen Film werden Firmen gegründet um den Sitz im passenden Bundesland zu haben. Oder deutsch-österreichische Produktionen die gleich doppelt absahnen. Am Ende kommt bei den Beteiligten Mitarbeitern und beauftragten Firmen natürlich so wenig wie nur möglich an. Da wird schon mal gern einem Regisseur 1 Woche vor Drehbeginn mitgeteilt das er nur noch 50% bekommt oder er wird ausgetauscht. Dreistigkeit gegenüber dem Auftragssender und beteiligten Firmen ist auch an der Tagesordnung, da fragt die Filmproduktion mal gerne "Kannst du uns nur für den Sender eine Rechnung über 24.000 schreiben?" - Original Betrag war natürlich nur 12.000, Herzlichen Dank, also wären auch 24.000 drin gewesen und die Freelancer hätten anständig bezahlt werden können - aber es ist natürlich vollkommen in Ordnung das sich irgendwelche Heinis mal eben 12.000 finanziert über die Filmförderung oder GEZ in die eigene Tasche stecken. - wie lange wird so eine Mafia Förderung wohl gut gehen? Irgendwann gibt es die passenden öffentlichen Skandale und aus ist die Maus.

  • Sicher - geht doch um die geplante Nachnutzung und wie sicher die langfristige Perspektive eines solchen Projekts als Filmstandort ist.


    Moderation: Bitte nicht zu sehr vom Thema abschweifen!

  • Sowohl der Tagesspiegel als auch die Berliner Zeitung berichten über die Ideensammlung zur Nachnutzung des Flughafens. Es sind 61 Ideen eingegangen, darunter auch die Idee des Filmhafens von den Studios Babelsberg. Für das geplante Columbia-Quartier kamen 12 Entwürfe in die engere Wahl. Die meisten sehen wohl eine Verknüpfung mit dem benachbarten Bergmann-Kiez vor, während ein Entwurf eine Parklandschaft mit vereinzelten "Wohninseln" vorsieht. Besonders sticht ein Vorschlag hervor, ein Vergnügungsviertel unter anderen mit Rotlichtviertel zu errichten:


    http://www.berlinonline.de/ber…g/berlin/118751/index.php


    http://www.tagesspiegel.de/ber…Tempelhof;art1050,2710235

  • Ich hoffe die "Wohninseln" setzen sich nicht durch. Derartige Konzepte haben ja Dauerhochkonjunktur und werden als besonders innovativ betrachtet.
    Und in 30 Jahren ist nur mehr ein Hansaviertel mehr.